Was ist der richtige Kredit

Hallo,

ich stehe vor der Entscheidung von welchem Kreditinstitut ich meinen Baukredit nehme.

  1. Ich bekomme 5,5% auf 10 Jahre fest. 1% Tilgung, Sondertilung bis zu 7000€ im Jahr möglich. Danach habe ich einen Bausparvertrag mit 4,25%. Rate frei verhandelbar und evtl. noch eine Summe von ca 25.000€ die ich noch weiter finanzieren muss.
    Hier muss ich nächste Woche zusagen

  2. Ich bekomme 5,65% auf 10 Jahre fest. Keine Tilgung, Sondertilgung oder Einzahlung auf Bausparvertrag jederzeit möglich. Danach 4,75% aber abnehmend mit Sondertilgungen. D.h. falls ich ca 22.000 € Sondertilgung einzahle bekomme ich 3%, bei 8.000 € 4%. Hier kann ich noch 2 Monate warten.

Ich bin mal auf die 3475 verschieden Meinungen gespannt.

Gruß

Mistress_of_tension @ fremdem Rechner

Hallo Michael,

zunächst einmal die wichtigste Frage:
selbstgenutzt oder vermietet ?

falls selbstgenutzt: keine Umwege über tilgungsfrei setzen und mittels BSV oder LV tilgen. Es gilt: tilgen, tilgen, tilgen und zwar so schnell wie möglich.

Falls vermietet: hier könnte sich evtl. ein Zinsdifferenzgeschäft lohnen (und nichts anderes ist die Tilgung über BSV oder LV)

Noch kurz was zur Bewertung von Alternativen:
nicht die Prozentsätze sind entscheidend, sondern die Summe aller fälligen Zahlungen. Hierzu würde ich kurz mal Excel bemühen und die jeden Monat fälligen Kosten ausrechnen lassen.
Als Erweiterung würde ich die Beträge noch abzinsen (z.B. mit 3% wg. Inflation oder mit dem %-Satz eines alternativen Investments).

Anschließend würde ich noch eine worst case Betrachtung durchführen (was passiert, wenn mir der BSV nicht rechtzeitig zugeteilt wird, was passiert, wenn die Anschlussfinanzierung nach 10 Jahren plötzlich bei 10% Zins p.a. liegt usw.)

Wichtig ist auch die monatliche Belastung, die sich im Laufe der Zeit ändert (z.B. Entfall/Senkung AFA, geringerer Zinsanteil und somit Steuervorteil bei Vermietung, Einsetzen eines BSV-Kredits) und natürlich nicht die max. mögliche Belastung überschreiten sollte.

Mit %-Sätzen (auch dem sogenannten Effektivzins wird leider sehr viel Mißbrauch getrieben).

  1. Ich bekomme 5,5% auf 10 Jahre fest. 1% Tilgung,
    Sondertilung bis zu 7000€ im Jahr möglich. Danach habe ich
    einen Bausparvertrag mit 4,25%.

Hast Du den BSV bereits in der Vergangenheit abgeschlossen oder müsstest Du ihn neu abschließen ? Im ersten Fall: prüfen, ob der BSV Vorteile bringt. Im zweiten Fall: höchstwahrscheinlich verdient hier nur einer: die Bank (Provision am BSV). Der niedrige Darlehenszins wird nämlich mit Zinsverlusten in der Ansparphase erkauft. Ausserdem ist die rechtzeitige Zuteilung nie garantiert, was zu einer teuren Zwischenfinanzierung führen kann.

Rate frei verhandelbar und

woraus ich schließe: BSV noch nicht abgeschlossen.

evtl. noch eine Summe von ca 25.000€ die ich noch weiter
finanzieren muss.

Wieso das ?

Hier muss ich nächste Woche zusagen

Wieso zusagen müssen ? Klingt für mich nach Pistole auf der Brust. Wenn man mal unter
http://www.baugeld-vergleich.de/baugeld-vergleich.htm
nachschaut, so kann man erkennen, dass die Zinsentwicklung z.Zt. eher nach unten geht.

Nicht unter Druck setzen lassen !

  1. Ich bekomme 5,65% auf 10 Jahre fest. Keine Tilgung,

keine Tilgung: nur, wenn Vermietung vorliegt ! Denn nur durch das Absetzen der Zinsen von der Steuer lohnt sich ein Zinsdifferenzgeschäft.

Sondertilgung oder Einzahlung auf Bausparvertrag jederzeit
möglich.

Klingt nach tilgungsfreiem Darlehen mit Tilgung über BSV, der natürlich neu abgeschlossen werden muß. Da der Zins in der Ansparphase nur 1,5 - 3 % beträgt, während die zu zahlenden Zinsen 5,65 % betragen, verliert man in der Ansparphase 2,65 - 4,15% Zinsen. Den dadurch verlorenen Betrag bekommt man hinterher durch den (etwas) niedrigeren Darlehenszins gar nicht mehr rein.

Übrigens wird es auch bei einer Vermietung knapp, da je nach Steuerlast immer noch viel Darlehenszins übrig bleibt (z.B. 3,67% bei 35% Grenzsteuersatz).

Achtung: ein BSV-Kredit muß relativ schnell abbezahlt werden => hohe monatliche Belastung.

Danach 4,75% aber abnehmend mit Sondertilgungen. D.h.
falls ich ca 22.000 € Sondertilgung einzahle bekomme ich 3%,
bei 8.000 € 4%.

Diese Konstruktion solltest Du uns mal genauer erklären. Ich vermute aber, dass die Sondertilgungen schwerer wiegen, als der danach gewährte Zinsvorteil. Hier sollte man mal genau nachrechnen.

Hier kann ich noch 2 Monate warten.

Würde mich mal interessieren, warum Du hier länger wareten kannst als bei der ersten Alternative.

Ich bin mal auf die 3475 verschieden Meinungen gespannt.

Meinungen kann es viele geben, aber zu einer Betrachtung der Zahlungsströme wird wahrscheinlich jeder raten.

Übrigens gibt’s für sowas auch kostenlose Software: http://www.zuckersoft.de/html/angebot.htm
http://www.krinke-online.de/

Grüsse

Sven

Hallo Michael,

dieses Posting gehört zur Kathegorie: „Sagt mir was besser ist, aber richtig wichtige Hintergrunddaten liefere ich keine.“

Es ist keine seriöse Aussage möglich!

Gruß Ivo

Hi Michael,

ich schließe mich da IVO an.

Denn wenn du nur 10000 Euro brauchst, würde ich die Konstruktion nicht machen.
Wenn du 10.000.000 Euro bruachst, würde ich mich nicht erpressen lassen und keinen Bausparverträge abschließen.
Wenn ich ein 1-Zimmer-Apartment kaufe würde ich so komplizierte Rechnereien garnmciht eingehen.
Bei einem Wohnblock mit 100 Einheiten würde ich mich 5 Jahre mit finanzierungsfragen beschäftigen.

also Butter bei die Fische:
Was willst du finanzieren?
Wieviel kostet das?
Wie ist die Nutzung?
Ist es ein Erstobjekt, oder ein folge objekt?
etc.
etc.

bis dann
winkel

Hallo Michael,

aus Deiner Formulierung entnehme ich, daß Du bauen willst, um selbst im Haus zu wohnen. Um welchen Betrag geht es und welche Belastung verträgst Du?

Nur so nebenbei: 1% Tilgung - na ja, wenn’s denn nicht anders zu machen ist… aber Du kaust dann ewig auf dem Darlehen herum. Wähle die Tilgung bei selbst genutzter Immobilie so hoch wie irgend möglich. Nicht 1% Tilgung oder gar tilgungsfreie Konstrukte. Du wirst alt und grau, bis Du damit durch bist und hast die Hütte dann 3 x bezahlt. Lange Zinsbindung ist ok, um kalkulieren zu können.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

Lange
Zinsbindung ist ok, um kalkulieren zu können.

Hier würde ich sogar versuchen, die Zinsbindung so lange wie möglich zu machen - wenn möglich, sogar bis Darlehensende, durchaus also 15 Jahre (bei gleichzeitig möglichst hoher Tilgung). Nichts ist übler, als eine beschissene Anschlußfinanzierung zu haben. Und wenn die Zinsen zukünftig fallen - auch bei 15J. Zinsbindung kann man nach 10J. das Darlehen kündigen.

Grüsse

Sven

Sorry, aber mit den Daten läßt sich nicht so richtig viel anfangen. Wie die anderen schon geschrieben haben, wichtig ist, ob vermietet oder eigengenutzt. Evtl. solltest Du hier auch mal Deinen Steuerberater bemühen. Bei vermieteten Objekten ist eine Tilgungsaussetzung gegen LV oder BSV manchmal recht sinnvoll.
Außerdem sind Sondertilgungen interessant. Besonders bei selbstgenutzen Objekten. Eigenheimzulage winkt ! Bis zum 5000,00 DM(weiß nicht genau, ob die jetzt bei 2500,00 EUR sind) und hinzu kommt noch evtl. Baukindergeld.Außerdem bei Baukonditionen auch ruhig mal das Internet bemühen. Wichtig sind auch die nebenbei anfallenden Kosten. Abschlußgebühren BSV z.B. Auf jeden Fall Effektivzins vergleichen.

Soviel zu den allgemeinen Infos.

Gruß Tanja

Hallo,

also:
keine Vermietung,

ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude wird der Wirtschaftstrakt als Wohnhaus ausgebaut. Grund bekomme ich von den Eltern.

Eigenheimzulage kann ich vergessen verdiene nach Finanzamtmeinung zuviel

Kreditsumme 145.000 €

Monatliche Belastung bei ca 1000€

Wenn ich jetzt die komplette Zahlung in das Darlehnen mache sitze ich nach 10 Jahren immer noch auf 100.000€ Schulden.

Bei meinem jetzt momentan favorisierten Model habe ich nach 10 Jahren zwar immer noch die kompletten Schulden aber ca 50.000€ im Bausparvertrag und bekomme dann zugesichert meinen Kredit von der Bausparkasse.

Hoffe konnte jetzt endlich die wichtigen Informationen hinzufügen

Danke für die Antworten

Gruß

Mistress_of_tension

Hi ich geh jetzt mal davon aus, daß du der anfangsfragesteller bist.

Hallo,

keine Vermietung,

ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude wird der
Wirtschaftstrakt als Wohnhaus ausgebaut. Grund bekomme ich von
den Eltern.

Eigenheimzulage kann ich vergessen verdiene nach
Finanzamtmeinung zuviel

Kreditsumme 145.000 €

Monatliche Belastung bei ca 1000€

Wenn ich jetzt die komplette Zahlung in das Darlehnen mache
sitze ich nach 10 Jahren immer noch auf 100.000€ Schulden.

Bei meinem jetzt momentan favorisierten Model habe ich nach 10
Jahren zwar immer noch die kompletten Schulden aber ca 50.000€
im Bausparvertrag und bekomme dann zugesichert meinen Kredit
von der Bausparkasse.

Da hilft für dich nur eins:

Laß dir für beide Modelle den Kapitalfluß berechnen:
Da haben die Computerprogramme für, kann sich nur um Sekunden handeln.

Das Modell, wo der Kapitalfluß geringer bzw. die Restdarlehenssumme am kleinsten ist, ist das günstigere.

Dazu aus meiner Erfahrung: Das von dir favorisierte modell ist der jahrzehntealte BSK-Schwindel mit der Schüttelfinanzierung. Umschulden, Umschulden, Umschulden und dann fragen, wann man denn mal zurückzahlen möchte.

Da wäre die Finanzierung über eine LV-Finanzierung noch günstiger!

gruss
winkel