Das habe ich in einer Vorschau für einen Film im TV gesehen.
Kinderschänder ist klar aber was ist wenn die Jungfrau sagen wir mal über 18 ist vieleicht sogar 30 oder 40 Jahr !?
Grüße
Das habe ich in einer Vorschau für einen Film im TV gesehen.
Kinderschänder ist klar aber was ist wenn die Jungfrau sagen
wir mal über 18 ist vieleicht sogar 30 oder 40 Jahr !?
Hi,
ein „Schänder“ macht ja, meiner Meinung nach, etwas, was das Opfer nicht möchte. Einen Kinderschänder bringe ich jetzt mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern in Verbindung.
Davon abgeleitet, wäre die Schändung einer Jungfrau eine Vergewaltigung. Glaubst Du es macht einer Frau weniger aus, wenn sie 18 oder 30 oder 40 Jahre alt ist, wenn sie vergewaltigt wird?
Gruß
Tina
Hy Tina, das könnte eine Erklärung sein aber dann wäre die Rede von einer Frauenschändung da das Wort Vergewaltigung eher aus der Neuzeit stammt und das Wort Jungfrauenschänder eher aus einer Kirchlichen Epoche stammen könnte.
Grüße Rolf
N’abend,
vielleicht hat es etwas mit dem Eheversprechen zu tun.
Ich weiß nicht genau, wie lange es her ist. Aber früher war es so, dass ein Mann, der einer Frau (vielleicht Jungfrau?) die Ehe versprochen hat und sich verloben durfte und dann aber doch eine Mücke machte, ein sogenanntes „Kranzgeld“ an die Eltern zahlen musste. Offiziell dafür, dass die Brauteltern ja schließlich schon die Hochzeit vorbereiteten, doch hintergründig dafür, dass er schon zum Stich gekommen ist und die Dame nun schwer vermittelbar war.
Schönen Abend noch,
Susanne
Hallo,
Davon abgeleitet, wäre die Schändung einer Jungfrau eine Vergewaltigung.
Was sollte diese Art von Vergewaltigung zu einer Vergewaltigung einer
Nichtjungfrau unterscheiden?
Das nennt sich eben einfach Vergewaltiger!
Jungfrauenschänder ist vermutlich eher in einem anderen Kontext zu
verstehen, nämlich im Zusammenhang eine religösen und patrichaischen
Verständnisses der Moral.
Bei uns zu früheren Zeiten und in einigen Regionen und Religionen auch
heute noch, war/ist jeder Frau/Mädchen jegliche Sexualität vor der Ehe
streng untersagt.
Ein Mann, der aber sich an eine Jungfrau ran macht und sie verführt,
wird als Jungfrauenschänder beschimmfpt und unter Umständen schwer
bestraft.
Im einfachsten Fall muss der Mann die Nichtfungfrau heiraten.
Im ungünstigen Fall wird ihm irgend was abgeschnitten oder er wird
verbannt oder sogar erschlagen
Gruß Uwi
Hy Uwi, klingt bisher am besten , möglicherweise weis das jemand noch genauer.
Grüße Rolf
Hallo, Rolf,
da das Wort Vergewaltigung eher
aus der Neuzeit stammt und das Wort Jungfrauenschänder eher
aus einer Kirchlichen Epoche stammen könnte.
der Begriff „Jungfernschändung“ (auch: Jungfernschwächung, Jungfraunötung, Jungfrauenschänden, Jungfrauschändung, Jungfrauschmach, Jungfrauschmähen, Jungfrauschwächen) ist in zahlreichen alten Quellen zu finden, z. B. in der Treuga Henrici (§ 42) von 1224.
Siehe auch http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/e/ju/ng…
Gruß
Kreszenz
Servus,
darf ich zur Beflügelung Deiner Fantasie den Ludwig Hirsch zu Wort kommen lassen?
http://www.ludwighirsch.at/Texte/bitter.htm
In diesem Sinne
MM
Tach,
einen Jungfrauenschänder kann man sich ganz einfach ausmalen, wenn man sprachlich halbwegs korrekt denkt.
Einen Forumsschänder zu definieren, dürfte schon schwieriger werden.
C’est la vie!
Pit
Hallo Kreszenz,
aha, Zitat: jungfraw schender. schwängertt einer eine jungfraw vnd gelobett sie zue nehmen, wil ers darnach nicht thuen, vnndt wird peinlich angeklagett, den soll man aus streichen vnndt verweisen
Datierung: 1628 Fundstelle: Apel,Collect. 61 Zitat ende.
Wie doof , der nächste kann sie legal Po… ohne belangt zu werden.
Der erste hat die Arschkarte…
Ich denke damit ist die Frage beantwortet und alles andere sollte der Film erklären…
Danke allen und grüße Rolf
Natürlich ist „schänden“ nicht zwangsläufig Vergewaltigung. Es bedeutet zunächst einmal einfach „in den Zustand der Schande versetzen“ (Grimm’sches Wörterbuch). Einen Sinn macht die Verwendung dieses Wortes nur in einem bestimmten sozialen Umfeld; nämlich in Gesellschaften, die bei einer Eheschließung hohen Wert auf die Jungfräulichkeit der Braut legen und den vorzeitigen Verlust dieses Status mit gesellschaftlicher Ächtung strafen (als Schande ansehen). Der ‚Kinderschänder‘ ist eine (inhaltlich nicht ganz gerechtfertigte) Analogbildung zum ‚Jungfernschänder‘.
Ein Jungfrauenschänder ist mithin ein Mann, der eine Jungfrau in Schande bringt, indem er sie - unter Anwendung von Schmeichelei, Überredung, Nötigung, physischer Gewalt oder sonstwie - in den Zustand einer Nicht-mehr-Jungfrau versetzt oder gar schwängert. „Schande“ bedeutet hier selbstverständlich, dass dies nicht in einem kirchlich und weltlich sanktionierten Rahmen - sprich innerhalb der Ehe - stattfindet. Die derart Geschändete ist gewissermaßen beschädigte Ware (Beschädigung/Entstellung ist eine der Nebenbedeutungen von schänden) und ihre Aussichten auf eine standesgemäße Ehe entsprechend gering.
Da die Schändung weitgehend ‚geheilt‘ werden kann, wenn der Jungfernschänder sein Opfer heiratet, war die Schändung gar nicht allzu selten ein probates (wenn auch nicht unfehlbares) Mittel, elterliche Widerstände gegen einen ihnen nicht genehmen Freier zu überwinden, wenn der wiederum der Jungfer genehm war. In diesem Falle geschah die ‚Schändung‘ selbstverständlich einvernehmlich. ‚Heilung‘ ist hier juristisch zu verstehen; eben dies ist auch der Hintergrund des sog. Kranzgeldparagraphen (§ 1300 BGB, 1998[!] gestrichen). In diesem Fall wird die ‚Heilung‘ durch Auflösung der Verlobung versagt; die durch Verlust der Jungfräulichkeit verminderten Ausichten auf dem Heiratsmarkt waren daher durch Geldzahlung zu entschädigen.
Generell ist unter einem ‚Jungfrauenschänder‘ eher ein Verführer als ein Vergewaltiger zu verstehen - wobei bei dieser Bezeichnung allerdings die moralische Missbilligung solchen Verhaltens sehr viel deutlicher zum Ausdruck kommt als mit ‚Verführer‘. Es wird dabei vorausgesetzt, dass der Mann lediglich sexuell interessiert ist und ehrenhafte Absichten allenfalls zur Erlangung seines Ziels vortäuscht. Anders ist es natürlich, wenn im Zusammenhang mit Kriegshandlungen (insbesondere Marodeuren) von ‚geschändeten Jungfrauen‘ die Rede ist - damit sind selbstverständlich Vergewaltigungen gemeint.
Eine Anmerkung noch: der Typus des Jungfrauenschänders hat in der Gestalt des Don Giovanni von da Ponte / Mozart einen unübertroffenen künstlerischen Ausdruck gefunden.
Freundliche Grüße,
Ralf
Hi,
Jungfernschänder ist ein altes Motiv von Volksballaden. Es gibt z.B. den Blaubart, der Jungfrauen tötet. In Darstellungen, könnte man einen assyrischen Priester vermuten mit einem langen Rauschebart.
Hier als Beispiel eine Ballade:
http://www.lieder-archiv.de/lieder/show_song.php?ix=…
es gibt aber viele ähnliche Lieder, im Freiburger Volksliedarchiv kann man die finden
http://www.dva.uni-freiburg.de/
Schöne Grüße
PW