Was hat das zu bedeuten?(viel zu lesen)

Hallo!
Ich schreib im Auftrag meiner Freundin, da sie z.Z. keinen PC hat.
Die Lage ist folgende:
Meine Freundin (nennen wir sie einfach Maria) führte 4 Jahre lang eine glückliche Beziehung mit Ihrem Freund Hannes. Sie ist Krankenschwester, er Installateur und als Hobby nebenbei noch Jäger, was doch sehr Zeitaufwendig ist, von Maria jedoch toleriert wurde.
Maria ist etwas quirliger als Hannes, der manchmal stundenlang auf seinem Hochstand im Wald verbrachte und das Wild beobachtete.
Kurz: eine harmonische (nach außen und auch für Maria) Beziehung, mit normalen Hoch´s und Tief´´s.
Umso mehr traf es Maria, als ihr Hannes plötzlich mitteilte, er wolle lieber alleine sein, und Schluß machte.
Sie hatten sich unter größten Anstrengungen das alte Bauernhaus seines Onkels renoviert und wollten später ein Haus bauen, also voller Zukunftspläne. Maria nahm am gleichen Abend ihren rucksack mit den nötigsten Utensilien und zog aus. Sie war wie vom Blitz getroffen und mußte erst einmal begreifen, was da passiert ist. In den darauffolgenden Tagen und Wochen war sie damit beschäftigt, sich ihre Sachen zu holen.
Es kamen immer wieder Gespräche vor, in denen Hannes meinte, er hätte keine andere (glaubt maria auch)und er möchte alleine sein.
Einmal hat er gesagt, daß er in Bedrängnis geraten sei, da alle ihre Freundinnen Kinder bekommen haben und geheiratet haben, und er selbst aber das noch nicht möchte.(Was aber auch noch nie zu Debatte stand, da Maria erst vor Kurzem Stationsschwester wurde und noch einige Zeit arbeiten möchte).
so, und jetzt kommts: Maria hat sich ihr Kaffee- und Tafelservice geholt, eine Woche später stand genau das gleiche wieder in der Vitrine.
Maria hat sich auch Ihre Küchenuhr geholt, eine, die bei Ikea noch immer zum Verkauf angeboten wird- nach ein paar Tagen hatte Hannes das gleich Stück an Ort und Stelle. So geht es weiter und weiter. Maria´s Frage, was das soll, ignorierte er.
Er hat noch nie seinen Entschluß, sich von Maria zu trennen, bereut, meint jedoch, daß ein anderer froh sein muß, so eine Frau wie M.zu bekommen und daß sie ganz was besonderes sei.
Was geht in ihm vor?
Er kapselt sich von seinen Freunden ab, sitzt zu Hause und denkt nach. Mit Maria will er Freundschaft, jedoch keine Beziehung.
Warum kauft er sich alle Gegenstände ganz gleich nach, die Maria aus der Wohnung entfernt???
Maria und ich bitten um Antwort, wir stellten alle mögl.Theorien auf, auch diese, daß er unter einer Depression leiden könnte, aber das kann doch nicht alles sein???
danke im Voraus
Renate

Hallo ihr beiden,

Hallo!
Ich schreib im Auftrag meiner Freundin, da sie z.Z. keinen PC
hat.

Die Lage ist folgende:
Meine Freundin (nennen wir sie einfach Maria) führte 4 Jahre
lang eine glückliche Beziehung mit Ihrem Freund Hannes. Sie
ist Krankenschwester, er Installateur und als Hobby nebenbei
noch Jäger, was doch sehr Zeitaufwendig ist, von Maria jedoch
toleriert wurde.
Maria ist etwas quirliger als Hannes, der manchmal stundenlang
auf seinem Hochstand im Wald verbrachte und das Wild
beobachtete.
Kurz: eine harmonische (nach außen und auch für Maria)
Beziehung, mit normalen Hoch´s und Tief´´s.

so weit so gut.

Umso mehr traf es Maria, als ihr Hannes plötzlich mitteilte,
er wolle lieber alleine sein, und Schluß machte.

Für sie vielleicht plötzlich,
für ihn vielleicht das Ergebnis vieler Gedanken.

Sie hatten sich unter größten Anstrengungen das alte
Bauernhaus seines Onkels renoviert und wollten später ein Haus
bauen, also voller Zukunftspläne.

Reife Leistung.
Und zu Zukunfstpläne: Das wird viel Arbeit.

Maria nahm am gleichen Abend
ihren rucksack mit den nötigsten Utensilien und zog aus.

Das ging aber fix.

Sie war wie vom Blitz getroffen und mußte erst einmal begreifen,
was da passiert ist.

Klar

In den darauffolgenden Tagen und Wochen
war sie damit beschäftigt, sich ihre Sachen zu holen.

Warum in so nem langen Zeitraum bzw in Etappen?

Es kamen immer wieder Gespräche vor, in denen Hannes meinte,
er hätte keine andere (glaubt maria auch)und er möchte alleine
sein.

Schon möglich.

Einmal hat er gesagt, daß er in Bedrängnis geraten sei, da
alle ihre Freundinnen Kinder bekommen haben und geheiratet
haben, und er selbst aber das noch nicht möchte.

Tja, denk mal darüber nach,
wie viele Männer vorher ein Kind geplant hatten?
Dass er Panik bekommt kann ich gut verstehen.

(Was aber auch
noch nie zu Debatte stand, da Maria erst vor Kurzem
Stationsschwester wurde und noch einige Zeit arbeiten möchte).

Sorry, aus eigenem Bekanntenkreis hör ich das auch oft,
stimmte aber in den wenigsten Fällen.

so, und jetzt kommts: Maria hat sich ihr Kaffee- und
Tafelservice geholt, eine Woche später stand genau das gleiche
wieder in der Vitrine.
Maria hat sich auch Ihre Küchenuhr geholt, eine, die bei Ikea
noch immer zum Verkauf angeboten wird- nach ein paar Tagen
hatte Hannes das gleich Stück an Ort und Stelle. So geht es
weiter und weiter. Maria´s Frage, was das soll, ignorierte er.

Was sollte er sagen?

Er hat noch nie seinen Entschluß, sich von Maria zu trennen,
bereut, meint jedoch, daß ein anderer froh sein muß, so eine
Frau wie M.zu bekommen und daß sie ganz was besonderes sei.
Was geht in ihm vor?
Er kapselt sich von seinen Freunden ab, sitzt zu Hause und
denkt nach. Mit Maria will er Freundschaft, jedoch keine
Beziehung.

Das ist doch mal eindeutig.
Er mag sie, hat sie gerne um sich rum,
aber jetzt scheinbar Angst vor der Zukunft bekommen
bzw vielleicht änderte er jetzt irgendeinen seiner Pläne.
2. Bau und Kind… wird schwer. Ist für die meisten unmöglich.

Warum kauft er sich alle Gegenstände ganz gleich nach, die
Maria aus der Wohnung entfernt???

Ich vermute, er hätte sie gerne weiterhin bei sich,
aber Angst vor ihren Zukunftsplänen.

Maria und ich bitten um Antwort, wir stellten alle
mögl.Theorien auf, auch diese, daß er unter einer Depression
leiden könnte, aber das kann doch nicht alles sein???

Ich kenn euch alle nicht.
Ich bin auch kein Psychologe oder ähnliches.
Ich kann nur schreiben, wies mir an seiner Stelle gehen würde.
Ich würde auch Schluß machen. Mir wäre die Verantwortung zu groß!

danke im Voraus
Renate

Liebe Grüße euch allen
Daggi

Psychische Überlastung
Hallo Renate,

vielleicht ist das alles ganz normal. Aus Erfahrung kann ich berichten, dass ein Hausbau/kauf eine Paarbeziehung stark verändern kann. All die Verpflichtungen, die man dort eingeht. All die Pläne, die geschmiedet werden. Der tägliche (!!) Ärger auf der Baustelle (Terminverzögerungen, Baumängel und und und). Und dann noch der Druck, den andere auf einen ausüben: Jetzt ist das Nest gebaut, also kommen jetzt bald die Kinder. Kenne dies aus eigener Erfahrung zur Genüge! Dies alles ergibt eine ziemlich starke psychische Belastung. Kann ich mir gut vorstellen, dass der eine oder andere dann nachts wachliegt und nicht schlafen kann und die Gedanken rumoren: Wollte ich das alles so? Mit dieser Frau? Komme ich hier wieder raus? Reicht unser Geld, wenn nur einer arbeitet? Wo sollen wir die zusätzliche Summe für den verstärkten Dachstuhl herbekommen? - Das kann ganz schön an den Nerven zehren. Tja, manchmal könnte dann auch so eine Kurzschlußreaktion entstehen wie bei deiner Freundin. Schlußmachen, zack, weg, aus die Maus. Dem guten Mann war das alles zuviel. Da hat er sich einfach die am leichtesten auflösbare Verpflichtung hergenommen und diese aufgekündigt: Seine Freundin. Und weil das ganze natürlich auch sehr unangenehm ist, kauft er sich halt die Gegenstände neu, die sie mitgenommen hat. Dann fällt es weniger auf, dass sie ausgezogen ist. Zumindest mal oberflächlich. Bestimmt gefällt es ihm, diese Lücken mit kleinen Käufen aufzufüllen. So nach dem Motto: Die wird ersetzt!

Alles in allem denke ich, diese ganze Situation ist einfach aus psychischer Überlastung entstanden. Allein eine Hausrenovierung an sich (abgesehen von der finanziellen Belastung etc. z.B. Ärger mit Handwerkern) ist kräftezehrend. Schon rein körperlich! Irgednwie versteh ich den Mann, wenn ich auch das wirklich nicht gutheiße, was er da mit Deiner Freundin gemacht hat.

Kommt Zeit, kommt Rat? Vielleicht überlegt er es sich ja in der Weihnachtszeit anders, wenn er dann einsam in seinem Haus sitzt??

Viele Grüße
Anni

Hallo,

auch wenns merkwürdig klingt möchte ich meine Gedankengänge kundtun:
könnte es vielleicht sein, daß er eine schwere Krankheit hat und seiner Liebe davon nichts sagen will, damit sie nicht die Verantwortung tragen muß ihn pflegen zu müssen?
Sich also von der Beziehung lösen will um keine Last für Maria zu werden?

Gruß
Maja

Hallo Renate,
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass einen das „Warum“ beim Scheitern einer Beziehung immer am meisten quält. Warum ist das so? Wahrscheinlich deshalb, weil man meint, sobald man den Grund kennt, käme man leichter darüber hinweg. Es lässt sich auch leichter hadern, wenn man den Grund kennt (ach, hätt ich doch nur oder hätt ich doch nicht), aber es lässt sich auch leichter trösten (es ist ja nicht meine Schuld gewesen, es liegt nicht an mir).

Ich weiß allerdings auch, sowohl aus eigener Erfahrung als auch aus vielen Beratungen, dass sich das „Warum“ nur ahnen lässt, aber nie wirklich herausfinden. Auch wenn der verlassende Partner dann eines Tages eine Erklärung liefert, fragt man sich letzten Endes: Stimmt das auch? Oder ist es eine Ausrede?

Ganz abgesehen davon, dass der Teil, der geht, oft selbst nicht genau erklären kann, warum. Und dann gibt es noch die rücksichtsvollen Menschen, die es nie und nimmer sagen, warum sie Schluss gemacht haben. Da gibt es nämlich unter Umständen Gründe, die für den, der zurück bleibt, sehr, sehr verletzend sein können. Da hüllt man sich lieber in Schweigen oder benützt Aussagen wie: Ich möchte einfach alleine sein. Und das ist gut so.

Diese Grübeleien, die man anstellt, sind gut dazu geeignet, die Beziehung bzw. die Trennung zu verarbeiten. Dazu gehört auch das Beobachten, was der andere jetzt tut und die neuerlichen Fragen, warum tut er das? Ist es ein Zeichen, dass es ihm schon Leid tut? Ist es ein Zeichen, dass er die Trennung rückgängig machen will, dass er wieder zurück kommt? Das kann eine Zeit lang dauern, am Ende sollte aber die Erkenntnis stehen: es ist halt so. Der andere wollte nicht mehr und die Gründe dafür rücken in den Hintergrund. Wenn man sich mit der schlichten und einfachen Tatsache abfindet und keine Erklärungen mehr sucht - auch nicht für das manchmal eigentümliche Verhalten nach der Trennung, dann beginnt man, darüber hinweg zu kommen und kann sein Leben neu ordnen und die Zukunft in Angriff nehmen.
Alles Gute für Maria! Nebenbei: vielleicht erzählst du ja mal, wie es ausgegangen ist?
Liebe Grüße
Irene