Hallo,
nun stelle ich eine Frage für meinen Vater und hoffe Ihr könnt ihm helfen.
Er ist 70 Jahre alt und leidet unter Inkontinez, vermute es ist eine Ueberlaufinkontinenz.
Die Inkontinenz äußerst sich dadaurch, dass ich Harndrang verspüre, sofort auf die Toilette gehen will, aber es nicht mehr schaffe und zwischendurch Harn abgeht. Ich nehme mittlerweile „Uriduct“ Tabletten, aber durch diese wird es nicht besser.
Zur Vorgeschichte:
Laut Arztschreiben wurde bei mir ein lokal begrentes Prostata-Ca (G1) ED 11/00 festgestellt.
Im Jahre 2001 wurde bei mir eine Radiojodtherapie durch Jod 125-Spick wegen Krebes gemacht.
Nun wollte ich fragen, ob jemand eine Ahnung hat, was man gegen die Inkontinez machen könnte.
Mein Arzt rät zur Operation, evt. in Tübingen oder Ulm. Gibt es eine Möglichkeit die OP zu umgehen? Wenn nicht, wo sind die Erfahrungen besser…in Tübingen oder Ulm.
Danke für Eure Antworten im Voraus
e
Guten Tag, Silwi,
ich vermute, Dein alter Herr hat eine benigne, ( gutartige ), oder gar maligne, ( bösartige ), Prostatavergrößerung.
Benigne Vergrößerungen sind in dem Alter - fast - die Regel.
Dabei vergrößert sich die Prostata, aber da diese eine sehr feste Aussenhaut hat, wirkt diese Vergrößerung auch nach innen und verengt dadurch die Harnröhre, welche ja mitten durch die Prostata verläuft.
Folgen sind plötzlicher Harndrang und - viel schlimmer - möglicher Restharn, welcher stark zum Bakterienbefall neigt.
Hier beisst sich die Katze in den Schwanz, denn Bakterienbefall bewirkt wiederum einen plötzlichen Harndrang.
Abhilfe bringt hier - eventuell - eine “Schlitzung” der Harnröhre.
Allerdings kann dies auch das Gegenteil bewirken, denn die Schlitzung kann vernarben und diese narbe verschliesst die Harnröhre dann noch mehr.
Eine Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel zeigt dem Radiologen vorhandene “Engstellen”. Wichtig.
Ich befürchte allerdings eher die zweite Alternative.
Das Prostatakarzinom ist zurück und wuchert in die Harnröhre, mit den gleichen Folgen wie beschrieben.
Dann hilft natürlich keine Schlitzung, sondern tatsächlich nur die Prostatektomie, je nachdem, wo sich das Karzinom befindet.
Andererseits sterben viel mehr Männer mit einem Prostatakarzinom als an einen Prostatakarzinom.
Du schreibst, der Uro würde eine OP vorschlagen.
Welche OP mit welcher Therapie ?
Ich denke, bevor sich Dein Vater unter das Messer begibt, ( es wird viel zu schnell operiert ), sollte er ein Kontinenzzentrum aufsuchen und sich dort erst einmal komplett untersuchen lassen.
Kontinenzzentren findest Du hier :
http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com/service/klini…
Dort sind die Wege und die Wartezeiten kurz, da alle Fachärzte unter einen Dach arbeiten.
Eine weitere Möglichkeit wäre - wenn er das Risiko eines Prostatakarzinomes ignorieren will, ( was viele Männer in dem Alter tun ) - die Anwendung des ISK, ( intermittierender Selbstkatheterismus ).
Mehrmals täglich mittels eines Katheters die Blase leeren und es ist Ruhe.
Ist auch nicht problematisch, machen hierzulande mindestens vier Millionen Menschen täglich…
Aber am Wichtigsten erscheint mir die Untersuchung im Kontinenzzentrum, vor allem, um festzustellen, ob es sich um ein Rezidiv des Prostatakrebs handelt.
Gruß
Ecke
Hallo Silwil,
leider fehlen mir wichtige Informationen um auf
das Prostatakarzinom einzugehen
- Wurde ein PSA Test durch geführt,
- Hat man eine Biopsie durchgeführt,
wenn ja wie waren die Ergebnisse, wie hoch ist der PSA Wert?
Bei der Biopsie hat man den Gleason Score festgelegt, sind Metastasen
gefunden und wie viele bei wieviel Stanzen, sind Lymphknoten betroffen? Oftmals ist kein Grund
zur Eile gegeben in seltenen Fällen ist er so agressiv das sofort operiert werden muß.
Bei einen Gleason Score unter 6(2Werte werden addiert) reicht auch nur eine Beobachtung aus.
Jetzt zu der Inkontinenz, sie ist auf alle Fälle behandel und heilbar. Je nach
Inkontinenz-Grad
ist auf alle Fälle eine regelmäßige Beckenboden-gymnastik notwendig.
Denn diese unterstützt den den inneren Schließmuskel. Wichtig ist das die Wahrnehmung dieser Muskulatur geübt wird, denn sie ist genauso trainierbar wie jede andere Muskulatur auch und Alter unabhängig. Notfalls kann man dieses Training mit einen Biofeedback kombiniertes Elektrostimulationsgerät unterstützen. Wenn sonst noch Fragen auftauchen,wäre es wichtig die o.g. Antworten zu geben.
Gruß AGausB