Hallo!
Momentan mache ich meine Schulpraktischen Übungenan einem Sportgymnasium. Mittlerweile habe ich aber ein Problem mit diesem „Schultyp“. Ich habe das Gefühl, dass die Schüler hier sehr in Watte gepackt werden und kaum den Anforderungen ausgesetzt sind, die an einem „normalen“ Gymnasium gelten.
Ich unterrichte beispielsweise eine 10. Klasse in Deutsch. Die Jugendlichen (Übrigens 2/3 männlich) haben keine Ahnung, was eine Ballade ist, kennn keine Kommaregeln und machen die schlimmsten Rechtschreibfehler. Als es jetzt um die Erörterung ging, sollte ich mir ein Thema ausdenken. Da wurde mir gesagt, man könne solche Kinder nicht mit Themen wie Genfood oder Doping konfrontieren.
ICh gehe davon aus, dass mindestens die Hälfte aller Schüler der Klasse, in der ich gerade bin, auf einem normalen Gymnasium mit objektiver Bewertung ihr Abitur nicht schaffen würden. Neben der regelrechten Unwissenheit kommen noch richtig viele Fehlstunden hinzu. Ich habe noch keinen Tag erlebt, an dem mal alle da waren. Zwischen krank sein und in Australien war schon alles dabei.
Was haltet ihr von solchen Schulen, in denen die Kinder (ab Klasse 5!) täglich (!) von 7 bis 17 Uhr Schule haben, zwischendurch entsprechendes Training und anschließend wieder? Können elfjährige überhaupt einschätzen, wie Hobby und (Schul)Pflicht gewichtet sind (oder sein müssten)!? Inwiefern werden die Kinder in ihrer Enwicklung vom Internatswohnen beeinflusst? Oder stehe ich mit meiner Meinung alleine da, findet keine Verheizung junger Talente statt und das alles ist psychologisch vertretbar!?
Danke und liebe Grüße,
die Lydia
P.S.: Letzte Woche, als ich dieses Problem mal ansprach, antwortete meine Betreuungslehrerin: Ich weiß nicht, was sie wollen. Da sitzen Juniorenweltmeister im Rudern in der Klasse, Nachwuchsspieler im Fußball und Deutsche Meisterinnen im Aerobic. Das muss so zeitig stattfinden. Mit 20 ist man nunmal zu alt für Kunstturnen und Wasserspringen!
