nur mal so interessehalber: Passend zu den Horrormeldungen zur betrieblichen Altersvorsorge stelle ich in der Kanzlei in den letzten Monaten eine massive Zunahme von Problemen mit dem Gerling-Konzern fest. Kulanz auch in bislang eigentlich unproblematischen Fällen plötzlich gleich Null, mehr oder weniger legale Praktiken zur Geldbeschaffung, abgeblich verschwundene Schreiben bzgl. Erweiterung von Deckungszusagen und in der Konsequenz abgelehnte Deckung, …
Natürlich hat man mit jeder Versicherung mal das ein oder andere kleine Problem, aber was da momentan bei Gerling abläuft, ist schon mehr als auffällig. Sind die wirklich so pleite?
Hallo Wiz,
das „Problem“ das der Gerling hat sind nicht die Mittel die fehlen, sondern eher das Darstellen positivere Aussichten. Natürlich ist das verschwinden von Unterlagen bzgl. der Deckungserweiterungen MM nach schon sehr bedenklich (ums vorsichtig auszudrücken).
Der Gerling hat auf verdei und verderb dafür zu sorgen das Sparten die unprofitabel sind rausfliegen. Kulanzzahlungen absolut gestrichen und Risiken die gezeichnet wurden (aufgrund von Kundenanbindungen) immer genau überprüft werden. Im Zweifel wird alles rausgeschmissen was irgendwie danach aussehen könnte, das es die Schadenquote nach oben drückt. Es ist ein ganz normales Verhalten eines Unternehmes das versucht ihr operatives Geschäftsergebnis besser darzustellen. Woher das kommt?? Tja, viele Wege führen nunmal nach Rom. Es war der MM schleichende Prozeß einer mangelnden Risikoanalyse und Geschäft um jeden Preis Taktik. Nach meinen Rechercen wird dieser Prozeß bis zur Jahresmitte noch verschärft werden und dann sich auf ein normales maß reduzieren. Gemunkelt wird auch über ein Fusion, aber das ist mehr oder weniger Spekulation.
Tja, was kann man den Kunden raten? Ich vertrete die Meinung, lieber einen solventen Versicherer zu haben, der zwar ein bißchen mehr an Beitrag nimmt, als einen der nicht mehr flexibel genung ist.
Aber mal ganz ehrlich, wie wird den heute noch Neugeschäft eingebunden?? Es geht doch hauptsächlich über den Preis, oder?? Manche machen das mit, andere wiederum nicht. Jeder hat seine Grenzen und diese sollten nicht unterschritten werden.
zum Thema Gerling noch kurz eine Anmerkung: Es ist auch immer eine Frage der bisherigen Kulanzzahlungen und vor allem… dem Kunden sollte auch klar sein, dass Kulanzzahlungen nicht automatisch das Recht künftig gleichlautender Entscheide mit sich zieht.
Aber ansonsten kann ich beim Gerling keine geänderte Verhaltensweise feststellen… eher umgekehrt: Der Gerling zeichnet nämlich wieder Risiken. Allerdings zugegeben… eher im Sachgeschäft (oder wie es neudeutsch heißt: Property)… und in Haftpflicht würde ich auch eher die Finger davon lassen… da hat Gerling noch Schmerzen vom Asbest.