Was ist am Castor auszusetzen?

Liebe Forumsteilnehmer,

zur Zeit laufen wieder massive Proteste gegen die Castor-Transporte. Der Castorbehälter selber ist nichts weiteres als eine große Mülltonne, in dem man hochradioaktive Abfälle transportiert.

Was stört nun die Gegner?

  • Betrachten sie den Castor-Behälter als unzureichend und verlangen sie die Neukonstuktion der Behälter?

  • Sie sind sie gegen den generellen Transport von Atommüll und verlangen sie die endgültige Lagerung vorort, also Endlager an den Atomkraftwerken?

  • Versuchen sie indirekt die Laufzeiten der Kernkraftwerke dadurch zu verringern, dass die örtlichen Zwischenlager bis an die Kapazitätsgrenzen gefüllt werden?

  • Sind nicht die Castortransporte selber gemeint, sondern die Weiterverarbeitung der Abfälle in der Wiederaufbereitung und die Castor-Gegner können es nicht richtig artikulieren?

  • Ist das ganze nur eine Motivationsmethode, weil sich die Menschen sich nicht mehr dazu bewegen lassen an den Kernkraftwerken selber zu demonstrieren?

Bitte laßt mich nicht dumm sterben.

Gruß
Carlos

  • Betrachten sie den Castor-Behälter als unzureichend und
    verlangen sie die Neukonstuktion der Behälter?

Manche tun das bestimmt.

  • Sie sind sie gegen den generellen Transport von Atommüll und
    verlangen sie die endgültige Lagerung vorort, also Endlager an
    den Atomkraftwerken?
  • Versuchen sie indirekt die Laufzeiten der Kernkraftwerke
    dadurch zu verringern, dass die örtlichen Zwischenlager bis an
    die Kapazitätsgrenzen gefüllt werden?

Die beiden Dinge gehören zusammen. Die Idee ist, den Transport so teuer zu machen, dass sich Kernenergie nicht mehr rechnet.
Das führt auch zu dem 2. Punkt. Allerdings ist klar (ich denke auch den Protestierenden), dass sie den Transport letztendlich nicht verhindern können.

  • Sind nicht die Castortransporte selber gemeint, sondern die
    Weiterverarbeitung der Abfälle in der Wiederaufbereitung und
    die Castor-Gegner können es nicht richtig artikulieren?

AFAIK demonstrieren besonders Bürgerinitiativen um Gorleben, da sie befürchten, dass Gorleben irgendwann zum ersten Endlager erklärt wird. Und dann hätten sie den Müll für immer vor der Haustür. Irgendwie verstehe ich das schon. Ich wär’ auch nicht begeistert.

Der Protest richtet sich also
a) gegen Kernenergie im Allgemeinen
b) gegen die Lagerung in Gorleben

Und dann gibt’s bestimmt auch Leute drunter, die prinzipiell gegen alles Demonstrieren. Aber das ist ja immer so.

Ciao
Kaj

Was ich bei der Sache bei allem Verständnis und aller Abneigung gegen Atomkraft ums verrecken nicht verstehe, ist folgendes:

Der Atommüll in den Castoren ist doch ursprünglich aus Deutschland soweit ich weiß.
Gibt es irgendeinen Grund, warum wir unseren Dreck in Frankreich lassen sollen? Ich schmeisse meine Mülltüten ja auch nicht über den Zaun in den Garten nebenan und beschwere mich dann, wenn ich das Zeug zurückbekomme.

Der Müll hätte gar nicht entstehen dürfen, soweit ist klar, aber exportiern können wir das Zeug ja wohl auch nicht, nur weil es uns zu gefährlich ist.

Und darum geht es jetzt auch, es soll halt nicht weiter Müll produziert werden, denn letztlich gehen , wenn die Castoren in Gorleben sind , das 6-Fache wieder zurück nach Frankreich und das bedeutet, wir bekommen das auch wieder zurück.
Die Menschen stellen sich quer, um a) Gebrauch von ihrem Recht des Protestes zu machen( was ja schon fast global ist, s. News) b) um eventuell die Zeit bis zum näxten Tag-X zu verlängern, somit auch den Abtransport alter Brennstäbe zur Weideraufbearbeitung nach F , auf das die AKW’S voll sind und abgeschaltet werden müssen( das ist , soweit ich weiss ein Hauptziel) und c) der Konsenz der Regierung ist für die Gegner Quark, d.h.sie wollen einen anderen ( wie der aussieht weiss ich auch nicht) und d) sie wollen nicht die Müllhalde von gesamtD sein.
Ich weiss leider nicht mehr so genau, wie es um was geht, aber das sind so die Punkte, die vor 4 J. aktuell waren.

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Hi,

nur nebenbei:
Interessant finde ich in dem Zusammenhang, dass die Kugelgraphit-Castore, die hier verwendet werden, bei den Amis kaum verwendet werden, wohl weil das Material sproede ist (die Amis verwenden Stahl. Und die Amis sind ja nicht gerade bekannt dafuer, besonders zimperlich zu sein, was sowas angeht …
Mich wuerde mal interessieren, wie sicher diese Teile (Graphit oder Stahl) gegen Terror-Anschlaege sind. Hat da wer Infos zu?

Gruss

Thorsten

Absolut irrelevanter Beitrag meinerseits.
http://www.taz.de/pt/2001/03/27/a0008.nf/text

Gruß
Christian

Meines Erachtens sind die Dinger aus Stahl. Zahlreich Tests haben gezigt, die Dinger sind sicher, sogar gegen Sprengungen.

Wahrscheinlich würden aber auch sie bei genügend hohem Power nachgeben, aber wer terrorisiert so einen denn? Die Ökos garantiert nicht.

Die beiden Dinge gehören zusammen. Die Idee ist, den Transport
so teuer zu machen, dass sich Kernenergie nicht mehr rechnet.
Das führt auch zu dem 2. Punkt. Allerdings ist klar (ich denke
auch den Protestierenden), dass sie den Transport letztendlich
nicht verhindern können.

Das stimmt aber nicht. Jeder weiß, was den Transport so teuer macht. Man muß sich nur die Frage stellen, warum 30000 Polizisten im Einsatz sind und warum er geschützt werden muß. Die, die was dagegen haben, machen ihn so teuer.

Atomkraft rechnet sich immer noch. Es gibt derzeit keine vernünftige Alternative. Was soll denn sonst verwendet werden? Kohle? Das ist ja noch schlechter. Bei der Einweihung des neuen KKW wurde doch ein Übel mit einem anderen erschlagen. Da werden lange Debatten über CO2-Austoß gehalten und fröhlich neue Schleudern eingeführt.
Außerdem importieren wir heute schon Atomstrom von Frankreich und wer dagegen ist, wird abgezockt.
Clevere Geschäftsleute lassen sich da geniale Ideen für Ökos einfallen. Wer drauf reinfällt, bitte…
http://www.nucleostop.onlinehome.de/
Nach neuer Verordnung sind dann nämlich Atomestromelektronen blau, während deutsche Ökostromelektronen grün sind.

oder der hier:
http://www.welt.de/daten/2001/03/27/0327fz243408.htx

Gruss, tafp

Und darum geht es jetzt auch, es soll halt nicht weiter Müll
produziert werden, denn letztlich gehen , wenn die Castoren in
Gorleben sind , das 6-Fache wieder zurück nach Frankreich und
das bedeutet, wir bekommen das auch wieder zurück.

Ist Gorleben denn kein Endlager? Ich denke doch.

Die Menschen stellen sich quer, um a) Gebrauch von ihrem Recht
des Protestes zu machen

macht ihnen keiner streitig…

( was ja schon fast global ist, s.

News) b) um eventuell die Zeit bis zum näxten Tag-X zu
verlängern, somit auch den Abtransport alter Brennstäbe zur
Weideraufbearbeitung nach F , auf das die AKW’S voll sind und
abgeschaltet werden müssen( das ist , soweit ich weiss ein
Hauptziel) und c) der Konsenz der Regierung ist für die Gegner
Quark, d.h.sie wollen einen anderen ( wie der aussieht weiss
ich auch nicht) und d) sie wollen nicht die Müllhalde von
gesamtD sein.

Also: Wir wollen hinauszögern, daß unser Müll zügig wieder nach D kommt? Nach der Logik wäre es ja wohl sinnvoller, das Zeug gar nicht erst nach Frankreich zu schicken, oder? Dann wären die AKW´s auch schneller voll und wir würden Frankreich nicht als Zwischenlager benutzen. Und wo, bitte, sollen wir den Restmüll dann lagern? Er ist nun mal da, wir haben ihn produziert. Es kann ja schlecht jeder Bundesbürger einen Eimer mit nach Hause nehmen. Ich würde auch nicht gerne auf einem Endlager wohnen, aber es erstaunt mich auch immer wieder, daß die Leute, die am lautesten nach alternativen Energien schreien, noch lauter brüllen, wenn man ihnen vor der Stadt ein Windkraftwerk hinbaut.
Weil es die Aussicht verschandelt. Oder ein Wasserkraftwerk in den Fluß setzt, weil da ja sonst eine Forellenart ihren Lebensraum verlieren könnte. Also immer schön nach dem alten Motto: Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andere an.

A propos Atomkonsens: Man ist zumindest übereingekommen, keine neuen AKW´s mehr zu bauen und die vorhandenen abzuschalten.
Über das wann läßt sich gerne diskutieren, aber selbst wenn wir alle sofort vom Netz nehmen bleibt und auch nichts anderes übrig als den Müll zurückzunehmen, also wo, verdammt, ist der Sinn?

Ich weiss leider nicht mehr so genau, wie es um was geht, aber
das sind so die Punkte, die vor 4 J. aktuell waren.

Das ist schön, aber in 4 Jahren könnte man vielleicht seinen Standpunkt mal überdenken. Noch nicht mal ändern. Nur drüber nachdenken.

Die beiden Dinge gehören zusammen. Die Idee ist, den Transport
so teuer zu machen, dass sich Kernenergie nicht mehr rechnet.
Das führt auch zu dem 2. Punkt. Allerdings ist klar (ich denke
auch den Protestierenden), dass sie den Transport letztendlich
nicht verhindern können.

Das stimmt aber nicht. Jeder weiß, was den Transport so teuer
macht. Man muß sich nur die Frage stellen, warum 30000
Polizisten im Einsatz sind und warum er geschützt werden muß.
Die, die was dagegen haben, machen ihn so teuer.

Was stimmt nicht? Ich habe geschrieben, dass die Demonstranten den Transport so teuer machen wollen, dass sich Kernenergie nicht mehr rechnet. Demonstanten erfodern Polizeischutz und das kostet Geld. Außerdem: Je länger der Transport dauert, desto mehr Geld kostet es.

Ich werde an dieser Stelle nicht auf eine Diskussion über Energiegewinnung eingehen. Wurde schon ausführlichst diskutiert.

Ciao
Kaj

Hallo Thorsten,

Kugelgraphit ist kein Graphit sondern ein besonders widerstandsfähiger Gußstahl mit „Kugelgraphit“ Einschlüssen, die eine solche Qualität stark mitbeeinflussen. Etwas besseres haben die „Amis“ auch kaum zu bieten.

Grüße Rudolf

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Hallo??? Ist es nicht deutlich geworden, dass ich nicht der Meinung bin, es ist gut was da, abgeht?? Im Gegenteil, ich kann das Ganze nicht vertreten,d.h. ich denke, der Müll kann nicht irgendwo abgelegt werden, hauptsache er ist nicht in D. Natürlich, wir haben ihn produziert, kriegen daher auch unsere Elektrizität, auf die wir nicht verzichten können/ wollen ( klar, ich auch nicht, warum auch??) , und daher müssen wir den Müll auch zurücknehmen. Glaub mir, ich habe meinen Standpunkt massiv geändert und wollte eigentlich nur sagen, was die Gegener dazu bewegt zu handeln, wie sie es im Moment auch leider wieder tun.Ist mir nicht gelungen und ich mags auch nicht weiter versuchen, da ich wie gesagt auf der Seite des Pro stehe und nur noch denke, langsamer Ausstieg ist gut, auch dass keine neuen AKWS gebaut werden, und es müssen halt Alternativen gesucht und aufgebaut werden.
Hoffe, dass Dir klar ist, was ich geschrieben habe.

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Hallo??? Ist es nicht deutlich geworden, dass ich nicht der
Meinung bin, es ist gut was da, abgeht??

Offensichtlich nicht, nein.

Im Gegenteil, ich
kann das Ganze nicht vertreten,d.h. ich denke, der Müll kann
nicht irgendwo abgelegt werden, hauptsache er ist nicht in D.
Natürlich, wir haben ihn produziert, kriegen daher auch unsere
Elektrizität, auf die wir nicht verzichten können/ wollen (
klar, ich auch nicht, warum auch??) , und daher müssen wir den
Müll auch zurücknehmen. Glaub mir, ich habe meinen Standpunkt
massiv geändert und wollte eigentlich nur sagen, was die
Gegener dazu bewegt zu handeln, wie sie es im Moment auch
leider wieder tun.
Ist mir nicht gelungen und ich mags auch
nicht weiter versuchen, da ich wie gesagt auf der Seite des
Pro stehe und nur noch denke, langsamer Ausstieg ist gut, auch
dass keine neuen AKWS gebaut werden, und es müssen halt
Alternativen gesucht und aufgebaut werden.
Hoffe, dass Dir klar ist, was ich geschrieben habe.

Jetzt ist es mir klar. :smile:
Ich habe dich ja auch nicht persönlich angegriffen. Ich sehe nur in den Medien Personen Verhalten an den Tag legen, das so dermaßen verbohrt und reaktionär ist, daß einem schlecht werden kann.

*Friedenspfeiferüberreich*