Was er an Tore macht - warum falsch?

Ich habe mich letztens mit jemandem unterhalten, der folgenden Satz sagte: „Was der an Tore macht, das ist unglaublich.“ Ich korrigierte daraufhin, dass es „Toren“ hieße. Wie auch z.B. „Was er an Briefen schreibt“ oder „was sie an Vorschlägen macht“. Würde man ‚an‘ mit ‚für‘ ersetzen, wären in diesen Fällen ‚Tore‘, ‚Briefe‘ und ‚Vorschläge‘ richtig.
Mir wurde allerdings nicht geglaubt, weil ich keine zufriedenstellende Erklärung finden konnte. Mir selbst war es auch recht peinlich, also will ich mich weiterbilden und bei der nächsten Gelegenheit eine passende Erklärung haben.
Kann mir bitte jemand helfen?

Servus,

Die Präposition „an“ steht hier mit Dativ. Der Dativ wird im Plural mit angehängtem -n gebildet, wenn der Nominativ Plural nicht auf -s oder -n endet.

In „Was er für Tore schießt“ steht „Tore“ im Akkusativ, nicht im Dativ.

Et c’est ainsi qu’Allah est grand.

MM

Mir wurde allerdings nicht geglaubt, weil ich keine
zufriedenstellende Erklärung finden konnte.

Es gibt dafür keine ›Erklärung‹ im engeren Sinne. Das ist so. Was so ist, lässt sich allerdings genauer beschreiben:

Wenn man ein Nomen mit einer Präposition gebraucht, nimmt es einen Kasus an, einen grammatikalischen Fall – was man im Übrigen nicht immer sehen kann. Für ›an‹ gibt es eine Regel, die dir zwar nicht hilft, aber der Vollständigkeit halber erwähnt sei: Wenn das mit ›an‹ verbundene Nomen eine Richtung benennt, wird – wie in Satz 1 – der Akkusativ (Fragewort: Wen?) verwendet; gibt das Nomen dagegen eine fixe Position an, muss es im Dativ (Fragewort: Wem?) stehen, wie in Satz 2.

1    Er wirft den Ball an den Tisch. (Ball: Hand → Tisch)
2    Der Ball liegt an dem (= am) Tisch. (Ball: Tisch)

Leider ist diese Regel, wie erwähnt, in deinem Fall nicht anwendbar, da es sich um eine übertragene Verwendung von ›an‹ handelt, die weder eine Bewegung noch einen Zustand angibt. Hier muss sich der Muttersprachler – nicht anders als derjenige, der eine Fremdsprache erlernt – einfach merken, ob das Nomen im Dativ oder Akkusativ zu stehen hat. Bei der Konstruktion ›an + Nomen‹, die so etwas bedeutet wie ›was [Nomen] angeht‹, ist es der Dativ – wie häufig, aber nicht immer, wenn die oben genannte Regel nicht greift. Der langen Rede kurzer Sinn ist also, dass du Recht hast damit, dass es ›an Toren‹ heißen muss, weil ›Toren‹ die Dativform von ›Tore‹ ist, wie das Wort in allen anderen Kasus des Deutschen (Nominativ, Akkusativ, Genitiv) im Plural lautet.

Wechselst du die Präposition, wechselt unter Umständen auch der Kasus, in dem das Nomen stehen muss: Während ›an‹, je nach Bedeutung, sowohl mit Akkusativ als auch mit Dativ gebraucht werden kann, ist es bei ›für‹ immer der Akkusativ (Wen?). Also: ›Was der Stürmer an Toren schießt, ist für seinen Verein im Abstiegskampf wichtig.‹ Alles klar?

Gruß
Christopher

Es wäre korrekt, wenn…
…er Haufen an Tore setzen würde. Dann könnte man nämlich sagen: „Er macht an Tore“. :wink:

Gruß,
Uwe