Was ist bloß mit meinem Kind los?

Hallo, ich habe eine einfache Frage zu meinem Kind, aber erstmal muss ich ein wenig zu ihr schreiben.

Auch wenn es viel Text ist, bitte lest es trotzdem und helft mir, wenn ihr könnt!

Zur Erklärung, meine Tochter ist nun 21 Jahre alt, arbeitslos und hat keine Ausbildung.

Anfangs war alles gut. Sie sollte nach der Grundschule aufs Gymnasium, aber wir hatten Angst sie zu überfordern, also beließen wir es bei Realschule. Das wollte sie selbst auch so.
Sie fiel besonders dadurch auf, dass sie ‚zu viel Fantasie‘ hatte, was aber niemanden störte. Manchmal war es anstrengend, da sie einem Löcher in den Bauch fragte, aber man freut sich ja doch, wie kreativ und fantasievoll das Kind ist… Allerdings war sie ein absoluter Tagträumer… Im Unterricht kritzelte sie meistens herum, sogar bei Tests auf die Bögen! Oder sie schrieb Briefe, spielte mit Stiften oder Linealen herum… Nur bei Kunst und Deutsch oder Musik war sie interessiert und ganz still.
Meine Tochter konnte sehr früh lesen und schreiben, schon vor der Grundschule und ihr machten die Fächer deutsch und vor allem Kunst am meisten Spaß. Sie ist sehr begabt und kreativ, was Zeichnen oder Schreiben angeht. Sie bastelt sehr gut und gerne und nun wo sie älter ist, kann sie auch wunderbar fotografieren und ihre Zeichnungen sind mehr als nur Durchschnitt. Sie schreibt Romane und Geschichten, für die sie richtig recherchieren muss, über Themen wie Inquisition, Mittelalter oder generell solche Dinge mit viel Strategie. Sie sind so gut, dass man das Gefühl hat, das Buch wäre aus einem Laden… Ihren ersten Roman, etwa 400 Seiten, hat sie schon mit 12 geschrieben, nun arbeitet sie seit 3 Jahren an einem 4-Teiler… Aber sie beendet nie etwas.
Jedes Land, das sie erfindet hat Religionen und riesige Vergangenheiten, jeder Charakter ist richtig lebendig und so weiter…
Ihre Rechtschreibung ist mehr als nur einwandfrei, aber andere Sprachen wie englisch oder französisch kriegt sie überhaupt nicht in den Kopf, da stand sie immer 5 oder 6 auf dem Zeugnis.
Allerdings hat sie noch immer ‚zu viel‘ Fantasie, woraus sich Angststörungen entwickelt haben. Mal so als Beispiel:
Wenn sie durhc den Keller gehen soll, hat sie Angst ‚irgendetwas‘ greift sie an. Sie bekommt Panik im Dunkeln oder traut sich nicht in die Wanne, wenn es draußen dunkel ist, tagsüber kein Problem! - das nur als Beispiel. Auch im frühend Kindesalter (5 bis 16 Jahre) war es sehr schwer mit ihr… Sie hatte nicht nur unsichtbare Freunde, sondern meinte auch, es gäbe eine Art ‚dunklen Magier‘, der sie beobachtet und umbringt, wenn sie bestimmte Dinge nicht tut. Sie hatte eine Zeit lang sehr große Angst zu sagen ‚Es gibt ihn nicht‘ weil sie dann dachte, er würde ihr erst recht etwas antun. Später wurde das noch schlimmer, wiel sie dann dachte, der Magier wäre der Teufel und es gäbe außerdem noch Gott, der sie auch beobachtet. Ich bekam ‚Diskussionen‘ mit, in denen sie beispielsweise sagte, dass Merlin toll wäre, dann entshculdigte sie sich tausend mal bei Gott dass sie ihn auch toll fand und dann bekam sie wieder Angst vor Merlin… Das machte sie richtig verrückt.
Daraus haben sich ‚Ticks‘ entwickelt wie Zahlenmuster. Wenn sie beispielsweise an ein Geländer kam, dann hat sie das Geräusch versucht zu widerholen, so dass es 8 mal so klang oder 16 mal, meistens in 4er-Mustern. Anfangs hat sie versucht es zu verbergen oder meinte, sie müsste das tun, damit der Magier nicht sauer werden würde.
Ich hielt es für SPielerei, da sie viel Fernsehen sah und mit ihren Freundinnen oft spielte und sie dachten sich unsichtbare Tiere aus oder sowas… Außerdem lachte sie meistens dabei oder anderes. Erst Jahre später begriff ich, wie ernst die Lage eigentlich war und dass sie das bewusst tat, damit ich nichts merkte.
Wir hatten eine Katze und eine Zeit lang, nur ein paar tage, war sie fest davon überzeugt, die Katze würde nur so tun, als wäre sie eine Katze und sie würde sie beobachten. Als wäre eine Art Kamera in ihrem Auge eingebaut (so hat sie mir das als Kind, 10 Jahre etwa, erklärt). Zu der Zeit sperrte sie die Katze immer aus und eine Woche später warf sie auch jede Puppe hinaus oder alles andere, was sie irgendwie ansehen konnte. Trotzdem liebte sie die Tiere und Spielzeuge sehr, wegwerfen ging nicht! Sie liebte trotzdem unsere Tiere, das war das absurde.
Diese Angst hat sie heute nicht mehr, aber damals war sie sehr stark. Auf gefährliche Sachen wie eine Schere beispielsweise legte sie immer etwas anderes drauf, zum Beispiel ein Blatt, da sie der festen Meinung war, nun könnte man es nicht mehr anheben. Sogar ein Schnürsenkel hätte gereicht die Schere zu ‚bannen‘. Sie erfand eine eigene Sprache für Schrift und auch mündlich oder Lichtzeichen die man per Linieal geben konnte.
Es gab eine Zeit - in der Grundschule - da wich sie jedem Blatt auf dem Boden aus, weil sie ihnen nicht weh tun wollte und später behauptete sie fest, Pflanzen würden sie verstehen und sogar mit ihr sprechen. Es wurde sogar so schlimm, dass sie meinte, sie könnte nicht mehr schlucken…!!! Da sie später wegen Polypen ins Krnakenhaus kam, schob ich es darauf, aber ich weiß, dass sie noch immer Probleme hat. Wenn sie sich auf das Schlucken konzentriert, hat sie Angst, es klappt nicht. Wenn sie auf ihren Atem achtet, hat sie Angst, er würde ihr nicht genug Luft geben.
Als Kind glaubte sie auch an Feen und Geister - und sie tut es immernoch - und dieser Glauben macht mir Teilweise etwas Angst um sie. Ich glaube, sie hat einen starken Realitätsverlust… Sie glaubt, dass es Wesen gibt, die sie beobachten und manchmal hat sie Angst, vor ihren Gedanken.
Sie sagt oft Sachen wie: „Ich wette, ich stolpere jetzt über die Stufe da, das tue ich immer. Obwohl, jetzt habe ich es angesprochen, jetzt passiert es nicht. Obwohl, vielleicht doch, weil ich gesagt habe, dass es nicht passiert. Aber- ach egal!“
Es ist, als würde sie denken, wenn man etwas anspricht oder ausspricht passiert es auch.
Außerdem hatte sie Panik nachts das Bett zu verlassen, weil sie meinte, darunter wären Hände, die sie packen würden. Ich glaube sie hat noch immer Angst im Dunkeln. Diese Hand-Ideen hat sie teilweise noch immer. Sie hat Angst, plötzlich drücken sich Hände an eine Fensterscheibe oder so, abe rnur wenn es dunkel ist. BEi Tag hat sie keinerlei Probleme… Auch nicht, wenn sie nicht alleine war! Wenn sie mit jemanden zusammen is,t vergisst sie ihre Änste total, auch als Kind. Sie hatte alles (das mit der Katze, der Dunkelheit, dem Beobachten usw…) alles nur, sobald sie alleine war!!!
Obwohl sie weiß, es kann nichts passieren, hat sie dann Angst.
Manchmal dachten wir auch, sie will uns nur veralbern, denn kaum waren wir bei ihr, war alles einwandfrei! Ich dahcte, sie spielt es nur, weil sie Aufmerksamkeit will, aber heute weiß ich, dass sie wirklich ernsthafte Probleme hat.

Aber es gab weitere Probleme:
Sie fing an (im Alter 14-16), Wörter leise zu wiederholen und dann auch immer und immer wieder, aber heimlich.
Sie sagte zum beispiel: Wasser!
Und das Wort flüsterte sie dann leise. Erst drei mal, damit es vier erigbt, dann noch vier mal, dann wieder zwei mal vier mal.
Wenn wir ‚Froot-Loops‘ aßen (So eine Art Smakcks, bunte Ringe) hat sie versucht imer 4 verschiedene Farben zu nehmen oder gleich farbige. Sie hat es heimlich gemacht. Wenn es nicht aufging, hat sie sich nachgegossen. Wenn wir Schoko-Bälle hatten dann immer genau 7, so dass es eine Blume ergab auf dem Löffel. Also, sie war sehr auf Muster und Zahlen aus. Wenn sie etwas durchkrakelte, dann fing sie an, krakelte wild drauf los und musste den Strich aber mit dem Anfang beenden, dieses Problem hat sie noch immer. Bei Texten wo sie … schreibt, müssen es immer 3 Punkte sein, 6 oder 9, 12… usw
Und manchmal, wenn sie unter Stress steht und etwas durchstreicht, verbindet sie die Linie nicht nur mit dem Anfang, sondern mal das gekrakel auch so aus, dass es eine Fläche ergibt.

Nun ist sie 21 und nicht mehr so lebhaft und abenteuerlustig wie früher - sie ist ruhig, weint viel und hat keinerlei Freunde.
Das mit den Mustern hat nachgelassen… Aber sie sind noch immer da, teilweise. Wenn wir essen, vertauscht sie manchmal Fleisch und Kartoffeln oder Gemüse oder so, damit es eine Anordnung auf dem Teller ergibt… Wir sprechen sie darauf nicht an, aber man merkt es.
Wenn ein Bild schief hängt - sogar ein einem Laden - oder ein Buch verkehrt herum steht, dreht sie es herum oder rückt sie es gerade. Sie tut das völlig unbewusst…
Ihre Fantasie kennt noch immer keine Grenzen… Sie hat so viele Ideen für Projekte, sie kann gar nicht alle umsetzen.
Sie redet den ganzen Tag ohne Punkt und Komma…
Außerdem ist sie sehr sensibel… Sehr emotional und feinfühlig. Der Kleinste Satz kann ihre Welt zum Einsturz bringen. Zudem ist sie stark depressiv.
Sie wurde in der Schule eigentlich ihr ganzes Leben lang gemobbt, teilweise sehr sehr stark, alle Klassen hindurch. So stark, dass sie beklaut wurde, geschlagen oder einmal sogar mit Deo und Haarspray zugedieselt oder mit Zigaretten beworfen. Seitdem ist sie sehr sensibel und eine ‚graue Maus‘. Anfangs war sie noch sehr gut in der Schule, später sackte sie aber sehr ab. Sie hat zwar einen guten Abschluss, allerdings noch immer keine Ausbildung und ist seit gut 6 Jahren arbeitslos. Sie versucht da raus zu kommen - sie will fotografin werden - erreicht dieses Ziel aber einfach nicht, will aber auch nicht los lassen und einen anderen Weg wählen.
Obendrein hat sie Schlafprobleme und kriegt alleine nichts hin. Wenn sie Termine hat, schafft sie es nicht hinzugehen, weil sie Angst hat oder anfängt zu weinen. Der Kleinste Termin ist für sie eine sehr sehr griße Sache und ich muss immer dabei sein und sie unterstützen.
Da sie sich auch selbst verletzt hat, dachte ich erst, sie hätte Borderline. Das hat uns auch ein Hausarzt bestätigt.
Wir waren deswegen auch beim Arzt und suchen nun einen Psychologen, aber ich glaube nicht, dass sie NUR!!! Borderline hat. Ist sie vielleicht hochbegabt und ich habe es ‚verpasst‘ es zu fördern?
Und durch irhe weitere Entwicklung ist sie krank geworden…?
Sie ist sehr intelligent, aber sie ‚versteckt‘ es glaube ich, aus Angst, arrogant zu wirken. Dafür macht sie sich selbst sehr schlecht und sie hat kaum Selbstbewusstsein. Statt Wörter wie ‚paradox‘ benutzt sie bewusst Wörter wie ‚seltsam‘, mal so als Beispiel.
Nun habe ich herausgefunden, dass sie sich bereits in der 5. Klasse selbst verletzt hat, allerdings hat sie sich nicht geritzt, sondern mit Steinen blau geschlagen. Sie hat in ihrem Tagebuch geschrieben (Sie hat es mir gezeigt, ich habe nicht heimlich gelesen oder so) dass sie mit 16 Angst hatte, sie wäre besessen, da sie sich selbst nicht verstand.
Das Problem ist auch die Borderline-Sache… Sie ist sehr auf einzelne Personen fixiert und ihre Stimmungsschwankungen hindern sie stark daran, etwas hinzukriegen. Den einen Tag liebt sie einen, fünf Minuten später hasst sie die Person und dann klammert sie wieder.

Ich hatte nun die Vermutung, dass sie vielleicht Borderline hat und als Kind hochbegabt war, aber nicht gefördert wurde, kann das sein?
Irgenmdwie sowas? Oder liege ich TOTAL falsch?

Meine Angst ist auch, dass etwas in ihrer Kindheit passiert ist, von dem wir nichts wissen. Sie lebte, als sie 5 war, bei meinem Exmann und deren damaliger Freundin. Diese redete meinem Kind Sachen ein wie: Räuber Hotzenplotz würde nachts durchs fenster kommen und sie holen oder sie würde im Gulli verschwinden, wenn man in der Badewanne den Stöpsel zieht. Zu der Zeit entwickelte sie richtig Panik vor offenen Fenster oder Badewannen und fing an zu schreien, wie am Spieß. Da habe ich sie dann auch sofort zu mir geholt, aber wohl leide rzu spät…?
Das Problem ist, mein Exmann war nie Zuhause und ich habe nun Angst, dass all diese Dinge vielleicht eine Art Trauma oder so sind, da sie etwas schrekcliches erlebt hat?
Aber sie erinnert sich an nichts dergleichen, aber auch an generell sehr wenig aus der Zeit.

Das Problem ist auch, ich weiß nicht, was genau ich nun mit ihr machen soll. Wir rennen von Psychologe zu Psychologe, aber alle wollen ihr nur Medikamente geben und allmählich hat sie auch keine ‚Lust‘ mehr, die alle abzuklappern. Sie verliert wieder den Mund und ich habe Angst, dass sie wieder Suizidgedanken entwickelt…

So, ich hoffe, jemand liest sich das alles wirklich durch.
Habt ihr vielleicht andere Denkanstöße für mich? Wisst ihr andere Krankheiten die auf sie zutreffen? Habt ihr Ideen oder Ratschläge?

Ein Bekannter sagte heute aus Spaß, als ich Rat suchte „Genie und Wahnsinn liegen bekanntlich nah beieinander“ und nun mache ich mir noch mehr Sorgen…

Liebe Grüße und Danke!

Hi Joé,

So, ich hoffe, jemand liest sich das alles wirklich durch.

Ja, das habe ich - und zwar zunehmend fasziniert, muss ich gestehen.

Habt ihr Ideen oder Ratschläge?

Ich bin kein Fachmann und werde mich hüten, zu diesem komplexen „Fall“ etwas zu sagen.

Allerdings kann ich Dir etwas empfehlen. Ich weiß nicht, wo Ihr wohnt, aber falls es Euch möglich ist, dann sucht mal das Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt auf.
http://www.sfi-frankfurt.de/ambulanz.html

Die sind vorzüglich in der Diagnose, machen allerdings selten Langzeittherapien.

Ein Bekannter sagte heute aus Spaß, als ich Rat suchte „Genie
und Wahnsinn liegen bekanntlich nah beieinander“

Das sehe ich nicht nur als „Spaß“. Guck’ Dir mal diese Sammlung an: http://prinzhorn.ukl-hd.de/

Ich wünsche Euch, dass Ihr die Hilfe findet, Eurem wundersamen großartigen Mädchen eine Welt zu eröffnen, in der sie ihr Begabungen angstfrei leben kann.

Gruß,
Anja

Habt ihr vielleicht andere Denkanstöße für mich?

Ja! Einen mal ganz vorab: Versuche, dich von dem Labelgedanken zu lösen. Verständlich, dass du wissen willst, was mit deiner Tochter los ist. Aber mit einem vorschnellen: „sie hat xy“ ist ihr nicht geholfen.

Die „Diagnose“ Borderline, gestellt von einem Hausarzt, ist nichts wert. Solche eine Diagnose muss ein Fachmann stellen und der sollte das gerade bei der Diagnose einer solchen schweren Persönlichkeitsstörung nicht in 3 Minuten zwischen Tür und Angel tun.

Wisst ihr andere Krankheiten die auf sie zutreffen?

Der ganze Denkansatz ist falsch. Du brauchst jetzt nicht eine mehr oder weniger ernsthafte, mehr oder weniger lange Liste von Krankheitsvorschlägen, die alle für dich keinen Wert haben. Was du brauchst, ist eine vernünftige Diagnostik, die nicht vordergründig darauf abhebt, deiner Tochter ein Etikett zu verpassen, sondern Wege für ihre Zukunft aufzeichnet. Das ist ein ganz elementarer Unterschied in der Herangehensweise!

Habt ihr Ideen oder Ratschläge?

Guck dich in deiner Gegend um nach einer guten Möglichkeit für Diagnostik. Ein Hinweis, wo man euch ungefähr verorten kann, würde möglicherweise auch konkretere Tipps hervorbringen.

Hallo,
ich habe es ganz gelesen, mit großem Interesse.
Ich betreue einen jungen Mann, der ähnliche Symptome zeigt ( zählen und nicht auf bestimmte Stellen treten, sich bei Gott entschuldigen, dass er so ist, Maschinengeräusche nachahmen(heimlich), mit Wesen kommunizieren etc.).
Seine Diagnose ist Jugendschizophrenie.
Durch eine Medikation und regelmäßige Besuche beim Psychiater, der sich jedesmal eine volle Stunde für ein ausgiebiges Gespräch Zeit nimmt, sind diese Symptome zurückgegangen.
Arbeitslos ist dieser junge Mann auch, denn er gilt als Sonderling.

Es ist sehr begabt, dreht Filme, die schon seinen Wahnsinn wiederspiegeln, er zeigt in den Filmen teilweise seine Sicht der Dinge in seiner Erkrankung.

Für Euch alles Gute.

VG
Kosmokatze

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Gude!

Ich sage gleich vorweg, dass ich kein Psychologe bin. Dennoch möchte ich meinen Senf dazugeben:

Deine Tochter ist ein faszinierendes Wesen, dass sich mit seiner Phantasie aus der Masse hebt. Sie lässt sich leider nicht in gängige Schubladen pressen.

Mein Gefühl beim Lesen deines Textes war, dass diese Andersartigkeit dir Angst bereitet hat - und diese Ängste sich auf deine Tochter übertragen haben.

Ich denke, du solltest keine Angst mehr haben, sondern das Besondere an deiner Tochter sehen, mögen und unterstützen. Sie wird sicherlich nie ein normales Spießerleben führen, aber sie kann ihren Platz im Leben finden und anders glücklich werden.

Kein Genie wird jemals ein völlig „normales“ Leben geführt haben, aber es kommt halt auch nicht drauf an, perfekt in die Gesellschaft zu passen, sondern nur, selbst glücklich zu werden in dieser Gesellschaft.

Ich wünsche euch Glück!

Grüße
vom
tunefish

Hallo, danke für die schnelle Antwort!
Ich möchte sie gar nicht ‚abstempeln‘. Unser Problem ist einfach, dass alle Ärzte und Psychologen sie nur ‚zupumpen‘ und das schon nach dem 1. Termin. Wenn es wneigstens nicht nur dabei bleiben würde… Aber mehr kommt da auch einfach nicht! Das geht schon seit über einem Jahr so!!!
Deswegen hoffe ich etwas zu erfahren, womit ich sagen kann: ‚Bitte sehen Sie sich das und das doch mal genauer an!‘
Oder ‚wir haben die Vermutung, dass…‘ damit die Ärzte und Psychologen endlich mal Klick machen, statt ihre blöde Fließbandarbeit…

Wir kommen aus Berlin.

Liebe Grüße und Danke!

Danke für die netten Worte…
Angst habe ich eher, weil wir nicht vorankommen, aber ich glaube, das ist normal. Ihr Charakter selbst macht mir eigentlich keine Furcht, ich kenne sie ja nicht anders. Sie ist so, seit ich sie zur Welt gebracht habe…
Das einzige, was ich wirklich fürchte, ist, dass ich ihr nicht helfen kann…

Ich danke dir, das hoffen wir auch. Wir haben hier gemeinsam geschrieben, lesen die Antworten zusammen und gehen auch alles andere gemeinsam an.
Ob wir in nächster Zeit nach Frankfurt können, weiß ich nicht, aber sollte es möglich sein, wird es auf jeden Fall in Betracht gezogen!

Grüße und Danke!

Dankeschön, dass du deine Erfahrungen/dein Wissen mit mir teilst.
Es freut mich zu hören, dass die Person Hilfe bekommen hat. Das gibt Hoffnung, dass manche psychologische Anlaufstellen scheinbar doch etwas bringen.

Grüße und Danke!

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Hallo Joé,

oh je, das ist ja alles ganz schön viel!

Willst Du meinen ersten Eindruck als Laie lesen: Die Wahrnehmung Deiner Tochter ist extrem sensibel - und Deine auch, sonst würdest Du das alles nicht beobachten können und reflektieren können.

Andererseits ist das, was Du beschreibst streckenweise auch normal. Viele Kinder konstruieren sich eine Welt, die für sie „funktioniert“ - ob das Spielereien mit der Sprache sind, sortieren von Dingen, abzählen, nicht auf die Fugen der Pflastersteine treten usw.

Auffällig ist es nur im Kontext mit ihrer weiteren Entwicklung - mobbing, soziale Isolation und Ängste beeinträchtigen die Lebensqualität.

Du sprichst von Hochbegabung und Borderline - ich finde die Gedanken nicht abwegig. Auch eine bipolare Störung könnte dahinter liegen. Eine „Schuld“ zu suchen ist aber sinnlos.

Sie hat viele Talente und sie hat viele Probleme - macht was draus!
Sehe ihre Fähigkeiten als etwas Positives und ihre Probleme als etwas, woran gearbeitet werden muss.

Auf jeden Fall sollte sie sich eine komplette Diagnostik unterziehen. Das klingt schlimmer als es ist. Im Krankenhaus (sozialpsychologischer Dienst) könnt ihr einen Termin machen und dort werden sie dann Gespräche führen und dann die entsprechenden Tests durchführen. Am Ende steht ein Abschlussgespräch mit der Diagnosestellung - und das ist unglaublich entspannend zu wissen woran man ist! Die weitere Intervention kann eine Therapie sein, aber auch Empfehlungen für Beschäftigungen - z.B. für einen Beruf, ein Hobby oder Sport.

Eine sehr beeindruckende Lebens- und Leidensgeschichte ist die der Schriftstellerin Janet Frame. Ihre Autobiographie „Gesichter unter Wasser“ oder „Ein Engel an meiner Tafel“ sind sehr lesenswert.

Oberstes Ziel für Deine Tochter sollte es sein ihr Glück zu finden.

Viele Grüße

Noch was ganz Praktisches: kann sie nicht einen VHS-Kurs in Fotographie machen oder ein Praktikum beim Fotographen? Abi nachholen?

Wohnt ihr in der Stadt? Gibt es dort Schreibgruppen? Sie sollte sich mal diese Seite anschauen und sich für den Newsletter eintragen:

http://www.uschtrin.de/

Dort werden viele seriöse Schreibwettbewerbe bekannt gegeben.

Viele Grüße

Hallo,

Zur Erklärung, meine Tochter ist nun 21 Jahre alt, arbeitslos
und hat keine Ausbildung.

Anfangs war alles gut. Sie sollte nach der Grundschule aufs
Gymnasium, aber wir hatten Angst sie zu überfordern,

Woher kam denn diese Angst?

Sie fiel besonders dadurch auf, dass sie ‚zu viel Fantasie‘
hatte, was aber niemanden störte. Manchmal war es anstrengend,
da sie einem Löcher in den Bauch fragte, aber man freut sich
ja doch, wie kreativ und fantasievoll das Kind ist…

Das klingt erstmal ganz unauffällig; viele Kinder sind „aufgeweckt“ und fragenfragenfragen.

Allerdings war sie ein absoluter Tagträumer… Im Unterricht
kritzelte sie meistens herum, sogar bei Tests auf die Bögen!
Oder sie schrieb Briefe, spielte mit Stiften oder Linealen
herum…

Sie schaltete ab, in Fächern, die ihr nicht lagen? Mathe? Fremdsprachen?
Wie waren ihre Leistungen in diesen Fächern?

Nur bei Kunst und Deutsch oder Musik war sie
interessiert und ganz still.

Also hatte sie keine grundlegenden Konzentrationsprobleme, sondern beteiligte sich interessengeleitet am Unterricht.

Sie scheint eine Teilhochbegabung zu haben… das ist manchmal schierig, weil solche Menschen in dem Gebiet der Hochbegabung in der Schule total unterfordert sind/ werden.

Sie schreibt Romane und Geschichten, […]
Aber sie beendet nie etwas.

Sie macht das allein? Sie hat keine Gleichgesinnten, mit denen sie ihre Projekte besprechen kann, sich austauscht, denen sie vorliest? Schreibgruppe?

Nur als Anregung…
http://www.google.de/#sclient=psy&hl=de&biw=1252&bih…

Ihre Rechtschreibung ist mehr als nur einwandfrei, aber andere
Sprachen wie englisch oder französisch kriegt sie überhaupt
nicht in den Kopf, da stand sie immer 5 oder 6 auf dem
Zeugnis.

Sie hat eine Hochbegabung im sprachlichen Bereich der Muttersprache, sowas kommt durchaus vor, dass man dennoch (oder gerade darum) für fremde Sprachen nicht viel übrig hat:smile:

Allerdings hat sie noch immer ‚zu viel‘ Fantasie, woraus sich
Angststörungen entwickelt haben.

Ich würde das nicht unbedingt als ein ZUVIEL an Phantasie betrachten; sie hat möglicherweise aber keine geeigneten Umgangsformen entwickelt, mit ihrer Begabung auch im Alltag klarzukommen?

Wenn sie durhc den Keller gehen soll, hat sie Angst
‚irgendetwas‘ greift sie an. Sie bekommt Panik im Dunkeln oder
traut sich nicht in die Wanne, wenn es draußen dunkel ist,
tagsüber kein Problem!

Sie hat also im Dunkeln Angst, wie ein kleines Kind?

Sie
hatte nicht nur unsichtbare Freunde, sondern meinte auch, es
gäbe eine Art ‚dunklen Magier‘, der sie beobachtet und
umbringt, wenn sie bestimmte Dinge nicht tut. Sie hatte eine
Zeit lang sehr große Angst zu sagen ‚Es gibt ihn nicht‘ weil
sie dann dachte, er würde ihr erst recht etwas antun. Später
wurde das noch schlimmer, wiel sie dann dachte, der Magier
wäre der Teufel und es gäbe außerdem noch Gott, der sie auch
beobachtet. Ich bekam ‚Diskussionen‘ mit, in denen sie
beispielsweise sagte, dass Merlin toll wäre, dann
entshculdigte sie sich tausend mal bei Gott dass sie ihn auch
toll fand und dann bekam sie wieder Angst vor Merlin… Das
machte sie richtig verrückt.

Kennst Du das Buch „Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen“???

Diese Angst hat sie heute nicht mehr, aber damals war sie sehr
stark. Auf gefährliche Sachen wie eine Schere beispielsweise
legte sie immer etwas anderes drauf, zum Beispiel ein Blatt,
da sie der festen Meinung war, nun könnte man es nicht mehr
anheben. Sogar ein Schnürsenkel hätte gereicht die Schere zu
‚bannen‘. Sie erfand eine eigene Sprache für Schrift und auch
mündlich oder Lichtzeichen die man per Linieal geben konnte.
Es gab eine Zeit - in der Grundschule - da wich sie jedem
Blatt auf dem Boden aus, weil sie ihnen nicht weh tun wollte
und später behauptete sie fest, Pflanzen würden sie verstehen
und sogar mit ihr sprechen.

Sie ist empathisch und hat als Kind durch diese ausgeprägte Befähigung wahrscheinlich sehr intensiv erlebt, mit anderem verbunden zu sein?

Wenn sie auf ihren Atem achtet, hat sie Angst, er würde
ihr nicht genug Luft geben.

Das sollte wirklich behandelt werden, und zwar nicht einfach bloß mit Medikamenten. Hat Deine Tochter schon gezielt nach einem/ einer TherapeutInnen gesucht, die sich gut mit z.B. Angststörungen und Zwängen auskennt?

Als Kind glaubte sie auch an Feen und Geister - und sie tut es
immernoch - und dieser Glauben macht mir Teilweise etwas Angst
um sie.

Ich möchte keiner psychischen Störung Vorschub leisten… aber es sei nicht verheimlicht, dass es gesunde, erfolgreiche Menschen gibt, die auch an Feen und Geister glauben. Es kommt aber sehr darauf an, ob dies zur Beeinträchtigung des Alltags führt, ob man darunter leidet - oder ob man es für sich nutzen kann. Mit Ängsten/ Zwängen im Gepäck ist das aber sehr schwer! Da sollte eine erfahrene Therapeutin Deiner Tochter helfen.

Ich glaube, sie hat einen starken Realitätsverlust…
Sie glaubt, dass es Wesen gibt, die sie beobachten und
manchmal hat sie Angst, vor ihren Gedanken.
Sie sagt oft Sachen wie: „Ich wette, ich stolpere jetzt über
die Stufe da, das tue ich immer. Obwohl, jetzt habe ich es
angesprochen, jetzt passiert es nicht. Obwohl, vielleicht
doch, weil ich gesagt habe, dass es nicht passiert. Aber-
ach egal!“

Das ist wahrscheinlich in die Problematik der Ängste/ Zwänge einzuordnen?

Außerdem hatte sie Panik nachts das Bett zu verlassen, weil
sie meinte, darunter wären Hände, die sie packen würden. Ich
glaube sie hat noch immer Angst im Dunkeln.

Ja, sie hat immnoch Angst… das sollte ein therapeutisches Thema sein.

alles nur, sobald sie alleine war!!!

Wieso hebst Du das durch die vielen Ausrufezeichen hervor?

Obwohl sie weiß, es kann nichts passieren, hat sie dann Angst.

Man weiß viel, aber die Angst kann stärker sein!

Manchmal dachten wir auch, sie will uns nur veralbern, denn
kaum waren wir bei ihr, war alles einwandfrei! Ich dahcte, sie
spielt es nur, weil sie Aufmerksamkeit will, aber heute weiß
ich, dass sie wirklich ernsthafte Probleme hat.

Sie hat/te Angst, allein zu sein? Hat sie Geschwister?

Aber es gab weitere Probleme:
Sie fing an (im Alter 14-16), Wörter leise zu wiederholen und
dann auch immer und immer wieder, aber heimlich.
Sie sagte zum beispiel: Wasser!
Und das Wort flüsterte sie dann leise. Erst drei mal, damit es
vier erigbt, dann noch vier mal, dann wieder zwei mal vier
mal.

Wie gesagt: Angst und Zwänge?

Nun ist sie 21 und nicht mehr so lebhaft und abenteuerlustig
wie früher - sie ist ruhig, weint viel und hat keinerlei
Freunde.

Sie ist allein und fühlt sich einsam? Genau das, was sie nie-nicht sein wollte?

Ihre Fantasie kennt noch immer keine Grenzen… Sie hat so
viele Ideen für Projekte, sie kann gar nicht alle umsetzen.
Sie redet den ganzen Tag ohne Punkt und Komma…
Außerdem ist sie sehr sensibel… Sehr emotional und
feinfühlig. Der Kleinste Satz kann ihre Welt zum Einsturz
bringen. Zudem ist sie stark depressiv.

Sie ist wirklich nicht gerade auf dem aufsteigenen Ast.
Sie hat Ängste und Zwänge, ist empatisch und hochbegabt und einsam.
Sie hat niemanden, der ihr das Wasser reichen kann, der mit ihr an ihren Begabungen wirklich arbeitet und sie ernst nimmt darin, dass sie weit über diese Alltagswelt hinaus in ihrer Psyche so viel Lebendigkeit besitzt, mit all den Wesen darin und mit den Ängsten davor, gleichzeitig allein gelassen zu werden?

Sie wurde in der Schule eigentlich ihr ganzes Leben lang
gemobbt, teilweise sehr sehr stark, alle Klassen hindurch. So
stark, dass sie beklaut wurde, geschlagen oder einmal sogar
mit Deo und Haarspray zugedieselt oder mit Zigaretten
beworfen. Seitdem ist sie sehr sensibel und eine ‚graue Maus‘.

Und was haben die Lehrkräfte getan, um ihr zu helfen?

Anfangs war sie noch sehr gut in der Schule, später sackte sie
aber sehr ab. Sie hat zwar einen guten Abschluss, allerdings
noch immer keine Ausbildung und ist seit gut 6 Jahren
arbeitslos. Sie versucht da raus zu kommen - sie will
fotografin werden - erreicht dieses Ziel aber einfach nicht,
will aber auch nicht los lassen und einen anderen Weg wählen.

Sie will UNBEDINGT Fotografin werden?

Obendrein hat sie Schlafprobleme und kriegt alleine nichts
hin. Wenn sie Termine hat, schafft sie es nicht hinzugehen,
weil sie Angst hat oder anfängt zu weinen. Der Kleinste Termin
ist für sie eine sehr sehr griße Sache und ich muss immer
dabei sein und sie unterstützen.

Du bist noch immer für sie da, so wie früher, wenn sie Angst im Dunkeln hatte? Das ist schön, aber das könnte auch bereits bedeuten, dass eine gewisse Abhängigkeit besteht? Wie gesagt, sie muss einen Therapeuten finden, der mit ihr an den Zwängen und Ängsten arbeiten kann?

Da sie sich auch selbst verletzt hat, dachte ich erst, sie
hätte Borderline. Das hat uns auch ein Hausarzt bestätigt.

Der Hausarzt ist ein Scharlatan; er darf sowas einfach gar nicht feststellen.

Wir waren deswegen auch beim Arzt und suchen nun einen
Psychologen, aber ich glaube nicht, dass sie NUR!!! Borderline
hat.

Sie hat erstmal gar nichts, außer erkennbar durch Deine Erzählungen viel Angst… und die hätte ich an ihrer Stelle auch, nach allem!

Ist sie vielleicht hochbegabt und ich habe es ‚verpasst‘
es zu fördern?

Verpasst zu fördern können doch nur Lehrkräfte?
Eltern erziehen und lieben ihre Kinder; sie fördern sie nicht, sondern sind ihr (positives wie negatives) Vorbild und geben ihren Kindern den Schutz und den Raum, sich zu entwickeln… aber das ist schwer zu realisieren, wenn man es mit einem so herausfordernden Charakter zu tun hat, wie ihn Deine Tochter hat.

Man macht Fehler, immer wieder. Man macht sich auch Vorwürfe. Man lässt vielleicht auch nicht so los, wie man es wollte… da gibt es viel Belastendes an dieser Situation! Darum ist es wichtig, dass nicht nur Deine Tochter sich in Therapie begibt, sondern vielleicht solltest Du das auch tun?!

Schulisch gesehen, wurde sie anscheinend nicht sehr gut aufgefangen und gefördert. Heute hat man bezüglich der Hochbegabungen schon einen etwas differenzierten Blick, aber vor 10 oder 20 Jahren sah das noch wieder anders aus:frowning:

Und durch irhe weitere Entwicklung ist sie krank geworden…?
Sie ist sehr intelligent, aber sie ‚versteckt‘ es glaube ich,
aus Angst, arrogant zu wirken. Dafür macht sie sich selbst
sehr schlecht und sie hat kaum Selbstbewusstsein. Statt Wörter
wie ‚paradox‘ benutzt sie bewusst Wörter wie ‚seltsam‘, mal so
als Beispiel.

Das zeigt ja, wie gering ihr Selbstwertgefühl ist - auch daran sollte eine Therapeutin mit ihr arbeiten.

Ich hatte nun die Vermutung, dass sie vielleicht Borderline
hat und als Kind hochbegabt war, aber nicht gefördert wurde,
kann das sein?
Irgenmdwie sowas? Oder liege ich TOTAL falsch?

Kann sein, aber Du bist gerade dabei, sie mit Krankheiten zu belegen und somit den Fehler im System bei ihr zu suchen.
Recht hast Du wahrscheinlich damit, dass sie nicht richtig gefördert wurde.

Meine Angst ist auch, dass etwas in ihrer Kindheit passiert
ist, von dem wir nichts wissen. Sie lebte, als sie 5 war, bei
meinem Exmann und deren damaliger Freundin. Diese redete
meinem Kind Sachen ein wie: Räuber Hotzenplotz würde nachts
durchs fenster kommen und sie holen oder sie würde im Gulli
verschwinden, wenn man in der Badewanne den Stöpsel zieht. Zu
der Zeit entwickelte sie richtig Panik vor offenen Fenster
oder Badewannen und fing an zu schreien, wie am Spieß. Da habe
ich sie dann auch sofort zu mir geholt, aber wohl leide rzu
spät…?

Na, das könnte ja manche ihrer Ängste erklären?

Das Problem ist, mein Exmann war nie Zuhause und ich habe nun
Angst, dass all diese Dinge vielleicht eine Art Trauma oder so
sind, da sie etwas schrekcliches erlebt hat?
Aber sie erinnert sich an nichts dergleichen, aber auch an
generell sehr wenig aus der Zeit.

Kann sein, aber das sollte SIE dann in einer Therapie ansprechen, wenn sie es will.

Das Problem ist auch, ich weiß nicht, was genau ich nun mit
ihr machen soll. Wir rennen von Psychologe zu Psychologe, aber
alle wollen ihr nur Medikamente geben und allmählich hat sie
auch keine ‚Lust‘ mehr, die alle abzuklappern.

Du musst nichts mit ihr machen… sie muss es tun!
Vielleicht sollte sie sich jetzt mal einen guten Therapeuten suchen, der was von seinem Fach versteht und ihre Ängste und Zwänge mit ihr zusammen angeht?
Es erscheint mir äußerst fragwürdig, wenn Psychologen NUR Medikamente verschreiben; was fomuliert denn Deine Tochter, wenn sie dort ist, was sie von denen WILL?

Sie verliert
wieder den Mund und ich habe Angst, dass sie wieder
Suizidgedanken entwickelt…

Hat sie schon versucht, sich umzubringen und war dann stationär in Behandlung? Will sie nicht (wieder) in eine Klinik?

Gruß
Istiden

Dankeschön, dass du deine Erfahrungen/dein Wissen mit mir
teilst.
Es freut mich zu hören, dass die Person Hilfe bekommen hat.
Das gibt Hoffnung, dass manche psychologische Anlaufstellen
scheinbar doch etwas bringen.

Hallo, ja ! Ich habe keine anderen Erfahrungen. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Drogenabhängigen und seit 3 Jahren auch mit psychisch kranken Menschen und habe gute Erfahrungen gemacht.
Wichtig ist eine feste Hand, die den Weg begleiten kann. Hier ist es nicht immer sinnvoll, dass das die Eltern machen.
In Eurem Fall wäre eine Zusammenarbeit mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst wichtig. Die helfen auch die richtigen Anlaufstellen zu finden und auch, wenn gewünscht, eine ambulante Betreuung einzurichten.

VG
Kosmo

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Halli hallo!

Hallo,

Zur Erklärung, meine Tochter ist nun 21 Jahre alt, arbeitslos
und hat keine Ausbildung.

Anfangs war alles gut. Sie sollte nach der Grundschule aufs
Gymnasium, aber wir hatten Angst sie zu überfordern,

Woher kam denn diese Angst?

Wir sind gerade erst umgezogen und zwar nicht nur in eine andere Wohnung, sondern in ein komplett anderes Bundesland. Eigentlich hätte sie noch ein Jahr zur Grundschule gehen sollen, aber dort begann die Oberschule bereits ab der 5. Klasse. Das kam etwas überraschend und sie meinte, sie würde erstmal gucken wollen, wir das so ist. Sie könnte dann ja immernoch auf das Gymnasium wechseln.
Allerdings geschah das dann nicht, da sie stark gemobbt wurde und ihre Noten sich rapide verschlechterten.

Sie schaltete ab, in Fächern, die ihr nicht lagen? Mathe?
Fremdsprachen?
Wie waren ihre Leistungen in diesen Fächern?

Sehr unterschiedlich. Bei Mathe kam es drauf an, worum es ging. Geometrie beispielsweise ging einwandfrei, eigentlich immer einsen. Andere Dinge in Mathe waren eigentlich auch gut, sie denkt sehr viel mit und findet schnell Lösungen. Das Problem liegt eher am Auswendiglernen von Rechenformeln… und vor allem am Desinteresse. Dadurch waren die Endnoten immer zwischen 3 und 4.
Sachen wie Kunst, Deutsch, Musik, Darstellendes Spiel (Theater) oder auch Biologie stand sie immer 1, im ‚schlechtesten‘ Fall 2.
Was Sprachen angeht… Ihre Muttersprache wie gesagt eins, da sie gerne Aufsätze schreibt, Dikatte, Gedichte… Sie interpretiert sie auch sehr gerne (wie Bilder in Kunst) oder liest gerne.
Andere Sprachen wie Englisch oder französisch… Da stand sie 5, später sogar 6.
Sie musste sogar den Französisch-Kurs verlassen, obwohl man das eigentlich nicht durfte. Die Lehrerin hat solange beim Shculleiter Druck gemacht, bis er es genehmigt hat und sie in den Deutschkurs durfte, weil die 6 ihr Zeugnis gefährdete und damit den Abschluss.

Also hatte sie keine grundlegenden Konzentrationsprobleme,
sondern beteiligte sich interessengeleitet am Unterricht.

Ja, sie hat sogar freiwillig Referate gemacht, wenn ihr das Thema Spaß machte und manchmal war sie fast die EInzige, die im Unterricht mitgemacht hat. Aber eben nur, wenn das Interesse da war…

Sie scheint eine Teilhochbegabung zu haben… das ist manchmal
schierig, weil solche Menschen in dem Gebiet der Hochbegabung
in der Schule total unterfordert sind/ werden.

Den Gedanken habe ich auch. Besonders im Kunstunterricht ist das sehr aufgefallen und hat die Lehrer obendrein gestört. Während andere ein Bild gemalt haben und dafür eine Woche brauchten, war sie schon nach 2 Tagen fertig. Während andere überlegt haben, was sie machen sollen, platzte sie fast vor Ideen. Die meisten Kunstlehrer haben sie eher skeptisch gemustert und sie dann ‚bestraft‘ indem sie die Zeit, die sich dadurch frei hatte, dann herumsitzen sollte, da sie meinten es würde die anderen demotivieren.
Das ging allerdings nach hinten los, da meine Tochter ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Mensch ist. Sie saß dann bei allen anderen am Tisch und hat für sie alle gleich mit gemalt.
Zuhause hat sie sich dann oft stundenlang darüber ausgelassen, dass die Frau gerade mal Farbkreise könnte und nicht mal Würfel zeichnen könnte und dass sie der Unterricht aufregen würde usw usw…

Sie macht das allein? Sie hat keine Gleichgesinnten, mit denen
sie ihre Projekte besprechen kann, sich austauscht, denen sie
vorliest? Schreibgruppe?

Eine Schreibgruppe nicht, sie stellt das im Internet zum Lesen aus und bespricht es mit ihrem besten - einzigen - Freund. Ich lese die Geschichte auch, mit viel begeisterung. Ich habe auch gemerkt, dass das nötig ist, denn wenn keiner ihre Werke liest, schreibt sie sie nicht weiter…
Schreiben tut sie allein, auch die Ideen kommen von ganz allein, aber so war es schon immer. Als sie 8 war hat sie damit angefangen, mit kleinen Geschichten und Gedichten, 2 Gedichte wurden sogar schon veröffentlicht worauf ich sehr stolz bin. Sie findet das eher uninteressant und nicht besonders toll. Leider…

Nur als Anregung…
http://www.google.de/#sclient=psy&hl=de&biw=1252&bih…

Dankesehr, wird sofort näher angeguckt!

Sie hat eine Hochbegabung im sprachlichen Bereich der
Muttersprache, sowas kommt durchaus vor, dass man dennoch
(oder gerade darum) für fremde Sprachen nicht viel übrig
hat:smile:

Sie selber betrübt das sehr… Sie wollte früher immer noch latein und italienisch und japanisch lernen, aber allmählich geht die Idee kaputt.

Ich würde das nicht unbedingt als ein ZUVIEL an Phantasie
betrachten; sie hat möglicherweise aber keine geeigneten
Umgangsformen entwickelt, mit ihrer Begabung auch im Alltag
klarzukommen?

Das verstehe ich nicht ganz. Umgangsformen???

Wenn sie durhc den Keller gehen soll, hat sie Angst
‚irgendetwas‘ greift sie an. Sie bekommt Panik im Dunkeln oder
traut sich nicht in die Wanne, wenn es draußen dunkel ist,
tagsüber kein Problem!

Sie hat also im Dunkeln Angst, wie ein kleines Kind?

Ja, das passt ganz gut. Sie denkt, „irgendetwas“ wäre da, wenn es dunkel ist und würde ihr etwas antun. Sie kann aber weder sagen, was eigentlich, noch wie es aussieht oder was es tun würde. Die Angst ist einfach nur da und sie kann sich kaum bewegen und fängt an zu zittern. Wir hatten die Situation gestern wieder und da hat sie mir ihre momentane Eselsbrücke erklärt, wie sie damit umgehen könnte.
Sie sagte:
„Wenn da etwas ist, dass mich umbringt, kanns mir egal sein, dann bin ich ja tot.
Und wenn ich es überlebe, dann ist es auch egal, weil dann scheint es ja nicht schlimm zu sein, haha!“
Aber wirklich überzeugt klang es nicht.

Sie
hatte nicht nur unsichtbare Freunde, sondern meinte auch, es
gäbe eine Art ‚dunklen Magier‘, der sie beobachtet und
umbringt, wenn sie bestimmte Dinge nicht tut. Sie hatte eine
Zeit lang sehr große Angst zu sagen ‚Es gibt ihn nicht‘ weil
sie dann dachte, er würde ihr erst recht etwas antun. Später
wurde das noch schlimmer, wiel sie dann dachte, der Magier
wäre der Teufel und es gäbe außerdem noch Gott, der sie auch
beobachtet. Ich bekam ‚Diskussionen‘ mit, in denen sie
beispielsweise sagte, dass Merlin toll wäre, dann
entshculdigte sie sich tausend mal bei Gott dass sie ihn auch
toll fand und dann bekam sie wieder Angst vor Merlin… Das
machte sie richtig verrückt.

Kennst Du das Buch „Ich habe dir nie einen Rosengarten
versprochen“???

Nein, tut mir leid.

Diese Angst hat sie heute nicht mehr, aber damals war sie sehr
stark. Auf gefährliche Sachen wie eine Schere beispielsweise
legte sie immer etwas anderes drauf, zum Beispiel ein Blatt,
da sie der festen Meinung war, nun könnte man es nicht mehr
anheben. Sogar ein Schnürsenkel hätte gereicht die Schere zu
‚bannen‘. Sie erfand eine eigene Sprache für Schrift und auch
mündlich oder Lichtzeichen die man per Linieal geben konnte.
Es gab eine Zeit - in der Grundschule - da wich sie jedem
Blatt auf dem Boden aus, weil sie ihnen nicht weh tun wollte
und später behauptete sie fest, Pflanzen würden sie verstehen
und sogar mit ihr sprechen.

Sie ist empathisch und hat als Kind durch diese ausgeprägte
Befähigung wahrscheinlich sehr intensiv erlebt, mit anderem
verbunden zu sein?

Ich musste zwar nachschlagen, was Empathie ist, aber ja, das trifft es gut. Sie hat auch Probleme damit, Sachen weg zuwerfen, wie Kuscheltiere oder sowas. Das fällt besonders auf, da hier gerade aussortiert wird, was unseren ganzen Krmepel angeht. Ich erwische sie oft, wie sie dem noch ein Abschiedsküsschen gibt, ehe sie es weg wirft. Meistens aus Spaß, aber ich glaub so spaßig ist es nicht.
Sie vermeidet es auch Filme zu sehen, in denen Menschen Gewalt angetan wird oder dergleichen, einfach, weil sie sich zu sehr hineinversetzt.

Wenn sie auf ihren Atem achtet, hat sie Angst, er würde
ihr nicht genug Luft geben.

Das sollte wirklich behandelt werden, und zwar nicht einfach
bloß mit Medikamenten. Hat Deine Tochter schon gezielt nach
einem/ einer TherapeutInnen gesucht, die sich gut mit z.B.
Angststörungen und Zwängen auskennt?

Nein, bisher nicht. Wir sind vom Hausarzt zu Psychologen geshcickt worden, weil er Borderline diagnostiziert hat… Aber diese waren alle…na ja… Sie haben nicht wirklich zugehört und immer nur Medikamente verschrieben. Wir haben das dann abgebrochen - oder eher sie, da das nciht das ist, was sie will. Sie will wirklcihe Hilfe und kein, wie sie sagt, ‚zudröhnen‘.
Da das nicht klappte, hat sie sich auch ausgesprochen, was die ganzen anderen Dinge angeht und seitdem weiß ich auch endlich, dass da mehr ist, als nur Borderline.

Als Kind glaubte sie auch an Feen und Geister - und sie tut es
immernoch - und dieser Glauben macht mir Teilweise etwas Angst
um sie.

Ich möchte keiner psychischen Störung Vorschub leisten… aber
es sei nicht verheimlicht, dass es gesunde, erfolgreiche
Menschen gibt, die auch an Feen und Geister glauben. Es kommt
aber sehr darauf an, ob dies zur Beeinträchtigung des Alltags
führt, ob man darunter leidet - oder ob man es für sich nutzen
kann. Mit Ängsten/ Zwängen im Gepäck ist das aber sehr schwer!
Da sollte eine erfahrene Therapeutin Deiner Tochter helfen.

Ich glaube, sie hat einen starken Realitätsverlust…
Sie glaubt, dass es Wesen gibt, die sie beobachten und
manchmal hat sie Angst, vor ihren Gedanken.
Sie sagt oft Sachen wie: „Ich wette, ich stolpere jetzt über
die Stufe da, das tue ich immer. Obwohl, jetzt habe ich es
angesprochen, jetzt passiert es nicht. Obwohl, vielleicht
doch, weil ich gesagt habe, dass es nicht passiert. Aber-
ach egal!“

Das ist wahrscheinlich in die Problematik der Ängste/ Zwänge
einzuordnen?

Na ja… Sie glaubt einfach, wenn man etwas dnekt oder sagt, dann passiert es auch. Oder aber, es passiert gerade deswegen nicht, weil eine bestimmte Person, die uns alle leitet, will uns Streiche spielen. Wenn wir es vorher herausfinden, macht diese es natürlich ganz anders. Oder aber, sie macht es dann erst recht so, weil wir ja erwarten, dass sie es anders machen würde!
Sehr verwirrend, aber ich denke schon, ja.

Außerdem hatte sie Panik nachts das Bett zu verlassen, weil
sie meinte, darunter wären Hände, die sie packen würden. Ich
glaube sie hat noch immer Angst im Dunkeln.

Ja, sie hat immnoch Angst… das sollte ein therapeutisches
Thema sein.

alles nur, sobald sie alleine war!!!

Wieso hebst Du das durch die vielen Ausrufezeichen hervor?

Weil ich deutlich machen wollte, dass sie sich in Gesellschaft ganz normal verhält. Ich denke, das ist wichtig, schließlich verstärkt sich die Angst scheinbar, wenn sie alleine ist - vielleicht ist sie sogar nicht einmal da.

Obwohl sie weiß, es kann nichts passieren, hat sie dann Angst.

Man weiß viel, aber die Angst kann stärker sein!

Manchmal dachten wir auch, sie will uns nur veralbern, denn
kaum waren wir bei ihr, war alles einwandfrei! Ich dahcte, sie
spielt es nur, weil sie Aufmerksamkeit will, aber heute weiß
ich, dass sie wirklich ernsthafte Probleme hat.

Sie hat/te Angst, allein zu sein? Hat sie Geschwister?

Nein, sie ist ein Einzelkind. Sie hat eine Halbschwester (10 Jahre) beim Vater lebend, aber sieht sie nur sehr selten, von sich aus aber. Im Grunde wohnt sie nur 10 minuten entfernt, aber sie geht sie trotzdem nie besuchen. Im grunde ist sie eigentlich rund um die Uhr allein, außer sie ist bei mir. Ihr bester Freund lebt am anderen Ende Deutschlands und sie geht eigentlich nie mit anderen raus. Früher war sie jeden Tag draußen, sie war kaum Zuhause, heute ist es genau andersherum. Alles läuft eigentlich nur per Internet.

Aber es gab weitere Probleme:
Sie fing an (im Alter 14-16), Wörter leise zu wiederholen und
dann auch immer und immer wieder, aber heimlich.
Sie sagte zum beispiel: Wasser!
Und das Wort flüsterte sie dann leise. Erst drei mal, damit es
vier erigbt, dann noch vier mal, dann wieder zwei mal vier
mal.

Wie gesagt: Angst und Zwänge?

Nun ist sie 21 und nicht mehr so lebhaft und abenteuerlustig
wie früher - sie ist ruhig, weint viel und hat keinerlei
Freunde.

Sie ist allein und fühlt sich einsam? Genau das, was sie

nie-nicht sein wollte?

Es fällt ihr schwer, Freunde zu finden. Nicht, weil sie nicht kontaktfreudig ist - aber sobald es ‚real‘ ist, traut sie sich nicht. Wenn Treffen anstehen, geht sie nicht hin. Ist sie erst einmal da, ist alles klasse. Sie ist super gut drauf, was auch mehrere Tage anhält, aber sobald ein neues Treffen ansteht, gehen die Probleme wieder los. Es dauert teilweise Monate, bis sie ein Treffen wirklich mal wahrnimmt.

Ihre Fantasie kennt noch immer keine Grenzen… Sie hat so
viele Ideen für Projekte, sie kann gar nicht alle umsetzen.
Sie redet den ganzen Tag ohne Punkt und Komma…
Außerdem ist sie sehr sensibel… Sehr emotional und
feinfühlig. Der Kleinste Satz kann ihre Welt zum Einsturz
bringen. Zudem ist sie stark depressiv.

Sie ist wirklich nicht gerade auf dem aufsteigenen Ast.
Sie hat Ängste und Zwänge, ist empatisch und hochbegabt und
einsam.
Sie hat niemanden, der ihr das Wasser reichen kann, der mit
ihr an ihren Begabungen wirklich arbeitet und sie ernst nimmt
darin, dass sie weit über diese Alltagswelt hinaus in ihrer
Psyche so viel Lebendigkeit besitzt, mit all den Wesen darin
und mit den Ängsten davor, gleichzeitig allein gelassen zu
werden?

Ich gebe mir Mühe, aber ich glaube nicht, dass das reicht.
Gleiches gilt für ihren Freund/Kumpel.

Sie wurde in der Schule eigentlich ihr ganzes Leben lang
gemobbt, teilweise sehr sehr stark, alle Klassen hindurch. So
stark, dass sie beklaut wurde, geschlagen oder einmal sogar
mit Deo und Haarspray zugedieselt oder mit Zigaretten
beworfen. Seitdem ist sie sehr sensibel und eine ‚graue Maus‘.

Und was haben die Lehrkräfte getan, um ihr zu helfen?

Im grunde gar nichts. Auf der ersten Shcule, auf der sie war, hat man versucht es zu unterbinden, die Shcüler bestraft und ihr auch wirklich geholfen, wo es ging.
Nachdem wir dann umzogen und es dort wieterging, schlimmer noch, wurde ihr kaum geholfen. Die Lehrer haben immer sowas gesagt wie ‚Ich habe davon nichts mitbekommen, also kann ich nichts machen.‘ oder es als Jugend-, Pubertätsstreitereien abgetan.
Es gab eine weiße Linie auf dem Boden, die das Shculgelände markierte und sie meinten, alles was dahinter passiert, ist nicht mehr ihr Bereich wofür sie zuständig wären. Die Jungs haben die Kippen dann einfach ‚In‘ den Bereich geworfen und die Lehrer zugesehen… Ich war ziemlich oft in der Schule, aber es passierte nicht wirklich etwas. Irgendwann zogen wir dann erneut um und auf der nächsten Schule war es dann auch erst einmal ruhiger. Sie wurde zwar immernoch gemobbt, aber von den meisten Sachen erfuhr ich erst, als sie mit der Schule fertig war…

Anfangs war sie noch sehr gut in der Schule, später sackte sie
aber sehr ab. Sie hat zwar einen guten Abschluss, allerdings
noch immer keine Ausbildung und ist seit gut 6 Jahren
arbeitslos. Sie versucht da raus zu kommen - sie will
fotografin werden - erreicht dieses Ziel aber einfach nicht,
will aber auch nicht los lassen und einen anderen Weg wählen.

Sie will UNBEDINGT Fotografin werden?

Ja, unbedingt. Egal wie… Was anderes kommt überhaupt nicht in Frage, wa snicht unbedingt gut ist. Man kann reden, wir man will. Mittlerweile habe ich es aufgegeben und helfe ihr, so gut es geht. Mittlerweile ist sie so weit, dass sie IRGENDEINE Ausbildung machen will, um dann Fachabitur machen zu können + Führerschein durch den Verdienst und DANN Fotografin zu werden.

Obendrein hat sie Schlafprobleme und kriegt alleine nichts
hin. Wenn sie Termine hat, schafft sie es nicht hinzugehen,
weil sie Angst hat oder anfängt zu weinen. Der Kleinste Termin
ist für sie eine sehr sehr griße Sache und ich muss immer
dabei sein und sie unterstützen.

Du bist noch immer für sie da, so wie früher, wenn sie Angst

im Dunkeln hatte? Das ist schön, aber das könnte auch bereits
bedeuten, dass eine gewisse Abhängigkeit besteht? Wie gesagt,
sie muss einen Therapeuten finden, der mit ihr an den Zwängen
und Ängsten arbeiten kann?

Es geht nicht anders. Am Anfang wollte ich, dass sie auf eigenen Beinen steht und habe sie alles allein machen lassen, was sie konnte. Aber sie wurde immer depressiver, hat Termine nicht wahrgenommen und wir haben viele Probleme bekommen mit Amt usw…
Wenn sie einen Temrin hat MUSS sie hin, das ist wichtig… Da nehme ich mir dann auch frei, auch, wenn ich mir das eigentlich kaum leisten kann… Sie weiß das auch zu schätzen und sie weint auch viel deswegen, ihr tut es unsagbar leid. Es ist nicht so, dass sie es als selbstvrständlich nimmt. Sie versucht es meistens auch immer allein, aber bricht dann weinend im Hausflur zusammen und bricht die Sache ab. Manchmal klappt es und sie ist mächtig stolz und strahlt nur so und verlangt sogar Lobe ohne Ende. Sie will es eigentlkich alleine schaffen, aber irgendetwas blockt sie.
Sagen wir, ich steh auf jeden Fall hinter ihr, sobald sie es nicht schafft und das weiß sie, nutzt sie aber nicht aus.
Sie kam übrigens von alleine zu mir von wegen „Mama, ich will mir Hilfe holen, unterstützt du mich bitte? Du kannst nicht dauernd meine Stützte spielen.“

Da sie sich auch selbst verletzt hat, dachte ich erst, sie
hätte Borderline. Das hat uns auch ein Hausarzt bestätigt.

Der Hausarzt ist ein Scharlatan; er darf sowas einfach gar
nicht feststellen.

Ich habe mich auch gewundert, weil ich dachte, er müsste sie eigentlich weiter leiten. Er hat ihr auch beim 1. Gespräch bereits starke Antidepressiva verschieben, von denen ein anderer Hausarzt uns aber abgeraten hat.

Wir waren deswegen auch beim Arzt und suchen nun einen
Psychologen, aber ich glaube nicht, dass sie NUR!!! Borderline
hat.

Sie hat erstmal gar nichts, außer erkennbar durch Deine
Erzählungen viel Angst… und die hätte ich an ihrer Stelle
auch, nach allem!

Ist sie vielleicht hochbegabt und ich habe es ‚verpasst‘
es zu fördern?

Verpasst zu fördern können doch nur Lehrkräfte?
Eltern erziehen und lieben ihre Kinder; sie fördern sie nicht,
sondern sind ihr (positives wie negatives) Vorbild und geben
ihren Kindern den Schutz und den Raum, sich zu entwickeln…
aber das ist schwer zu realisieren, wenn man es mit einem so
herausfordernden Charakter zu tun hat, wie ihn Deine Tochter
hat.

Man macht Fehler, immer wieder. Man macht sich auch Vorwürfe.
Man lässt vielleicht auch nicht so los, wie man es wollte…
da gibt es viel Belastendes an dieser Situation! Darum ist es
wichtig, dass nicht nur Deine Tochter sich in Therapie begibt,
sondern vielleicht solltest Du das auch tun?!

Ich hatte diesen Gedanken noch nicht, aber meine Tochter meinte, dass das völlig außer Frage steht, weil sie möchte, dass ich Unterstützung bekomme, damit ich mit ihr umgehen kann, ohne daran kaputtzugehen.
Von daher wird das wohl auf jeden Fall passieren, denke ich, denn im Grunde hat sie ja mehr als Recht damit, ich bin auch nur ein Mensch.

Schulisch gesehen, wurde sie anscheinend nicht sehr gut
aufgefangen und gefördert. Heute hat man bezüglich der
Hochbegabungen schon einen etwas differenzierten Blick, aber
vor 10 oder 20 Jahren sah das noch wieder anders aus:frowning:

Und durch irhe weitere Entwicklung ist sie krank geworden…?
Sie ist sehr intelligent, aber sie ‚versteckt‘ es glaube ich,
aus Angst, arrogant zu wirken. Dafür macht sie sich selbst
sehr schlecht und sie hat kaum Selbstbewusstsein. Statt Wörter
wie ‚paradox‘ benutzt sie bewusst Wörter wie ‚seltsam‘, mal so
als Beispiel.

Das zeigt ja, wie gering ihr Selbstwertgefühl ist - auch daran
sollte eine Therapeutin mit ihr arbeiten.

Ich hatte nun die Vermutung, dass sie vielleicht Borderline
hat und als Kind hochbegabt war, aber nicht gefördert wurde,
kann das sein?
Irgenmdwie sowas? Oder liege ich TOTAL falsch?

Kann sein, aber Du bist gerade dabei, sie mit Krankheiten zu
belegen und somit den Fehler im System bei ihr zu suchen.
Recht hast Du wahrscheinlich damit, dass sie nicht richtig
gefördert wurde.

Meine Angst ist auch, dass etwas in ihrer Kindheit passiert
ist, von dem wir nichts wissen. Sie lebte, als sie 5 war, bei
meinem Exmann und deren damaliger Freundin. Diese redete
meinem Kind Sachen ein wie: Räuber Hotzenplotz würde nachts
durchs fenster kommen und sie holen oder sie würde im Gulli
verschwinden, wenn man in der Badewanne den Stöpsel zieht. Zu
der Zeit entwickelte sie richtig Panik vor offenen Fenster
oder Badewannen und fing an zu schreien, wie am Spieß. Da habe
ich sie dann auch sofort zu mir geholt, aber wohl leide rzu
spät…?

Na, das könnte ja manche ihrer Ängste erklären?

Ja, denke ich auch, aber mein Mann sagt, das alles wäre gar nicht wahr und nie passiert. Hm…

Das Problem ist, mein Exmann war nie Zuhause und ich habe nun
Angst, dass all diese Dinge vielleicht eine Art Trauma oder so
sind, da sie etwas schrekcliches erlebt hat?
Aber sie erinnert sich an nichts dergleichen, aber auch an
generell sehr wenig aus der Zeit.

Kann sein, aber das sollte SIE dann in einer Therapie
ansprechen, wenn sie es will.

Auf jeden Fall! Ich rede ihr da auf keinen Fall rein. Habe ich, als wir beim Psychologen waren, auch nicht. Ich frage auch immer, wo ich mit soll und wo nicht und sie sagt mir offen, was mich etwas angeht und wofür sie noch nicht bereit ist, und so weiter…

Das Problem ist auch, ich weiß nicht, was genau ich nun mit
ihr machen soll. Wir rennen von Psychologe zu Psychologe, aber
alle wollen ihr nur Medikamente geben und allmählich hat sie
auch keine ‚Lust‘ mehr, die alle abzuklappern.

Du musst nichts mit ihr machen… sie muss es tun!
Vielleicht sollte sie sich jetzt mal einen guten Therapeuten
suchen, der was von seinem Fach versteht und ihre Ängste und
Zwänge mit ihr zusammen angeht?
Es erscheint mir äußerst fragwürdig, wenn Psychologen NUR
Medikamente verschreiben; was fomuliert denn Deine Tochter,
wenn sie dort ist, was sie von denen WILL?

Wir waren bei zwei Psychologen, abe rnur bei einem war ich mit im Zimmer. Am Anfang war sie sehr unsicher, weil ihr Hausarzt zu ihr meinte, sie solle auch gleich koffer packen. Der Psychologe war in einem Krankenhaus und er sagte, sie müsste da bleiben. Das hat iuhr etwas Angst gemacht, denn sie möchte auf keinen Fall stationär behandelt werden.
Als die Frau dann meinte, dass das Unsinn wäre, war sie etwas offener und hat alle Fragen beantwortet, recht locker sogar. Sie wurde gefragt ob sie sich verletzt, warum und wie sie sich dabei fühlt… Von sich aus hat sie eigentlich nichts erzählt, aber wenn Fragen waren hat sie schon recht viel geredet. Dass sie alleine ist, Fotografin werden will und dass sie gerne Hilfe hätte. Dass es ihr in letzter Zeit schlecht geht, sie geht kaum raus, sie weint viel, fühlt sich einsam… Sie wurde gefragt, ob ihr oft langweilig wäre und sie sagte ja und dann sollte sie erzählen, was ihre Hobbys sind, woraufhin sie meinte Kunst, Literatur und Fotografie.
Da kam dann sowas wie „Viel Potential zum Fördern.“, was sie sehr gefreut hatte. Aber wir wurden zu einer Töpfer-Gruppe geschickt und da war ihre Freude dahin, weil sie die Sachen machen sollte, damit die das verkaufen können usw… Also ähnlich wie eine Jobcenter-Maßnahme (1€-Job) in der sie mal war, wo sie Tische und Stühle bauen musste, die fürs Jobcenter waren. Sie nahm an dem Kurs auch nicht Teil und damit war die Frau für sie gestorben.
Sie sagte auch, sie hätte ihr die falschen Fragen gestellt… Und dass sie der Frau echt eine Chance gegeben hätte, wirklich, da shat sie ganz stark betont. Aber schon „ihre Art die Fragen zu stellen, um irgendwelche Zwischen-Den-Zeilen-Sachen herauszufinden war miserabel und mehr als nur offensichtlich.“

Sie verliert
wieder den Mund und ich habe Angst, dass sie wieder
Suizidgedanken entwickelt…

Hat sie schon versucht, sich umzubringen und war dann
stationär in Behandlung? Will sie nicht (wieder) in eine
Klinik?

Es versucht nicht, aber sie stand schon mal kurz davor. Meistens sind es Affekt-Handlungen (ich glaube das nennt man so)
Sie hat Streit mit jemandem, weint den ganzen Tag und tut unüberlegtes. Eine halbe Stunde später ist es dann wieder gut aber in diesen Momenten hat sie Angst, sich etwas anzutun. Das war auch einer der Gründe, wieso sie selbst gesagt hat, sie will Hilfe haben.
Als sie 16 war hatte sie Streit mit ihrem Ziehvater, draußen und ist vor ein Auto gerannt, urplötzlich. Er hat sie zurückgezogen und
gedacht sie wollte einfach nur rüber. Nach ein paar Jahren hat sie gestanden, dass sie sich da umbringen wollte.
Als die Psychologin sie gefragt hat, ob sie an Slebstmord denkt, hat sie es bejaht, aber gleich betont, dass es sicher bergauf gehen würde, aus Angst, sie wird eingewiesen.

Gruß
Istiden

Ich danke dir für dein ausführliches Eingehen auf meinen Text und hoffe, du kannst mit meinen Antworten etwas anfangen

Grüße und Danke!

PS: Sie und ich haben über das Geschriebene hier geredet und es teilweise gelesen und sie bedankt sich ebenfalls.
Es fehlen zwar viele Themenpunkte, aber sie hofft, dass wir hier trotzdem noch ein par Ratschläge finden können.
Unse rProblem ist, dass wir nicht genau wissen, WOHIN wir eigentlich gehen müssen. Wir wohnen in Berlin und sicher gibt es hier viele Stellen, die sie ansteuern könnte, aber wir wissen nicht, was für eine auf sie zutrifft und ihr Hausarzt hat ihr nur eine Adresse gegeben, auf der alle möglichen Kliniken und Ärzte aufgelistet sind, ohne nähere Beschreibung…

Hallo nochmal,

zusammengefasst…

Deine Tochter ist jetzt 21 Jahre alt und hat (bisher) den Realschulabschluss erreicht. Sie ist ausgesprochen begabt in bestimmten Teilbereichen, aber die Schulzeit war eher ein Spießrutenlauf aufgrund von Mobbing und mangelndem Verständnis der Lehrkärfte.
Dabei hat sie seit früher Kindheit psychische Probleme, Ängste, Zwänge, nunmehr Depressionen und dazu vielleicht auch Wahnvorstellungen.
Und ohne Deine ständige Unterstützung könnte sie kaum den Alltag bewältigen, nehme ich an.

Sie möchte nicht stationär irgendwo aufgenommen sein. Wieso nicht?
Sie würde aber eine ambulante Therapie anfangen, wenn sich jemand finden ließe.

Ich würde das nicht unbedingt als ein ZUVIEL an Phantasie
betrachten; sie hat möglicherweise aber keine geeigneten
Umgangsformen entwickelt, mit ihrer Begabung auch im Alltag
klarzukommen?

Das verstehe ich nicht ganz. Umgangsformen???

Jedes Kind erlebt eine sogenannte magische Phase…

http://www.kindergesundheit-info.de/fuer-eltern/kind…

Ich nehme an, dass Deine Tochter noch viel von dieser Wahrnehmung mit in ihre weitere Kindheit bis ins Erwachsenensein hinein tragen konnte.
Es behindert sie aber anscheinend darin, sich im Alltagsleben zurecht zu finden; sie lebt irgenwo noch immer dieses „Kind“, das in einer magischen Welt existiert, so die Deutung - und bitte nur als eine Deutung verstehen, mehr ist es nicht!

Kennst Du das Buch „Ich habe dir nie einen Rosengarten
versprochen“???

Nein, tut mir leid.

Vielleicht liest Du es mal, und Deine Tochter auch. Sehr zu empfehlen.

Ich musste zwar nachschlagen, was Empathie ist, aber ja, das
trifft es gut. Sie hat auch Probleme damit, Sachen weg
zuwerfen,

Sie möchte sich nicht von etwas verabschieden, das ihr vertraut ist… geht uns doch allen so:smile:

Sie vermeidet es auch Filme zu sehen, in denen Menschen Gewalt
angetan wird oder dergleichen, einfach, weil sie sich zu sehr
hineinversetzt.

Es ist wichtig, zu lernen, wie man das selbst regulieren kann; dazu aber müsste sie unbedingt erstmal „aus dem Groben raus“.

Wir sind vom Hausarzt zu Psychologen
geshcickt worden, weil er Borderline diagnostiziert hat…
Aber diese waren alle…na ja… Sie haben nicht wirklich
zugehört und immer nur Medikamente verschrieben. Wir haben das
dann abgebrochen - oder eher sie, da das nciht das ist, was
sie will. Sie will wirklcihe Hilfe und kein, wie sie sagt,
‚zudröhnen‘.

Das ist verständlich.
Jedoch scheint sie derzeit nicht in der Lage zu sein, ihr Leben auch nur halbwegs selbstständig zu führen?
Wenn sie wirklich Hilfe will, sollte sie sich über geeignete Kliniken informieren, um herauszufinden, wo man ihr die geeignete Hilfe geben könnte.

Sie hat/te Angst, allein zu sein? Hat sie Geschwister?

Nein, sie ist ein Einzelkind. Sie hat eine Halbschwester (10
Jahre) beim Vater lebend, aber sieht sie nur sehr selten, von
sich aus aber. Im Grunde wohnt sie nur 10 minuten entfernt,
aber sie geht sie trotzdem nie besuchen.

Sie hat eine kleine Schwester „nebenan“; die ist aber auch wesentlich jünger. Der Vater lebt auch „nebenan“? Hat sie denn zu dem noch Kontakt?

Früher war sie jeden Tag
draußen, sie war kaum Zuhause, heute ist es genau andersherum.
Alles läuft eigentlich nur per Internet.

Wo war sie früher unterwegs?

Nun ist sie 21 und nicht mehr so lebhaft und abenteuerlustig
wie früher

Worin bestand diese Abenteuerlust?
Was genau ist passiert, dass sie jetzt nicht mehr diesen Aktivitätsdrang hat? Sie wurde doch früher auch gemobbt und war dennoch draußen und aktiv? Was hat das geändert? Gibt es etwas, dass Du da als Auslöser betrachtest?

Sie will UNBEDINGT Fotografin werden?

Ja, unbedingt. Egal wie… Was anderes kommt überhaupt nicht
in Frage, wa snicht unbedingt gut ist. Man kann reden, wir man
will. Mittlerweile habe ich es aufgegeben und helfe ihr, so
gut es geht. Mittlerweile ist sie so weit, dass sie IRGENDEINE
Ausbildung machen will, um dann Fachabitur machen zu können +
Führerschein durch den Verdienst und DANN Fotografin zu
werden.

Wie man zu etwas gelangt, das ist ja durchaus über mehrere Wege möglich. Nur scheint ja ihre seelische Verfassung es momentan eher nicht zuzulassen?

Sie kam übrigens von alleine zu mir von wegen „Mama, ich will
mir Hilfe holen, unterstützt du mich bitte? Du kannst nicht
dauernd meine Stützte spielen.“

Sie will auf eigenen Beinen stehen, aber schafft es nicht, und Du kannst ihr auch nicht aus diesem Teufelskreislauf helfen - das können nur professionelle Leute.

Ich hatte diesen Gedanken noch nicht, aber meine Tochter
meinte, dass das völlig außer Frage steht, weil sie möchte,
dass ich Unterstützung bekomme, damit ich mit ihr umgehen
kann, ohne daran kaputtzugehen.
Von daher wird das wohl auf jeden Fall passieren, denke ich,
denn im Grunde hat sie ja mehr als Recht damit, ich bin auch
nur ein Mensch.

Eben, und darum ist es um so wichtiger, dass Du etwas für Dich tust. Hole Du Dir also auch Hilfe. Nicht, um dann besser für Deine Tochter zu funktionieren, sondern um auch etwas für Dich zu tun:smile:

Wir waren bei zwei Psychologen, abe rnur bei einem war ich mit
im Zimmer. Am Anfang war sie sehr unsicher, weil ihr Hausarzt
zu ihr meinte, sie solle auch gleich koffer packen. Der
Psychologe war in einem Krankenhaus und er sagte, sie müsste
da bleiben.

Ist sie aber nicht?

Aber wir wurden zu einer Töpfer-Gruppe
geschickt und da war ihre Freude dahin, weil sie die Sachen
machen sollte, damit die das verkaufen können usw… Also
ähnlich wie eine Jobcenter-Maßnahme (1€-Job) in der sie mal
war, wo sie Tische und Stühle bauen musste, die fürs Jobcenter
waren. Sie nahm an dem Kurs auch nicht Teil und damit war die
Frau für sie gestorben.

Kreativität lässt sich da sicher nicht entfalten.
Das ist aber auch leider in den meisten anderen Berufen der Fall.

Als die Psychologin sie gefragt hat, ob sie an Slebstmord
denkt, hat sie es bejaht, aber gleich betont, dass es sicher
bergauf gehen würde, aus Angst, sie wird eingewiesen.

Sie glaubt, dass sie ausgeliefert sei, wenn sie in eine Klinik ginge?
Konkrete Erfahrungen hat sie dazu aber nicht?

PS: Sie und ich haben über das Geschriebene hier geredet und
es teilweise gelesen und sie bedankt sich ebenfalls.

Dann Grüße an Euch beide!

Unse rProblem ist, dass wir nicht genau wissen, WOHIN wir
eigentlich gehen müssen.

Eine gute Klinik suchen, das wäre vielleicht die beste Lösung momentan?

Hallo erneut!!!

Dann fange ich mal an, die Zitate zu bearbeiten! :smile:

Hallo nochmal,

zusammengefasst…

Deine Tochter ist jetzt 21 Jahre alt und hat (bisher) den
Realschulabschluss erreicht. Sie ist ausgesprochen begabt in
bestimmten Teilbereichen, aber die Schulzeit war eher ein
Spießrutenlauf aufgrund von Mobbing und mangelndem Verständnis
der Lehrkärfte.
Dabei hat sie seit früher Kindheit psychische Probleme,
Ängste, Zwänge, nunmehr Depressionen und dazu vielleicht auch
Wahnvorstellungen.
Und ohne Deine ständige Unterstützung könnte sie kaum den
Alltag bewältigen, nehme ich an.

Korrekt, seit etwa einem halben Jahr ist das so. Davor ging es ihr zwar auch nicht gut, aber da war sie selbstständiger und hat mehr alleine geschaft. Sie wird immer labiler.

Sie möchte nicht stationär irgendwo aufgenommen sein. Wieso
nicht?

Aus vielen gründen, die sie aufzählt. Sie will nicht weg von Zuhause und sie will bei ihrer Katze bleiben. Sie hat Angst mit dem Tagesrhytmus nicht klar zu kommen…
Aber ich denke, sie hat einfach nur Angst, dass wäre dort alles sehr schlimm und sie käme nicht mehr heraus.

Sie würde aber eine ambulante Therapie anfangen, wenn sich
jemand finden ließe.

Korrekt!

Jedes Kind erlebt eine sogenannte magische Phase…

http://www.kindergesundheit-info.de/fuer-eltern/kind…

Ich nehme an, dass Deine Tochter noch viel von dieser
Wahrnehmung mit in ihre weitere Kindheit bis ins
Erwachsenensein hinein tragen konnte.
Es behindert sie aber anscheinend darin, sich im Alltagsleben
zurecht zu finden; sie lebt irgenwo noch immer dieses „Kind“,
das in einer magischen Welt existiert, so die Deutung - und
bitte nur als eine Deutung verstehen, mehr ist es nicht!

Ja, stimmt, klingt so und passt sehr gut!
Sie ist ein sehr alberner und ‚kindischer‘ Mensch, singt aus Spaß herum, zappelt, tanzt… Ihre Zimmer ist voller Poster von Manga/Comic-Figuren und sie guckt eher Kinderserien als ‚erwachsene‘ Filme. Sie ist noch ein halbes Kind, wenn man so will. Sie sagt oft ‚Ich werd nie erwachsen, gewöhn dich dran, hehe.‘

Sie möchte sich nicht von etwas verabschieden, das ihr
vertraut ist… geht uns doch allen so:smile:

Das stimmt. :smile:

Sie vermeidet es auch Filme zu sehen, in denen Menschen Gewalt
angetan wird oder dergleichen, einfach, weil sie sich zu sehr
hineinversetzt.

Es ist wichtig, zu lernen, wie man das selbst regulieren kann;
dazu aber müsste sie unbedingt erstmal „aus dem Groben raus“.

Ja, sehe ich auch so. Ich weiß, dass sie tagelang über ‚ernste‘ Filme nachdnekt und die Bilder noch im Kopf hat, wenn sie solche sieht. Deswegen verstehe ich auch, dass sie davon Abstand nimmt und finde es vollkommen okay. Sie hat genug andere Sorgen.

Wir sind vom Hausarzt zu Psychologen
geshcickt worden, weil er Borderline diagnostiziert hat…
Aber diese waren alle…na ja… Sie haben nicht wirklich
zugehört und immer nur Medikamente verschrieben. Wir haben das
dann abgebrochen - oder eher sie, da das nciht das ist, was
sie will. Sie will wirklcihe Hilfe und kein, wie sie sagt,
‚zudröhnen‘.

Das ist verständlich.
Jedoch scheint sie derzeit nicht in der Lage zu sein, ihr
Leben auch nur halbwegs selbstständig zu führen?
Wenn sie wirklich Hilfe will, sollte sie sich über geeignete
Kliniken informieren, um herauszufinden, wo man ihr die
geeignete Hilfe geben könnte.

Sie hat/te Angst, allein zu sein? Hat sie Geschwister?

Nein, sie ist ein Einzelkind. Sie hat eine Halbschwester (10
Jahre) beim Vater lebend, aber sieht sie nur sehr selten, von
sich aus aber. Im Grunde wohnt sie nur 10 minuten entfernt,
aber sie geht sie trotzdem nie besuchen.

Sie hat eine kleine Schwester „nebenan“; die ist aber auch
wesentlich jünger. Der Vater lebt auch „nebenan“? Hat sie denn
zu dem noch Kontakt?

Es geht so…
Die meiste Zeit meldet er sich nicht, was sie sehr verletzt und belastet hat. Sie hat einen Test gemacht und es dauerte 6 Monate, bis was von ihm kam.
Vor ein paar Monaten allerdings gab es eine Art großen Streit. Sie machte ihm, seiner Tochter und seiner Mutter klar, dass sie den Kontakt jetzt abbricht und dass sie genug hat. Sie haben sich ausgesprochen und er versucht nun, es zu ändern. Er meldet sich seitdem wöchentlich. Aber sie sagt selbst: Mal sehen, wie lange.

Früher war sie jeden Tag
draußen, sie war kaum Zuhause, heute ist es genau andersherum.
Alles läuft eigentlich nur per Internet.

Wo war sie früher unterwegs?

Ohje… Überall und nirgends. Als wir auf dem Land lebten hat sie die Natur erkundet, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie hat sich einen Naturführer gekauft, ist Tiere suchen gegangen und hat Steine und Stöcker und Käfer, Blumen, Kräuter mit nach Hause geschleppt… Dann wurde genau untersucht oder Shampoo gemacht, irgendwelche Kräutertinkturen anhand von Rezept-Büchern… Sie hatte ein mikroskop und einen Köcher und war Frösche sammeln und Shcnecken und Spinnen, ich darf gar nicht daran denken, was sie alles angeschleppt hat, haha.
Es fiel mir schwer, das Mittagessen in sie rein zu kriegen, weil sie noch so viel erforschen und beobachten und erkunden musste, vom Bach-Damm bauen angefangen bis hin zum Wasserrad, zur Sonneuhr und zum Füchse suchen.

Was genau ist passiert, dass sie jetzt nicht mehr diesen
Aktivitätsdrang hat? Sie wurde doch früher auch gemobbt und
war dennoch draußen und aktiv? Was hat das geändert? Gibt es
etwas, dass Du da als Auslöser betrachtest?

Einen genauen ‚Auslöser‘ gibt es eigentlich gar nicht. Wir sind später dann wieder nach Berlin gezogen und da ist sie mit ihrer Freundin auch von morgens bis abends weg gewesen. Aber nicht tanzen oder trinken oder sowas, sowas mag sie nicht. Meistens sind sie durch die Stadt geschlendert und haben ‚Forschungsreisen‘ gemacht. Sie sind in die Bahn und irgendwohin und haben sich alles angeguckt und das jeden Tag. Und dann wurden Fotos gemacht oder in Heften gemalt oder sie haben sich vorgelesen und so weiter…
Aber dann hat sie sich mit ihrer besten Freundin stark zerstritten und wir sind daraufhin umgezogen. In der neuen Klasse konnte sie nicht anknüpfen und so blieb sie letzten Endes alleine. Alle, die sie danach kennenlernte, sind für sie ‚Bekannte‘ statt ‚Freunde‘, die sie auch nicht wirklich treffen will.
Ich weiß, dass sie, wenn sie mit ihrem Kum,pel zusammen ist, der so weit weg wohnt, dann ist sie wie früher. Sie rennen durch die Welt, klettern irgendwelche Mauern hoch, schlüpfen durch Zäune, erkunden die Kanalisation usw usw… Aber da sie alleine ist, geht sie nicht raus.

Sie will UNBEDINGT Fotografin werden?

Ja, unbedingt. Egal wie… Was anderes kommt überhaupt nicht
in Frage, wa snicht unbedingt gut ist. Man kann reden, wir man
will. Mittlerweile habe ich es aufgegeben und helfe ihr, so
gut es geht. Mittlerweile ist sie so weit, dass sie IRGENDEINE
Ausbildung machen will, um dann Fachabitur machen zu können +
Führerschein durch den Verdienst und DANN Fotografin zu
werden.

Wie man zu etwas gelangt, das ist ja durchaus über mehrere
Wege möglich. Nur scheint ja ihre seelische Verfassung es
momentan eher nicht zuzulassen?

Ja, das trifft es ganz gut. Wir waren bei einer Schule, sie wollte sich dort bewerben, ich habe davor gewartet., Sie war so aufgeregt und gut drauf und als sie raus kam und wir Heim gegangen sind hat sie mitten in der Bahn angefangen zu weinen und war gut eine Woche wieder ganz ruhig und zurückgezogen, einfach, wiel ihr dieser Schritt schon zu viel war.

Sie kam übrigens von alleine zu mir von wegen „Mama, ich will
mir Hilfe holen, unterstützt du mich bitte? Du kannst nicht
dauernd meine Stützte spielen.“

Sie will auf eigenen Beinen stehen, aber schafft es nicht, und
Du kannst ihr auch nicht aus diesem Teufelskreislauf helfen -
das können nur professionelle Leute.

Ich hatte diesen Gedanken noch nicht, aber meine Tochter
meinte, dass das völlig außer Frage steht, weil sie möchte,
dass ich Unterstützung bekomme, damit ich mit ihr umgehen
kann, ohne daran kaputtzugehen.
Von daher wird das wohl auf jeden Fall passieren, denke ich,
denn im Grunde hat sie ja mehr als Recht damit, ich bin auch
nur ein Mensch.

Eben, und darum ist es um so wichtiger, dass Du etwas für Dich
tust. Hole Du Dir also auch Hilfe. Nicht, um dann besser für
Deine Tochter zu funktionieren, sondern um auch etwas für Dich
zu tun:smile:

Wir waren bei zwei Psychologen, abe rnur bei einem war ich mit
im Zimmer. Am Anfang war sie sehr unsicher, weil ihr Hausarzt
zu ihr meinte, sie solle auch gleich koffer packen. Der
Psychologe war in einem Krankenhaus und er sagte, sie müsste
da bleiben.

Ist sie aber nicht?

Nein, das sagte ja auch der Hausarzt.
Also, wir waren beim Hausarzt und der meinte, wir sollen ins Krankenhaus zu der Psychologin udn sie solle auch gleich einen Koffer mitnehmen denn sie muss da bleiben, da sie ja Borderline hat.
Daraufhin waren wir dann da, aber die Psychologin meinte, dass das Unsinn wäre: Sie behalten keinen einfach so da, außer er ist wirklich gefährdet, was bei meiner Tochter laut ihrer Diagnose nicht der Fall wäre.

Aber wir wurden zu einer Töpfer-Gruppe
geschickt und da war ihre Freude dahin, weil sie die Sachen
machen sollte, damit die das verkaufen können usw… Also
ähnlich wie eine Jobcenter-Maßnahme (1€-Job) in der sie mal
war, wo sie Tische und Stühle bauen musste, die fürs Jobcenter
waren. Sie nahm an dem Kurs auch nicht Teil und damit war die
Frau für sie gestorben.

Kreativität lässt sich da sicher nicht entfalten.
Das ist aber auch leider in den meisten anderen Berufen der
Fall.

Als die Psychologin sie gefragt hat, ob sie an Slebstmord
denkt, hat sie es bejaht, aber gleich betont, dass es sicher
bergauf gehen würde, aus Angst, sie wird eingewiesen.

Sie glaubt, dass sie ausgeliefert sei, wenn sie in eine Klinik
ginge?
Konkrete Erfahrungen hat sie dazu aber nicht?

Nein, gar nicht. Sie war nur einmal im Krankenhaus wegen einer Operation, aber das hat ihr ehrlich gesagt sogar Spaß gemacht, weil sie eine lustige Zimmergenossin hatte und die Ärzte sehr nett waren.
Das ist aber schon Jahre her, da war sie erst 10. Sie weiß wohl einfach nicht, was sie da erwarten würde. Wir haben uns sowas schon mal per Internet angesehen, aber da hin gehen und gucken möchte sie nicht. Sie hat Angst, sie muss dann gleich da bleiben.

PS: Sie und ich haben über das Geschriebene hier geredet und
es teilweise gelesen und sie bedankt sich ebenfalls.

Dann Grüße an Euch beide!

Liebe Grüße zurück :smile:

Unse rProblem ist, dass wir nicht genau wissen, WOHIN wir
eigentlich gehen müssen.

Eine gute Klinik suchen, das wäre vielleicht die beste Lösung
momentan?

Scheint so :smile:
Meinst du, ein Hausarzt könnte uns zu einer weiterleiten?

Grüße und Danke!

Hallo Ihr 2,

also ganz wichtig ist, dass man nicht gezwungen werden kann, eine stationäre Therapie zu machen, wie die Psychologin auch wohl schon sagte!

Wenn man sich darauf einlässt, so wird man sich zwar den Bedingungen der jeweiligen Klinik anpassen müssen, aber das kann man ja vorher nachfragen und auch ruhig nachhaken, wozu das eine oder andere gut sein soll:smile:

Hier ist was in Berlin, wo anscheinend gerade junge Menschen aufgenommen werden:

http://www.krankenhaus-havelhoehe.de/behandlung-fuer…

Dazu hier noch wichtige Infos:
http://www.krankenhaus-havelhoehe.de/Psychosomatik_K…

Man kann aber auch professionell abklären lassen, ob es tatsächlich „Borderline“ sein könnte…
http://www.borderline-community.de/borderline-klinik…

Wendet Euch doch einfach direkt an die Klinik der Wahl und fragt da nach. Ansonsten nochmal zu Hausarzt und/ oder hier beraten lassen:

http://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/organisati…

Sie möchte nicht stationär irgendwo aufgenommen sein. Wieso
nicht?

Aus vielen gründen, die sie aufzählt.

Verständlich. Wenn man Angst hat und nicht weiß, was da passiert; aber man kann sich erstmal alles ansehen, sich informieren über die Klinikregeln und alles genau in Erfahrung bringen, bevor man sich dann entscheidet.

Sie will nicht weg von
Zuhause und sie will bei ihrer Katze bleiben.

Sie muss ja auch nicht weg von zu Hause, sondern KANN eine zeitlang eine Dienstleistung in Anspruch nehmen:smile:
Die Katze ist bestimmt gut versorgt, oder?

Sie hat Angst
mit dem Tagesrhytmus nicht klar zu kommen…
Aber ich denke, sie hat einfach nur Angst, dass wäre dort
alles sehr schlimm und sie käme nicht mehr heraus.

Deshalb: Erst gut informieren, dann weiß man, was ungefähr sein wird.
Und man kommt raus, auch wenn man sich selbst verletzt, z.B. ritzt… solange man sich nicht in der Tat umbringen will!

Sie würde aber eine ambulante Therapie anfangen, wenn sich
jemand finden ließe.

Korrekt!

Hier kann man sich informieren, welche TherapeutInnen gerade „frei“ sind:

http://www.kvberlin.de/30patienten/20gesundheitslots…

Sie ist noch ein halbes Kind, wenn man so
will. Sie sagt oft ‚Ich werd nie erwachsen, gewöhn dich dran,
hehe.‘

Sie hat also nicht die Absicht, „erwachsen zu werden“?
Und das scheint ihr aber auch (manchmal) einen gewissen Spaß zu machen!

Sie hat eine kleine Schwester „nebenan“; die ist aber auch
wesentlich jünger. Der Vater lebt auch „nebenan“? Hat sie denn
zu dem noch Kontakt?

Vor ein paar Monaten allerdings gab es eine Art großen Streit.
Sie machte ihm, seiner Tochter und seiner Mutter klar, dass
sie den Kontakt jetzt abbricht und dass sie genug hat. Sie
haben sich ausgesprochen und er versucht nun, es zu ändern. Er
meldet sich seitdem wöchentlich. Aber sie sagt selbst: Mal
sehen, wie lange.

Klar ist man dann misstrauisch… und verletzen lassen will man sich auch nicht am laufenden Meter. Dass er aber regelmäßig anrzft, zeigt zumindest, dass es ihm nicht egal ist?

Wo war sie früher unterwegs?

Ohje… Überall und nirgends. Als wir auf dem Land lebten hat
sie die Natur erkundet, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie hat
sich einen Naturführer gekauft, ist Tiere suchen gegangen und
hat Steine und Stöcker und Käfer, Blumen, Kräuter mit nach
Hause geschleppt… Dann wurde genau untersucht oder Shampoo
gemacht, irgendwelche Kräutertinkturen anhand von
Rezept-Büchern… Sie hatte ein mikroskop und einen Köcher und
war Frösche sammeln und Shcnecken und Spinnen, ich darf gar
nicht daran denken, was sie alles angeschleppt hat, haha.
Es fiel mir schwer, das Mittagessen in sie rein zu kriegen,
weil sie noch so viel erforschen und beobachten und erkunden
musste, vom Bach-Damm bauen angefangen bis hin zum Wasserrad,
zur Sonneuhr und zum Füchse suchen.

Und wieso lebt Ihr in der Stadt:smile:

Aber dann hat sie sich mit ihrer besten Freundin stark
zerstritten und wir sind daraufhin umgezogen. In der neuen
Klasse konnte sie nicht anknüpfen und so blieb sie letzten
Endes alleine. Alle, die sie danach kennenlernte, sind für sie
‚Bekannte‘ statt ‚Freunde‘, die sie auch nicht wirklich
treffen will.

Diese Freundin hat ihr viel bedeutet?
Warum ist es denn so dermaßen zum Streit gekommen, dass diese Freundschaft daran zerbrach?

Ich weiß, dass sie, wenn sie mit ihrem Kum,pel zusammen ist,
der so weit weg wohnt, dann ist sie wie früher. Sie rennen
durch die Welt, klettern irgendwelche Mauern hoch, schlüpfen
durch Zäune, erkunden die Kanalisation usw usw… Aber da sie
alleine ist, geht sie nicht raus.

Allein ist es auch nur höchstens halb so toll, Abenteuer zu erleben.

Wir waren bei einer Schule, sie
wollte sich dort bewerben, ich habe davor gewartet., Sie war
so aufgeregt und gut drauf und als sie raus kam und wir Heim
gegangen sind hat sie mitten in der Bahn angefangen zu weinen
und war gut eine Woche wieder ganz ruhig und zurückgezogen,
einfach, wiel ihr dieser Schritt schon zu viel war.

Das zeigt auch, wie wichtig eine Therapie wäre.

[…]aber die Psychologin meinte, dass
das Unsinn wäre: Sie behalten keinen einfach so da, außer er
ist wirklich gefährdet, was bei meiner Tochter laut ihrer
Diagnose nicht der Fall wäre.

Eben, und auch wenn sie dort ist, wird niemand sie zwingen, zu bleiben.

Sie glaubt, dass sie ausgeliefert sei, wenn sie in eine Klinik
ginge?

Sie hat Angst, sie muss dann gleich da bleiben.

Nein, das muss sie keinesfalls. Man kann zum Beispiel in der Klinik, die ich verlinkt habe, erstmal reinschnuppern. Steht auf der Seite, schaut Euch das doch mal an.

Herzliche Grüße an Euch!
Istiden

Hallo Ihr 2,

Hey ho du einer/dun eine!

Wir danken dir für die ganzen Links, das hat uns wirklich sehr weitergeholfen und das wird alles näher erkundet und außeinander genommen! :smile:

also ganz wichtig ist, dass man nicht gezwungen werden kann,
eine stationäre Therapie zu machen, wie die Psychologin auch
wohl schon sagte!

Wenn man sich darauf einlässt, so wird man sich zwar den
Bedingungen der jeweiligen Klinik anpassen müssen, aber das
kann man ja vorher nachfragen und auch ruhig nachhaken, wozu
das eine oder andere gut sein soll:smile:

Hier ist was in Berlin, wo anscheinend gerade junge Menschen
aufgenommen werden:

http://www.krankenhaus-havelhoehe.de/behandlung-fuer…

Dazu hier noch wichtige Infos:
http://www.krankenhaus-havelhoehe.de/Psychosomatik_K…

Man kann aber auch professionell abklären lassen, ob es
tatsächlich „Borderline“ sein könnte…
http://www.borderline-community.de/borderline-klinik…

Wendet Euch doch einfach direkt an die Klinik der Wahl und
fragt da nach. Ansonsten nochmal zu Hausarzt und/ oder hier
beraten lassen:

http://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/organisati…

Sie möchte nicht stationär irgendwo aufgenommen sein. Wieso
nicht?

Aus vielen gründen, die sie aufzählt.

Verständlich. Wenn man Angst hat und nicht weiß, was da
passiert; aber man kann sich erstmal alles ansehen, sich
informieren über die Klinikregeln und alles genau in Erfahrung
bringen, bevor man sich dann entscheidet.

Sie will nicht weg von
Zuhause und sie will bei ihrer Katze bleiben.

Sie muss ja auch nicht weg von zu Hause, sondern KANN eine
zeitlang eine Dienstleistung in Anspruch nehmen:smile:
Die Katze ist bestimmt gut versorgt, oder?

Sie hat Angst
mit dem Tagesrhytmus nicht klar zu kommen…
Aber ich denke, sie hat einfach nur Angst, dass wäre dort
alles sehr schlimm und sie käme nicht mehr heraus.

Deshalb: Erst gut informieren, dann weiß man, was ungefähr
sein wird.
Und man kommt raus, auch wenn man sich selbst verletzt, z.B.
ritzt… solange man sich nicht in der Tat umbringen will!

Sie würde aber eine ambulante Therapie anfangen, wenn sich
jemand finden ließe.

Korrekt!

Hier kann man sich informieren, welche TherapeutInnen gerade
„frei“ sind:

http://www.kvberlin.de/30patienten/20gesundheitslots…

Sie ist noch ein halbes Kind, wenn man so
will. Sie sagt oft ‚Ich werd nie erwachsen, gewöhn dich dran,
hehe.‘

Sie hat also nicht die Absicht, „erwachsen zu werden“?
Und das scheint ihr aber auch (manchmal) einen gewissen Spaß
zu machen!

Sie hat eine kleine Schwester „nebenan“; die ist aber auch
wesentlich jünger. Der Vater lebt auch „nebenan“? Hat sie denn
zu dem noch Kontakt?

Vor ein paar Monaten allerdings gab es eine Art großen Streit.
Sie machte ihm, seiner Tochter und seiner Mutter klar, dass
sie den Kontakt jetzt abbricht und dass sie genug hat. Sie
haben sich ausgesprochen und er versucht nun, es zu ändern. Er
meldet sich seitdem wöchentlich. Aber sie sagt selbst: Mal
sehen, wie lange.

Klar ist man dann misstrauisch… und verletzen lassen will
man sich auch nicht am laufenden Meter. Dass er aber
regelmäßig anrzft, zeigt zumindest, dass es ihm nicht egal
ist?

Wo war sie früher unterwegs?

Ohje… Überall und nirgends. Als wir auf dem Land lebten hat
sie die Natur erkundet, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie hat
sich einen Naturführer gekauft, ist Tiere suchen gegangen und
hat Steine und Stöcker und Käfer, Blumen, Kräuter mit nach
Hause geschleppt… Dann wurde genau untersucht oder Shampoo
gemacht, irgendwelche Kräutertinkturen anhand von
Rezept-Büchern… Sie hatte ein mikroskop und einen Köcher und
war Frösche sammeln und Shcnecken und Spinnen, ich darf gar
nicht daran denken, was sie alles angeschleppt hat, haha.
Es fiel mir schwer, das Mittagessen in sie rein zu kriegen,
weil sie noch so viel erforschen und beobachten und erkunden
musste, vom Bach-Damm bauen angefangen bis hin zum Wasserrad,
zur Sonneuhr und zum Füchse suchen.

Und wieso lebt Ihr in der Stadt:smile:

Ohje, viele Gründe.
Als erstes: Das gute, alte Geld.
Da auf dem Land haben wir einfach keine Arbeit gefunden, viele sind deswegen weg gezogen und irgendwann dann auch wir. Da gab es einfach nichts, wirklich nichts!
Das Dorf bestand aus genau 8 Häusern, es gab sonst nur Felder, Scheunen, Wälder und einen See, jede Menge Kühe, Schweine… all sowas. Die nächste Stadt war gut eine Stunde entfernt und da nur mein Mann einen Führerschein hatte, wir uns aber trennten - 2. Grund - waren wir da mehr oder weniger aufgeschmissen.
Wir zogen dann nähe rzur Stadt, aber auch dort ließ sich keine Arbeit finden, außerdem war unser Haus ein riesiger Betrug, was wir aber viel zu spät bemerkten. Es brach sozusagen unter uns zusammen, also zurück nach Berlin.
Leider!!! :-C

Aber dann hat sie sich mit ihrer besten Freundin stark
zerstritten und wir sind daraufhin umgezogen. In der neuen
Klasse konnte sie nicht anknüpfen und so blieb sie letzten
Endes alleine. Alle, die sie danach kennenlernte, sind für sie
‚Bekannte‘ statt ‚Freunde‘, die sie auch nicht wirklich
treffen will.

Diese Freundin hat ihr viel bedeutet?
Warum ist es denn so dermaßen zum Streit gekommen, dass diese
Freundschaft daran zerbrach?

Das weiß ich nicht und sie redet auch konsequent nicht darüber. Das ist ein sehr heikles Thema und sie haben auch bereits seit 5 oder 6 Jahren keinerlei Kontakt mehr. Aber es scheint was sehr ernstes gewesen sein, denn früher war sie fast der Schatten meiner Tochter, so klebten sie zusammen und plötzlich, von einem Tag auf den anderen, wars vorbei…

Ich weiß, dass sie, wenn sie mit ihrem Kum,pel zusammen ist,
der so weit weg wohnt, dann ist sie wie früher. Sie rennen
durch die Welt, klettern irgendwelche Mauern hoch, schlüpfen
durch Zäune, erkunden die Kanalisation usw usw… Aber da sie
alleine ist, geht sie nicht raus.

Allein ist es auch nur höchstens halb so toll, Abenteuer zu
erleben.

Wir waren bei einer Schule, sie
wollte sich dort bewerben, ich habe davor gewartet., Sie war
so aufgeregt und gut drauf und als sie raus kam und wir Heim
gegangen sind hat sie mitten in der Bahn angefangen zu weinen
und war gut eine Woche wieder ganz ruhig und zurückgezogen,
einfach, wiel ihr dieser Schritt schon zu viel war.

Das zeigt auch, wie wichtig eine Therapie wäre.

[…]aber die Psychologin meinte, dass
das Unsinn wäre: Sie behalten keinen einfach so da, außer er
ist wirklich gefährdet, was bei meiner Tochter laut ihrer
Diagnose nicht der Fall wäre.

Eben, und auch wenn sie dort ist, wird niemand sie zwingen, zu
bleiben.

Sie glaubt, dass sie ausgeliefert sei, wenn sie in eine Klinik
ginge?

Sie hat Angst, sie muss dann gleich da bleiben.

Nein, das muss sie keinesfalls. Man kann zum Beispiel in der
Klinik, die ich verlinkt habe, erstmal reinschnuppern. Steht
auf der Seite, schaut Euch das doch mal an.

Herzliche Grüße an Euch!
Istiden

Wir danken dir noch einmal sehr und hoffen, dass wir damit weiterkommen, aber ich denke schon! Man sieht ihr förmlich an, dass sie neuen Mut hat. :smile:

Liebe Grüße und Danke! :smiley: