Was ist das? Unfähigkeit/Blödheit oder Dialekt?

Hallo,

beim Rumzappen stoße ich auf so einen Shopping-Kanal und in dem Moment sagt eine dauergewellte Blondine: „ich möchte zeigen, was für einen exquisiten Geschmack, daß ich habe“!!!

Gut, im ersten Moment denk ich, egal, es sieht ja eh keiner den Sender, und bessere Leute können sie wohl nicht bezahlen.
Nun hör ich hier (in Bayern) aber auch hin und wieder Sätze wie „den Schirm, den wo ich gestern abend…“, was sich für mich nach wie vor katastrophal anhört.

Gibt es irgendeine „dialektische Entschuldigung“ dafür? In Dialekten kann man ja rein grammatikalisch recht viel vernachlässigen bzw. falsch machen.

Viele Grüße,
Christiane

aua!
hallo christiane,

Gibt es irgendeine „dialektische Entschuldigung“ dafür?

allenfalls mag als entschuldigung gelten, daß etwaige giftige dämpfe oder gar dauerschädigung durch billiges blondiermittel bzw. minipli-dauerwelle auf das sprachzentrum gewirkt haben.

gruß
ann

nix falsch

eine dauergewellte Blondine: „ich möchte
zeigen, was für einen exquisiten Geschmack, daß ich
habe“!!!

In diesem Fall denke ich, dass die Äußerung einfach blond war.
Aber in oberdeutschen Dialekten (die machen nix falsch, die haben
nur eine andere Grammatik als die Hochsprache) gibt es diese
Konstruktion. Zum Beispiel ein schwäbischer Witz: Ein Vater
streitet sich mit seinem Sohn und meint, als der ihn mit
unflätigen Bezeichnungen belegt: (*Übersetzungsmodus an*)„Das
hätte ich mir meinem Vater gegenüber nicht getraut!“ Der Sohn:
„Du wirst so einen Vater gehabt haben!“ (Übersetzungsmodus aus).
Vater: „Ha, an bessera weder denn dass du!“ (= einen besseren als
du).

„den Schirm, den wo ich gestern abend…“, was sich für
mich nach wie vor katastrophal anhört.

Mag sein, aber nach der Dialekt-Grammatik ist das richtig. „Den
Schirm, den wo ich …“ – das kann auch kurz heißen „den Schirm,
wo ich …“

Gibt es irgendeine „dialektische Entschuldigung“ dafür? In
Dialekten kann man ja rein grammatikalisch recht viel
vernachlässigen bzw. falsch machen.

Weder noch. Man macht es dort anders. Und man denke daran: Was
zuerst war, waren die Dialekte. Daraus wurde dann kompromisshaft
die Hochsprache entwickelt.

Viele Grüße,
Christiane

Ebenso
Bolo2L
aus dem tiefen Süden

Hallo, Ann.

Diese Dialektkonstruktion gibt es z.B. auch in und um Kassel. Merke : Martin Luther bevorzugte von den deutschen Dialekten den „an Eder und Fulda“. Hier gibt es sogar die ultimative Form mit „als wie dass“ : Du lügst ja schneller, als wie dass 'n Schwein klettern tut.

Gruß kw

Hi
meinste nicht dass das die hilflosen Rettungsversuche von Leuten sind die als und wie nicht auseinanderhalten können… - und das als DIALEKT tarnen?
hh

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!

Also den Satz der Blondine würde ich auch für blond halten - manchmal funzt aber auch die Taktik, daß man sich solch „blöde“, sprich falsche Aussagen eher merkt. Ich denke nur an „da werden Sie geholfen.“.

Und ansonsten gibt es im Hessischen auch die berühmte Satzkonstruktion mit „die, wo“… also zum Beispiel, die Kuh, die wo da im Stall steht… Oder frei nach Badesalz: „Die zwei, die wo da so Spass mache…“ …

LG
Kari