Hallo Rolf,
Muss ICH jetzt begründen, wieso es diese Differenzierungen
braucht? Das macht mich etwas verlegen … ich versuche einmal
einzukreisen:
Du musst natürlich gar nichts begründen, ich hab lediglich eine Frage gestellt 
- Interpunktionen spezifizieren und präzisieren in der Regel
den Inhalt und Sinn des Geschriebenen. So wie ein
Fragezeichen den Ausschlag geben kann, ob ein Satz als
Behauptung oder als Frage zu lesen ist. (Bsp.: «Du kommst
morgen?»)
Will sagen: Du kehrst Ursache und Wirkung irgendwie einfach
um.
Hm, tu ich das? Meine Frage ist, ob die Striche das wirklich tun, bzw. ob sie nicht redundante Informationen vermitteln.
Ich habe kein Beispiele zur Hand, aber nehme doch an, dass es
letztlich Fälle geben muss, wo eben nicht die Worte allein
die richtige Interpetation schon sicherstellen, sondern erst
die richtigen Striche.
Genau solche Fälle interessieren mich als Pedant.
Ich konstruiere mal ein Beispiel: «Basel - Frankfurt -
Hamburg: wohin des Wegs?»
Schon nicht schlecht! Wenngleich kein Satz, aber eine Richtung, auf die ich nicht gekommen bin. Ich hoffe, Du bist nicht genervt, wenn ich Dich nun auch noch frage a) welcher der beiden Striche welcher ist und b) ob nicht zwischen die beiden Städtenamen, die die Strecke darstellen, der Strich ohne Leerzeichen kommen müsste?
- Praucht es Rehckschraipunk? maNN kan doch auch soo läsen!
Grammatik es braucht? Man ohne gelesen auch richtig kann,
wenn Wille gut.
Ich bin ein großer Verfechter von korrekter Rechtschreibung - bzw. zumindest davon, sich nach besten Kräften Mühe zu geben. Ich halte z.B. Groß-/Kleinschreibung für unverzichtbar, ebenso wie Absätze und Satzzeichen - aber gerade vor dem Hintergrund der Reformen und Re-Reformen frag ich mich halt, was eigentlich überflüssiger Ballast und bestenfalls Geschmackssache ist, und was wirklich notwendig ist.
- Wir reden von Typografie – der richtigen Zeichensetzung in
der DRUCKschrift. Deren Regeln haben sich in den letzten 200
Jahren ausgebildet und eingebürgert. Was man privat mit
seiner Handschrift veranstaltet, oder auch mit seiner
Schreibmaschine, ist davon nicht betroffen. Und viele – die
Meisten – nutzen ihren Computer als (komfortablere)
Scheibmaschine. Dagegen ist nicht viel einzuwenden, solange
sie verständlich schreiben.
Es betrifft auch den privaten Bereich insofern, als daß man ja auch dort den Anspruch haben darf, korrekt zu schreiben, außerdem schreiben genug von uns - auch ich mitunter - auch im Rahmen des Berufes oder ähnlich ernsthaften Zusammenhängen. Leider bin ich aber Computer-Fuzzi und nicht Germanist…
Von Publikationen aber, die ich ernst nehmen soll, erwarte
ich korrekte Orthografie und auch korrekte Typografie, bis
hin zur korrekten Mikrotypografie (= richtige Zeichen und
Abstände.)
Ich werd mich nochmal durch die Definitionen der Striche lesen, vielleicht wird mir das alles dann etwas klarer. Danke für Deine Antwort und
Gruß,
Malte.