Was geht da vor sich?

Hallo an Euch,

da bin ich nun hierhin gewandert mit unserem Problem (aus dem Brett Universität & Schule) von „Geht das?“. Bin mir nicht ganz sicher, ob das hierhin passt.

Unsere wirklich liebe Untermieterin, die ja im Oktober mit dem Studium begonnen hat, verlässt ihr Zimmer seit Monaten eigentlich nur noch zu Prüfungsterminen. Und für den Einkauf im Supermarkt, sonst kaum.

Unser Problem ist, dass wir ein Zimmer vermieten wollten an jemanden, der wirklich studiert, also auch zur Uni geht.

Na ja, und Tag/Nachtrhytmus verschieben sich bei ihr auch immer mehr. Ich bitte darum, mich richtig zu verstehen. Strom- und Heizkosten werden dadurch auch nicht gerade geringer.

Zudem finden wir es besorgniserregend, dass sich jemand so sehr zurückzieht und dadurch ja auch irgendwie isoliert. Sie sagt, sie lerne die ganze Zeit.

Wenn wir sie vorsichtig darauf ansprechen, dass sie doch den Anschluss an der Uni verpasst, wenn sie nicht zu den Vorlesungen geht, sagt sie mit gesenktem Kopf „Ja, ich weiß“.

Jetzt schwanken unsere Gedanken immer zwischen „Das geht uns nichts an“ und „So etwas wollten wir eigentlich nicht“.

Sie ist ja auch volljährig, da kann man ja auch nicht einfach so die Eltern anrufen und sagen „Hey, da stimmt vielleicht was nicht, redet bitte mal mit euerm Kind darüber“.

Habt ihr vielleicht gute Ideen?
Liebe Grüße, Sonja

Gespräch => PBS empfehlen

Unser Problem ist, dass wir ein Zimmer vermieten wollten an
jemanden, der wirklich studiert, also auch zur Uni geht.

In manchen Studiengängen hängt man hauptsächlich über Büchern und macht Hausarbeiten, das kann sehr wohl sein. Auch sind manche „Vorlesungen“ (im Sinne des Wortes) so unbrauchbar, dass Lesen besser ist.

Zudem finden wir es besorgniserregend, dass sich jemand so
sehr zurückzieht und dadurch ja auch irgendwie isoliert. Sie
sagt, sie lerne die ganze Zeit.

Wie gesagt, das kann sein, ist aber für die persönliche Entwicklung und die Psyche schlecht.

Wenn wir sie vorsichtig darauf ansprechen, dass sie doch den
Anschluss an der Uni verpasst, wenn sie nicht zu den
Vorlesungen geht, sagt sie mit gesenktem Kopf „Ja, ich weiß“.

Oh, das passt aber gar nicht. Sind die Vorlesungen doch nötig/nützlich/sinnvoll?

Jetzt schwanken unsere Gedanken immer zwischen „Das geht uns
nichts an“ und „So etwas wollten wir eigentlich nicht“.

IMHO hat es an jeder Universität die PBS (Psychologische Beratung für Studierende). Ich würde Sie darauf ansprechen, dass ihr eine professionelle Beratung mehr nützen würde als Zeit für ineffizientes Stoffreinpfeifen zu verschwenden und mangels Erfolg (?) sich mehr und mehr in Kopf zu verheddern.

http://www.studentenwerke.de/main/default.asp?id=04101

Gruß

Stefan

Hi,

Das hier ist keine Fachmänische antwort… aber ich würde einfach mit ihr reden. Ihr sagen was ich denke auch das es mir einwenig sorgen macht.

Ich würde halt einfach fragenstellen und ihr vermitteln das sie nicht antworten muss wenn sie nicht will.
Solche leute haben meist das bedürfniss mit jemandem zu reden… nur sind sie sich das selber nicht bewusst… und niemand fragt sie ja was… wieso sollten sie also etwas erzählen?

Das klingt für mich nach einem sehr interessanten Menschen.

Gruss sev

PS: Die Stromrechnung lässt sich auch mit sparlampen…abschaltbaren stromschienen… keine Handyladegeräte in den Dosen usw. senken.

Ich wage jetzt mal zu bezweifeln das Licht (Das einzige was ja zusätzlich läuft) viel ausmacht im gegensatz zum heizen von wasser & kochen. Ausserdem ist der Strom in der Nacht ja billiger könnte also seind as ihr sogar nen guten macht wenn Sie in der Nacht kocht :wink:

Was geht euch was an?
hi,

ihr bewegt euch im spannungsfeld zwischen „geht euch nix an“ und „es interessiert euch“. als vermieter müßt ihr jeden sein leben leben lassen, solange die mieterin sich an die hausregeln hält. und ob sie studieren geht, oder eher lust hat, 18 stunden lang zu frühstücken, geht euch selbstverständlich nicht die bohne an, schon gar nicht, weil ihr mehr geld als sie habt (vermietertypisch) und daraus vielleicht noch rechte der bewertung von „richtig oder falsch studieren“ ableitet. das ist ja wohl der hammer. ihr seid nicht ihre eltern und sie ist nicht 8 jahre alt! wenn eine erwachsene frau bock hat, 20 jahre lang zu studieren, ist das alleine ihre sache und ihr solltet euch zurückhalten!

so, das musste raus.

allerdings ist es auch etwas gutes, wenn ihr auf menschlicher ebene merkt, dass sie vielleicht in einer (im studium gar nicht seltenen) depressionsphase steckt. dann wäre allerdings nicht das ansprechen auf verpasste seminare das angemessenen thema, sondern ein: guten tag, haben sie lust, mal heute nachmittag auf nen kaffee reinzukommen, ich möchte sie was fragen? um dann offen und menschlich zu thematisieren, dass ihnen aufgefallen ist, dass sie sehr herabgestimmt und unglücklich wirkt und ob es etwas gibt, womit sie helfen können. dann hören sie einfach mal zu beim kaffee.

menschen brauchen menschen, und keine moralapostel.

Hi Sev,

wir haben ihr schon manchmal gesagt, dass wir uns um sie sorgen, sie muss nie antworten, das weiß sie auch ganz bestimmt. Wir haben ein freundliches Verhältnis zueinander, hier stehen sämtliche Türen offen (ihre Zimmertür natürlich nicht), wir vertrauen einfach.

Sie ist ein lieber Mensch, das sagte ich schon mehrmals.
Gerade deswegen berührt uns schon, dass sie sich so von der Welt zurückzieht. Es macht aber nicht den Eindruck, dass sie darüber reden möchte. Dann muss man das ja auch akzeptieren.

Viele Grüße, Sonja

…IMHO hat es an jeder Universität die PBS (Psychologische
Beratung für Studierende). Ich würde Sie darauf ansprechen,
dass ihr eine professionelle Beratung mehr nützen würde als
Zeit für ineffizientes Stoffreinpfeifen zu verschwenden und
mangels Erfolg (?) sich mehr und mehr in Kopf zu verheddern.

http://www.studentenwerke.de/main/default.asp?id=04101

Gruß

Stefan:

Hi Stefan,
danke, das ist eine gute Idee!
Viele Grüße, Sonja

Hi Sonja,

ich sehe in Deinem Posting zwei Ebenen: Eure Interessen als Vermieter und Eure mitmenschliche Sorge um die junge Frau.

Unser Problem ist, dass wir ein Zimmer vermieten wollten an
jemanden, der wirklich studiert, also auch zur Uni geht.

Das dürfte kaum justiziabler Bestandteil des Mietvertrages sein. Wenn Ihr Euch allerdings durch Ihre ständige Anwesenheit in der Wohnung und daraus resultierendem Energie(mehr)verbrauch bei vereinbarter Warmmiete getäuscht seht, steht das auf einem anderen Blatt. Hier könnte ggf. nachverhandelt werden, weil die beim Mietvertrag zugrunde gelegten Annahmen seitens der Mieterin zu Eurem Nachteil verändert wurden/werden.

Die menschliche Sorge um die Frau kann über ein „Hilfsangebot“ nicht hinausgehen, solange die Frau offensichtlich allein zu Recht kommt. Hier könntet Ihr in einem Gespräch auf freiwilliger Basis vorsichtig anklingen lassen, dass Euch dies oder jenes aufgefallen ist und dass Ihr den Eindruck habt, sie könnte Hilfe brauchen - lehnt sie das ab, ist für Euch m. E. nicht mehr zu machen und Ihr seid auch aus der (ggf. moralischen) Verantwortung.

Ein Eiertanz
Hi an Dich,

danke Dir für diese Sichtweise! Darüber werden wir nachdenken und einen Weg zur Umsetzung suchen … und sicher auch finden.

Es ist ein kleiner Eiertanz, denn wir möchten sie in ihrer Eigenständigkeit natürlich wirklich gerne wachsen lassen.

Andererseits sind wir nicht wie Dagobert Duck mit unendlichem Geldsegen beglückt. ; )

Und dann ist da noch die Sorge, dass dieser liebe Mensch den Anschluss an Uni und Leben verlieren könnte.

Wir haben die Eltern kennengelernt, die uns ihre Tochter beim Einzug mit den Worten „Bei Euch wird sie einen guten Start bekommen können, da sind wir beruhigt“ anvertrauten.

Wilde Kombination, gebe ich zu.

Liebe Grüße, Sonja

Liebe Son-ja,

ich finde es interessant, wieviel Zeit und Mühe Ihr Euch macht, Eure Mieterin zu beobachten. „Studiert“ Ihr sie?

Lasst das Mädchen doch in Ruhe zu sich selbst finden, mehr als wie unten genannt mal zum Kaffee einladen entspricht nicht Eurer Rolle als Vermieter. Weder in die eine (Stasi-Nachbarn, die nachts aufstehen, um zu kucken, ob die Mieter Strom verbrauchen) noch in die andere Richtung (Herz dran hängen und ein schlechtes Gewissen haben).

Mein Rat: Locker bleiben. Es geht noch schlimmer:

  • Ungeziefer
  • Schimmel
  • Drogenkonsum mit Eigenanbau in Eurem Garten
  • wilde Parties mit
  • schrägen Figuren, die bei Euch in den Garten brechen
  • Geisterseancen
  • Kochsessions mit üblen, anhaltenden Dünsten und Brandgefahr
  • Sexorgien, nächte- und tagelang
  • Ballerspiele in Kathedralenlautstärke, mit Supersubwoofer
  • stinkende Reitklamotten im Flur
  • nackt herumlaufen
  • ungereinigte Katzentoilette
  • Messietum
    (ja, ich habe in mehreren WGs gewohnt)

Fühlt Euch nicht zu sehr verantwortlich, sonst müsst Ihr bald ihre Wäsche waschen und ihr Euren Wagen leihen.

Viele liebe Grüße von Mira!

Hallo

Wir haben die Eltern kennengelernt, die uns ihre Tochter beim
Einzug mit den Worten „Bei Euch wird sie einen guten Start
bekommen können, da sind wir beruhigt“ anvertrauten.

mir klingt das so, als wenn Sie aus einem sehr behüteten Elternhaus kommt und nun in eine sehr behütete Untermietsituation gekommen ist. Dabei neigen Teenies in dem Alter eher dazu sich zu wünschen endlich frei zu sein, wenn sie zum Studium in eine neue evtl größere Stadt kommen. Evtl mag sie euch das nicht sagen, dass sie viel lieber in einem siffigen Studentenwohnheim oder ner WG unter gleichaltrigen wohnen würde, wenn es denn die Eltern nur zuliessen, einfach um diese neue Erfahrung zu machen. Wohnen wie bei Muttern kommt in GEsprächen mit Mitstudies evtl etwas uncool rüber (oder zumindest könnte sie das denken)
Auf der anderen Seite kann natürlich auch diese neue Freiheit erschrecken. Die Bindungen zu alten Freunden fehlen oder sind nur noch per Internet zu halten. Neue Freunde finden sich auch nicht so leicht, bei manch einem Studiengang wird man in eine anonyme MAsse geworfen, bei anderen sind die Seminare so bunt gemischt, dass man sich als Erstsemester doof vorkommt, wenn zugleich LEute aus dem 4. oder 5. Sem. mit dabei sind. Wobei auch die Frage aufkommt, ist das überhaupt der richtige Studiengang für sie, evtl liegt es auch daran, dass sich Erwartungen nicht erfüllten oder dass das FAch nicht selbst gewählt wurde…
Gegen all das helfen Erstsemsterveranstaltungen wo man erst mal mit dem Institut und den Abläufen vertraut gemacht wird und sehen kann wer auch neu ist. Dumm gelaufen wenn man diese verpasst.
Auch Institutsinterne PArties helfen sich kennenzulernen und sind nicht immer ausschweifend. Auch da kommt es wieder auf den Studiengang an (Hierzulande sollte man zB solch besorgten Eltern nichts von der fastöffentlichen Sportlerpaady erzählen, sondern eher von der Ur-u.Frühgeschichtsbackwettbewerb-Weihnachtsfeier)…
Es kann also durchaus sein, dass der STart etwas vergeigt wurde, aber sich das ganze noch gut entwickelt. Die Psychoberatung ist schon ein guter Ansatz, auch sonst hilft zB. die FAchschaft des jeweiligen Studiengangs, wenn man nicht reinfindet, oder der Asta oder oder
Das größte Problem ist da nur, dass man sich die Hilfe selbst suchen muss, denn hellsehen können die nicht, dass da jemand vor sich hinkümmert.
Gruß Susanne

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Ich las deine Antwort gerade mit einem großen Seufzer … darin steckt sehr viel Wahrheit!

Vielen Dank, denn wir haben weder Stasi-Veranlagungen, noch mangelndes Verständnis.

Es ist sehr hilfreich, die verschiedenen Meinungen und Sichtweisen zu hören!

Lieben Dank, Sonja

Hallo Sonja,
nachdem ich alle anderen Beiträge gelesen habe, möchte ich auch meine Meinung äußern.

Klar hat eine Studentin Recht auf ihr eigenes Leben. Aber ich finde es sehr nett, wenn Ihr Euch Sorgen um sie macht!

Ich sehe auch noch einen deutlichen Unterschied zwischen einem Mieter, dem ich eine abgeschlossene Wohnung überlasse und dessen Leben mich nichts angeht einerseits und einer Untermieterin andererseits, die ein Zimmer in meiner Wohnug bewohnt und Zugang zu all meinen Räumen hat (und vielleicht auch Bad/Toilette mit mir teilt). Und andersherum: wer total unabhängig leben will, zieht auch nicht so in Untermiete.

Auf jeden Fall finde ich es gut, wenn Ihr ihr ein Gespräch anbietet und sie auf Hilfsangebote und -möglichkeiten aufmerksam macht. Vielleicht hat sie Schwierigkeiten mit großen Menschenansammlungen und fühlt sich deshalb in der Uni unwohl?

Mehrkosten bei ungewöhnlichem Tag/Nacht Rhythmus? Licht kostet wirklich nicht die Welt, und solange man nicht stundenlang die Fenster offen lässt, sind die Heizkosten davon unabhängig, wann man schläft. Selbst wenn man den ganzen Tag nicht zu Hause ist, sollte man die Raumtemperatur nicht stark absinken lassen, dass ist eher kontraproduktiv.

Gruß
Jette

… und einer
Untermieterin andererseits, die ein Zimmer in meiner Wohnug
bewohnt und Zugang zu all meinen Räumen hat (und vielleicht
auch Bad/Toilette mit mir teilt).

Natürlich, das war uns abslut klar, macht auch echt kein Problem aus.

Und andersherum: wer total
unabhängig leben will, zieht auch nicht so in Untermiete.

Nun ja, wenn die Eltern die Miete bezahlen …

Hi Jette,

danke Dir für dein Verständnis und deine Antwort! : )
Wir werden am Wochenende mal miteinander quatschen (müssen).

Und das mit den erhöhten Heizungs-Stromkosten kam vielleicht auch ein bischen unglücklich rüber.
Es macht aber wirklich einen Unterschied, ob mit vollem Strom- und Heizungseinsatz rund um die Uhr gelebt wird (auch wenn man schläft) oder eben nicht.
Ist aber wohl das kleinste Problem.

Uns macht hauptsächlich Sorge, dass sie sich anscheinend komplett von der „realen“ Außenwelt zurückzieht.
Liebe Grüße, Sonja