Was haben die Deutschen gegen das 'K'?

Für mich hat das kaum noch was mit „modern“ zu tun, wenn man aus allen möglichen Wörtern das „K“ gegen ein „C“ austauscht und es damit kaum leserlich macht.

  • Kontaktlinsen -> Contactlinsen
  • aktiv -> activ
    usw.

Was treibt einige Menschen dazu, solch einen Unfug mit der deutschen Sprache zu treiben? Einige Wörter sind zwar sogar schon so im Dunden notiert (Contactlinse z.B.), treiben mir aber immer wieder die Galle hoch.
Haben wir hier einen der „Übeltäter“ in der Runde, der mich mal aufklären kann? Warum gerade das „K“?
Wenn man wenigstens Ä,Ü und Ö verbannen würde, dann hätte das ja noch einen Sinn für mich: Man will international lesbar werden. Aber das „K“ gibt es doch woanders auch…

bye
>Micha

Ach Micha…

…wir, die wir einfach weiter Wörter mit „k“ schreiben, sind einfach hoffnungslos altmodisch, spießig und hinterwäldlerisch.

Wir sind nicht im Trend und beweisen mit unserem hartnäckigen Festhalten an Hergebrachtem nur, wie „out“ wir eigentlich sind.

Gruß
Uschi, die jetzt erst einmal die Cuisine aufräumt, dann food shoppen geht, ihre clothes aus der dry-cleaning holt und sich danach einen cafe im coffee-maker macht… :wink:

Das C sieht internationaler aus
Hallo Micha,

der Zeitgeist lässt grüßen. Manche Wörter werden - vor allem in Werbung und Marketing - gern internationalisiert, um dem Produkt oder der angebotenen Dienstleitung einen globalen Charakter zu verleihen.

Das gilt - vor allem in der Modebranche - einfach als chic (natürlich könnte man das nach Duden auch „schick“ schreiben, aber sähe das wirklich chic aus?).

Grübelnd, aber unaufgeregt:
Burkhard

Hallo auch,

Das gilt - vor allem in der Modebranche - einfach als chic
(natürlich könnte man das nach Duden auch „schick“ schreiben,
aber sähe das wirklich chic aus?).

Absolut grausam finde ich diese Unart, wenn sie in der Form „Die chicen Kleider“ oder so erweitert wird. Denn die Aussprache von „c“ als „k“ vor „e“ dürfte mit den alten Römern (und selbst da ist es ja wohl noch strittig…) ausgestorben sein. Meine Zunge setzt jedenfalls immer erst mal erschreckt aus, wenn sie so etwas lesen soll…

Gruß Kubi

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Hi Kubi,

„chic“ zu beugen ist einfach nicht elegant - und natürlich auch niht dudengerecht.

Ein weiteres Wort, das in der Mode- und Werbebranche gern mit „C“ geschrieben wird, ist „exclusiv“. Mir scheint das nun wirklich nicht ein sooo großes Problem zu sein. Das „C“ soll halt ein bisschen gehobene Lebensart ausdrücken. Ich finde das nicht so schlimm. Möglicherweise soll sogar der direkte Bezug zum lat. „excludere“ deutlich machen, dass man bewusst nur einen ausgewählten Personenkreis annsprechen und alle anderen „ausschließen“ möchte.

Jenseits der Überlegung, ob sprachliche Wendungen und Schreibweisen „korrekt“ sind, halte ich auch die Frage, ob sie angemessen und elegant sind, für erlaubt.

Gruß
Burkhard

ohne text

Jasonunauchwiedernicht :wink: oT

ohne text

ohne text

Was treibt einige Menschen dazu, solch einen Unfug mit der
deutschen Sprache zu treiben?

Wie sollte man denn z.B. Congress-Centrum abkürzen, wenn man es nicht mit C schreibt?

Viele Grüße
Stefan, der schon mal im CC war.

Hallo Stefan!

Mensch, CC heißt für mich immer noch Claudia Cardinale. Aber dafür bist Du vermutlich zu jung.

Prost
Barney

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Kosten-Hintergrund

der Zeitgeist lässt grüßen. Manche Wörter werden - vor allem
in Werbung und Marketing - gern internationalisiert, um dem
Produkt oder der angebotenen Dienstleitung einen globalen
Charakter zu verleihen.

Und um im internationalen Wettbewerb die Kosten für Marketing-Kommunikation zu senken (oder von Anfang an niedrig zu halten). Ein einheitlicher Schriftzug für alle oder zumindest viele Länder. Deshalb heisst Raider auch Twix.

Absolut grausam finde ich diese Unart, wenn sie in der Form
„Die chicen Kleider“ oder so erweitert wird.

Bin ja gespannt, wann es die chicen Cleider gibt :wink:))

Ich persönlich fühle mich von einer Werbung mit dem Text „schicke Kleider“ mehr angesprochen. Sie läßt mich spüren, daß die Kleider für mich sind, und nicht für irgendwelche Fremde.
Aber vielleicht sind sie ja gar nicht für mich…?

Das „C“ macht auf mich einen typischen „Möchtegern“-Eindruck. Das Produkt sieht nach nichts aus, also versuchen wir es mit einer (mit Verlaub) lächerlichen Schreibweise elegant aussehen zu lassen.

bye
>Micha

Hallo Micha,

Du hast ja so recht. Das ist Teil des pseudo-internationalen Dumm-Schwatzes bzw. Dumm-Geschreibsels mit dem unsere Medien uns täglich berieseln und jeder findet es „chic“ es nachzumachen.

Wenn man nur 5 Minuten Werbung anschaut, stellt man schon fest, daß fast kein Spot mehr ohne fremdsprachige Slogans auskommt.
Ein Werbefuzzi sagte kürzlich im Fernsehen, es sei erwiesen, daß durch englische Sprüche in der Werbung die Verkaufszahlen steigen würden. Solange das so ist, werden sie es weiter machen.

Und nur noch die Ewiggestrigen, zu denen ich mich auch zähle, werden sich darüber aufregen, die Jungen kennen es ja nicht anders und schreiben von vorneherein „chic“ statt schick.

Viele Grüße
Petra

Das glaube ich nicht. Du mußt unterscheiden zwischen Produktnamen einerseits (da hast Du völlig Recht) und Werbetexten auf der anderen Seite. Da kann man nicht internationalisieren, es sei denn, man wirbt auf Englisch. Aber hier geht es um Werbung auf Deutsch - mit Anglizismen!

Gruß

J.

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Schon seit Urzeiten steht auf offiziellen Wegweisern „Centrum“.
Als ob ein Ausländer sonst nicht zum Stadt- Zentrum finden würde!

Unfug mit der Sprache treiben… :o)
Hallo,

Was treibt einige Menschen dazu, solch einen Unfug mit der
deutschen Sprache zu treiben?

a) der Erfolg, den sie mit dieser Methode haben.
b) Spasz am Spihl! :wink:

Wenn man wenigstens Ä,Ü und Ö verbannen würde, dann hätte das
ja noch einen Sinn für mich: Man will international lesbar
werden. Aber das „K“ gibt es doch woanders auch…

OK, wenn internationale Lesbarkeit fuer dich Sinn macht, dann duerftest du dich nur aufregen, wenn das K durch ein C ersetzt wird, wo international ein K steht, nicht wahr?
Dieses C erscheint meines Wissens nur in Fremdwoertern. Also in Woertern, in denen deutscher Unfug mit unschuldigen anderen Sprachen getrieben wurde.
Fallen dir Möbel und Büro als bösartige Verballhornungen auf? Oder der Dschungel? Dschingis Khan (wo wir schon dabei sind)?

Offen gesagt, glaube ich, dass alles Unfug ist, je nach Perspektive. Person A (Alfons) findet es laecherlich, dass B (Bertram) statt „downloaden“ ‚herunterladen‘ sagt. Christa regt sich ueber Dorothee auf, die „Delfin“ und „Filosofie“ schreibt. Aber Egon (…ich hab ja nur aus Liebe zu dir! =) klebt seine Fotos ein, ohne Nachzudenken. Frieda empoert sich ueber ihren Gustav, der „Autobus“ sagt, aber sie will einen Kinofilm sehen. Hermann faellt gar nicht auf, dass die Leasingraten seines Alfa Romeo taeglich vom Konto abgebucht werden, aber dass seine Tochter Inge zum Bankautomaten geht, um Geld abzuheben fuer eine Pizza, und dass sie Hirschbraten „strange“ findet, kann er nicht ausstehen.

Von dieser ausufernden sprachlichen Umschau zurueck zur Schreibung: Viele verschiedene Sprachen verwenden verschiedene Alphabete, und viele Alphabete nicht grade perfekt zu dem Lautsystem „ihrer“ Sprache. Das gilt auch fuer das Deutsche.

Daraus ergeben sich vielfaeltige, widerstrebende Zielsetzungen: ein Fremdwort in der eigenen Sprache so verstaendlich und leicht lesbar wie moeglich zu machen; es gleichzeitig als Fremdwort bestimmter Herkunft zu kennzeichnen; es international verstaendlich zu lassen, es in einen kleinen, praktikablen Schriftsatz einzufuegen (*); …

Zum Schriftsatz: Es ist erstens nervig, den vorhandenen Schriftsatz auszutauschen (die meisten Keyboards in D haben nun mal die Umlaute und das ß), zweitens erfordert es heftige Umstellungen im Bildungsweg (vgl. Rechtschreibreform).
Drittens ist es erst recht nervig, die Originalschreibung (in der Herkunftssprache) beizubehalten: wieviele Truetypes haettense denn gerne? Wie schreibt man Peking? (oder Beijing?).
Und Sushi? und Pekinesen? Politik? Maloche? Anorak? Dusche?
Viertens muesstest du, wenn du schon korrekt sein willst, eigentlich auch deutsche Worte in historischer Schreibung wiedergeben: Es giebt viele Thier hier drauszen. Oder nicht? Frueher war die Schreibung ja gar nicht einheitlich! Ups. (Oops?) Hoppla!

Eine einheitliche Rechtschreibung (und ihre Reform) hat Vorteile und Nachteile. Gelassenheit und Selbstbestimmtheit helfen da wahrscheinlich besser als Empoerung und Frust.

Nur mein fümpfzixtel Oiro. fünfzigstel Euro, bitteschön.

jonas