Was ist das ?

Guten Morgen !

Seit gestern Abend bin ich am Grübeln.
Die Bilder aus Rom sind´s.
Tja, was ist das ? Was bringt Millionen dazu, nach Rom zu pilgern?
Strapazen auf sich zu nehmen ?
Die Sympathie für Johannes Paul wohl auch, aber wohl nicht nur, denke ich.

Es gehen mir Gedanken durch den Kopf wie :

Es macht fast den Eindruck, als wäre er das Oberhaupt der Welt gewesen.
Die Erfüllung der Sehnsucht der Menschheit nach einem geistigen
Führer.
Der weise alte Mann.
Priesterkönig. (Archetypen - C.G. Jung)

Wie der Zeiger der Uhr auf dem Zifferblatt von 1 - 12 und dann wieder von vorne beginnt und jede Stunde zu neuer Gegenwart erweckt,
kehren vielleicht in der Geschichte der Menschheit Epochen wieder, die schon einmal dagewesen ?

Es hat schon einmal eine Zeit gegeben, als der Begriff Priesterschaft
die Bedeutung von Prophetie, Auserwählt sein und Übermenschentum
beinhaltet hat.
Aber vielleicht kehrt diese Zeit nach dem Gesetz
der großen Uhr wieder ? Oder zumindest die Sehnsucht der Menschen danach ?

Eigentlich sollten die momentanen Bilder aus Rom den Regierenden dieser Welt zu denken geben.

Hätt ich das jetzt lieber zu Philosophie gestellt
oder Politik ?

Angel

Medienhype par excellence
Morgen,

ich denke, das ist Medienhype.

Ich schaue nicht so oft TV und deswegen ist dieser ganze Hype an mir vorüber gegangen. Man ahnt nicht, wieviel die Medien zu sowas beitragen.

Viele Leute denken, dies sei ihre einzige Chance, „so etwas“ mal miterlebt zu haben. Ich bin da ganz zuversichtlich, dass ich beim nächsten Papst-Tod auch noch dabei bin. Pilgere dann nach Rom :wink:

Viele Grüße,
Typhoon

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Nich nur
Hallo auch,

ich denke, das ist Medienhype.

Es ist schwer zu sagen, die Medien allein sind es sicherlich nicht, vielmehr die
Präsenz, die der Hl. Vater immer in den Medien hatte - so hat er so viele
Menschen erreicht wie kein anderer Mensch auf der Erde, entsprechend viele
Menschen wollen jetzt auch Abschied nehmen. Wenn ich es gestern mitbekommen habe
sind zudem knapp die Hälfte der Pilger Polen, was wahrscheinlich auch ohne die
24h-Berichterstattung nicht viel weniger gewesen wäre, eben weil dieser Papst aus
Polen kam und für die Menschen dort ein ganz besonderes Vorbild war.

Es sind nicht nur die Medien, die die Menschen nach Rom locken (im Gegenteil, als
ich die Bilder gesehen habe war ich endgültig überzeugt, mich nicht noch schnell
in eine Maschine zu setzen und rüberzudüsen), das muss auch was mit karol Wojtyla
zu tun haben.

Gruß
Christian

ich denke, das ist Medienhype.

Nur ?
Ich nicht.

Der Rattenfänger von Hammeln bläst die ersten Töne,
Ahnungslose lachen dazu und meinen, er blase auf einem Kamm.

Die katholische Kirche hat seit langem ein Gewitter am Himmel
kommen sehen und einen Blitzableiter gebaut.
In Person des verstorbenen Papstes.
Medien im Vatikan.
Reisen durch die Welt.

Angel

Hä??

Der Rattenfänger von Hammeln bläst die ersten Töne,
Ahnungslose lachen dazu und meinen, er blase auf einem Kamm.

Die katholische Kirche hat seit langem ein Gewitter am Himmel
kommen sehen und einen Blitzableiter gebaut.
In Person des verstorbenen Papstes.
Medien im Vatikan.
Reisen durch die Welt.

Sind wir hier im Rätselboard? :wink:

Gruß,
Typhoon

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sorry,
manches läßt sich allegorisch besser ausdrücken und auf den Punkt bringen.
Bilder sprechen eine deutliche Sprache .
Du verstehst doch auch Jesus´Gleichnisse ohne „Hääh“ zu sagen ?
Der Meister war auch ein meister der Bilder.
( Nein, nein, ich bin nicht Jesus )

Oder müssen andere es Dir immer interpretieren ?

Angel

Jesu Gleichnisse sind für mich bei Weitem leichter zu verstehen als Deine…

Oder müssen andere es Dir immer interpretieren ?

Ja, ja…- Weil ich in der Bibel lese, interpretieren es mir andere; aber wenn Du auf RTLII eine dritt-klassige Reportage über die Auferstehung und anschließende Wanderschaft Jesu gen Indien siehst, hast Du’s natürlich selbst interpretiert :wink:. Daumen hoch für soviel Selbsterkenntnis.

Over and out,
Typhoon

1 „Gefällt mir“

RTL II ? Och nein !

Da gibt´s aber doch noch bessere Quellen !

Z.B.:

http://www.ufo.at/buchtips/b_detail_main.php?id=92&k…

und wenn man zu suchen versteht, auch noch andere. (Islam)

Angel

Da gibt´s aber doch noch bessere Quellen !

Die Jesus-in-Indien-Legende :

Günter Grönbold befaßt sich mit den diversen Quellen dieser Theorie und kommt in seinem Buch „Jesus in Indien, das Ende einer Legende“ (Kösel-Verlag, 1985) zu dem Schluß, daß diese Theorie am Ende des 19.Jh ohne haltbares Fundament entstanden ist. Ganz knapp ein paar Punkte:

Da ist zunächst der Bericht des Herrn Notowitsch aus dem Jahre 1894 über angebliche Schriften im buddhistischen Kloster Hemis dGon-pa zum Leben Jesu, aus denen man ihm vorgelesen hätte. Grönbold berichtet von einigen Nachforschungen, denen dieser Bericht nicht standhalten konnte. Auch Holger Kersten (Buch „Jesus lebte in Indien“) wäre in dem betreffenden Kloster nicht fündig geworden.

Weiter gibt es das sogenannte „Evangelium des vollkommenen Lebens“, das (Kap6, Vers13) von einer Reise Jesu nach Indien berichtet. Dieses Evangelium wurde nach Grönbold auf medialem Wege im Jahre 1881 empfangen (was die Ausgabe des Humata-Verlages, 7. Auflage, )

Medial empfangen ist ebenfalls das 1908 veröffentlichte Wassermannevangelium. Seine Übereinstimmunmg mit Notowitsch soll „bemerkenswert“ (Kersten) sein.

1899 schreibt der Gründer der Ahmadiyya-Bewegung Ahmad sein Buch „Jesus starb in Indien“ (deutsch ISBN 3-921458-39-0 Buch anschauen). Unter anderem verweist er auf die Abgar-Sage, die aber lediglich von dem Besuch eines Jüngers Jesu in Edessa (liegt auf dem Weg nach Indien) weiß. Um das wieder gerade zu biegen, werden dieser Sage „Falschheit und Übertreibungen“ unterstellt (S.78).

Weiter verweist Ahmad auf Parallelen zwischen Buddhismus und Christentum, etwa daß sowohl Jesus als auch Buddha ohne menschliche Zeugung empfangen worden seien, beide hätten vierzig Tage gefastet und in Gleichnissen gepredigt. Reinkarnation sei mit dem Evangelium vereinbar, uvm. Das ist zum Teil sicher richtig, belegt aber mE keine wie auch immer gerichtete Beeinflussung der einen Religion durch die andere. Hier ist vielmehr an archetypische Parallelen zu denken.

Philologische Argumente sind von Grönbold ebenfalls für unhaltbar befunden worden.

Richtig ist, daß nach dem Koran (4,158) Jesus nicht am Kreuz gestorben ist. Eine ähnliche Überlieferung ist auch aus recht alten, gnostischen Quellen bekannt.

„Andere Beweise sind … Aussagen von Texten, die erst in der islamischen Periode entstanden, also (in diesem Fall) keine historische Beweiskraft haben“ schreibt Grönbold (S.47), allerdings ohne diese Texte geprüft zu haben (S.139). Obermeier („Starb Jesus in Kaschmir?“ S.179) berichtet zB von einem angeblich 1000 Jahre alten arabischen Geschichtswerk „Ikmal-ud-Din“, das den Tod Jesu in Kaschmir schildern würde.

Grönbold kommt bei alledem jedenfalls zu dem Schluß (S.139): „Der eine Teil der JiIL (Jesus in Indien Legende, U.G.) - und als eine reine Legende hat sich die Geschichte erwiesen - daß nämlich Jesus in seinen Jugendjahren in Indien gewesen sei, ist der Erfindungsgabe des Herrn Notowitsch entsprungen. … Der andere Teil, daß Jesus nicht am Kreuz starb und anschließend nach Kaschmir ging, wo er dann einen natürlichen Tod fand, ist von Ghulam Ahmad, dem Gründer einer islamischen Sekte, in die Welt gesetzt worden.“

Finger sieht die Quellen des JiIl bereits in einem verklärten Indienbild des 19. Jahrhunderts. Ein L.Jacolliot (1837-1890) hätte zB. mit wissenschaftlichem Anspruch die Identität von Krishna und Christus vertreten. Auch antike Quellen kämen in betracht, so die Thomasakten (Reise des Apostels Thomas, des sog. Zwillings Jesu, nach Indien), manichäische Quellen (Missionsreise Manis, der sich ebenfalls als Zwilling Jesu sah, nach Osten ins Zweistromland), Das Leben des Apollonius von Tyana (von Philostrat verfaßt, erläutert von V. Mumprecht, München 1983, gerade mit Apollonius hätte man sich im 19. Jh. intensiv beschäftigt, seine Indienreise sowie viele Parallelen zum Leben Jesu haben vielleicht das Ihre zur JiIL beigetragen) und schließlich die Abgarsage (angebliche Kontakte Jesu nach Edessa).

Das reicht vielleicht, um von den Stärken und Schwächen der Befürworter und Gegner dieser Theorie ein Bild zu bekommen, ein Rest von Unsicherheit bleibt natürlich immer.

Guten Morgen,

ich denke, das ist Medienhype.

Ich fand es furchtbar, ja sogar PERVERS, wie n-tv und N24 auf den Tod des Papstes gewartet haben. Zu jeder Stunde kam dann die Nachricht, „nein er ist immer noch am leben“. Dann wurde der rechte Tor des Petersdomes geschlossen und sofort wurde vermeldet, daß er nun wohl tot sei. Oh nein, doch nicht, das Licht brennt ja noch! Die beste Frage war dann an den Reporter Ralf Finke von N24: „Was passiert in den nächsten 24h?“ Hallo? Ralf Finke der Prophet?! Die Antwort war wie zu erwarten natürlich nur irgendein Blödsinn, was soll der gute Mann auch sagen.

*doppelditsch!*@Verantwortliche

ARD und ZDF brachten auch genügend Sondersendungen, aber mit dem nötigen Abstand und Respekt.

und zu Andrea: für die Katholiken, ja es war ihr Weltführer! Mehr als eine Milliarde Menschen glauben an den Papst. Seine langes Pontifikat hat ihn natürlich geprägt. Alle unter 30 kennen keinen anderen Papst.
Als Deutsch-Südamerikaner hatte ich meine Kämpfe mit diesem Papst wegen seiner wehementen Ablehnung zur Befreiungstheologie, dennoch hat er viel geleistet (hatte ja auch reichlich Zeit dafür) Als Lutheraner macht mich nicht betroffen, daß so viele Menschen nach Rom pilgern, nein es freut mich sogar, denn ich weiß es gibt noch genügend Christen auf dieser Welt (auch wenn ich mir bewußt bin, daß n Teil von den „Pilgern“ aus Sensationslust hingefahren ist, um dabei gewesen zu sein, andere jedoch sicherlich aus echt gefühltem Glauben und Trauer). Nein, was mich mehr schockt und betroffen macht ist, daß alles so öffentlich passiert.
Anwar hat in einem anderem Thread angeführt, daß jeder der soviel Macht ausfüllt einen Großteil seiner Person aufgibt. Im Falle eines Bundeskanzler, eines anderen Politikers gebe ich Anwar recht, aber nicht im Falle des Papstes.
Als ich den augebahrten Papst sah, der vor den Kardinälen lag hat mich beinah der Schlag getroffen. Daß sich die Gläubigen von ihm verabschieden wollen, kann ich auch nachvollziehen. Was ich nicht nachvollziehen kann, daß man die Totenruhe nicht wahrt. In jeder Nachrichtensendung wird gezeigt, wie alle paar Sekunden ein Blitz aufleuchtet, wie Fotohandys hochgehalten werden und das TROTZ Verbots. DAS hat nichts mehr mit Glauben zu tun, das ist in der Tat pure Sensationslust. Hab die 2 vorhergenden Päpste zwar miterlebt, dennoch nicht wirklich mitbekommen? Wurden die auch für alle Öffentlichkeit OFFEN aufgebahrt? Ich find das ziemlich arg!

Grüsse

beso

Öffentlich aufbahren
Hallo,

mitbekommen? Wurden die auch für alle Öffentlichkeit OFFEN
aufgebahrt? Ich find das ziemlich arg!

Ich denke, es spricht im Grunde nichts gegen eine öffentliche Aufbahrung - hätte
der Papst diese untersagt, wäre sie sicherlich nicht geschehen. Als meine Oma
gestorben ist (und bei meinem Opa war es auch so), haben wir einen Tag vor der
Beerdigung auch am offenen Sarg Abschied genommen. Es hilft, die Trauer zu
überwinden wenn man tatsächlich sieht, dass jemand tot ist und still und
friedlich da liegt.
Recht gebe ich Dir hingegen, dass dieses unsägliche Geknipse entwürdigend ist.
Natürlich ist es ein Erlebnis, und die Menschen, die da 15 Stunden angestanden
haben, werden das nicht rein aus Neugierde gemacht haben (hoffe ich) - aber statt
zu knipsen sollten sie es sich mit eigenen Augen angucken und wahrnehmen, Fotos
gibt es später genug…

Gruß
Christian

Hallo,

Als meine Oma gestorben ist (und bei meinem Opa war es auch so),
haben wir einen Tag vor der Beerdigung auch am offenen Sarg Abschied
genommen.

Ja 1 Tag im engsten Kreise am offenen Sarg, aber nicht 3 Tage lang. Ich find ein Abschiednehmen vor einem Sarg wäre würdevoller gewesen. So eine Leiche wird ja nicht schöner, zumal er ja nicht einbalsmiert worden ist, laut Journaille.

Recht gebe ich Dir hingegen, dass dieses unsägliche Geknipse
entwürdigend ist.

Danke, um 4 Uhr morgens konnte ich es nicht so gut schreiben.

Gruß

beso