Was ist das Partizip Perfekt Passiv (PPP)?

Hallo Wissende,

ich weiß zwar, was es auf Lateinisch heißt und weiß auch, welche Wortart dahinter sich verbirgt, aber wie würde man das deutsch ausdrücken? Wie ist das in der Schule erklärt worden- im Regelfall?

Gruß

Hermann

MOD: Titel fürs Archiv angepaßt

Ahojky,

Im Deutschen wäre das das Partizip II, also z.B. „gelebt“, „gesagt“, „gerufen“, im Gegensatz zu „lebend“, „sagend“ und „rufend“ (Partizip I).
Kann man im Lateinischen unterschiedlich verwenden, als Prädikat, Attribut und Participium coniunctum. Wenn du dafür Beispiele brauchst, sag Bescheid. Was man im Deutschen noch zu erklären könnte … keine Ahnung, der Name sagt eigentlich alles.

Thorid

MOD: Verweise gelöscht, die sich auf entfernte oder bearbeitete Postings bezogen.

Hallo,

danke fürs Posting.

ich weiß zwar, was es auf Lateinisch heißt und weiß auch,
welche Wortart dahinter sich verbirgt, aber wie würde man das
deutsch ausdrücken? Wie ist das in der Schule erklärt worden-
im Regelfall?

Im Deutschen wäre das das Partizip II, also z.B.
„gelebt“, „gesagt“, „gerufen“, im Gegensatz zu „lebend“,
„sagend“ und „rufend“ (Partizip I).
Kann man im Lateinischen unterschiedlich verwenden, als
Prädikat, Attribut und Participium coniunctum. Wenn du dafür
Beispiele brauchst, sag Bescheid. Was man im Deutschen noch zu
erklären könnte … keine Ahnung, der Name sagt eigentlich
alles.

Ja, aber ich wüsste gerne, wie man einem Menschen, der es mit der Grammatik nicht so sonderlich hat, auf deutsch erklären könnte. Es gab doch da irgendwelche deutschen Bezeichnungen für dieses „gelaufen“, „geschwommen“ und so weiter :wink:.
Dass die Partizipialkonstruktionen im Lateinischen geradezu DIE Konstruktion schlechthin sind- ok, soviel krieg’ ich noch gebacken mit großem Lat®inum, aber wie gesagt: Das ist nicht mein Problem (s.o.).

Gruß

Hermann

MOD: Verweise gelöscht, die sich auf entfernte oder bearbeitete Postings bezogen.

Hallo Hermann,

Was man im Deutschen noch zu erklären
könnte … keine Ahnung, der Name sagt eigentlich alles.

Ja, aber ich wüsste gerne, wie man einem Menschen, der es mit
der Grammatik nicht so sonderlich hat, auf deutsch erklären
könnte.

Eben! Ich kann (und muß beruflich) seitenlange Berichte schreiben, die grammatikalisch ok sind. Obwohl ich damals eine sehr gute Deutschlehrerin hatte beherrsche ich die Grammatik mehr intuitiv, weil eben solche Dinge wie PPP in meinem Hirn keine Resonanz fanden. Abgesehen davon, daß ich es mit dem Vokabeln pauken nicht so drauf hatte, war das sicher ein Grund mit warum ich im Fremdsprachenunterricht der Schule so schlecht war.
Es wäre sicher auch heute für viele Kinder sehr hilfreich, wenn sie die Grammatik bei Nichtverstehn anders als mit PPP&Co. erklärt bekämen.

Deshalb ist deine Frage ein Sternchen wert. (Ich muß nur noch rausfinden wie man die Sternchen auch praktisch vergibt.)

Gruß Steffi

Hallo,

Ja, aber ich wüsste gerne, wie man einem Menschen, der es mit
der Grammatik nicht so sonderlich hat, auf deutsch erklären
könnte. Es gab doch da irgendwelche deutschen Bezeichnungen
für dieses „gelaufen“, „geschwommen“ und so weiter :wink:.

Gruß

Hermann

Hallo,

hm, seit gestern mach ich mir nun Gedanken um dieses PPP. Wem willst du das denn erklären - einem Kind, das grade die Anfänge der Grammatik lernt, einem Muttersprachler, jemandem, der Deutsch als Fremdsprache lernt? Geht es darum, wie das PPP gebildet wird oder wie/wo man es anwendet?

Hm.

Thorid

Hallo Thorid,

danke dir für deine Anteilnahme :smile:.

Ja, aber ich wüsste gerne, wie man einem Menschen, der es mit
der Grammatik nicht so sonderlich hat, auf deutsch erklären
könnte. Es gab doch da irgendwelche deutschen Bezeichnungen
für dieses „gelaufen“, „geschwommen“ und so weiter :wink:.

Gruß

Hermann

Hallo,

hm, seit gestern mach ich mir nun Gedanken um dieses PPP.

Zuviel der Ehre, zuviel :smile:.

Wem
willst du das denn erklären - einem Kind, das grade die
Anfänge der Grammatik lernt,

Gott bewahre, nein, ich bin doch kein Kinderschänder.

einem Muttersprachler,

Ja, einem Muttersprachler, einer erwachsenen Person zudem.

jemandem,
der Deutsch als Fremdsprache lernt?
Geht es darum, wie das PPP
gebildet wird oder wie/wo man es anwendet?

Es geht
a) darum, was es überhaupt ist
b) geht es darum, dass die betreffende Person eine leichte Schreibschwäche hat, sie bezeichnet sich selbst als leicht legasthenisch.
c) geht es mir wirklich nicht darum, zu brillieren mit einem Wissen, was ohnehin nur unvollständig ist, sonst würde ich hier auch nicht fragen.
Mir ist dieses PPP (Grammatik habe ich erst an der Uni im Lateinunterricht gelernt, vorher hatte ich keinen blassen Schimmer von Grammatik) immer in Erinnerung geblieben als die vollendete Vergangenheitsform, mehr aber auch nicht.
Nun heißt das Biest aber Partizip Perfekt Passiv- ich weiß, was Partizipien sind, also z.B. Partizip I (Präsens): „gehend“. Soviel kann ich problemlos- denke ich- erklären. In der lat. Sprache gibt es ja sogar, wenn mich nicht alle meine Kenntnisse im Stich gelassen haben, ein Partizip Futur, im Deutschen nicht immer einfach zu übersetzen, und dann das Partizip Perfekt, der Vergangenheit also, und das wäre dann doch wohl dieses „gegangen“ oder eben „gewesen“ :wink:.
Was aber- zum Teufel- hat es mit dem vermaledeiten PASSIV auf sich? Passiv = Leideform, also die Form, wo der Täter zum Opfer wird oder so in die Richtung … Wieso heißt das nicht einfach Partizip Perfekt sondern Part. Perf. PASSIV, wenn ich bislang einigermaßen richtig geschlossen habe und gewusst habe. Wenn das nicht wäre…

Gruß

Hermann

Hallo Steffi,

dank’ dir für dein Posting.

Was man im Deutschen noch zu erklären
könnte … keine Ahnung, der Name sagt eigentlich alles.

Ja, aber ich wüsste gerne, wie man einem Menschen, der es mit
der Grammatik nicht so sonderlich hat, auf deutsch erklären
könnte.

Eben! Ich kann (und muß beruflich) seitenlange Berichte
schreiben, die grammatikalisch ok sind.

Tja, dann schätze ich, wird es dir gehen wie mir und vielen anderen auch: Man schreibt nach „Gefühl“ :wink:.

Obwohl ich damals eine
sehr gute Deutschlehrerin hatte

Hatte ich nie so recht, zumindest nicht was Grammatik angeht und Rechtschreibung. Ich habe Grammatik erst an der Uni gelernt, wie ich das große Latinum im Rahmen des Studiums nachmachen musste. Herr je, war das eine Plackerei, das große Latinum in zwei Semestern nachzuholen. Aber Grammatik habe ich doch ein bisschen gelernt und erkannt, dass es immerhin Menschen gibt, die versuchen, die Regeln, nach denen wir sprechen und schreiben, anderen zugänglich und nachvollziehbar zu machen. Das hat mich irgendwie auch positiv beeindruckt, wenn ich auch sagen muss, dass ich es immer recht leidvoll empfunden habe, mir das Zeug reinzuprügeln :wink:.

beherrsche ich die Grammatik
mehr intuitiv,

Da geht es dir wie den meisten, schätze ich.

weil eben solche Dinge wie PPP in meinem Hirn
keine Resonanz fanden. Abgesehen davon, daß ich es mit dem
Vokabeln pauken nicht so drauf hatte, war das sicher ein Grund
mit warum ich im Fremdsprachenunterricht der Schule so
schlecht war.
Es wäre sicher auch heute für viele Kinder sehr hilfreich,
wenn sie die Grammatik bei Nichtverstehn anders als mit
PPP&Co. erklärt bekämen.

Deshalb ist deine Frage ein Sternchen wert.

Echt? Muss aber wirklich nicht sein.

(Ich muß nur noch
rausfinden wie man die Sternchen auch praktisch vergibt.)

Viele Grüße

Hermann

Hallo, Hermann!

Die Frage nach Aktiv und Passiv ist leicht zu erklären:

„ein lesendes Kind“

Das PPA ist Attribut zu Kind. Das Kind liest: Aktiv!

„ein (gern) gelesenes Buch“

Das PPP ist Attribut zu Buch. Das Buch wird gelesen: Passiv!

Dass man das PPP natürlich auch anders verwenden kann, und auch aktivisch, dass man es bei intransitiven Verben auch gar nicht passivisch verwenden kann, wenn überhaupt ("?? mein jüngst agekommener Verwandter"), bleibt von dieser Unterscheidung unberührt.

Gruß, Wolfgang

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Dass man das PPP natürlich auch anders verwenden kann, und
auch aktivisch, dass man es bei intransitiven Verben auch gar
nicht passivisch verwenden kann, wenn überhaupt ("?? mein
jüngst agekommener Verwandter"), bleibt von dieser
Unterscheidung unberührt.

Ich denke, genau hierin liegt die Schwierigkeit, nämlich dass es ein Partizip im Passiv ist, jedoch auch aktivisch benutzt werden kann. Wenn man es als Prädikatteil verwendet („Ich habe gelesen“), dann hat man natürlich selbst, aktiv, gelesen und da verwirrt das Passiv, könnte ich mir vorstellen.
Aber bei einer anderen Variante, als Attribut z.B. „Das von mir gelesene Buch empfehle ich gern weiter.“, da kommt das Passiv besser durch, würde ich meinen.

Vielleicht, keine Ahnung ob das richtig ist, erklärst du es als das Passivpartizip in der Vergangenheit, wie z.B. mit dem gelesenen Buch, und sagst dazu, dass es in der Prädikatbildung bei Perfekt und Plusquamperfekt auch benutzt wird, aber anders. Beim Futur II benutzt man es auch („Ich werde das Buch gelesen haben“), da kommt wiederum die Vergangenheit durch, jedoch das Passiv nicht wirklich … also würde ich es in eine Schublade mit Perfekt und Plusquamperfekt stecken …

Thorid

Hallo, Thorid und Hermann!

Unter Germanisten ist es ohnehin nicht üblich von PPP und PPA zu sprechen, das ist eine Eigenheit der Altphilologen und erklärt sich, vermute ich mal, mit der größeren Formstrenge und Eindeutigkeit des Lateinischen.

Auch Schülern gegenüber genügt es völlig und hält jeder Erklärung und Anwendung stand, die Begriffe Partizip I versus II bzw. Partizip Präsens vs. Perfekt zu verwenden, auf Deutsch Mittelwort der Gegenwart bzw. Vergangenheit, um den Mischcharakter von Verb und Adjektiv zu betonen. Inwieweit es sinnvoll ist, diesen Mischcharakter hervorzuheben, wäre wieder ein neues Thema …

Gruß, Wolfgang

Hallo, Wolfgang!

dank’ dir für deine Ausführung. Da habe ich mich freilich ganz gut in die braune Masse geritten :smile:.

Die Frage nach Aktiv und Passiv ist leicht zu erklären:

„ein lesendes Kind“

Soviel und soweit: Alles klar.

Das PPA ist Attribut zu Kind. Das Kind liest: Aktiv!

PPA = Partizip Präsens Aktiv? Damit könnte man das doch dann gegenüberstellen- genial, oder ist mein Gedanke falsch??

„ein (gern) gelesenes Buch“

Das PPP ist Attribut zu Buch. Das Buch wird gelesen: Passiv!

Wunderbar, siehst du, sowas habe ich gesucht!

Dass man das PPP natürlich auch anders verwenden kann, und
auch aktivisch, dass man es bei intransitiven Verben auch gar
nicht passivisch verwenden kann, wenn überhaupt ("?? mein
jüngst agekommener Verwandter"), bleibt von dieser
Unterscheidung unberührt.

Klasse, ich danke dir!

Gruß

Hermann

Hallo Wolfgang,

Unter Germanisten ist es ohnehin nicht üblich von PPP und PPA
zu sprechen, das ist eine Eigenheit der Altphilologen und
erklärt sich, vermute ich mal, mit der größeren Formstrenge
und Eindeutigkeit des Lateinischen.

Hab’ ich mich also ganz schön- wie in meinem anderen Posting angedeutet, in die braune Masse geritten :wink:.

Auch Schülern gegenüber genügt es völlig und hält jeder
Erklärung und Anwendung stand, die Begriffe Partizip I versus
II bzw. Partizip Präsens vs. Perfekt zu verwenden, auf Deutsch
Mittelwort der Gegenwart bzw. Vergangenheit,

Wunderbar, das „Mittelwort“; mir war nämlich, dass sich das so schimpft, war mir aber nicht sicher, und bevor ich jemandem, die von sich sagt, eine Lese- Rechtschreibschwäche zu haben, irgendeinen Mist erzähle…

um den
Mischcharakter von Verb und Adjektiv zu betonen.

Wunderschön, was wäre die Welt ohne Grammatik *kicher* :smile:.

Inwieweit es
sinnvoll ist, diesen Mischcharakter hervorzuheben, wäre wieder
ein neues Thema …

Ja, ich schätze in meinem Fall belasse ich es mit deiner Ausführung in deinem anderen Posting. Vielleicht kennt die Person, der gegenüber ich nun in Erklärungsnot geraten bin, indem ich mich mit PPP selbst dort hineinmanövriert habe, auch dieses Wort noch „Mittelwort der Gegenwart“ (also: lesend) bzw. „Mittelwort der Vergangenheit“ (also: „gelesen“).
Habe ich das so richtig verstanden?

Gruß

Hermann

Hallo, Hermann!

Danke für Deine Antwort! Über die braune Masse würde ich nicht lange nachdenken. Wenn man da die Zeitung aufschlägt … tonnenweise …

Besten Gruß, Wolfgang