Was für einen Psychologen brauche ich?

Hallo

Ich will nun endlich mal Nägel mit Köpfen machen und mich doch einem Psychologen anvertrauen, weil die Probleme immer mehr werden und vielleicht bringt es ja was. Nun wollte ich eine Arzt-Suchmaschine benutzen, doch hier werden mir verschiedene Psychologen als Suchmaske angegeben:

  • Ärztlicher Psychotherapeut
  • Psychologische Psychtherapie
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Psychotherapeutische Medizin

Nun würde ich gern wissen, welche Fachrichtung ich nehmen muß.

Mal ganz im Groben meine Probleme:

Selbstzweifel (Traue mir nichts zu)
Angst vor Menschen
Panik vor der Arbeit (Schwindelanfälle vor Arbeitsbeginn, Bluthochdruck vor Schlafengehen, Einschlafschwierigkeiten, Schwindel während der Arbeit, weiche Knie - Ich denke das ist Psychologisch bedingt, weil es aufhört, sobald ich wieder auf dem Heimweg bin).
Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen und durchzuführen
Anzeichen von „Messi Syndrom“
Suizidgefährdung (aber eher als „Hilferuf“, als wirklich der Wunsch sterben zu wollen).

Wie gesagt, nur mal so ganz grob. Das ganze frisst mich langsam auf und mir wurde geraten dies einmal mit einem Psychologen durchzusprechen.

Vielleicht kann mir jemand kurz mitteilen, auf welches Fachgebiet ich mich stürzen sollte.

Vielen Dank

Gruß
Andreas

Guten Tag!

Nun wollte ich eine
Arzt-Suchmaschine benutzen, doch hier werden mir verschiedene
Psychologen als Suchmaske angegeben:

  • Ärztlicher Psychotherapeut
  • Psychologische Psychotherapie
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Psychotherapeutische Medizin

Die Suchmaske ist irreführend, weil die Punkte 3+4 Unterpunkte von Punkt 1 sind.
Es bleibt also im Grunde die Wahl zwischen dem Ärztlichen und dem Psychologischen Psychotherapeuten.
Beide haben praktisch die identische psychotherapeutische Ausbildung erhalten. Die Unterscheidung besteht lediglich in ihrer vorhergehenden Ausbildung zum Arzt bzw. zum Psychologen. Daher eigentlich völlig egal, wohin du gehst.

Wie gesagt, nur mal so ganz grob. Das ganze frisst mich
langsam auf und mir wurde geraten dies einmal mit einem
Psychologen durchzusprechen.
Vielleicht kann mir jemand kurz mitteilen, auf welches
Fachgebiet ich mich stürzen sollte.

Auf einen Psychotherapeuten.
Sag nicht immer „Psychologen“ zu ihnen, das passt sachlich gesehen nicht, weil es eben nur die (weitgehend irrelevante) Basisqualifikation eines Teils der Psychotherapeuten ist.

E.T.

Hallo

Danke für die Antwort und die Richtigstellung des „Psychologen“.
Immer gut, wenn man aufhört „Dummzuschwätzen“ :wink:

Gruß
Andreas

Hi,

ich würde eine Psychotherapie empfehlen, entweder Richtung Psychoanalyse oder Verhaltenstherapie (Behaviorismus)

Viel Erfolg

Träumerle

ähm
Hi!

Verhaltenstherapie (Behaviorismus)

Das ist allerdings nicht dasselbe! Kann man googlen.

LG

1 „Gefällt mir“

Hi,

1.) hab ich gegoogelt
2.) Verhaltenstherapie beruht nuneinmal auf dem Behaviorismus. Durch Belohnungen oder Konfrontationstherapie oder ähnlichem soll das Verhalten verändert werden. Und bei Kindern und Hunden funktioniert es ja.

Und wenn Verhaltenstherapie nicht auf dem Behaviorismus aufbaut, auf welcher psychologischen Grundlage beruht er dann? Und warum wird es armen Schülern im Psychologieunterricht erzählt?

Freu mich auf die Antwort

T

Hallo,

Ich will nun endlich mal Nägel mit Köpfen machen und mich doch
einem Psychologen anvertrauen, weil die Probleme immer mehr
werden und vielleicht bringt es ja was. Nun wollte ich eine
Arzt-Suchmaschine benutzen, doch hier werden mir verschiedene
Psychologen als Suchmaske angegeben:

  • Ärztlicher Psychotherapeut
  • Psychologische Psychtherapie
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Psychotherapeutische Medizin

Das ist gut, dass Du Hilfe in Anspruch nehmen willst.
Die Frage ist nicht nach dem „was für einen Psychologen“, sondern eher nach dem "was für eine Therapieform.
Du kannst jeden psychologischen Psychotherapeuten (egal ob Arzt oder Psychologe) aufsuchen, wenn dieser die entsprechende für Dich geltende Kassenzulassung hat.
Arzt und Medizin (also Psychiater / Neurologe) legen den Schwerpunkt in die Psychosomatik, während die Psychologen eher auf der psychischen Ebene ihren Schwerpunkt haben.

Wahrscheinlich kommt für Dich eine Verhaltenstherapie in Frage (Angststörung, Verhaltensstörungen). Wenn die psychosomatischen Beschwerden sehr gravierend sind (Depression, Bluthochdruck etc.) kann und soll ein Arzt begleitend zur Therapie hinzugezogen werden.

Nun würde ich gern wissen, welche Fachrichtung ich nehmen muß.

Na, Du willst ja selbst keine Psychologie studieren, oder? Das Fach ist Psychologie oder Medizin mit der Zusatzausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten (sperriger Begriff, aber ist nun mal leider so).
Als erstes suchst Du einen Therapeuten (kurz gesagt) - das kann leider dauern, da die Wartezeiten oft lang sind. Dann gehst Du zum Arzt und lässt Dir eine Überweisung geben. Wenn Du mit dem Therapeuten nicht zufrieden bist, gehst Du zum nächsten. Die Kasse zahlt max. 5 „Probestunden“.

Mal ganz im Groben meine Probleme:

Selbstzweifel (Traue mir nichts zu)
Angst vor Menschen
Panik vor der Arbeit (Schwindelanfälle vor Arbeitsbeginn,
Bluthochdruck vor Schlafengehen, Einschlafschwierigkeiten,
Schwindel während der Arbeit, weiche Knie - Ich denke das ist
Psychologisch bedingt, weil es aufhört, sobald ich wieder auf
dem Heimweg bin).
Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen und durchzuführen
Anzeichen von „Messi Syndrom“
Suizidgefährdung (aber eher als „Hilferuf“, als wirklich der
Wunsch sterben zu wollen).

Passt grob zur Verhaltenstherapie - aber die richtige Therapieform wird Dir dir nach dem Erstgespräch vorgeschlagen.

Wie gesagt, nur mal so ganz grob. Das ganze frisst mich
langsam auf und mir wurde geraten dies einmal mit einem
Psychologen durchzusprechen.

Wenn’s akut ist, wende Dich an Deine Krankenkasse - die können Dir freie Plätze in Deiner Nähe sagen.

Vielleicht kann mir jemand kurz mitteilen, auf welches
Fachgebiet ich mich stürzen sollte.

Wie gesagt: Therapieform, nicht Fachgebiet.

Viele Grüße

Gruß
Andreas

Hallo,

1.) hab ich gegoogelt
2.) Verhaltenstherapie beruht nuneinmal auf dem Behaviorismus.
Durch Belohnungen oder Konfrontationstherapie oder ähnlichem
soll das Verhalten verändert werden. Und bei Kindern und
Hunden funktioniert es ja.

Der radikale Behaviorismus ist heutzutage in fast allen Punkten überholt. So einfach wie das Konditionieren von Hunden und Kindern ist die Verhaltenstherapie nicht mehr (Gott sei dank!). Vielmehr wird eine Mischform aus den verschiedenen Strömungen bei der Therapie verwendet.

Und wenn Verhaltenstherapie nicht auf dem Behaviorismus
aufbaut, auf welcher psychologischen Grundlage beruht er dann?
Und warum wird es armen Schülern im Psychologieunterricht
erzählt?

Der Kognitivismus vielleicht bzw. dieses schöne Zitar:
„Unter Verhaltenstherapie verstehen wir heute: eine interaktionelle Hilfestellung beim Problemlösen zur Förderung der Selbsthilfekompetenz einer hilfesuchenden Person, basierend auf den Erkenntnissen der gesamten empirischen Psychologie und der Psychotherapieforschung.“

Der Behaviorismus war in den 50ern insbesondere in den USA sehr populär und in vielen Bereichen sicher auch wegweisend, aber aus heutiger Sicht zu sagen, dass die Verhaltenstherpaie auf dem Behaviorismus basiert ist schlichtweg falsch.

Viele Grüße

ähm,
die häufigste Therapie dürfte wohl eklektisch sein. Spätestens nach einigen Insuffizienzerleben geht der Anfänger auf Safari und sammelt adaptiv sich Hilfen ein.
Da kann man schier unendlich weitermachen und sich alle möglichen Kombinationen nach eigenem Geschmack basteln. Auch so entsteht die „neue Unübersichtlichkeit“. (Derzeit entstehen neue Schulen mit langjährigen Ausbildungen und manchmal seltsamen zusammengestoppelten Curricula).
Nachteil: Was hinter den Praxistüren wirklich passiert entzieht sich jeder Forschung und (Qualitäts-) Kontrolle.
Jedenfalls habe ich auf Workshops viele Psychiater getroffen, deren erste therapeutische Sozialisation analytisch war und erzählten, das Gesprächstherapie aber ihr häufigstes Vorgehen sei. Das kann echt gut sein.