Was hätte geholfen II ? (Sorry, muss lang werden)

Hi,

ich hoffe, dass es so bleibt. Alles andere wäre eine große
Gefahr, da niemand mehr einen Notruf absetzt.

ich bin mir da ziemlich sicher.

Leider weiß ich nicht mehr wann und wo ich mal eine Meldung
gelesen habe, dass jemand zahlen sollte. Es handelte sich
nicht um Unfug. Wenn ich mich richtig erinnere, was die Person
nicht krankenversichert, deshalb versuchte der Rettungsdienst
sich an den Anrufer zu halten, was daraus geworden ist, wurde
nicht berichtet.

Vertragspartner ist stets der Patient. Der Anrufer hat den Einsatz ja auch nicht veranlasst, er meldet lediglich eine Notfallsituation.

Ein wenig anders könnte(!) der Fall gelagert sein, wenn es sich um die Bestellung eines Krankentransportes handelt, also explizit(!) keinen Notfall, sondern etwas in der Art von „Oma kann nit mehr laufen und muß zum Arzt, fahrt die da mal bitte hin“. Das ist dann aber auch von der ganzen Situation her eher wie die Bestellung eines Taxi, und hat mit Notfällen nichts mehr zu tun.

Gruß,

Malte

Hi nochmal,

ich bin mir da ziemlich sicher.

Ich mir auch, aber ich habe halt einen Artikel gelesen, der etwas anderes darstellte, vllt. ja nur ungeschickt oder unvollständig formuliert.

Zumindes würde ich in einer Notsituation nicht erst herum telefonieren „Wer zahlt?“, sondern direkt die Rettung/Polizei/Feuerwehr alarmieren.

hin". Das ist dann aber auch von der ganzen Situation her eher
wie die Bestellung eines Taxi, und hat mit Notfällen nichts
mehr zu tun.

Korrekt, wenn der Transport dann vom Arzt veranlasst wird ist, soweit ich weiß, auch wieder alles ok.

Schönen Tag noch

Volker

Hi,

Mit „Beobachter“ meine ich in meiner Vika dass ich mit offenen
Augen durchs Leben gehe

ganz genau.erst muß man eine Situation nämlich erkennen.
Ich habe mal in einer Gruppe von hunderten von Leuten
erlebt,dass ich die einzige war,die eine potentielle
Gefahrensituation erkannt hat-den Ruf einer Frau aus der
Dunkelheit.
Damals war ich auch knapp davor vorbei zu laufen weil sonst
keiner reagiert hat.Zum Glück nur knapp.
Situationen sind leider nicht immer so eindeutig.

Natürlich, in unklaren Situationen mache ich auch niemandem einen Vorwurf, wenn er nicht sofort einschreitet. Gerade Streitereien zwischen Mann/Frau oder Eltern/Kind hinweisen und unter den Aspekt Familien-/Beziehungsstreit fallen, sind bis zu einem gewissen Grad vielleicht „normal“ und noch deren Bier. Da kanns auch mal lauter werden. Spätestens wenn aber eindeutig Gewalt angewendet wird, ist Schluss. Da gibt’s nichts mehr „uneindeutiges“.

Wie schlecht es bei uns um Zivilcourage bestellt ist, sieht man z.B. in dieser guten Doku über das Thema. Das ist teilweise richtig erschreckend, und das waren absolut uneindeutige Situationen. Da freut man sich dann echt, wenn man dann mal wieder eine(n) sieht, der hilft, und dem seine Mitmenschen nicht egal sind:
http://www.swr.de/betrifft/zivilcourage-gaffen-helfe…

Hei,

Das stimmt nicht. Sofern der Notruf nicht mißbräuchlich
erfolgt, muss den Einsatz kein Anrufer bezahlen. Not- und
Ersthelfer sind in Deutschland so gut abgesichert wie kaum
sonstwo auf der Welt, in jeder Hinsicht.

jepp, das wurde uns auch in der gerade aufgefrischten Ersthelfer-Ausbildung wiederholt bestätigt.

Beispiel des Ausbilders: Für US-amerikanische Flüge wurde wohl kürzlich gesetzlich bestimmt, dass niemand belangt werden kann, der dort Erste Hilfe leistet. Anscheinend haben sich sogar (oder gerade) Ärzte geweigert, in Notsituationen Hilfe zu leisten, da sie bei dadurch ggf. im Nachhinein entstehenden Problemen beim Patienten extrem belangt werden konnten. Wie gesagt, ich habe es nur vom Ausbilder gehört - aber da es sich hier um die USA handelt (wo es bekanntlich ja teils sehr seltsame Gründe zum Klagen gibt), denke ich mal, dass es stimmt…

Grüße
Natascha

Da habe ich ja was angerichtet…

Es stimmt, diesen Prozess bezeichnet man als den Bystander-Effekt, der in etlichen Situationen, Kulturen, etc. nachgewiesen wurde (bei genauerer Auskunft meldet euch, ich hab die Referenzen hier, das berühmteste Experiment dazu war von Latané und Darley zum Hilfeverhalten.

Es war nicht meine Absicht jemanden der nicht hilft in irgendeiner Weise in Schutz zu nehmen. Selbstverständlich soll man helfen, deswegen wundert es mich so, dass orangegestreift nichts getan hat, als er alleine war. Dennoch macht man es sich zu einfach, wenn man lediglich die Menschen als dumm, ignorant, etc. abstempelt. ihr unterschätzt den sozialen Einfluss der Situation beträchtlich!

Man kann Hilfeverhalten fördern, der falsche Weg dazu ist jedoch, die Menschen zu bestrafen, die keine Hilfe Leisten, denn dazu kommt es nicht zu einer Einstellungsänderung…

Es wirken genau 3 mechanismen, warum Menschen nicht helfen:

  1. Weil sie abgelenkt sind und den Notfall nicht wahrnehmen
  2. durch pluralistische Ignoranz in einer unsicheren Situation, weil man sich an anderen Menschen orientiert, die alle genauso dumm aus der Wäsche gucken, wie man selbst
  3. Durch Verantwortungsdiffusion: Wenn man schon erkannt hat, dass dort jemand Hilfe benötigt, gibt man die Verantwortung ab, wenn andere Menschen anwesend sind.

Das sind Prozesse, die wirken und empirisch belegt wurden, also hört auf mich als Dummbeutel zu betiteln und guckt selbst einmal über den Tellerrand und erkennt, dass es durchaus Situationen gibt, in denen Menschen anders handeln, als es ihrer Persönlichkeit entspricht.

Ich verweise auf meine Antwort weiter Oben: Der Bystander-Effekt.

Hallo Daniel,

Danke für Deinen Nachtrag.

Ich denke das Thema ist so emotionsgeladen, dass nicht immer alles glatt läuft.

Einen schönen Tag noch.

Gruß Volker