Festplattenkauf - Achtung, lang geworden
Hallo,
Ich möchte mir eine neue Festplatte kaufen mit den Anschlüssen
Sata2!
heut noch IDE zu kaufen, wär auch dumm, aktuelle Boards haben oft schon gar keine Anschlüsse mehr dafür. 
Nur weiß ich nicht auf was man da so achten sollte!
Das kommt darauf an, wofür du sie nutzen willst. Wenn du sie als Systemplatte einsetzt (also OS und Programme drauf hast), wird dir wahrscheinlich die Performance sehr wichtig sein. D.h., die Platte sollte eine schnelle Zugriffszeit haben und eine hohe Transferrate.
Höhere Trantferraten erreichen meist Platten, deren Platter (Datenscheiben) eine höhere Datendichte aufweisen und schneller drehen (hohe Drehzahl). Als Drehzahl bei 3,5"-Platten sind heute 7200 rpm üblich, so dass man nurmehr an ersterer Schraube drehen kann. Die Transferrate ist dafür verantwortlich, wie schnell große, zusammenhängende Dateien (z.B. Videos) übertragen werden. Hierfür ist insbesondere die sog. ‚Perpendicular Recording Technik‘ interessant, da sie hohe Datendichten erlaubt, entsprechende Platten werden oft damit beworben.
Die Zugriffszeit einer Festplatte steigt ebenfalls mit einer höheren Datensdichte, aber auch mit höherer Platterzahl. Genaue Angaben kann man hier nicht machen, manche Hersteller habens halt drauf und andere nicht. So sind z.B. Samsung-Platten trotz sehr hoher Transferraten oft recht lahm im Zugriff, während WD-Platten trotz schlechterer Übertragungraten fixer zu Zugriff sind. Ein schneller Zugrifff ist wichtig, wenn viele kleine Dateien gelesen werden müssen, er bestimmt z.B. wie schnell das Betriebssystem bootet und wie schnell Spiele geladen werden.
Aus diesen Überlegungen kann man auch die (korrekte) Erkenntnis ableiten, das Festplatten höherer Speicherkapazität meist schneller sind, als kleineere Festplatten derselben Baureihe. Denn um die höhere Kapazität zu erreichen, müssen entweder mehr Datenscheiben oder welche mit höherer Datendichte eingesetzt werden, was beides die Performance vergrößert.
Aus ergonomischer Sicht wäre darauf zu achten, dass die Festplatte nicht zu warm wird und dass sie leise arbeitet.
Der Wärmentwicklung wirkt man (besonders in kleinen Gehäusen mit geschlossener Bauweise) am besten entgegen, indem man einen langsamdrehenden Lüfter vor den Festplattenkäfig baut, der kühle Außenluft ins Gehäuse fördert und dafür sorgt, dass immer ein gewisser Luftstrom vorhanden ist. Festplatten sollten nämlich nicht wärmer als 55°C werden.
Festplattenlärm hat zwei Ursachen, direkte Lärmemission und Körperschall. Das direkte Geräusch kann man in ein Leerlaufgeräusch unterteilen, was die Lager des Plattenmotors immer erzeugen, wenn die Platte ‚an ist‘ und sich dreht. Dazu kommt ein Arbeitsgeräusch, welches die Lese-/Schreibköpfe erzeugen, wenn auf Daten zugegriffen wird. Wenig Leerlaufgeräusch (kann ein leises Schaben, Schleifen, Brummen oder Pfeiffen sein) erreicht man duch gute Lager. Die Zugriffsgeräusche (rattern oder klackern) sind meist lauter und nerviger. Sie hängen erstens von der Anzahl der Schreib-/Leseköpfe (und daamit indirekt von der der Platterzahl = Zahl der Datenscheiben) ab und zweitens davon, wie schnell sich die Köpfe bewegen (Positionierung). Ersteres kann man durch Wahl einer geeigneten Festplatte beeinflussen, indem man bei gleicher Kapazität eine Platte mit geringerer Platterzahl und höherer Datendichte kauft. Die Geschwindigkeit der Kopfpositionierung kann man per Software einstellen (sog. AAM = Advanced Acoustic Managemant). Je langsamer man sie einstellt, desto leiser aber auch langsamer arbeitet die Festplatte - ist also immer ein Kompromiss zu Lasten der Performance.
Die zweite Geräuschquelle, den Körperschall, erzeugen die Festplatten nicht selber, sondern eigentlich das PC-Gehäuse. Festplatten sind mechanische Komponenten und vibrieren im Betrieb mehr oder weniger. Besonders wenn man ein billiges, dünnwandiges und wenig verstrebtes Gehäuse ohne Laufwerksentkopplung besitzt (die Platten also einfach mit Schrauben an Laufwerkskäfig fixiert), werden Vibrationen ideal übertragen und das Gehäuse schwingt mit. Hat das Gehäuse eine Resonanzfrequenz, die im Bereich der übertragenen Vibrationen liegt, kann sich das zu einem extremen Lärm hochschaukeln. Vermeidung: vibrationsarme Platten kaufen stabiles Gehäuse aus 0,7 mm Stahlblech kaufen.
Der Stromverbrauch ist meiner Meinung nach bei Festplatten nachrangig, da diese ohnehin sehr sparsam sind. Man kann da maximal 2 oder 3 Watt einsparen und die machen das Kraut nicht fett. Diese ganzen ‚grünen‘ Festplatten ssind daher IMHO eher als verkaufsförderndes Werbeargument ohne reale Substanz zu sehen.
Jetzt les ich viel über Cache, Puffer, Umdrehungen in der
Minute usw.!
Das ist nur relevant, wenn man die Daten im Zusammenhang mmit den anderen Eigenschaften der Platte (dazu zählen viele Deteils, der der Hersteller nicht verrät) zu bewerten weiß.
Cache (= Puffer) ist ein schneller Zwischenspeicher, soz. der Arbeitsspeicher der Festplatte. Die Platte kann Daten schon mal auf Vorrat lesen und im cache zur Verfügung stellen. Sind dies die Daten, die der Prozessor später auch wirklich braucht und abfordert, wird das System extrem beschleunigt. Hieran merkt man aber schon, dass nicht die Größe allein entscheidend ist, sondern z.B. auch, wie ‚intelligent‘ der cache arbeitet, d.h. welche Trefferrate er hat. Auch andere Mechanismen, wwie das sog. Native Command Queuing (NCQ) spielen hier mit rein. I.d.R. sollten größere Platten auch größere Caches haben, aber ein direkter Schluss von Cachegröße auf Leistung ist nicht möglich.
Die Drehzahl ist heute für interne 3,5"-Plattten meist bei 7200 rpm. Langsamer drehende Platten werden oft als energiesparende Öko-Platten verkauft (z.B. WD ‚Green Series‘), sie eignen sich als große Datenspeicher und bleiben meist kühler. Als Systemplatte wwürde ich sie nicht einsetzen, da die geringere Drehzahl sie auch langsamer macht. Es gibt auch schnellere Platten mit 10000 rpm, z.B. die WD Raptor. Diese sind aber sehr teuer bei sehr wenig Speicherplatz und man braucht sie nicht in einem normalen PC.
Ich hoffe das reicht soweit, das ihr mir helfen könnt! Welche
Festplatte wäre am Besten geeignet oder ganz allgemein, auf
was sollte ich achten? Also was die Leistung angeht und so!
Ich würde als Systemplatte derzeit die Western Digital WD6400AAKS oder WD6400AALS empfehlen, diese setzen auf die Perpendiculartechnik und benutzen nur 2 datenscheiben hoher Dichte. Dadurch sind sie sehr laufruhig und recht leise bei WD-typisch sehr flotter Zugriffszeit und einer Transferrate um die 100 MB/s. Außerdem werden sehr hochwertige Lager verbaut = quasi kein Leerlaufgeräusch und hohe Lebensdauer. Eigentlich die perfekten Systemplatten. Aber unbedingt die 640 GB - Platte nehmen! Die kleineren uund größeren Modelle mit 500 und 750 GB sind langsamer, warum erkläre ich auf Nachfrage. 
LG, Jesse