Waste
Hi,
ich hab noch nicht alles gelesen, aber muss ich glaub ich auch gar nicht vorm antworten, wenn ich deinen Beitrag lese.
Ich möchte wirklich nichts anderes wissen als den derzeitigen
Trend, der in dieser Altersgruppe herrscht.
Hier kommt jetzt eine _ persönliche, extremistische, anmaßende,… Einschätzung _ eines 20jährigen (naja, n bissl bin ich mittlerweile drüber, aber noch Zielgruppe
)
Die Farben sind _ übertrieben und grell _, doch das dient nur der Kontrastbetonung. Die Übergänge sind natürlich fließend.
Was den sozialen Druck angeht, ist die Hauptfrage, wie sehr die Umgebung dem „Waste“ verfallen ist.
Exkurs: „Waste“, engl. Abfall
Kam mir in den Sinn, als ich überlegt habe, wie ich das „alles“ benennen könnte. Fand ich dann sehr treffend, da „to waste“ „verbrauchen“/„verschwenden“ heißt und „I’m wasted“ „Ich bin total betrunken/voll/dicht/abgefuckt“ und man dieses hehre Ziel mit „let’s get wasted“ in Angriff nimmt.
(Ich finde das Bild vom verschwendeten Abfall einfach sehr treffend.)
Wir leben in einer Konsum- um vor allem Wegwerfgesellschaft. Die Welt verändert sich mit unglaublicher Geschwindigkeit, an allen Ecken wird man mit Informationen und Eindrücken zugebombt, Reizüberflutung, Schulzeit wird verkürzt, Lehrplan erweitert, der Stoff wird einfach reingeprügelt, Leistungsanforderungen sind fern der Realtität (23Jahre, Ausbildung + 2Hochschulabschlüsse, 3 Fremdsprachen, 7Jahre Auslands- und Praxiserfarung), Krieg, Finanzkrise, Genozid, Politikskandal, Wirtschaftskrise, McDonalds-Werbung, soziales-Netzwerk-Dauerstress, …
RAUSCHEN … nichts wird mehr differenziert, nur noch der Masse nach
Es gibt keine Stabilität, keine Zukunft, keine Sicherheit (kommt in allen Nachrichten und im Internet gibt’s noch viel mehr davon).
Kein Ziel auf das man zuarbeiten kann/soll/muss/braucht, allerhöchstens, um die Erwartungen von irgendwem (Eltern, Amt) zu erfüllen.
Da bleibt nur noch das Jetzt&Hier. Das Leben -SOLANGE ES NOCH GEHT- aufsaugen, den Rausch suchen, der stärker als das Rauschen ist.
Und ganz allgemein:
Es wird nur noch konsumiert und was nicht gefällt wieder weggeworfen.
Und vor allen Dingen muss es schnell gehen und darf nicht kompliziert sein. (zB Maggi-Suppen oder Facebook-Datenschutzeinstellungen
)
Und genau das ist von Generation zu Generation immer tiefer in Lebensansprüche und Verhalten eingedrungen.
„Freunde“ hat man nun zu tausenden, wer Probleme hat, wird umständlich und weggeworfen, nach der nächsten Party hat man sowieso 20 neue. Freunde sind keine Menschen mehr denen man vertraut, hilft, um Hilfe fragt, … Freunde sind nur noch Menschen, mit denen man den nächsten Rausch sucht, je unkomplizierter, desto „stabiler“ die gemeinsame „Zukunft“.
Die Frage ist halt: „Mach ich mit?“
Die Antwort ist allerdings schwierig.
Das hat sehr viel mit den Erfahrungen im Heranwachsen zu tun.
Da zählen natürlich die Eltern, Familie(nwerte) und gar nicht mal die soziale Schicht, denn Konsumverhalten kann man in jeder Schicht total falsch vermitteln, es unterscheidet sich dann lediglich in der Qualität.
Aber es kommt auch darauf an, ob man Vertrauen außerhalb der Familien finde konnte. Ob man alles glaubt oder selber nachdenkt, etc.
Bildungsgrad ist auch nicht unbedingt ausschlaggebend, der verändert nur das Alter, wann Weichenstellungen vollzogen werden. So, denke ich, haben Studenten es leichter, diese Strukturen zu erkennen und wider zu handeln, allerdings sind Druck und Anforderungen an Studenten in den letzten Jahren stark gestiegen und das Verlangen mal ordentlich zu wasten und nicht nachzudenken auch.
Aber an der großen Uni hat man auch die einfachste Möglichkeit, nach Menschen zu suchen, die zu einem passen. Das ist ein mächtiger Vorteil gegenüber anderen Jugendgruppen.
Mit 20 ist man natürlich nicht mehr an die Familie gebunden, da ist dann die Frage, wie stark man in so einer „schnelllebigen“ Gruppe steckt und ob sie Eigenmeinungen und gruppenabweichendes Verhalten akzeptiert.
Ach, das lässt sich noch ewig weiter ausdehnen und Gruppenzwang ist ja kein neues Phänomen.
Um’s kurz zu machen, der Druck ist verdammt hoch, aber wer stark ist, lässt sich „nicht“ beeinflussen.
Ich finde es gut, wenn sie etwas warten will, Vertrauen aufbauen, echtes Kennenlernen. Wessen Beziehungen nie länger als 2Monate gingen, wird kein Interesse haben 6 zu warten, aber das ist ja nicht unbedingt nachteilig 
Wichtig, gerade in dem Bereich ist, was man wirklich selber will! Es geht nicht darum anderen zu gefallen oder einen Gefallen zu tun! Aber das ist ja eigentlich nix neues.
Und ihr Bedürfnis lautet nunmal ZEIT.
Ja nee, is nich. Aber das sollte nicht ihr Problem sein 
LG,
Julia
mfg,
ziegenbart
PS: Ich hätte mir denken können, dass es unklug ist, den Titel
so provokant zu formulieren.
Das denk ich mir morgen bestimmt auch 
PPS: Das Geschriebene lässt sich sicher noch an tausend Stellen ergänzen und verbessern, aber dazu habe ich gerade keine Zeit. Hat schon viel zu lange gedauert, das alles hier 