Was hilft euch gegen Panikattacken?

Hallo,

ich, weiblich, habe seit ca. 1 Jahr Panikattacken und bin auch in Therapie. Die Attacken kommen mal häufig und mal sind sie eine Weile ganz weg. Momentan plagen mich wieder ganz schlimme Attacken. Sie äußern sich in dieser akuten Zeit bei jeder Gelegenheit wenn ich das Haus verlasse. Ich bekomme Herzrasen und einen Tunnelblick (ist nicht so toll beim Autofahren), manchmal sogar Bauchweh und bin komplett nervös. Mein Puls und Blutdruck ist sichtlich erhöht (habe während einer Attacke den Blutdruck gemessen: 170/102 Puls: 120!) Zu Hause fühle ich mich befreit und sicher vor den PA. Nun zu meiner Frage: Was hilft euch gegen die Attacken? Medikamentös oder auch Verhaltenstechnisch?! Medikamentös nehme ich täglich eine Lasea, die anfänglich auch gewirkt hat (ich habs sofort nach einem Tag gemerkt) und wie es nun wieder so schlimm wurde, habe ich während einer PA 0,5 mg Tavor genommen, nur leider wirkte sie nicht und ich lass lieber auch weiterhin die Finger davon (die machen Abhänig)! Sonst versuche ich durch progressive Muskelentspannung zu relaxen. Aber das klappt nicht immer! Auslöser der PAs sind momentan meine Bachelorarbeit und keine Ahnung wie es danach weiter geht, da ich grad auf Jobsuche bin. Ich habe 3 Jahre alleine in einer Wohnung gelebt und wohne nun wieder im Kreise meiner Familie. Es durchschüttelt mich, wenn ich daran denke, wieder alleine zu wohnen oder weit enfernt von meinen Liebsten.

Mir macht momentan ein wenig Sorgen, da ich Angst habe das Haus zu verlassen und das vor allem Alleine oder mit entfernten Bekannten, die nichts von meinen PAs wissen!
Freue mich über einen Gedankenaustausch! Danke :smile:

Hallo Pallim,
ich kann Dich so gut verstehen! Bin leider selbst Betroffene (ja, auch Ärzte haben Panikattacken). Es gibt viele Möglichkeiten, damit klar zu kommen. Wenn Du wirklich an einem Gedankenaustausch interessiert bist, schreibe mir doch auf [email protected].
Viele Grüße
Ingeborg Steffes-Tremer

Liebe Pallim,

ich glaube Du machst schon viel, bist beim Arzt, versucht es mit PMR und sagst die Ursache wäre die Bachelorarbeit. Ist denn schon ein Ende des Stresses in Sicht?

Ich hoffe es geht Dir bald besser.

Gruß,

Astrid.

Hallo Pallim.
Ich habe gute Erfahrungen in Bad Bramstedt gesammelt.
(Ich konnte nicht mehr Bahn/Bus/und Autobahn fahren ohne Panik) Nach einer Tagesdosis von 4mg Tavor (die das Autofahren dann gänzlich ausschliesst) hatte ich die Nase voll mich von meinem Körper einschränken zu lassen. In Bad Bramstedt wurde erst der Blutdruck gesenkt (gesünder für den Kreislauf) Und dann wird täglich alles das gemacht WAS PANIK AUSLÖST. Man nennt es Konfrontationstherapie. Man lernt die Panik auszuhalten. Nach maximal 50 Minuten ist der Körper nämlich so erschöpft, das er sich wieder runterfährt vor Müdigkeit. Und von Tag zu Tag lernt das Gehirn um und sagt sich: Gestern ging es-heute ging es auch, dann wird es morgen auch gehen…und so weiter. Seit meiner Kur MUSS ich zwar regelmäßig Auto/Bus/Bahn fahren um es beizubehalten aber habe kaum noch Panik…nur mal einen engen Hals und Brustdruck. Diese Therapie ist die erfolgreichste (über 90% Erfolgreich) man darf seine wiedererlangten Fähigkeiten nur nicht einschlafen lassen. Wenn ich jetzt (Bspw. 4 Monate nicht auf der Autobahn bin sagt das Gehirn…„Moment,geht das denn immernoch ohne Panik“ und dann musst Du von vorne anfangen. Ich kann nur sagen, die Kur war zwar eine Feuertaufe aber höchst erfolgreich. Seit dem nehme ich kein Tavor mehr und das ist etwa 5 Jahre her. Ich hoffe ich konnte helfen

Lars

Hallo liebe Pallim,

ich leide auch an Panikattacken, nur nicht so schlimm wie bei Dir. Wenn ich mit dem Bus fahre, und er sich füllt, bekomme ich auch Panik. Ich fange plötzlich stark an zu schwitzen, dann möchte ich am liebsten aus dem Bus springen. Ich habe leider auch keine Patentlösung für Dich, aber manchmal hilft auch schon das tiefe durchatmen. Probiere es einfach mal aus. Bist Du denn beim FA in Behandlung, wenn nicht kann ich es Dir nur empfehlen, ein Psychiater/Psychiaterin kann Dir bestimmt weiterhelfen…

LG, Sina

Hallo Pallim,

Ich denke, die Panikattacken treten immer bei Prüfungen auf?

Hierfür gibts auch Hopfentabletten
* „Hova“ (http://www.diagnosia.com/de/medikament/hova-filmtabl…)
oder
* „Nervenruh“(http://www.netdoktor.at/medikamente/suche2/medicamen…)
sind eigentlich sehr gute Beruhigungsmittel und sehr natürlich.

Panikattacken kommen ja zum Teil auch von Versagensängsten. Die Frage ist, ob Du nur Angst davor hast und Dir später immer denkst, wovor hab ich mich gefürchtet. Bei vielen Betroffenen ist gerade dies der Fall. Darum kann ich nur raten, dass Du in Deinem Umfeld die positiven Stimmen hörst, die Dir sagen: Das schaffst Du schon. Mit der nötigen Ruhe hast Du dann auch den Kopf frei und kannst den zu verarbeitenden Lernstoff, der gefordert wird, auch besser aufnehmen.

Rede mal mit dem/r Therapeuten/in über die oben genannten Mittel, bei vielen helfen sie unterstützend.

LG Jogy

Hallo. Es tut mir leid das es dir so schlecht geht. Ich kann dir nur raten, einen Therapeuten zu suchen, der Biofeedback macht. Dadurch lernt der Körper wieder richtig auf die Situationen zu reagieren, vereinfacht gesagt. Es hilft sogar bei Allergien. Bis es soweit ist, solltest du vielleicht doch mal über Antidepressiva nachdenken. Die Angstlösende Wirkung benötigt etwa 4 Wochen, mal mehr mal weniger, aber wenn das bei dir so weiter geht, rutscht du noch in eine Depression, wenn du sie nicht schon hast und deine Symptome werden immer schlimmer. Eins kann ich dir noch empfehlen, Neurodoron. Es wirkt beruhigend auf das seelische Gleichgewicht und der Goldanteil beruht das Herz. Man kann es akut aber auch regelmäßig einsetzen und es wirkt sehr schnell. Also hoffe du findest deinen Weg und lass dich nicht unterkriegen. Liebe Grüße GibbsTony

Hallo,

leider kann ich dazu nichts konkretes sagen.
Trotzdem gute Besserung.

M.f.G.

Hallo,

hast du schon mal ausprobiert, wie lang die Panikattacke dauert, wenn du nichts unternimmst? Und was dann passiert. Manchmal hilft es, wenn man sich dem aussetzt und weiß, danach ist alles eigtl. wieder vorbei und nix weiter passiert. Als selbst Betroffene weiß ich aber, das das bei mir nicht funktioniert , weil der Zustand bei mir nicht aufhört. Mir hilft Lorazepam 1 mg ganz gut, und ich muss es auch nicht oft nehmen. eine Packung reicht bei mir ein Jahr .Ich nehme ein Medikament. das meinen Serotoninspiegel erhöht. In meinem Fall Paroxetin. Das bewirkt , dass ich nicht so niedergedrückt bin und dann auch keine solchen überforderungsgefühle habe. Ich empfehle dir auch eine Therapie, in der du die Sache mit dem perfekt sein müssen angehst. Vielleicht bist du ja auch eine, die unbewusst die Anerkennung deiner Eltern suchst und Angst hast, diese zu verlieren, wenn du den Bachelor nicht schaffst. Man ist auch einfach nur so als Mensch etwas wert , wenn man einfach nur aufsteht und Spass am Tag hat. Das musst du dirbewusst machen. Du hast evtl deine Eigenständigkeit als Mensch noch nicht erreicht, du meinst es ohne deine Familie nicht zu schaffen. Daran solltest du arbeiten. Du kannst dich auf dich selbst verlassen! Ich wü+nsche Dir alles gute, melde dich gerne wieder.

Hallo Pallim,

die erste Frage wäre, was hat sich denn seit Deiner Therapie geändert?

Wie mir scheint, hat sich das Problem zumindest nicht in Luft aufgelöst.

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur raten, die Medikamente nur im äußersten Notfall zu nehmen. Den Grund für die Panikattacken und damit ein dauerhaftes Besiegen des Problems wirst Du damit nicht schaffen. Ich gehe davon aus, dass es bei Dir in der Vergangenheit ein Schlüsselerlebnis gibt, was jetzt als Trigger für die PAs dient. Solange das nicht gefunden und aufgelöst wurde, wirst Du wohl keine Ruhe haben.
Ich empfehle Dir mal nach einem Wingwave Coach / Therapeuten in Deiner Nähe zu googeln. Das scheint mir weit zielführender als eine klassische Therapie. Zumindest wurde mir das auch im Bekanntenkreis bestätigt.
Kostet allerdings Geld und wird nur in den wenigsten Fällen von der KK übernommen.

LG Linda

Hallo Pallim,
Willkommen bei den „Angsthasen“!!
Angst- und Panikattacken (AP) verfplgen mich seit 40 Jahren und habe gelernt, damit zu leben. Bin vollkommen austherepiert was auch zur Frühverrentung vor 16 Jahren führte.
Eins vorweg: DU wirsd daran nicht Sterben, auch wenn dein Blutdruck während der AP völlig verrückt spielt.
Es gibt Fälle, wie auch bei mir, da laufen noch viel schlimmere Dinge ab; will ich aber hier nicht erwähnen.
Du bist in Therapie; Welche?? Auch regelmäßig bei einem Neurologen in Behandlung???
Tippe mal aus der Ferne auf Existenzängste.
Sei zu Deinen engsten vertrauten ehrlich und verschleiere nichts. Bei mir war es vor 40 Jahren anders. da kannte keiner PA; war alles eine Kreislaufsache!!
Ohne Tabletten läuft bei mir gar nichts, nur müssen es die richtigen sein. Ich nehme am Tag 4,5 mg Lorazepam, aufgeteilt in morhens 6.30 Uhr ung gegen 18.00 Uhr.
Bin zwar süchtig, ist mir aber egal, denn ohne geht gar nichts. Kann die Einsätze des Notarztes gar nicht mehr zählen. Habe 1996 eine 10-wöchige Gesprächstherapie (Kur) im Norden Deutschland gemacht
(Psychosomatische Kureinrichtung) mit Tablettenentzug und Gesprächstherapie.
Hat auch geklappt (fühlte mich eben geschützt und wusste, dass Ärzte in der Nähe sind, falls es mir wieder mal dreckig geht!!
War eine Woche zuhause, Totalrückfall in die Tablettensucht ( bis heute ). Muss halt damit leben.
Während eines Anfalls habe ich mir eine sogenannte WEGI-Formel erarbeitet, die auch hilft, Dazu aber eventuell später mehr!!

Kopf hoch „Angsthase“
Knauffi

Hallo!

Bei mir war es ähnlich. Ich war inzwischen dreimal in einer psychiatrischen Klinik, auch in einer ambulanten Tagesklinik. Ich nehme seit 2008 morgens citalopram und abends Doxepin. Damit geht es mir relativ gut, ich bekomme nur in wirklich sehr stressigen Situationen Schwindelattacken (z.B. nach der Trennung vom Freund). Bei mir hat sich herausgestellt, dass der „Kreis der Lieben“ eher nicht so war und die Trennung von meinem Mann, mit dem ich mich heute noch sehr gut verstehe und ein Umzug waren bei mir hilfreich. Aber das ist bei jedem anders.

LG

Hallo,

als allererstes möchte ich Dir sagen: gut gemacht… auf KEINEN Fall Tavor o.ä. es macht bei Panikattacken 100% abhängig und davon wegzukommen ist fast unmöglich. Wirklich helfen tut´s eh nicht, sondern wird eigentlich immer schlimmer - auch, wenn die Ärzte etwas anderes sagen. Ich kenne das aus leidvoller Erfahrung!

Gegen den hohen Blutdruck/Puls nehme ich jetzt vorübergehend Betablocker. Das hat mir sehr geholfen, weil der Puls etc. nicht wie eine Rakete abgehen. Es ist ein harter Weg, keine Frage… aber man kann es tatsächlich bewältigen um einen halbwegs normalen Alltag wieder zu erlangen. Um nichts zu beschönigen… es ist ein steiniger Weg. Machst Du eine Verhaltenstherapie? Es ist auf jeden Fall hilfreich, aber schaffen mußt Du es alleine! Mir hat es sehr geholfen, dass ich mit meiner Therapeutin die Gründe dafür ermittelt habe. Nach dem Motto: dem Feind ins Gesicht sehen und nicht mehr einem Unbekannten. Der Feind wurde mein Freund und ich habe Stück für Stück mich getraut. Ich war genau in Deiner Lage und heute kann ich sogar ohne Panik die O2-Arena betreten, da fühlt man sich als Held :wink:). Aber das hat auch lange gedauert. Meine eigene Erfahrung ist, dass man sich der Panik stellen muß. Stück für Stück, jeder in seinem Tempo. Wenn´s nicht gleich klappt… egal. Dann beim nächsten Mal wieder ausprobieren. Ich habe mir Tage ausgesucht, an denen es mir besser ging, dann hat es auch eher funktioniert.

Bei mir war es so, dass ich mich IMMER von anderen bestimmen ließ und zum Schluß das Gefühl hatte, dass mir jemand den Boden unter den Füßen wegreißt. Nach und nach habe ich gelernt, dass ich die „Bestimmerin“ für MEIN LEBEN und MEIN HANDELN bin. Ich weiß nicht, wie es bei Dir ist, aber das war auch ein Teil der Bewältigung - ein großer Teil. Es klappt nicht immer und dann merke ich das es mir schlecht geht. Also muß ich wieder handeln und selbstbestimmter reagieren.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen. Auch, wenn du es Dir jetzt vielleicht nicht vorstellen kannst, es wird… nur Aufgeben, gilt nicht :wink:).

Alles Liebe
mona

Hallo Pallim

Ich finde es gut, dass du dich dieser Angst stellst und dass du neben Medikamenten auch noch mit anderen Methoden deine Erfahrungen machst. Wichtig ist auch zu erfahren, dass die Attacke einen Höhepunkt erreicht und wieder abklingt. Dabei die Erfahrung zu machen, dass nichts passiert, bzw. dass wovor du Angst hat nicht eintrifft, ist eine wichtige Erfahrung.
Bist du denn auch in therapeutischer Behandlung? Ich meine damit nicht den Arzt der die Medikamente verschreibt, sondern die Psychotherapie.

Als ich noch unter PA gelitten habe, konnte ich das Hause damals auch nicht mehr verlassen. In dieser Zeit hat mir eine Verhaltenstherapie sehr gut geholfen und das war auch ein wichtiger Durchbruch. Ich habe bewusst auf Medikamente verzichtet. Mir war wichtig, dass ich meine Angst und voll und ganz spürte, nur so konnte ich für mich herausfinden, mit welchen Gedankenmustern oder Entspannungsmethoden sie lindert oder verstärkt. Das war eine sehr intensive Erfahrung. Zwar war es ein harter, sehr harter Weg, aber er hat sich gelohnt.
Mir war wichtig, dass ich mein Umfeld über meine Situation aufklärte, denn sie spürten auch, dass etwas nicht stimmte. Ausserdem war damals Stress oder Druck ein Auslöser, was die Angst sehr verstärkt hat. Ich musste lernen umzudenken, dass ich mich selber nicht unter Druck setze, mir Zeit nehmen und auch mal ein Auge zudrücke, wenn ich mein Tagesziel nicht erreichte so wie ich es gerne gewollt hätte.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft und alles Gute.

Hallo Pallim!

Ich leide zum Glück nicht an Panikattacken, deshalb kann ich dir
nur theoretisch antworten.
Ich denke mal, das Tavor hilft in so einer Attacke am besten, aber ich kann
gut verstehen wenn du es lieber nicht nehmen willst. Es kommt sicherlich
auch darauf an wie oft die PA auftritt… Und das ist bei dir ja sehr unter-
schiedlich.
Hast du es denn auch mit Methoden zur Entspannung ausprobiert, z.B Yoga,
autogenes Training, Akupunktur…?
Falls die PA einen Zusammenhang mit deinen Prüfungen hat kann ich mir das
auch ganz gut vorstellen.
Ich hoffe du bekommst das in den Griff!

Viele Grüsse, Stefanie

Mir helfen die Bachblüten-Notfalltropfen ein wenig. Außerdem lohnt es sich eine Entspannungstechnik zu erlernen, bin ganz angetan von PMR.

Habe einen kostenlosen Ratgeber auf http://www.psog.de/panikattacken/ entdeckt, ganz brauchbar wobei auch nicht viel Neues für mich dabei war.

Letztlich gibt es viele verschiedene Dinge, die helfen können, einfach ausprobieren. :wink:

Habe die anfrage erst jetzt zugestellt bekommen. Kann leider auch nicht helfen.