Was denkt ihr über feinultraschall ca 22. SSW?

Hallo zusammen!

Mein Frauenarzt hat mich auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, etwa in der Mitte der Schwangerschaft ein Feinultraschall machen zu lassen. Damit könne man zB Herzfehler oder andere Schäden feststellen, und dann bei der Geburt gleich richtig vorbereitet sein.

Bis jetzt ist die Schwangerschaft (es ist die erste, deswegen viele Unsicherheiten…) super-normal verlaufen, in jeder Hinsicht. Wir sind jetzt am überlegen, ob wir das machen lassen sollen - nicht falsch verstehen - hauptsächlich wegen der Kosten: Der Ultraschall kostet ca 250 Euro, die Kasse zahlt das natürlich nicht.

Jetzt ist die Frage: Wie sinnvoll ist das? Wenn ernstzunehmende Gründe dafür sprechen, geben wir das Geld natürlich gerne aus, wenn das eher der Urlaubsfinanzierung des Arztes dient, dann nicht.

Welche Erfahrungen habt ihr (als Ärzte oder Eltern) mit dem Feinultraschall gemacht - was spricht dafür, was dagegen?

Danke für Gedanken und Aspekte!
Gruß,
Monika

hallo.

Jetzt ist die Frage: Wie sinnvoll ist das?

pro:
du kannst noch sicherer sein, ob du zu dem geringen prozentsatz von müttern gehörst, deren kind innere oder äußere fehlbildungen aufweist.
bei bedarf kann dann - wie gesagt - frühzeitig reagiert werden.

contra:
du kannst dir die karten für’s robbie-williams-konzert abschminken

pro:
das fällt sowieso flach, wenn du keinen babysitter kriegst :wink:

tip:
überprüfe, ob es in euren familien irgendwelche probleme bei schwangerschaften gab.
und ob du in irgendeiner form zu einer risikogruppe gehörst (raucher, zu alt, dauerhafte medikamenteneinnahme, …)
wenn nichts davon zutrifft und die üblichen untersuchungen keinerlei auffälligkeiten zeigen, dürfte ein feinultraschall die gute gesundheit des kindes nur bestätigen. ob dir das 250 euro wert ist, mußt du selber wissen.

gruß

michael

Hallo Monika,
tja, was soll ich Dir raten?
Also, ich habe zwei Kinder, bei beiden haben wir trotz positivem SS-Verlauf einen Feinultraschall bzw. Doppler machen lassen (bei uns hat die Kasse gezahlt). Allerdings war es unserer Sicht im nachhinein eine zweischneidige Sache. Bei beiden Kindern wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt, die nicht organischer Ursache waren, die eine normaler Ultraschalluntersuchung nicht ans Tageslicht gebracht hat (Verdacht auf Mangelversorgung, Wachstumsretardierung u.ä., d.h. nichts lebensbedrohliches). Die Folge war, daß ich daraufhin wöchentlich zur Kontrolle in die Klinik mußte. Wir haben uns für die restliche Zeit der Schwangerschaft total fertig gemacht und am Schluß zwei gesunde, wenn auch leichte Kinder bekommen. Da es diese Auffälligkeiten gab, hatte ich in der zweiten Schwangerschaft natürlich solche Angst, daß ich unbedingt wieder zum Feinultraschall wollte und damit ging das ganze Spiel von vorne los. Sollten wir uns für ein drittes Kind entscheiden, ich würde den Feinultraschall nicht mehr machen lassen, es sei denn, der Gyn. würde dazu raten. Schön sind sicherlich die Bilder (leere Videokassette mitnehmen und fragen, ob du ein Video davon bekommst), da sie viel deutlicher und noch dazu farbig sind und außerdem kann man dir da das Geschlecht des Kindes i.R. definitiv sagen.
Ich habe Dir vermutlich nicht wirklich helfen können, aber die Entscheidung kann Euch sowieso niemand abnehmen, die müßt Ihr alleine treffen und die Tatsache, daß Du hier nachfragst zeigt mir, daß Du eh so Deine Zweifel hast.
Wenn Du Vertrauen in Deinen Gyn. hast, dann sprich ihn doch einfach noch mal darauf an.
LG
Denise

Hallo Monika!

Bei uns wurde der Feinultraschall auf Kosten der Krankenkasse gemacht, weil ich wegen Typ 1-Diabetes eine Risikoschwangerschaft hatte.
Er hat nur ergeben, dass alles in Ordnung ist, was wir aber vorher im Grunde durch die normalen Ultraschalluntersuchungen schon wussten.

Welche Erfahrungen habt ihr (als Ärzte oder Eltern) mit dem
Feinultraschall gemacht - was spricht dafür, was dagegen?

Dafür spricht, wie Du schon geschrieben hast, dass man evt. Unregelmäßigkeiten schon früh erkennt und Schritte dagegen einleiten kann. Das ist viel wert, denn nur, was man kennt, kann man auch behandeln.
Dagegen spricht, wie meine Vorposterin schreibt, dass man sich unter Umständen den Rest der Schwangerschaft verrückt macht. Aber je nach Typ machst Du das vielleicht umso mehr, wenn Du eben nicht alle diagnostischen Möglichkeiten ausgeschöpft hast.

Ich bin froh, dass ich nicht selbst entscheiden musste. 250 Euro sind viel Geld, wenn nichts ist, aber wenig, wenn man damit etwas entdeckt.
An Deiner Stelle würde ich mit meinem Gynäkologen reden und abklären, wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, etwas im normalen US zu übersehen, was der Fein-US dann aufdeckt.

Übrigens, was meine Vorposterin da beschrieben hat mit Video und Farbe hört sich für mich eher nach dem 3D-Ultraschall an. Bei meinem Fein-US gabs nur die Gefäss-Sachen (also Durchfluss) farbig dargestellt, der Rest war wie beim normalen US schwarz-grau-weiss. Ein Video gabs auch nicht, hätte auch nicht so arg viel Sinn gemacht.
Im Grunde erschien es mir wie ein normaler US, nur mit einem besseren Gerät.

Letztendlich müsst ihr als Eltern das entscheiden.
Habt ihr die 250 Euro einigermassen locker, oder müsst ihr sie euch vom Mund absparen?
Sieh es vielleicht auch unter dem Aspekt, dass es eine freiwillige Leistung ist. Wäre es notwendig oder im Normalfall (also gesunde Schwangere etc.) besonders hilfreich, würden es die Kassen dann nicht bezahlen?

Liebe Grüsse
Bine mit Baby Yannick :smile:

Hallo,

komisch eigentlich, in meinem Bekanntenkreis wurde jede Frau routinemäßig zur Feindiagnostik geschickt, ohne selbst zu zahlen. Ich wurde da gar nicht gefragt. Ich glaube, die meisten Dinge, die dort diagnostiziert werden, fand ich ziemlich überflüssig, da sie nur das Vorhandensein einer Trisomie (z.B Mongoloismus oder ähnliche Krankheitsbilder) ausschließen sollten, und das wäre ja nur von Bedeutung, wenn man ein behindertes Kind dann ggf. abtreiben würde.
Von vielen Frauen habe ich gehört, dass die immer was finden, was einen dann den Rest der Schwangerschaft verrückt macht.
Es gibt aber auch wertvolle Hinweise, wie z.B. Herzfehler, die dann einen Kaiserschnitt sinnvoll erscheinen lassen. Letzteres wäre für mich das einzig sinnvolle daran, Dinge, die während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu keinen Konsequenzen führen, braucht man auch nicht zu wissen.
Ob ich dafür Geld ausgebenn würde, weiss ich nicht.

Viele Grüße

Bianca

PS: Falls Du hingehst, solltest Du vorher wissen, ob du das Geschlecht wissen willst.

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Hallo Monika!

Ich habe das schon von einer Freundin gehört, dass ihr vom Frauenarzt geraten wurde, eine Spezialuntersuchung machen zu lassen. Diesen Rat gab er aber nicht aus irgendeiner Unregelmäßigkeit beim Kind oder in der Schwangeschaft, sondern weil er eben dieses Gerät in der Praxis hatte. Das klingt für mich so, als ob das Teil ja auch irgendwie bezahlt werden muss. Meiner Meinung nach kann ein Frauenarzt mit den „normalen“ Mitteln Unregelmäßigkeiten sehr gut feststellen und bei entsprechender Indikation weitere Untersuchungen machen.
Vielleicht ist meine Meinung auch etwas veraltet, denn meine Schwangerschaften sind jetzt 7 und 3 Jahre her…

Grüßle BECCA

Hallo,

diese Entscheidung kann dir niemand abnehmen. Es ist wie mit allen Optionen, die man hat gute oder schlechte Nachrichten zu erfahren. Nimmt man sie wahr, erfährt man ggf. eine schlechte Nachricht. Nimmt man sie nicht wahr, macht man sich u.U. verrückt, weil man weiß, dass diese Option gegeben gewesen wäre und man jetzt ja auch keine „Entwarnung“ bekommen hat, sondern das Problem zeitlich in die Länge gezogen hat. Umgekehrt bereut man ggf. schon aus finanziellen Gründen die Entscheidung für die Untersuchung, wenn „ja doch nichts gefunden worden ist“.

Meine Frau als spät Erstgebährende und mit hohem Blutdruck hat alle Optionen wahrgenommen, und wir haben glücklicherweise nur gute Nachrichten bislang bekommen. Hätte man uns schlechte Nachrichten überbringen müssen, wäre dies allerdings für uns auch kein Grund für eine Abtreibung gewesen. Ich habe selbst eine Zeitlang mit behinderten Kindern gearbeitet, und weiß, worauf man sich einlassen würde, und würde dies auch gerne tun. Insoweit wäre die Tragweite der Konsequenzen einer entsprechenden Diagnostik von vorne herein nicht so gravierend gewesen. Angesichts der besonderen Risiken wollten wir aber einfach im Interesse unseres Nachwuchses sicherstellen, dass im Falle des Falles dann auch sofort alles unternommen werden könnte, was ihm und seiner Gesundheit dienlich wäre.

Den Eindruck von Beutelschneiderei hatten wir zudem auch nicht. Das Vertrauensverhätnis zu den betreuenden Ärzten ist gut, und der Arzt, der den Fein-US gemacht hat, hat wirklich viel Zeit hierauf verwendet. Als Freiberufler weiß ich natürlich auch, dass € 250,-- nunmal kein Reingewinn sind, sondern hiervon die gesamte Praxis leben muss.

Selbstverständlich gibt es sicher auch in der Ärzteschaft schwarze Schafe und ich erinnere mich noch gut an einen Arzt, den ich mal kennen gelernt habe, und der dann im Kollegenkreis in meinem Beisein damit herumprahlte, wie schnell sich sein neues 24h-EKG bezahlt gemacht hätte, und dass jetzt jeder Patient das Ding einmal angehängt bekäme. Zu dem Mann wäre ich nie in die Sprechstunde gegangen.

Gruß vom Wiz

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Über-Wachung, Ängste und Sicherheit
Hi Monika,

was denke ich über Feinultraschall? Hm, toll, daß es diese Möglichkeit gibt. Aber selber machen lassen? Wollte ich nicht.

Nicht ohne ersichtlichen Grund.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Haben wir so gelernt. Und dieser Gedanke zieht sich nicht nur durch unser tägliches Leben, sondern auch durch jede Schwangerschaft. Untersuchungen, Blutabnahmen, Urinproben, Pränatale Diagnostik, CTG und Ultraschall. Feinultraschall in der 22sten SSW. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig.

Dankenswerterweise - auf der einen Seite. Natürlich können viele Krankheiten so frühzeitig erkannt werden. Natürlich können viele Komplikationen so verhindert werden. Aber manchmal frage ich mich: Ist das wirklich alles nötig? Wenn ich die Gespräche in Internet-Foren verfolge, in denen sich vornehmlich Schwangere treffen, dann beherrscht dort vornehmlich ein Thema das Gespräch: „Wie geht es meinem Baby?“ Aber diese Frage scheint mir oft nicht positiv gemeint, sondern ein besorgtes „Was könnte nicht in Ordnung sein?“.

Gut geht es den werdenden Mamis dann erst wieder, wenn sie beim Frauenarzt waren und im Ultraschall gesehen haben, daß alles in Ordnung ist. Und man sollte meinen, daß sie die Frage „Wie geht’s Dir“ erst beantworten können, wenn sie vorher ihren Arzt befragt haben.

Dabei bin ich mir sehr sicher, daß wir Frauen spüren können, wie es uns geht. Und im Grunde auch, wie es dem Baby geht. Natürlich habe ich die regulären Diagnostiken mitgemacht. Aber ich habe mich immer mehr auf meinen „Bauch“ - im wahrsten Sinne des Wortes - verlassen.

Und das ist etwas, was wir wieder mehr lernen sollten.

Das heißt nicht „mach es“ oder „mach es nicht“. Das mußt Du selber wissen. Das heißt nur, gerade in der ersten Schwangerschaft: Hab keine Angst. Im Grunde weißt Du bereits, wie es geht.

Alles Gute,
Nike

Hallo Monika,

Bis jetzt ist die Schwangerschaft (es ist die erste, deswegen
viele Unsicherheiten…) super-normal verlaufen, in jeder
Hinsicht.

Jetzt ist die Frage: Wie sinnvoll ist das?

Abgesehen von Sinn und Freude sollte man evtl.
auch in betracht ziehen, (was früher nicht so
thematisiert wurde), dass man ja eine starke
Energiequelle auf das Kind richtet. Es ist
also immer eine schwierige Abwägung.

vgl.: http://www.newscientist.com/article.ns?id=dn1639

 Ultrasound examinations during pregnancy 
 expose the fetus to a sound as loud as that 
 made by a subway train coming into a station, 
 say US researchers.

sowie:
http://www.newscientist.com/article.ns?id=dn1670
[Ultrasound scans may disrupt fetal brain development]

und

http://www.news.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=…
[Ultrasound scans linked to brain damage in babies]

Grüße

CMБ

Hallo Monika,

eins vorweg:
ich halte diese Ultraschallitis für zumindestens bedenklich.

Wir haben zwei Kinder und beim ersten wurde das damals übliche Programm abgespult. Beim zweiten hatte der Arzt ein neues Gerät und war ziemlich erpicht darauf, daß meine Frau häufiger unter den Schall ging. Nachfragen warum wurden papmig bis schwammig breitgeredet.
Als meine Frau gegen die zusätzlichen Untersuchungen war, wurde die bislang halbwegs gute Zusammenarbeit problematischer, was meine Frau dazu bewog, die restliche Schwangerschaft ausschließlich von unserer Hebamme betreuen zu lassen. Als ihr Gyn davon erfuhr wurde er fast schon bedrohlich.
Ähnliches widerfur einer Freundin, die ähnlich reagierte wie meine Frau.
Ich hege da den Verdacht, daß der Arzt sein Gerät schnellstmöglich in den schwarzen Bereich fahren wollte.

Dann sollte man bedenken, daß in den USA und Japan, die man ja nun eher kaum als technikfeindlich einstufen kann, Ultraschall deutlich weniger angewendet wird. Als Routine wird es fast gar nicht verwendet, nur wenn eine Indikation besteht.

Zudem habe ich prinzipielle Bedenken, mein Kind mehr oder weniger grundlos einer nicht unerheblichen Belastung auszusetzen.

Gandalf

eine IGeL-leistung, richtig?
hallo monika,

wenn ich richtig gelesen habe, verläuft deine schwangerschaft normal und es gibt keinerlei anlaß zu irgendwelchen bedenken, oder?
warum willst du dann dem gyn sein neues gerät finanzieren helfen?

das mit den IGeLn ist die neue pest in unserem gesundheitswesen. nicht selten verstehen die kittelträger es sogar sehr gut, den patient(inn)en ein schlechtes gewissen einzuimpfen, damit sie schwer dafür bezahlen, den ganzen maschinenpark zu durchlaufen. nach sinn oder unsinn im sinne der gesundheitserhaltung oder
-wiederherstellung wird ebensowenig gefragt, wie nach der schädlichkeit. hauptsache onkel/tante doktor hilfts.

machs nicht! es gibt keiner grund anzunehmen, daß dein kind weniger gesund zur welt kommt, als wenn du dem drängen des docs nachgibst.

gruß
ann

Hallo Monika,

beantworte Dir selber die Frage, ob Du Dein Kind abtreiben lassen würdest, wenn Du erfährst, dass es Trisomie hat. Je nach Antwort lass die Diagnostik machen oder nicht. Meines Wissens bringt diese Untersuchung (Nackenfaltenmessung, bei bedenklichem Wert ist eine Biopsie bzw. Fruchtwasseruntersuchung notwendig) nur hierbei absolute Klarheit in Bezug auf die Gewissheit des „Ausgangs“. Ein Loch im Herzen beispielsweise kommt sehr häufig vor, wächst oft von ganz alleine zu, Du würdest es nie erfahren, wenn Du nicht diese Untersuchung gemacht hättest.

Das ist nur mein ganz persönlicher Rat, ich will damit jetzt hier keine sozialpolitische Diskussion lostreten.

Alles Gute für Dich und das Kleine.

Jana

Vielen Dank an alle…
…die geantwortet haben.

Ein paar Gedanken noch zu dem Thema:

  1. Mein Arzt hat das Gerät gar nicht, er drängt mich auch zu nichts. Hat mich nur auf die Möglichkeit hingewiesen.

  2. Ich neige auch eher dazu, die Untersuchung nicht zu machen, man macht sich doch verrückt.

  3. Über die Gefährlichkeit von Ultraschall hatte ich zuvor noch nie was gehört - ich dachte immer, was Erwachsene nicht hören, hören Babys auch nicht - der Frequenzbereich liegt immerhin weit außerhalb des Erwachsenen-Hörvermögens. Habe ich mich da wirklich geirrt??

Eigentlich habt ihr meine Meinung nur bekräftigt. Dass es unsere Entscheidung ist, ist logisch, wir waren nur etwas verunsichert - und hätten es uns evtl nochmal überlegt, wenn ihr mir mit guten Argumenten dafür zugeredet hättet.

Also: Danke für eure Gedanken!

Gruß, Monika