Unfug mit der Sprache treiben… :o)
Hallo,
Was treibt einige Menschen dazu, solch einen Unfug mit der
deutschen Sprache zu treiben?
a) der Erfolg, den sie mit dieser Methode haben.
b) Spasz am Spihl! 
Wenn man wenigstens Ä,Ü und Ö verbannen würde, dann hätte das
ja noch einen Sinn für mich: Man will international lesbar
werden. Aber das „K“ gibt es doch woanders auch…
OK, wenn internationale Lesbarkeit fuer dich Sinn macht, dann duerftest du dich nur aufregen, wenn das K durch ein C ersetzt wird, wo international ein K steht, nicht wahr?
Dieses C erscheint meines Wissens nur in Fremdwoertern. Also in Woertern, in denen deutscher Unfug mit unschuldigen anderen Sprachen getrieben wurde.
Fallen dir Möbel und Büro als bösartige Verballhornungen auf? Oder der Dschungel? Dschingis Khan (wo wir schon dabei sind)?
Offen gesagt, glaube ich, dass alles Unfug ist, je nach Perspektive. Person A (Alfons) findet es laecherlich, dass B (Bertram) statt „downloaden“ ‚herunterladen‘ sagt. Christa regt sich ueber Dorothee auf, die „Delfin“ und „Filosofie“ schreibt. Aber Egon (…ich hab ja nur aus Liebe zu dir! =) klebt seine Fotos ein, ohne Nachzudenken. Frieda empoert sich ueber ihren Gustav, der „Autobus“ sagt, aber sie will einen Kinofilm sehen. Hermann faellt gar nicht auf, dass die Leasingraten seines Alfa Romeo taeglich vom Konto abgebucht werden, aber dass seine Tochter Inge zum Bankautomaten geht, um Geld abzuheben fuer eine Pizza, und dass sie Hirschbraten „strange“ findet, kann er nicht ausstehen.
Von dieser ausufernden sprachlichen Umschau zurueck zur Schreibung: Viele verschiedene Sprachen verwenden verschiedene Alphabete, und viele Alphabete nicht grade perfekt zu dem Lautsystem „ihrer“ Sprache. Das gilt auch fuer das Deutsche.
Daraus ergeben sich vielfaeltige, widerstrebende Zielsetzungen: ein Fremdwort in der eigenen Sprache so verstaendlich und leicht lesbar wie moeglich zu machen; es gleichzeitig als Fremdwort bestimmter Herkunft zu kennzeichnen; es international verstaendlich zu lassen, es in einen kleinen, praktikablen Schriftsatz einzufuegen (*); …
Zum Schriftsatz: Es ist erstens nervig, den vorhandenen Schriftsatz auszutauschen (die meisten Keyboards in D haben nun mal die Umlaute und das ß), zweitens erfordert es heftige Umstellungen im Bildungsweg (vgl. Rechtschreibreform).
Drittens ist es erst recht nervig, die Originalschreibung (in der Herkunftssprache) beizubehalten: wieviele Truetypes haettense denn gerne? Wie schreibt man Peking? (oder Beijing?).
Und Sushi? und Pekinesen? Politik? Maloche? Anorak? Dusche?
Viertens muesstest du, wenn du schon korrekt sein willst, eigentlich auch deutsche Worte in historischer Schreibung wiedergeben: Es giebt viele Thier hier drauszen. Oder nicht? Frueher war die Schreibung ja gar nicht einheitlich! Ups. (Oops?) Hoppla!
Eine einheitliche Rechtschreibung (und ihre Reform) hat Vorteile und Nachteile. Gelassenheit und Selbstbestimmtheit helfen da wahrscheinlich besser als Empoerung und Frust.
Nur mein fümpfzixtel Oiro. fünfzigstel Euro, bitteschön.
jonas