Was erwartet Ihr jetzt und zukünftig von Kinos?

Hallo

Ich lese (auch in einem posting weiter unten) und höre immer wieder, wie verteuert und wie „ersetzbar“ der Kinobesuch angeblich geworden ist. „Kinos sind blöd“. Irgendwie habe ich aber noch nie gelesen, dass jemand so was schreibt, wie „Ok, da muß ich als Kunde mir auch den Schuh anziehen…“

Das Preisargument treibt mich immer wieder auf die Palme, denn eine Medaille hat eben auch zwei Seiten. Vor Jahren begann das Multiplexbauen. Kein Zentimeter wurde ausgelassen. Wirtschaftlichkeit war ein Fremdwort und ist es bis heute vielerorts geblieben. Daher ging damit eine völlig überzogene Personalpräsenz einher. Vor jedem Saal mußte ein Einlaß stehen, am besten noch ein Vorführer pro Maschine. Die Kunden wurden an diese „Makellosigkeit“ gewöhnt. Kein Fitzel Popcorn durfte auf dem Boden liegen (die Teppichdackel sausten nur so um einen herum…), eine Kasse pro zehn Besucher war besetzt, hinter der Concessiontheke standen manchmal mehr Leute als davor, usw usw usw. Das ganze gemixt mit den neuesten Maschinen und den teuersten Sitzen hat nicht zuletzt wegen der „Überbauung“ des Marktes zwangsläufig in die wirtschaftliche Krise des Kinos führen müssen. Meines Erachtens wird es Jahre dauern, bis sich diese besuchereinbrüche und Fehlinvestitionen wieder hinbiegen lassen. Die Branche ist definitiv am Boden. Nun denn, hilft ja nix. Den Kinobetreibern, die noch existierten, blieb (und bleibt) also nichts anderes, als umzudenken. Weniger Personal war eine notwendige Folge. Um dies aber zur Zufriedenheit der Kunden auch durchzuführen, benötigt es auch der Einsicht der Kunden. Wir müssen uns eben etwas verabschieden von dieser Übermutterung. Wo liegt denn das Problem, wenn ich im Kinosaal mal 5 Minuten auf den Hauptfilm warte, weil in diesem Falle keine Automatik für einen nahtlosen Übergang sorgt? Was ist schlimm daran, wenn ein wenig Popcorn rumfliegt? Brauche ich hundert Angestellte im Foyer? Warum konzentriert man sich nicht einfach auf den Film und zeigt in eher belanglosen Nebenaspekten mal ein wenig Lockerheit?

Klar, zuhause bleiben kann man immer, wenn man will. Dann besorgt man sich die DVD oder (noch „besser“) die gebrannten CDs… Oder man zahlt eben nur noch die Karte und bringt sich wegen der hohen Preise seine Verpflegung selber mit und verteilt sie dann auch demonstrativ im kompletten Saal. Ach ja, wenn man dann in der Zeitung liest, daß der Kinobetreiber pleite ist, muß man sich nur noch selber oft genug einreden, daß man selber dafür nicht verantwortlich ist.

Der DVD-Markt ist inzwischen eh für die Verleiher der wichtigere Markt. Das ist auch im Kinoangebot deutlich zu spüren. Insofern vergessen die Verleiher genau so wie die Kunden, daß wenn wir alle die Kinos boykottieren, wir damit auch den vermeintlichen Goldesel namens DVD vielleicht nicht unbedingt ermorden aber zumindest stark anschlagen.

Letztendlich hat jeder zu der heutigen Situation beigetragen. Produzenten, die mit belangloser Sequel-Sch… das schnelle Geld suchen, Verleiher, die über höhere Prozente und kurzsichtiger Belieferung des Marktes abkassieren, Kinobetreiber, die Höhenflüge starten und die „Kuh Kunde“ wie Hühner in einer Legebatterie emotionslos durch die Kinos jagen, und aber auch die Kunden, die Ihre Erwartungen immer höher schraubten und den Bau-Boom bejubelten, kleinere Kinos wie Pestopfer mieden und verurteilten und jetzt die Welt nicht mehr verstehen. Nicht verstehen, warum ein Film nach drei Wochen ausgewertet ist, warum Preise erhöht und Personal reduziert werden muß, warum alles nicht mehr so ist, wie es das Schlaraffenland versprach?

Versteht mich nicht falsch. Ich freue mich schon, dass die Branche am Boden liegt, denn es gibt ihr die Chance, sich zu reorganisieren. Der Kunde wird wieder zum Kunden werden müssen. Der Größenwahn musste mal gestoppt werden. Es muß schnell umgedacht wedren aber eben beidseitig.

Jetzt mache ich erst einmal Schluß, bevor es ein ganzes Buch wird. Bin aber gerne bereit auf Einzelheiten noch mal einzugehen.

Gruß,
LeoLo

vor allem gute filme… owT

Hallo LeoLo,

Kinos sind nicht blöd!

Allerdings gehe ich nach wie vor nur in die alten, noch nicht durch die Cinestar & Co Konkurrenz verdrängten Kinos, da mir einfach die Architektur der Multiplexbauten nicht gefällt. Dort ist keine Atmosphäre, weil es einfach nichts Gewachsenes ist, die Umgebung dort kommt mir künstlich aufgesetzt vor.

Zudem sind die Preise an den Wochenenden in den Multiplexkinos höher, so daß das „alte“ Programmkino schon rein preislich die bessere Alternative ist. Das Filmangebot in Multiplexkinos ist auch nur begrenzt durch irgendwelche Abhängigkeiten zwischen der Kinokette und dem Verleih…
Programmkinofilme interessieren mich eher als das Mainstreamangebot im Multiplexkino. Habe es häufiger erlebt, daß in Videotheken bestimmte Filme nicht zu bekommen sind, so daß die DVD auf keinen Fall das Programmkino ersetzen wird. - In anderen Städten bzw. Regionen soll es bereits Programmkinovideotheken geben, stimmt das?

Wahrscheinlich könnte man über das Internet einige Filme, die hier in D nicht als DVD zu bekommen sind, beziehen oder über eine Flatrate herunterladen, aber auch das ist eine Frage des Preises für einen einzigen Film. - Ein einmaliger Kinobesuch dagegen wird günstiger sein. Insofern glaube ich nicht, daß das Kino langfristig ersetzbar ist.

Ein Kinobesuch bietet zudem mehr als eine DVD in den eigenen Wänden:

  • Popkorngerüche … -> könnten ruhig wegfallen :wink:

  • Kinobesuche können kommunikativer sein: Man kommt eben gerade aus der eigenen Wohnung heraus und trifft evtl. noch Bekannte, die man nicht so schnell zu einem Heim - DVD - Abend eingeladen hätte! Kino ist nicht so eng… Kinobesuche sind gut für Singles oder diejenigen, die sich nicht sooo gut kennen, von denen es auch in Zukunft immer einige geben wird, da wir in einer sehr mobilen Zeit leben. :wink:

  • Ich weiß nicht, wie DVD - Filme zu Hause von der Allgemeinheit konsumiert werden:
    Gerade bei einigen Leuten, die zu Hause DVDs gucken, ist es mir aufgefallen, daß sie oft gleich mehrere DVD - Filme nacheinanden sehen wollen, eben weil es so preiswert ist. Für meinen Geschmack ist mehr als ein Film zuviel. Bei einem Kino- und Kneipenbesuch im Anschluß dagegen redet man häufiger noch mal bewußt über den Film, den man ja gemeinsam gesehen hat, dies fällt beim „Massen - DVD - Konsum“ in der eben beschriebenen Form weg. Wenn man den 2. Film gesehen hat, weiß man oft schon nicht mehr, worum es im 1. Film ging…

-… und natürlich die große Leinwand und der Sound im Kino, die einen Film einfach anders erleben lassen, als die begrenzte Vorführfläche z.B. zu Hause!

Grüße von Maggie

Ich lese (auch in einem posting weiter unten) und höre immer
wieder, wie verteuert und wie „ersetzbar“ der Kinobesuch
angeblich geworden ist. „Kinos sind blöd“. Irgendwie habe ich
aber noch nie gelesen, dass jemand so was schreibt, wie „Ok,
da muß ich als Kunde mir auch den Schuh anziehen…“

Das Preisargument treibt mich immer wieder auf die Palme, denn
eine Medaille hat eben auch zwei Seiten. Vor Jahren begann das
Multiplexbauen. Kein Zentimeter wurde ausgelassen.
Wirtschaftlichkeit war ein Fremdwort und ist es bis heute
vielerorts geblieben. Daher ging damit eine völlig überzogene
Personalpräsenz einher. Vor jedem Saal mußte ein Einlaß
stehen, am besten noch ein Vorführer pro Maschine. Die Kunden
wurden an diese „Makellosigkeit“ gewöhnt. Kein Fitzel Popcorn
durfte auf dem Boden liegen (die Teppichdackel sausten nur so
um einen herum…), eine Kasse pro zehn Besucher war besetzt,
hinter der Concessiontheke standen manchmal mehr Leute als
davor, usw usw usw. Das ganze gemixt mit den neuesten
Maschinen und den teuersten Sitzen hat nicht zuletzt wegen der
„Überbauung“ des Marktes zwangsläufig in die wirtschaftliche
Krise des Kinos führen müssen. Meines Erachtens wird es Jahre
dauern, bis sich diese besuchereinbrüche und Fehlinvestitionen
wieder hinbiegen lassen. Die Branche ist definitiv am Boden.
Nun denn, hilft ja nix. Den Kinobetreibern, die noch
existierten, blieb (und bleibt) also nichts anderes, als
umzudenken. Weniger Personal war eine notwendige Folge. Um
dies aber zur Zufriedenheit der Kunden auch durchzuführen,
benötigt es auch der Einsicht der Kunden. Wir müssen uns eben
etwas verabschieden von dieser Übermutterung. Wo liegt denn
das Problem, wenn ich im Kinosaal mal 5 Minuten auf den
Hauptfilm warte, weil in diesem Falle keine Automatik für
einen nahtlosen Übergang sorgt? Was ist schlimm daran, wenn
ein wenig Popcorn rumfliegt? Brauche ich hundert Angestellte
im Foyer? Warum konzentriert man sich nicht einfach auf den
Film und zeigt in eher belanglosen Nebenaspekten mal ein wenig
Lockerheit?

Klar, zuhause bleiben kann man immer, wenn man will. Dann
besorgt man sich die DVD oder (noch „besser“) die gebrannten
CDs… Oder man zahlt eben nur noch die Karte und bringt sich
wegen der hohen Preise seine Verpflegung selber mit und
verteilt sie dann auch demonstrativ im kompletten Saal. Ach
ja, wenn man dann in der Zeitung liest, daß der Kinobetreiber
pleite ist, muß man sich nur noch selber oft genug einreden,
daß man selber dafür nicht verantwortlich ist.

Der DVD-Markt ist inzwischen eh für die Verleiher der
wichtigere Markt. Das ist auch im Kinoangebot deutlich zu
spüren. Insofern vergessen die Verleiher genau so wie die
Kunden, daß wenn wir alle die Kinos boykottieren, wir damit
auch den vermeintlichen Goldesel namens DVD vielleicht nicht
unbedingt ermorden aber zumindest stark anschlagen.

Letztendlich hat jeder zu der heutigen Situation
beigetragen. Produzenten, die mit belangloser Sequel-Sch… das
schnelle Geld suchen, Verleiher, die über höhere Prozente und
kurzsichtiger Belieferung des Marktes abkassieren,
Kinobetreiber, die Höhenflüge starten und die „Kuh Kunde“ wie
Hühner in einer Legebatterie emotionslos durch die Kinos
jagen, und aber auch die Kunden, die Ihre Erwartungen immer
höher schraubten und den Bau-Boom bejubelten, kleinere Kinos
wie Pestopfer mieden und verurteilten und jetzt die Welt nicht
mehr verstehen. Nicht verstehen, warum ein Film nach drei
Wochen ausgewertet ist, warum Preise erhöht und Personal
reduziert werden muß, warum alles nicht mehr so ist, wie es
das Schlaraffenland versprach?

Versteht mich nicht falsch. Ich freue mich schon, dass
die Branche am Boden liegt, denn es gibt ihr die Chance, sich
zu reorganisieren. Der Kunde wird wieder zum Kunden werden
müssen. Der Größenwahn musste mal gestoppt werden. Es muß
schnell umgedacht wedren aber eben beidseitig.

Jetzt mache ich erst einmal Schluß, bevor es ein ganzes Buch
wird. Bin aber gerne bereit auf Einzelheiten noch mal
einzugehen.

Gruß,
LeoLo

Hi,

vor allem der Preis für eine Karte m.E. zu hoch (wohl wegen der personellen Überfrachtung der Kinobelegschaft und dem zu teurem Equipment, welches abbezahlt werden muss…)!

Wenn ich bedenke: ca. 8 € pro Karte (schwankt je Zeit von 7-9 €). Macht mit meiner Frau zusammen ca. 16 Euro!

Die DVD zum Film gibt es für nicht viel mehr: ca. 20€ (wenn sie neu ist). Nach einem halben Jahr kostet sie weniger. Ältere (und gute) Filme sind ja mittlerweile für unter 10 €uro erhältlich (…ich bin ja nicht blöd!).
Dazu kommt, dass ich die DVD schauen kann wann ich will und es stört kein anderer Unbekannter nebenan … (siehe das Posting weiter unten…). Und ich kann den Film mehrmals anschauen oder zwischendurch anhalten… etc…

Bei den meisten Filmen warte ich auf die DVD! Nur bei wirklich guten Filmen (lt. Filmkritik) werde ich ins Kino gehen. Und das ist derzeit nur ca. 2-3mal der Fall. Im Prä-DVD-Zeitalter waren meine Kinobesuche häufiger ! ( ca. 2-3mal pro Monat!)

Was beim Kino noch dazukommt: Der Hauptfilm ist um 20:00 Uhr angesetzt! Denkste! Da beginnt erst die Werbung! Der Film beginnt meistens nach 15-20 Minuten Werbung! (Mein erlebter Rekord war mal 45 Minuten Werbung!!!)

Meine Forderungen wären:
-Preise runter (und von mir auch das Personal)
-Werbezeit vor der angekündigten Filmzeit ansetzen

Gruß
Andreas

…und weniger Werbung… owT
…und auch kein Schöller-Eis.

Hallo

Meine Forderungen wären:
-Preise runter (und von mir auch das Personal)

„Preise runter“ klingt immer gut (kann man eigentlich ja auf jeden Geschäftszweig anwenden), aber wenn die Kassen eh schon leer sind und nach dem katastrophalen Kinojahr 2003 und dem etwas besseren (aber nicht guten!) 2004 eher Kredite getilgt werden wollen, wie soll das gehen? Nach meiner derzeitigen Einschätzung ist das wirtschaftlich gesehen (von mir aus mit ganz wenigen Ausnahmen) branchenweit nicht möglich. Die Personalkosten sind weitesgehend schon minimiert, da ist oft gar kein Spielraum mehr.

-Werbezeit vor der angekündigten Filmzeit ansetzen

Naja, das glaub ich gerne, aber das geht nicht, denn dann fließen verständlicherweise die überlebenswichtigen Werbeeinnahmen nicht mehr und mindestens die nächsten 50% der Kinos machen dicht. Die Konsequenz daraus wäre eine Umlage der Ausfallkosten auf die Kinobesucher. Rechnet man die durchschnittlichen Verleihkosten der Blockbuster ab, müßten also für 1€ Werbeausfall knapp unter 2€ an der Kasse mehr eingenommen werden. Und das wäre mit Deiner ersten Forderung unvereinbar…
Alternativ kannst Du, zumindest in Kinos mit fest zugewiesenen Sitzplätzen, die Karten im Vorverkauf erwerben und einige Minuten später kommen :smile:

Gruß,
LeoLo

Hallo,

weiter unten habe ich meinen Meinung zum Besten gegeben.

Was die überhöhten Preise anbelangt. Ich kann hier in ca. 3-4 verschiedene Kinos aller Coleur gehen (mit ca. 25 Vorführräumen) und zahle 5,40 Euro (wenn ich mir eine unlimitierte 5er-Karte kaufe). Egal ob Blockbuster, Überlänge oder sonst was.

Was ein anderer erwähnt hat, ich gehe auch lieber in die alterwürdigen Lichtspielhäuser (z.B. haben wir hier ein riesiges, dass mit seinem halbrunden Saal einem Opernhaus gleichkommt, goldener Vorhang, riesige Leinwand mit Bühne, auf der auch mal Liveveranstaltungen vor dem Film stattfinden - natürlich ist die Technik auf dem neuesten Stand). Das kommt meiner (unten wiedergegebenen) Vorliebe an Atmosphäre näher. Aber dort laufen nicht alle Filme, die ich sehen möchte und so gehe ich dann auch in die neueren.

Wenn ich mir hier die zahlreichen Kinos anschaue und wie es dort abläuft, kann ich die vielen Gegenargumente an sich nicht verstehen, da ich immer noch sage, dass ein Film im Kino atmosphärischer ist, als ein Film im Fernsehen.

Das mag ja auch damit zusammenhängen, dass eigentlich alles, was man Live sieht (ok Live und Kino hinken) unterhaltsamer ist. Als Beispiel sei mal Dieter Nuhr erwähnt. Dessen Programm hatte ich schon zwei Mal im Fernsehen gesehen. Beim zweiten Mal war es noch so sehenswert. Als ich aber ein drittes Mal Live sah, fand ich es noch am Besten. Also so ähnlich werte ich auch ein Kinobesuch.

Die Herr der Ringe Trilogie. Im Kino gesehen und auf DVD. Da lohnt es sich schon nicht auch ein Wort drüber zu verlieren, was besser war…

MfG

Andreas Lange

Hallo!
Ich bin der Meinung, dass eine Heimkino-DVD-Sorround-Super-Mega-Anlage noch so toll sein kann, das echte Kinoerlebnis wird sie nie ersetzen können.
Dazu gehört die ganze Vorbereitung, das Hinfahren, das Getränk, das man sich kauft, der große Raum mit der riesigen Leinwand, und dann der Film, den ich einfach ganz anders erlebe als zu Hause. Und ich lasse mich im Kino auch mehr auf Filme ein, die mir im ersten Moment vielleicht nicht so gut gefallen, einfach deswegen, weil ich nicht einfach aufstehe, mir was zu essen holle, umschalte, eine andere DVD einlege…
Viele Filme sind auch einfach definitiv für die große Leinwand gemacht - ein Wong Kar-Wei - Film etwa wirkt im TV nur halb so gut.
Dass ich eher kleine, alte Kinos unterstütze als die großen hat zum einen mit meinem Filmgeschmack zu tun, zum anderen mit meinem ästhetischen Empfinden. und - ganz ehrlich - auch mit dem Kinopublkum. Ich muss keine 18jährigen Proleten hinter mir haben, die die ganze Zeit durchquatschen und als einzige Differenzierungsmöglichkeiten in Ihrem Wortschatz „boah krass geil“ und „voll scheiße langweilig“ haben… :wink:
Und meine Erfahrung ist, dass die kleinen Kinos meist auch im Eintritt günstiger sind als die großen.
Übrigens dachte ich auch immer, Kino wäre in den letzten 2 Jahren auf einmal um ein vielfaches teurer geworden, und dann fand ich eine Kinokarte von 1994: 15,-DM. Erstaunlicherweise bewegt sich also vieles doch wohl im Rahmen der normalen Teuerungsrate.
LG von einem Kinofan,
Norah

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hai, LeoLo,

ich erwarte von den „großen, tollen“ Kinos das, was ich bei einem alten Stadtteilkino früher erlebt habe:

  • Sitzreihen, die so weit auseinander sind, daß auch mein 1,94-Schatz normal sitzen kann und nicht wie in’ner Presspassung da drin hängt

  • nicht nur Werbung, sondern auch ein Vorfilm (meine Lieblingserinnerung: dank eines Vorfilms sang das ganze Kino „Der Hahn ist tot“ im dreistimmigen Kanon)

  • nach der Langnese-Werbung kommt ein Eisverkäufer in den Saal (ohne ist es einfach kein Kino)

  • wenn der Film wegen Überlänge eine Pause hat, dann soll die der angekündigten Dauer entsprechen

  • noch im Kino ist sowas wie ein kleines Cafe, ohne Bahnhofswartesaalatmosphäre, wo man sich nach dem Film hinhocken und ihn bequaken kann

  • die technische Ausstattung muß nicht die allerneuste sein - aber 9,- € zu fordern und dann 'ne Leinwand zu bieten, die nicht größer ist, als die, auf der mein Onkel seine Urlaubsfilme gezeigt hat, ist einfach eine Frechheit

…und dafür braucht man keine Hundertschaften an Personal - das Stadtteilkino wurde von einer Person nebenberuflich geführt. Da kam nur nach den Vorstellungen noch 'ne Putzfrau…

Gruß
Sibylle

Hallo LeoLo (Toller Film übrigens:wink:)

mein Wunschkinobesuch:
An der Kasse: angenehme Preis, und ein „netter“ Mensch der mich versteht.
An der Popkorn-Theke: Ordentliche, zügige Bedienung, die auch mit wenigen, aber motivierten Mitarbeitern funktioniert.

In der Toilette brauche ich keine Klofrau, ich bin mit Schüssel, Klopapier und Wasser & Seife zufrieden.

Im Kinosaal: Keine klebrigen Teppichböden, keine ekeligen Sitze, gerne kleine Sääle, wenns sich rechnet, gerne die/den Eis-Dame/-Herrn, aber keine 30 Minuten Werbung die ich auch zu Hause im TV sehen kann! Viele Trailer für zukünftige Filme!
Danach noch den „ganzen“ Abspann schauen dürfen, ist nicht mehr üblich in vielen Kinos!

Fazit: Ich möchte als Besucher eines Kinos nicht schon am Anfang an der Kasse das Gefühl vermittel bekommen, ich störe den Anderen beim Arbeiten! Denn, diese übermitteln ganz viele Mitarbeiter der verschiedensten Kino-Ketten! Und, ohne uns Besucher, Kunden, würden sie doch alle ihren Job nicht machen!
Ich glaube, der Weg zur Dienstleistung bringt nur Vorteile, den ich finde Kino, noch , toll!

Herzlichst, Nora

Hallo LeoLo

Das Preisargument treibt mich immer wieder auf die Palme, denn
eine Medaille hat eben auch zwei Seiten. Vor Jahren begann das
Multiplexbauen. Kein Zentimeter wurde ausgelassen.

Hier mal meine Ansicht. Ich bin Schweizer und wohne im Grossraum Zürich. Da arbeite ich auch, somit sind die Zürcher Kinos das, was ich kenne und meine Anmerkungen beziehen sich darauf.

Was hier sehr angenehm ist, das ist die Tatsache, dass Filme überwiegend im Originalton mit Untertiteln gezeigt werden. Soweit ich weiss, ist das in Deutschland anders, eher selten.

Was mich dagegen extrem stört, sind die horrenden Preise. Es gibt den Montag, da ist der Eintritt günstiger, nur CHF 12.–, also ca. 7.68 Teuro. Den Rest der Woche, von Dienstag bis Sonntag, sind die Preise höher. Den aktuellen Preis hab ich grad nicht im Kopf, aber CHF 15.-- für normale Plätze sind es sicher (also ca. 9.60 Teuro). Das ist happig, insbesondere wenn man jemanden einladen möchte. Von Familien gar nicht zu reden.

Aber es ist ja nicht nur der Eintritt. Man möchte vielleicht noch ein Getränk. Eine 5dl-Flasche Cola o.ä. kostet so CHF 4.-- (2.56 Teuro), was ich schlicht eine Frechheit finde.

Bei solchen Preisen wundert es mich nicht wirklich, wenn die Leute weniger ins Kino gehen. Und Dein Einwand, dass die Schulden haben etc. ist etwas, was a) zumindest hierzulande nie hinreichend kommuniziert wird/wurde und b) was ich zumindest teilweise für eine Ausrede halte. Denn mit etwas tieferen Preisen würden sicher wieder mehr Leute ins Kino gehen, was sich im Endeffekt auch positiv auf die Einnahmen auswirken würde.

Was die Atmosphäre betrifft: Mir persönlich ist die Atmosphäre, die ich mit meinem Equipment (16:9-TV, DVD-Player, 5.1-Anlage) erreiche, ausreichend. Dafür kann ich die Lautstärke selber regeln (ok, wenn die Nachbarn reklamieren, wars zu laut… ist aber noch nie vorgekommen) und bin nicht der Gnade des Vorführers ausgeliefert. Mir waren in den letzten Jahren nämlich alle Filme, die ich in Kinos angesehen habe, deutlich zu laut. Wenn ich nach den Kinobesuch einen Pfeifton im Ohr habe, finde ich das nicht gut. Zudem sitzt mir zu Hause garantiert kein Kopf im Weg. Und es gibt keine Labertaschen, die den ganzen Film über nerven.

Jetzt haben die Betreiber zumindest von einer Hälfte der Kinos (in der Stadt Zürich sind zwei Betreiber vorherrschend) angekündigt, ein komplettes Rauchverbot zu verhängen. Ich bin zwar Nichtraucher und es hat mich bis anhin gestört, wenn ich in der Pause ein Getränk o.ä. holen wollte, durch den ganzen Qualm zu müssen. Aber komplettes Rauchverbot? Dann stehen die Raucher einfach vor dem Kino auf der Strasse rum.

CU
Peter

Hallo LeoLo,

ich gehe gerne ins Kino - wenn gute Filme laufen.

Ich gehe jedoch nicht mehr ins neue Cineplexx hier in Town, sondern wieder ins alte Kinocenter oder in die Nachbarstadt, wo die Qualität irgendwo dazwischen liegt.

Warum gehe ich nicht mehr ins Cineplexx?

Liegt es daran, dass ich für einen Kinoabend zu zweit gleich mehr ausgeben muss wie für einen Vollrausch in der Disko? (2 Karten, Popkorn, Getränke, vielleicht noch ne Ladung Nacho’s?)

Antwort: Nein, das habe ich im Kino in der Nachbarstadt auch gleich los… nur im alten Kinocenter ist es wesentlich günstiger.

Liegt es an der Filmtechnik?

Ehrlich gesagt auch nicht. So mega-Unterschiede gibt es da nämlich gar nicht,

Liegt es an den Herden schreiender Kinder und dummer Dazwischenquatscher?

Vielleicht ein Grund dafür, dass ich ganz gerne bei manchen Filmen lieber die DVD anschaue. Zugegeben…

Woran liegt es also?

a) an der ewig langen Werbung die nirgendwo länger ist
b) an Solero-Eisverkäufer der nach der Werbung auch im tiefsten Winter noch ein Eis an den Mann bringen möchte, auch wenn alle nur noch auf den Film warten und denken, dass er sich sein Eis sonst wo hin …
c) und nun der Hauptgrund überhaupt: Ich fühle mich als Kunde nicht wichtig - aufgrund meiner persönlichen Erlebnisse dort. Dazu die Geschichte warum:

Ich habe eines Tages mal um 16.00 Uhr 3 Karten für die 20.00h Vorstellung gekauft - die Verkäuferin war freundlich. Das mag daran gelegen haben, dass sie mich kannte.
Hierbei unterlief Ihr ein Fehler und sie stellte die Karten auf 18.00h aus. Da wir uns ein bischen Small-Talk verquatscht hatten, ist es weder mir noch ihr aufgefallen.
Dumm das ganze aber Fehler können passieren. Da bin ich tollerant.
Als wir nun kurz vor 20.00h in unser Kino wollten, stand da eine Person die was zu sagen hatte - so eine Art Regionalleiter. Da der Film ausverkauft war hatten wir nun ein Problem. Also habe ich den Kerl gefragt was wir den nun machen können. Und jemand so unverschämtes habe ich noch nie erlebt - jemand der seine Kunden als alleinschuldig und blöd hinstellt.
Ich war nah dran ihm meinen Popkorneimer an den Kopf zu werfen… habe es aber vorgezogen Ihm eine freundliche Antwort zu geben und konnte Ihn irgendwann dazu bewegen wenigstens das Geld wieder raus zu rücken, anstatt für 2 Stunden Wartezeit und die teureren 22.00h Karten zu nehmen (die Differenz hätte ich zahlen sollen). Jedenfalls hatte der Mann einen Ton am Leib, der in mindestens 20 Kunden gekostet haben dürfte, die drum rum standen. (mich und 2 Freunde dauerhaft!)
Da dort aber die Bude eingerannt wird, kann er das locker verkraften und so ist der Kunde nach wie vor das unwichtigste Glied in der Kette…

Gruß Ivo