Ich habe auch gelesen, daß 1 Baud = 1 Periode des
informationstragenden Signalparameters je Sekunde ist.
Der informationstragende Signalparameter ist normalerweise das Trägersignal. Nach dieser Definition würde ein Analogmodem kaum mehr als eine Baudrate von 2400 schaffen, da die Telefonleitung keine wesentlich höhere Bandbreite hat.
Leider verstehe ich nicht, was es mit dieser Periode auf sich
hat. Kommen sich da nicht zwei Zeitangaben (1 Periode, 1
Sekunde) in die Quere?
Nein, die Bezeichnung „Periode“ bezeichnet eine komplette Schwingung, man könnte auch sagen „Schwingungen pro Sekunde“, was je nach Art des Trägersignals aber nicht ganz korrekt ist.
Noch schlimmer wird es, wenn ich verstehen soll, daß 1 Baud
nicht immer 1 Bit/s ist, weil man vom Prinzip der
Zweiwertigkeit abgehen muß.
Das Prinzip der Zweiwertigkeit sagt doch nur aus, daß ein Signal nur einen logischen Pegel (high oder low) annehmen kann. Was wäre jetzt aber, wenn ich zwei identische Trägersignale einander um 90° phasenverschoben überlagere? Na, dann kann ich vier Zustände gleichzeitig übermitteln oder - je nach Auffassung - zwei getrennte Signale. Die Frequenz ist nach wie vor 2400Hz und dennoch kann ich doppelt soviel Information pro Zeiteinheit übertragen. Es steckt auch Information in der Phase. Dieses Prinzip nennt man Quadraturamplitudenmodulation (QAM).
So, jetzt verwende ich statt zwei, um 90° phasenverschobenen Signalen vier, die jeweils um 45° phasenverschoben sind. Nun kann ich vier Signale gleichzeitig übertragen und komme im Beispiel damit schon auf 9600bps. Irgendwann ist natürlich Schluß, weil sich die Phase technisch nicht beliebig fein auflösen kann. Der nächste Schritt ist dann, bestimmte Phasenlagen nacheinander abzufragen und nur bestimmte Reihenfolgen zuzulassen. Das nennt sich dann Trelis codierte Modulation (TCM).
Diese Darstellungen sind natürlich stark vereinfacht.
wenn auf einer leitung mit 12V und 0V zb. eine logische 1 und eine 0 kodiert werden, entspricht 1 baud gleich 1 bit.
nun kann man aber auch 12V 6V -6V und -12V auf die leitung legen. mit einem code 12v = 11 , 6V=01 , -12V=00 und -6V=10 überträgst du mit einem baud (12V oder 6V oder -6V oder -12V) zwei bit.
baudrate ist gleich, aber bitrate ist doppelt so groß wie vorher.
so kann man durch geschickte codierung (auch mit der phase) die baudrate niedrig halten und trotzdem viele bits (informationen) übertragen. eine leitung hat einfach gesagt eine baud-obergrenze (2400), die man geschickt ausnutzen kann.