zwei Fragen des Interviewers. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Fahimi billige Parteipolemik gegen die CSU betreibt (Antwort auf Frage1) und im direkten Anschluss (Antwort auf Frage2) gleichartiges Vorgehen bzgl. der schnelleren Antragsbearbeitung gutheißt, solange diese Forderung aus Bundesländern kommt, die von SPD/Grünen regiert werden.
Was ist die substanzielle Kritik von Fahimi an den aktuellen Plänen der CSU?
was erwartest Du von der? Dass sie einfach banale Wahrheiten als solche anerkennt? Das ist einfach eine Art Reflexhandlung auf alles aus Richtung CSU. Wahrscheinlich will sie eigentlich sagen, dass wir einfach jeden aufnehmen sollen, weiß aber, dass sie damit weder in ihrer Partei und schon gar nicht in der Bevölkerung auf große Zustimmung treffen wird. Also muss man irgendwelchen Käse absondern und hoffen, dass es keiner merkt.
Ich muss ihm da auch zustimmen, denn einerseits scheint sich Fahimi aufzuregen, andererseits scheint sie gar keine Gegenposition zu besitzen.
Diese künstliche Aufregung erinnert mich an die folgende Rede im Bayerischen Landtag. Offenbar sind für einige schlichte Realitäten schon eine (gespielte) Empörung wert:
Vermutlich meinst Du die Aufregung über unterschiedliche Behandlung von Asylsuchenden aus als sicher eingestuften Herkunftsländern und aus Ländern mit sehr unschönen Lebensbedingungen. Was diesbezüglich von Parteischranzen abgezogen wird, gehört zum üblichen Tagesgeschäft, muss man nicht ernst nehmen.
Es geschehen noch Zeichen und Wunder, jedenfalls ist dies eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen mir bei Vorschlägen aus den Mündern von CSU-Leuten nicht erschrocken der Unterkiefer herunterfällt oder ich laut losprusten muss, weil die Idee auf Anhieb erkennbar abwegig bis idiotisch ist. Jedenfalls halte ich es ebenso wie Herr Seehofer für sinnvoll, Menschen mit vorhersehbar abzulehnenden Asylanträgen nicht zuvor monate- oder jahrelang in Amtsmühlen im Ungewissen über ihre Zukunft zu lassen und statt dessen Voraussetzungen zu schaffen, zu zügigen Entscheidungen zu kommen.