Was ist das? - Herz?

Hallo zusammen,

ich bin leicht verzweifelt und hoffe auf den ein oder anderen Rat. :wink:

Seit einigen Wochen habe ich folgende Probleme:
-Schmerzen im linken Brustkorb, manchmal unterm Brustbein, selten an der gleichen Stelle im Rücken, Ziehen bis in den linken Arm (Brennen, Stechen, Kribbeln)

  • Starkes Schwindelgefühl - so, als würde ich jeden Moment umfallen, fühlt sich an als käme nicht genug Blut in den Kopf

Es ist mal besser, dann wieder schlimmer. Zeitweise wache ich aber tatsächlich nachts davon auf und tigere dann durch die Wohnung weil es sich wirklich „vernichtend“ anfühlt und ich mich nicht mehr hinlegen und zur Ruhe finden kann. Hinzu kommt, dass es mich psychisch sehr belastet, weil ich mich nicht richtig konzentrieren kann und die ganze Zeit dass Gefühl habe, neben mir zu stehen.

Natürlich war ich beim Arzt. Vor 5 Wochen sagte er mir, dass seien Verspannungen im Rücken. Ich war dann beim Orthopäden, habe mich viel bewegt, teilweise Muskelrelaxan genommen - ohne jegliche Veränderung. Die Beschwerden sind völlig bewegungsunabhängig. Er sagte noch, es könnte auch so etwas wie eine Nervenentzündung sein.
Nach 2 unveränderten Wochen war ich an einem besonders schlimmen Freitag in der Notaufnahme, weil ich wirklich dachte, dass ich tot umfalle. Oberkörper wurde geröntgt - alles ok, sind wohl muskelverspannungen. Einige Tage später war ich wieder bei meinem Hausarzt - Blutbild ohne Befund.

Nun weiss ich nicht wirklich was ich noch tun soll. So unrealistisch es klingt, aber ich habe immer wenn es richtig schlimm ist wirklich Angst, dass ich am Herzen irgendein verschlossenes Gefäß haben könnte. Es ist aber wohl nicht so, dass man sowas über Wochen merken könnte, oder? Ich schätze nicht, dass mein Hausarzt mich zum Internisten / Kardiologen schickt. Trotz familiärer Vorbelastung bin ich wohl mit 28 Jahren zu jung um in einer solchen Sache ernstgenommen zu werden.

Vielleicht hat jemand eine Idee oder aber schon ähnliche Beschwerden gehabt und eine weitere Vorgehensweise. Ich wäre sehr dankbar.

Herzliche Grüße,
Chrisi

Frage
Wenn der Orthopäde gemeint hat das es an den Nerven liegen könnte, warum hat er dich nicht zum Neurologen überwiesen damit dort Tests gemacht werden können.
Würde ich mal nachholen.

Hallo Chrisi! Du solltest zu einem Kardiologen gehen. Falls der Hausarzt ein EKG gemacht haben sollte: Auf einem normalen EKG sieht man nicht alles. Die Spezialisten haben noch anderes.
Eigentlich unverständlich, daß in der Notaufnahme nicht an das Herz gedacht ist…Du bist so jung, „das muß in Ordnung kommen!!“
Gute Besserung für Dich Gruß Erika-Renate

Vielen Dank!
Ich habe einfach das Gefühl, dass niemand ans Herz denkt, gerade weil ich so jung bin. Da bekomme ich eher erzählt, dass ich „gestresst“ sei.
Ich traue mich fast gar nicht, noch einmal zu meinem Hausarzt zu gehen. Selbst zum Blutbild musste ich ihn fast überreden. Könnte ich auch ohne Überweisung einen Kardiologen aufsuchen? Leider kenne ich mich da nicht aus.
Herzliche Grüße,
Chrisi

Hallo,

das mit dem „gestresst“ kann durchaus die richtige Lösung sein.

Ein Bekannter von mir hatte monatelang ganz ähnliche Beschwerden und wurde auch 2x mit Verdacht auf Herzinfarkt in die Klinik eingeliefert.

Jedes EKG, jede Untersuchung ergab ein kerngesundes Herz und auch sonst keine organischen Auffälligkeiten.

Tatsächlich wurde dann bei ihm ein Burn-Out-Syndrom diagnostiziert.
Nachdemn er einige Wochen kürzer getreten war und eine Therapie gemacht hatte, waren alle Beschwerden so plötzlich weg, wie sie gekommen waren.

Kann also sein, dass dein Körper dir sagen will, etwas langsamer zu machen.

Hast du viel Stress, egal ob privat oder beruflich?
Zuviele Baustellen gleichzeitig?
das Gefühl, es allen recht machen zu müssen?

Gruß
Lawrence

P.S.: Trotzdem EKG und Kardiologe und auf Herz und Nieren prüfen lassen.

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Hallo Lawrence,

vielen Dank für Deine Antwort!

Ich hatte in der Tat vor einigen Wochen eine stressige und belastende Zeit (ca. 6 Wochen lang). Die Beschwerden fingen erst an, nachdem alles ein paar Tage vorbei war und ich zur Ruhe kam. Im Moment gibt es keinerlei Probleme mehr. Alles läuft bestens.

Es ist für einen selbst eben so schwer zu glauben, dass so reale Schmerzen / Schwindelgefühl etc. einfach durch die Psyche verursacht werden. Das Ganze ist oft sehr bedrohlich.
Gerade gestern Nacht, als ich deswegen aufwachte, konnte ich nicht glauben, dass es an vergangenem Stress liegen kann - dabei habe ich oft selbst versucht mich mit dem Gedanken über Wasser zu halten, dass nichts passieren kann und das alles irgendwie vom Kopf kommt. (Vielleicht spielt auch mit hinein, dass mein Vater schon mit Ende 40 3 Bypässe hatte - ohne dass er raucht, trinkt, oder sich ungesund ernährt.)

Ich schätze mein Hausarzt wird mich nicht zum Kardiologen überweisen. Seine letzte Aussage war: „Zu einem Blutbild würd´ ich mich gerade so noch überreden lassen.“ Da fühlt man sich nicht wirklich gut aufgehoben.
Kann ich denn einfach so zum Facharzt gehen und 10 € zahlen?

Dank Dir noch mal!
Herzliche Grüße,
Chrisi

Eigenmächtig kannst du nur als Privatpatient zum Facharzt gehen. Andernfalls bist du auf die Überweisung angewiesen.

Notfalls den Hausarzt wechseln.

Gruß

Hallo,

Kann ich denn einfach so zum Facharzt gehen und 10 € zahlen?

Ja kannst Du.

Du kannst beim Facharzt die 10 Euro zahlen und Dir dann für dieses Quartal von ihm für andere Fachrichtungen Überweisungen ausstellen lassen, falls notwendig…sogar zum Hausarzt.
Allerdings kann nicht jede Fachrichtung zu jeder Fachrichtung überweisen. Was geht und was nicht findest Du dann heraus.

Gruß
Maja

Die geschilderten Beschwerden sind völlig untypisch für eine Herzerkranknung.
Und mit einer verstopften Arterie (= Herzinfarkt) läuft man nicht mehr herum.

Ferndiagnosen kann man nicht stellen, sondern höchtens aus der Schilderung eine Richtung ableiten.

Diese ist hier recht typisch (auch wenn’s niemand gerne hört): Die Beschwerden dürften psychosomatisch sein und keinen realen Hintergrund haben.

Ansprechpartner wäre ein Faqcharzt für Psychotherapie oder ein Psychiater,

Hallo,

Eigenmächtig kannst du nur als Privatpatient zum Facharzt
gehen. Andernfalls bist du auf die Überweisung angewiesen.

Hast du dafür einen Beleg? Meines Wissens kann man auch als Kassenpatient gleich zum Facharzt gehen, nur muß man halt ohne Überweisung nochmal die 10 € bezahlen.

Gruß
„Raven“

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Es gibt einige wenige Fachärzte (z.B. Gastroenterologen) bei denen man die Überweisung eines anderen Arztes braucht. Ob diese jetzt nun vom Hausarzt kommt oder irgend einem anderen Arzt, ist relativ egal!

Bei mir richtet sich es immer danach, bei welchem Arzt ich im Quartal als erstes war. Ob die Fachbereiche miteinander zu tun haben, ist egal. So kann bspw. auch der Urologe zum HNO- oder Augenarzt überweisen :wink:

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Wenn EKG und Blutbild in Ordnung sind, ist die Verengung eines Herzkranzgefäßes eher unwahrscheinlich. Im Blut wird ja auch nach „Herzenzymen“ gesucht…wenn Anzeichen dagewesen sind, dass ein Gebiet der Herzmuskulatur unterversorgt ist, hätte man das sicherlich heraus gefunden.

Allein für dein Gewissen würd ich allerdings mal zum Kardiologen gehen. Es ist ein blödes Gefühl, wenn man sich wegen sowas nie ganz sicher ist. Da könnte man mal bei einem Belastungs-EKG vollends abklären, inwieweit dein Herz betroffen ist oder auch nicht.

Dass die Verspannungen der Auslöser sind, ist aber gar nicht so unabwegig. Wenn der zuständige Nerv gereizt ist (sei es durch Muskeln oder auch bereits im Rückenmarkskanal), sind die von dir beschriebenen Symptome typisch. Dein ZNS kann ja nicht klar unterscheiden, ob der Nerv nun an der Oberfläche gereizt wird oder erst im späteren Verlauf.

Evtl. kann man dafür auch mal beim Neurologen vorstellig werden. Das würd ich aber erst, wenn du gar nicht mehr weiter weißt. Aber Achtung: Termin rechtzeitig machen! Oft beträgt die Wartezeit gut und gerne zwei bis drei Monate.

Alles Gute und gute Besserung!

Wenn EKG und Blutbild in Ordnung sind, ist die Verengung eines
Herzkranzgefäßes eher unwahrscheinlich. Im Blut wird ja auch
nach „Herzenzymen“ gesucht…wenn Anzeichen dagewesen sind,
dass ein Gebiet der Herzmuskulatur unterversorgt ist, hätte
man das sicherlich heraus gefunden.

Das ist - leider - rundweg falsch.

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Wenn EKG und Blutbild in Ordnung sind, ist die Verengung eines
Herzkranzgefäßes eher unwahrscheinlich. Im Blut wird ja auch
nach „Herzenzymen“ gesucht…wenn Anzeichen dagewesen sind,
dass ein Gebiet der Herzmuskulatur unterversorgt ist, hätte
man das sicherlich heraus gefunden.

Einen Infarkt findet man über das Blutbild heraus, ein EKG ist eine zusätzliche Diagnoseart, welche aber nicht unbedingt aussagekräftig ist.

Also wenn du einen Infarkt hast oder hattest, dann kann man noch 4Wochen danach Troponin im Blutbild feststellen. Welche im Krankenhaus nach dieser Symptombeschreibung standardmäßig gemacht wird.

Ich denke mal wenn deine Werte alle in Ordnung sind, ruh dich ein bisschen aus oder geh mal zu einen Psychiater. Geh zu deinem Hausarzt und lass dich beraten was er sagt bzgl. Kardiologen oder Psychiater.

Hallo,

Wenn EKG und Blutbild in Ordnung sind, ist die Verengung eines
Herzkranzgefäßes eher unwahrscheinlich.

Sorry, aber das ist totaler Unsinn!

Im Blut wird ja auch
nach „Herzenzymen“ gesucht…wenn Anzeichen dagewesen sind,
dass ein Gebiet der Herzmuskulatur unterversorgt ist, hätte
man das sicherlich heraus gefunden.

Sorry, das stimmt auch nicht!

Eine Angina pectoris ist weder im EKG noch im „Blut“ sicher nachweisbar. Trotzdem ist diese sehr ernst zu nehmen, kann man mit entsprechender Diagnose einen Herzinfarkt verhindern.

Das fatale ist, und das sieht man täglich in den Kliniken, dass diese Symptome nicht ernst genommen werden. Ein paar Tage später kann ein Herzinfarkt die Folge sein und DANN ist das EKD verändert und DANN hat man die Enzyme in Labor. ABER DANN ist es zu spät!

Deshalb ist diese Diagnostik als kompletter Ausschluß nicht so gut geeignet.

Anja

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Hallo

Also wenn du einen Infarkt hast oder hattest, dann kann man
noch 4Wochen danach Troponin im Blutbild feststellen. Welche
im Krankenhaus nach dieser Symptombeschreibung standardmäßig
gemacht wird.

Sorry, das mit den Zeiten stimmt leider nicht.

Der Anstieg im Blutserum ist spätestens nach ca. drei bis vier Stunden nach Infarktbeginn zu erwarten, erreicht nach etwa 20 Stunden das Maximum. Er normalisiert sich nach ein bis zwei Wochen wieder ohne Intervention wieder. Bei Infarkten, die nicht die gesamte Dicke der Herzmuskelwand betreffen (NSTEMI) oder nach Internention (PTCA, Stent oder Bypass manchmal schon nach 48–72 Stunden.

Anja

Hallo Lawrence! Bei Deinem Freund wurde das Herz untersucht und für gut befunden,zum Glück! Aber bei Chris war das nicht der Fall. Es könnte ja auch Stress sein, aber da sollte man alle anderen Krankheiten vorher ausschließen, finde ich…Gruß Erika-Renate

Vielen Dank allen für die netten Antworten! :smile:

Ich werde mich jetzt in mehreren Richtungen bemühen.
Immerhin bin ich schon etwas beruhigt.

Danke noch mal.

Chrisi