Hallo,
so langsam finde ich, dass meine Kinder mal feste Aufgaben im Haushalt übernehmen könnten, weiß aber noch nicht so recht wie anstellen. Inzwischen maulen sie wenigstens nicht mehr sofort los, wenn ich sie bitte mal den Tisch abzuräumen oder so.
Feste Aufgaben sind bisher nur, das eigene Geschirr vom Tisch zu räumen und sich um die Meerschweinchen kümmern.
Ich finde das etwas wenig.
Jetzt suche ich nach Anregungen, wie Andere das machen. Was müssen eure Kinder regelmäßig helfen? In welchem Alter? Und was macht ihr, damit das auch klappt? (Schildchen, Plan, oder geht es einfach so usw.)
Ach ja, meine sind 6 und 8 (beide im Sommer Geburtstag).
Danke,
Matilda
Hallo Matilda
Als ich , genau wie meine anderen Geschwister mussten:
Kindergarten:
- das eigene Zimmer aufräumen und das Bett machen
- Schmutzwäsche zur Waschmaschine bringen
- Kleider in den Kasten sortieren
- den Müll rausbringen
- den Tisch Aufdecken/Abdecken
Volksschule:
- Schuhe putzen (natürlich mit Hilfe von Mama)
- den Spüli aus und einräumen
- Pausenbrot selber streichen
- kleine Einkäufe selber tätigen (Milch,…)
- Badezimmer (Dusche und Waschbecken) selber reinigen
- am Samstag Frühstück für die Familie machen (Kaffe, Tee,Wurstplatte, Käseplatte, Brötchen holen,aufdecken, abdecken, usw… was halt zu einem richtigen Frühstück gehört)
- Mama in der Küche zur Hand gehen (Gemüse/Obst waschen und schälen, Pfannkuchen, Eierspeise, Götterspeise machen)
- Staub saugen
- Knöpfe annähen
- beim Großputz helfen (Fensterputzen, Abstauben,…)
- Schneeschaufeln
Dafür bekamen wir aber auch ca 1,5 Euro (damals 20 Schilling) Taschengeld, mit dem wir machen konnten, was wir wollten. Nur auskommen mussten wir damit 
Hat jemand die Hausarbeit verweigert wurde das Taschengeld gekürzt oder ganz gestrichen. Haben wir aber über unser Muss hinaus im Haushalt geholfen gab es einen Bonus.
Gruß,
Tn
Hallo Matilda,
mit 6-8 Jahren können Kinder Einiges im Haushalt mithelfen. Mach´dir doch erst einmal eine Liste mit Arbeiten, die du so tagsüber erledigst, eine Art Stellenbeschreibung für Hausarbeit. Dabei wirst du feststellen, dass es vorallem eine große Menge mit den vielen, kleinen Handgriffen sind, die in der Summe gesehen mehr Zeit kosten, als die eigentlichen Hauptaufgaben wie Einkaufen, Kochen und Staubsaugen. Und daraus lassen sich z.B. Zuständigkeiten schaffen. Es geht nicht um´s Krümel wegfegen und dann mit dem Lappen wegwischen, sondern um das sauber machen rund um den Eßplatz (z.B. wenn man Krümel wegfegt und dort auch wischt).
Wenn sich die Kinder abwechseln, dann ist die Motivation größer. Samstags und in den Ferien können sie mehr übernehmen als an normalen Wochentagen - so war das bei uns zumindest.
Ohne einen für sie lesbaren und zentral aufgehängten Plan wirst du nicht auskommen, damit sie dein Anliegen ernst nehmen. Von der anfänglichen aber sicherlich stark nachlassenden Begeisterung nicht zu sprechen. Aber da fällt dir bestimmt etwas dazu ein.
Grüße!
Carola
Hallo Matilda,
meine Junge sind in etwa so alt wie Deine.
Einen festen Plan haben wir nicht, sie müssen mal hier mal da was machen (Einkaufen im Dorf, Tisch decken/abräumen, Spülmaschine ausräumen etc.)Ihre Zimmer müssen sie in Ordnung halten, aber dazu müssen sie meist recht massiv angehalten werden
es klappt aber einigermaßen.
Wenn wir im Garten werkeln oder ich in der Werkstatt, dann helfen beide freiwillig, zumindestens eine Zeit lang.
Gandalf
Hallo Matilda,
mein Junge ist fast 12 und hat keine festen Pflichten. Ich musste als Kind zusammen mit meinem Bruder praktisch den ganzen Haushalt schmeißen und habe bis heute einen Horror davor, mich dem Joch strikt und rigide zu unterwerfen. Also: Meine Wohnung ist trotzdem tip-top
Aber ich mache es halt nach Bedarf.
Meinen Sohn habe ich so erzogen, dass er aufmerksam ist. Er fragt von alleine, ob er helfen soll oder nicht. Manchmal sage ich, dass er es tun soll, aber ich begründe es dann auch immer. Und ich sage durchaus auch mal, dass ich heute einfach keinen Bock habe und frage, ob ER nicht mal den Tisch abräumen etc. soll. Bislang klappt das super-prima. Er kauft von alleine neues Wasser ein, wenn er es alle gemacht hat, macht sein Bett, weil es IHN aufregt, wenn es zu chaotisch ist. Ich glaube, er sieht uns als Team und nicht mich als seine Putzfrau. Aber das hat sich halt so aus unserem Verhältnis ergeben, dass sehr offen ist. Trotzdem ist klar: ICH bin der Boss!
Natürlich hat er auch Maulanfälle oder will mal partout gar nichts tun. Ich erinnere mich auch, dass ich einfach mal nur für mich alleine gekocht habe, da stand er da mit großen Augen. Ich weiß gar nicht mehr, was der Aufhänger war, muss aber etwas sehr heftiges gewesen sein.
Naja, so lief und läuft das bei uns. Und was noch sehr geholfen hat, ist ein klar strukturierter Tag mit vielen Ritualen, sodass bestimmte Aufgaben absolut selbstverständlich sind und von uns beiden als überhaupt nicht so lästig wahrgenommen werden. Sie sind halt so, weil sie so sind.
Ich hoffe, ich konnte Dir helfen. Aber jeder muss natürlich sein eigenes Management betreiben. Feste Vorgaben, was Kinder wann wo wie zu machen haben, finde ich eben schrecklich, aber andere sehen das eben anders.
Liebe Grüße
Jana
Hallo,
mein Sohnemann ist viereinhalb und hilft fleißig mit.
ich denke, dass es wichtig ist, die Kinder schon zeitig daran zu gewöhnen, dass jeder Pflichten im Haushalt übernehmen muss.
Wichtig erscheint mir, die angedachten Pflichten konkret zu benennen…also zB.: räume jetzt bitte die Bausteine in die Kiste ein (anstatt: Räum Dein Zimmer auf) oder: bringe bitte die Messer zum Tisch (anstatt: deck schon mal den Tisch); unser „Kleiner“ hat schnell gelernt, dass Mama und Papa mehr Zeit für ihn haben, wenn er auch seine Sachen zum Funktionieren des Haushalts beiträgt.
Man kann den Kindern auch erklären, dass man nachher noch Zeit hat, um gemeinsam mit den Autos zu spielen, wenn jetzt alle mit helfen, das Geschirr in die Spülmaschine zu räumen…
Man muss dann auch konsequent bleiben, wenn es nicht funktioniert (also in dem Falle eben nicht spielen, wenn man dann doch alleine die Spülmaschine eingeräumt hat…)
Die Pflichten sollten natürlich altersgerecht sein und die Kinder nicht überfordern…
Gruß an Euch alle (erziehungsgeplagte)
Fennchurch