Hallo Verena,
obwohl Peter ein großes Herz hat und besser Latein kann als ich, hilft er Dir nach dem Aveläuten wahrscheinlich nicht mehr bei den Hausaufgaben. Also wohlan, non recuso laborem…
(1) Wort für Wort
Omnes enim trahimur et ducimur ad cognitionis et scientiae
Alle nämlich werden wir gezogen und geführt zur Erkenntnis- und Wissenschafts-
cupiditatem, in qua excellere pulchrum putamus, labi autem,
Begierde, in welcher uns auszuzeichnen wir schön glauben, aber zu rutschen,
errare, nescire, decipi et malum et turpe ducimus. In hoc
zu irren, etwas nicht zu wissen oder enttäuscht zu werden wir für schlecht und schändlich erachten. In dieser
genere et naturali et honesto duo vitia vitanda sunt, unum, ne
(Sicht)weise, die sowohl natürlich als auch ehrbar ist muß man zwei Fehler vermeiden: Den ersten, daß nicht
incognita pro cognitis habeamus…
wir unbekanntes für bekannt halten…
(2) Ein Versuch, das flüssiger zu formulieren (geht besser, wenn man den Kontext kennt):
Wir fühlen uns nämlich alle von der Freude an Erkenntnis und Wissenschaft angezogen und finden es schön, uns darin auszuzeichnen, aber schlecht und schändlich, wenn wir dabei ins Schwimmen geraten, wenn wir uns irren, etwas nicht wissen oder auf einen Holzweg geraten sind. So natürlich und ehrbar dieses ist, sollten dabei doch zwei Fehler vermieden werden: Der erste ist, etwas Unbekanntes für bereits klar zu erachten…
Ich empfehle allerdings, bei Schritt (2) Deinen eigenen Stil zu verwenden.
Ego valeo speroque ut valeas!
MM