Jetzt meine Frage, wären die Elektriker beim E-Check auf das
tötliche Risiko der Handtuchhalterung gestossen durch
irgendwelche Messungen?
KANN sein - muss aber nicht.
Hat der Handtuchhalter nur Kontakt zum Außenleiter („Phase“), dann zeigt eine Isolationsmessung nur einen minimal erniedrigten Wert an, da der Handtuchhalter eine Brücke von Außenleiter zum MAuerwerk herstellen wird, welche bei trockenem Mauerwerk durchaus im Megaohm-Bereich sein könnte und als „guter Wert“ durchgehen wird.
Oder müßten sie dafür alles was an die Wand geschraubt wurde
einzeln überprüfen?
Nicht abschrauben, aber eine Messung vom Handtuchhalter zum Schutzleiter („Erde“) hätte den Fehler gefunden.
Das ist aber nicht vorgeschrieben, da der Handtuchhalter kein Teil der Elektroinstallation ist (bzw. hier: „hätte sein sollen, war er ja leider“).
Ich nehme diesen Fall als Anreiz, ab sofort im Bad sämtliche berührbaren Metallteile gegen PE zu messen. Das habe ich bisher nicht gemacht (und auch nicht machen müssen), aber danke für die Anregung!
Frage2, man sah einen Elektriker wie er von Steckdose zu
Steckdose ging und da einen Stecker einsteckte der mit einem
Meßgerät verbunden war wo er aufs Display schaute.
Wie heißt so ein Gerät?
Installationstester.
Und obwohl Du nicht fragtest, sage ich kurz, was dieser misst:
Direkt beim Einstecken erkennt er, ob am Schutzkontakt ein Leiter angeschlossen ist, der keine Spannung führt.
Hat der Schutzkontakt 230V: Rote LED leuchtet.
Ist der Schutzkontakt nicht angeschlossen: Rote LED.
Wenn am Schutzkontakt der Neutralleiter („Null“) oder Schutzleiter („Erde“) angeschlossen ist, gibt es GRÜN.
Nun erfolgt eine Messung.
Wenn ein RCD („Fehlerstrom-Schutzschalter“) vorhanden ist, werden einige mA (weniger als der Auslösestrom des RCD) auf den PE gegeben.
An der Spannungsanhebung des Schutzleiters erkennt das Gerät den WIderstand des selbigen. Ein Messergebniss würde also so aussehen:
Schutzleiterwiderstand = 1 Ohm
Berührungsspanunng bei 500mA RCD = 0,5 V
Auch hierbei kann noch nicht erkannt werden, ob am Schutzkontakt Neutral- oder Schutzleiter angeschlossen ist!
Erst eine zweite Messung schafft Klarheit.
Jetzt wird nämlich ein Mehrfaches des Auslösestroms auf den Schutzleiter gegeben. Der RCD muss nun innerhalb kürzester Zeit auslösen, auch hierbei wird der Schutzleiterwiderstand gemessen und angezeigt. Ein Messergebniss würde also so aussehen:
Re = 1 Ohm
Ub = 0,5V
Auslösezeit ta = 23 ms
Den Schutzschalter in der Verteilung prüft man einmal:
Dazu wird ein ständig steigender Wechselstrom auf den Schutzleiter gegeben, so dass als Ergebniss nicht nur die Auslösezeit bei kräftigem Fehlerstrom (Messung mit sofortigem Auslösen) bekannt ist, sonder auch der genaue Strom, bei dem eine Auslösung erfolgt. Dieser Strom darf nicht unter der Hälfte des aufgdruckten Auslösestroms sein und nicht höher als dieser.
Meist liegt er so bei 2/3 des Nenn-Auslösestroms.