Was die Zukunft bringt

Hallo Allerseits,

Gestern abend hatten wir Besuch, und das Mädel meinte, es hätte eine Zusatzrente abgeschlossen. Das hat meine Neuronen angeregt und ich mußte feststellen, daß ich die Zusammenhänge nicht wirklich verstehe.

Ich berichte von meinen Gedankengängen und hätte gerne, daß Ihr kurze Antworten gebt zu Punkten, die leicht bis schwer daneben sind.

Insgesamt ist das Thema natürlich hinreichend komplex und es spielen auch noch Politik und andere Gebiete rein…

  1. Unser Staat hat strukturelle Schwächen : Die Demokratie ist schön und gut, aber es gibt niemanden, der wirklich die Verantwortung übernimmt. Die NeuGewählteRegierung schiebt die Finanzsituation auf die VorGängerRegierung, sie will die Neuverschuldung zurückfahren, packt es natürlich nicht, aufgrund der Weltwirtschaftslage ( bei der VGR war es die Wiedervereinigung )
    Prinzip : Die Regierung übernimmt eine Staatsverschuldung, regiert, wird abgewählt, und Ende der Verantwortung. Die Lage wird immer dramitischer. Frage : Wie kann denn da jemand noch ernsthaft daran Interesse haben zu regieren ? Es kommen doch nur gewaltige Probleme auf ihn zu. Ehrhafte Motive zum Retten des Staates oder Machtmotive?

  2. Nächste Entwicklung : zur Zeit knabbern wir an den 3 % Neuverschuldung. Aber wenn wirklich der Aufschwung kommt, dann gehen die Zinsen hoch, und dann sind es die 60 % Zinsausgaben von den Steuereinnahmen, die anschlagen werden ( wann wird es soweit sein ? ) 2000 Mrd Schulden, 400 Mrd Einnahmen pro Jahr, würden wir nur 5 Jahre lang abbezahlen, ohne auflaufende Zinsen. Und das tolle : Den Schulden stehen ja nicht unbedingt Investitionen entgegen ( als Sicherheit ). Ich persönlich kann nicht alle meine Einnahmen zum Schuldentilgen verwenden. So gesehen ist unser Staat schon ganz schön weit drin, in dieser Flüssigkeit. Ich finde es erstaunlich, daß Leute unter diesen Umständen ruhigen Gewissens ihr Erspartes in Staatsgeld ( Pfandbriefe ? Anleihen ? ) anlegen. Ich haushalte bestimmt besser, bin aber bei weitem weniger Kreditwürdig.

  3. Übernächste Entwicklung : Der Staat meldet pleite an. Insolvenz ist „in“, warum nicht auch mal der Staat ? Er kann sich so vieler seiner Probleme entledigen. Was bitte, geschieht dann mit meiner Lebensversicherung ? Der Lebensversicherer ist ja staatlich abgesichert, keine Angst. Aber der Staat selbst ? Kann dann wohl seiner Verpflichtung nicht mehr nachkommen. Dann schon lieber eine Fonds-RV. Wird der Versicherer überleben ? Wenn ja, sind die Fonds noch was wert ? Schwache Regierung -> schwache Wirtschaft ? Was wird mit dem Euro werden ? Sind nur die „Bundesadler-Euros“ betroffen ? Wenn es denn wirklich soweit ist, bekomme ich bestimmt nicht mehr viel Dollars für meine Euros ( da es dann inzwischen jeder gemerkt hat und keiner mehr meine Euros will ).

  4. Konsequenzen : Erstmal bezahle ich mein Haus ab. Das spart mir Miete. Dann lege ich kein Geld langfristig an, auch nicht unbedingt in LV. Es kommt auf die weitere Entwicklung an : Die Inflation ist Vergangenheit, es kann durchaus zu einer Deflation kommen ( Häuser kosten weniger, die Löhne gehen zurück, PCs sowieso, nur noch Schnäppchen, ect. ) Aufgrund der instabilen Staatslage kommt es zu einer Verstärkung ( der Inflation oder Deflation, das ist mir unklar ), und dann bricht das Chaos aus, und bei einer Deflation werde ich mit meinem großen Geldbeutel ( zum richtigen Zeitpunkt ) alles ganz billig einkaufen. Bei einer Inflation jedoch vorher schon mein Geld angelegt haben, bevor es nichts mehr wert ist. Sicher ist, in welche Richtung es auch läuft, langfristige Bindung und Anlage ist nicht so gesund.

  5. Zusammenfassung : Meiner Ansicht nach läuft es auf einen Punkt „großer Bewegung“ hin. Niemand kennt den Zeitpunkt, niemand hat eigentlich Interesse daran, mir diesen Zeitpunkt zu nennen. Weder Politik, nach Wirtschaft, aber vielleicht jemand hier bei w-w-w ?

Freundlichst,

Uwe P.

Hallo,

Fakt ist, dass ein sauberer Schritt in Form einer Währungsreform die sauberste Lösung wäre. Staatsschulden werden auf Null gesetzt, geringe Entschädigung für Käufer von Staatsanleihen.

Dem stehen zwei Punkte entgegen:

a) wir haben keine eigene Währung mehr

b) es würde mit dem Schuldenmachen so weiter gehen wie bisher

Dann könnte man so alle 30-50 Jahre eine neue Währungsform durchführen.

Am Beispiel Schleswig-Holstein:
Neuverschuldung 1,2 Milliarden Euro
Durchschnittskosten eines einfachen Sachbearbeiters brutto pro Monat schätzt: 2500 Euro = 30.000,-- euro pro Jahr.

Um die Summe von 1,2 Mrd. Euro durch Personalreduzierung einzusparen, müssten also 40000 Mitarbeiter entlassen werden. Geht nicht. So viele haben wir gar nicht beschäftigt.

Es nützt alles nichts, der Staat muss sich radikal entschulden und dann auf die Kernbereiche zurückziehen.

Leider wird „oben“ am wenigsten gespart. Ein Beispiel:

Eine neue Dezernentin soll eingestellt werden (Juristin, halbtags). Eigentlich ist keine Stelle vorhanden. Was tun ? Der bereits „vorhandenen“ Dezernentin wird ein weiteres Fachbebiet übertragen. Dass die Arbeitsbelastung dadurch um max. 1 % steigt, interessiert nicht. Denn auf dem Papier ist die Dezernentin mit dem zusätzlichen Ressort überlastet. Es zählt eben die Anzahl der Ressorts, nicht der Arbeitsanfall. Prompt wird eine neue Dezernentenstellt geschaffen, und alle sind glücklich. Realität 2003.

So eine Dezernentin halbtags kostet monatlich mindestens so viel wie eine ganztags arbeitende Sachbearbeiterin.

Gruss

Andreas

Hallo erstmal,

Gestern abend hatten wir Besuch, und das Mädel meinte, es
hätte eine Zusatzrente abgeschlossen. Das hat meine Neuronen
angeregt und ich mußte feststellen, daß ich die Zusammenhänge
nicht wirklich verstehe.

Was kein Problem ist, ich versteh deine Zusammenhänge auch nicht.*grins*

Ich berichte von meinen Gedankengängen und hätte gerne, daß
Ihr kurze Antworten gebt zu Punkten, die leicht bis schwer
daneben sind.

O.K. dann will ich aber auch einen Glühwein haben *schlürf*

Insgesamt ist das Thema natürlich hinreichend komplex und es
spielen auch noch Politik und andere Gebiete rein…

Oje, wie bei Günter Jauch. Sport wäre besser.

  1. Unser Staat hat strukturelle Schwächen : Die Demokratie ist
    schön und gut, aber es gibt niemanden, der wirklich die
    Verantwortung übernimmt.

Hier wäre meine Frage, was du unter verantwortung vestehst? Sollen die Politiker für Ihre Entscheidungen auch finanziell gerade stehen??

Die NeuGewählteRegierung schiebt die
Finanzsituation auf die VorGängerRegierung, sie will die
Neuverschuldung zurückfahren, packt es natürlich nicht,
aufgrund der Weltwirtschaftslage ( bei der VGR war es die
Wiedervereinigung )

Letztendlich ist es anicht nur die sache der VGR sondern seit 1945 kommt die Prozeß schleichend um die Ecke. Die Warner und Mahner wurden belächelt. Es ging uns doch gut (heute auch noch) und warum sollten wir was ändern?? Hört doch auf auf die Politik zu schimpfen und schaut euch erstmal eure eigenen Vorgänge an.

Prinzip : Die Regierung übernimmt eine Staatsverschuldung,
regiert, wird abgewählt, und Ende der Verantwortung. Die Lage
wird immer dramitischer. Frage : Wie kann denn da jemand noch
ernsthaft daran Interesse haben zu regieren ?

Es wird immer Leute geben, die sich der Verantwortung stellen. Die etwas tun aus Leidenschaft oder auch aus dem Glauben.

Es kommen doch nur gewaltige Probleme auf ihn zu. Ehrhafte Motive zum :Retten des Staates oder Machtmotive?

Beides ist doch O.K., oder? Die Motivation eines Menschen kann nunmal verschiedene Ursachen haben, natürlich gebe ich dir Recht, am besten wäre dies wenn es aus positiven Überlegungen kommt.

  1. Nächste Entwicklung : zur Zeit knabbern wir an den 3 %
    Neuverschuldung. Aber wenn wirklich der Aufschwung kommt, dann
    gehen die Zinsen hoch, und dann sind es die 60 % Zinsausgaben
    von den Steuereinnahmen, die anschlagen werden ( wann wird es
    soweit sein ? ) 2000 Mrd Schulden, 400 Mrd Einnahmen pro Jahr,
    würden wir nur 5 Jahre lang abbezahlen,

Gäbe ich dir gerne Recht, wenn der Staat ein normales Unternehmen wäre. Weiterhin erhöhen sich die Mehreinnahmen bei höherem Konsum und wirtschaftlichem Aufschwung. Die Verbraucher geben einfach mehr Geld aus, wenn Sie sich sicher fühlen. Nur heute halten die Leute ihr Geld fest.

  1. Übernächste Entwicklung : Der Staat meldet pleite an.

Häää, wie das denn??

Insolvenz ist „in“, warum nicht auch mal der Staat ? Er kann
sich so vieler seiner Probleme entledigen.

Kurzfristige denke. Halt mal heute deine Finger hoch und versuch dann mal ein Geschäft aufzubauen. Nääääh, vergiß es. Um beim Staat zu bleiben, die Bonitätskriterien sind so streng aufgelegt, das wir uns gelder nur noch seeeeehr teuer leihen könnten. Und ein Staat der keine Schulden macht??? Bei unseren Ansprüchen?? Nie im leben.

Was bitte,:geschieht dann mit meiner Lebensversicherung ?

Nix, ist besichert und fertig (Staatsreserven der Bundesbank)
Anleihen und sonstiges sind nicht nur Staatsgarantien.

  1. Konsequenzen : Erstmal bezahle ich mein Haus ab. Das spart
    mir Miete. Dann lege ich kein Geld langfristig an, auch nicht
    unbedingt in LV. Es kommt auf die weitere Entwicklung an. Die
    Inflation ist Vergangenheit, es kann durchaus zu einer
    Deflation kommen ( Häuser kosten weniger, die Löhne gehen
    zurück, PCs sowieso, nur noch Schnäppchen, ect. ) Aufgrund der
    instabilen Staatslage kommt es zu einer Verstärkung ( der
    Inflation oder Deflation, das ist mir unklar ), und dann
    bricht das Chaos aus, und bei einer Deflation werde ich mit
    meinem großen Geldbeutel ( zum richtigen Zeitpunkt ) alles
    ganz billig einkaufen. Bei einer Inflation jedoch vorher schon
    mein Geld angelegt haben, bevor es nichts mehr wert ist.
    Sicher ist, in welche Richtung es auch läuft, langfristige
    Bindung und Anlage ist nicht so gesund.

Das ist schon seit jeher so. Grundsätzlich sollte eine Anlage immer flexibel aufgebaut sein. Nur die Grundsicherung ist langfistig angelegt.

  1. Zusammenfassung : Meiner Ansicht nach läuft es auf einen
    Punkt „großer Bewegung“ hin.

Ja und Sie beginnt genau „JETZT“. Man schaust du keine Nachrichten und erkennst keine Zusammenhänge?? Die Bewegung ist schon seit zig Jahren drann. Sie wird nicht öffentlich gemacht und die Tarnung läuft unter irgendwelchen „Reformplänen“, etc. Was glaubst du ist in 5 Jahren noch vom sozialen Auffangsystem über?? Nur noch die für den Staat bezahlbare Grundversorgung und mehr nicht. Alles andere wird über die prvate Vorsorge laufen. Von daher können RV schon Sinn machen, aber nicht allein diese sondern mit einer gesunden Mischung.

Gruß

Martin