Hallo liebe www’ler.
Meine Firma hat mir eine Direktversicherung angeboten.
Was genau ist das?
Hat diese Versicherung für mich besondere Vor- oder Nachteile?
Was ist, wenn ich die Firma einmal verlassen sollte?
Danke für Eure Infos.
Gruß Trinity
Hallo liebe www’ler.
Meine Firma hat mir eine Direktversicherung angeboten.
Was genau ist das?
Hat diese Versicherung für mich besondere Vor- oder Nachteile?
Was ist, wenn ich die Firma einmal verlassen sollte?
Danke für Eure Infos.
Gruß Trinity
Hallo Trinity,
eine Direktversicherung ist eine besondere Form der Lebensversicherung. Abgeschlossen zwischen Arbeitgeber und Versicherer, aber Arbeitnehmer hat Anspruch auf künftige Leistungen. Zwei Durchführungswege: Entweder Arbeitgeber zahlt Beiträge zusätzlich zum Gehalt, dann kann er bestimmen, ab welcher Dauer der Betriebszugehörigkeit die Ansprüche des AN unverfallbar werden. Der weiter verbreitete ist: Umwandlung einer Einmalzahlung (13. Gehalt), pauschale Versteuerung durch AG, kann auf AN überwälzt werden. Bei Einhalten bestimmter Grenzen (wenn durch AG angeboten, in der Regel sowieso beachtet) nicht bloß pauschal versteuert, sondern auch (bis 2008) sozialversicherungsfrei.
Relativer Vorteil also: (1) Pauschale Versteuerung ist in den meisten Fällen billiger als individuelle Versteuerung (2) SV-Befreiung, wirkt nur unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen (3) Gruppentarif meistens relativ günstig im Vergleich zum Einzelvertrag.
Wenn Du den Arbeitgeber wechselst, wird die Direktversicherung beitragsfrei gestellt und die vorher eingezahlten Beträge bauen dann weiter eine entsprechend niedrigere Leistung auf. Der Vertrag kann auch „mitgenommen“ und privat weiter bedient werden, dann kann es aber ein relativ heftiges Eínkommensteuerproblem geben, nämlich Versteuerung des „zufließenden“ Rückkaufswertes als Sachbezug. Also besser beitragsfrei stellen lassen, dann gehen die vorher gehabten Vorteile nicht verloren.
Frage: Hat sich Dein (offenbar nicht tarifgebundener) Arbeitgeber mal mit der Frage Unterstützungskasse beschäftigt? Da kann für alle Beteiligten noch mehr drin sein! Vielleicht was für die Personalvertretung.
Schöne Grüße
MM
Unterstützungskasse
Hallo Martin,
danke für die ausführliche Antwort.
Was ist eine Unterstützungskasse?
Ich muß sagen, daß sich diese Direktvesicherung nicht gerade prickelnd anhört.
Denn wenn ich das Unternehmen mal verlassen sollte, entstehen mir keine Vorteile. Deiner Beschreibung entnehme ich, daß es sich nicht lohnt, privat weiter zu bezahlen, bzw. durch einen neuen Arbeitgeber (bzw. es ist ja garnicht gesagt, ob der neue AG das übernehmen würde).
Gibt es eine weitere Möglichkeit, mit der mein AG mich finanziell unterstützen kann, die mich aber nicht so an den AG bindet?
Gruß Trinity
Hallo Trinity,
Was ist eine Unterstützungskasse?
kurz vorab: Was ich im folgenden schreibe, ist teilweise verkürzt um überhaupt eine Vorstellung von dem Altersversorgungsdschungel zu vermitteln und kann allenfalls zur Orientierung dienen, sollte aber keinesfalls als ausschließliche Basis verwendet werden, um einen Vertrag einzugehen.
Eine Unterstützungskasse ist ein Instrument zur betrieblichen Altersversorgung. Bei Einhaltung gewisser Grenzen und Vorschriften (>> EStG, KStG, SGB) kann sie Beiträge aus der Umwandlung von laufenden Bezügen von Arbeitnehmern, ggf. aufgestockt durch zusätzliche eigene Beiträge des Arbeitgebers, zur Bildung von Vermögen verwenden, welches zweckgebunden der Altersversorgung der Arbeitnehmer eines Unternehmens dient. Dabei sind nicht nur die Beiträge steuer- und bis 2008 SV-frei (bedeutet, daß bei einem Gehalt in der Größenordnung Deiner vermutlichen Bezüge bei einem monatlichen Beitrag von 100 Euro bloß etwas mehr als 50 Euro im Netto fehlen), sondern die U-Kasse kann mit dem „eingesammelten“ Geld auch steuerfrei wirtschaften, was einen sichtbaren Zinseszinseffekt bewirkt. Die Versteuerung dieser „deferred compensation“ erfolgt erst, wenn sie als Zusatzversorgung im Alter bei den Arbeitnehmern ankommt. Sie erfolgt dann nach den Regeln, die für Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit gelten - welche das in dreißig Jahren sein werden, wissen wir nicht, heute sind sie sehr komfortabel: Werbungskostenpauschale für Arbeitnehmer, Versorgungsfreibetrag… Grundsätzlich wird aber erhalten bleiben, daß die Besteuerung im Alter bei insgesamt weniger Einkünften relativ weniger ist als das, was heute bei höheren Bezügen durch die Steuerbefreiung der Beiträge wegfällt.
Ich muß sagen, daß sich diese Direktvesicherung nicht gerade
prickelnd anhört.
Denn wenn ich das Unternehmen mal verlassen sollte, entstehen
mir keine Vorteile. Deiner Beschreibung entnehme ich, daß es
sich nicht lohnt, privat weiter zu bezahlen, bzw. durch einen
neuen Arbeitgeber (bzw. es ist ja garnicht gesagt, ob der neue
AG das übernehmen würde).
Hier hab ich mich dann zu schwammig ausgedrückt: Die Vorteile, die Du bei der Einzahlung gehabt hast, bleiben Dir im Fall der Beitragsfreistellung auf jeden Fall erhalten. Wenn ein neuer AG in den bestehenden Vertrag eintritt, ebenfalls. Ein Risiko für Dich entsteht bloß, wenn Du den Vertrag selber weiter bedienst, weil er Dir in diesem Moment „zugeflossen“ ist. Dabei muß seit 2001 ein neuer AG in den von Dir vorgelegten bestehenden Vertrag eintreten, wenn er nicht von sich aus einen anderen Weg der betrieblichen Altersversorgung anbietet.
Gibt es eine weitere Möglichkeit, mit der mein AG mich
finanziell unterstützen kann, die mich aber nicht so an den AG
bindet?
Die geringste Bindung entsteht, wenn Du ganz unabhängig vom AG vorgehst (>> „Riester-Rente“). Diese Form der privaten Altersvorsorge ist aber grosso modo eher für Leute mit ziemlich kleinem Einkommen und vielen Kindern interessant, wegen der Definition der staatlichen Zuschüsse.
Zu dem Feld Direktversicherung, Unterstützungskasse etc. (es gibt noch die Pensionskasse und den Pensionsfonds, die funktionieren ähnlich, aber nicht präzise gleich wie die U-Kasse) ist es im Gegensatz zu Sachversicherungen und Geldanlagen sinnvoll, einen nicht versicherungsgebundenen Makler zu befragen. Die haben - wenn sie halbwegs seriös sind - auch die Software, um verschiedene Szenarien nach Vorgabe zu rechnen. Problemchen: Alles hängt von Deinem AG ab. Wenn Du einen guten Draht zu ihm hast, kannst Du ihm einmal vorschlagen, die Chose nochmal anzugehen. Ich habe vor zwei Jahren einmal einen Teil des Marktes gefiltert und dabei als eines der Kriterien definiert, wie schnell und mit welcher Präzision die einzelnen Makler auf die in 2001 ziemlich flott aufeinander folgenden Änderungen der damals frischen Gesetzgebung reagiert haben. Einer, der wegen seiner Arbeit in dieser Hinsicht dann unseren Zuschlag bekommen hat, sitzt in HD bei Dir ums Eck (nein, nicht MLP). Die Adresse geb ich wenn Du möchtest per mail außerhalb des Brettes raus.
Schöne Grüße
MM
Hallo liebe www’ler.
Meine Firma hat mir eine Direktversicherung angeboten.
Was genau ist das?
Lebens oder Rentenversicherung die durch die direkte Bezahlung durch den AG von deinem Gehalt abgezogen wird.
Hat diese Versicherung für mich besondere Vor- oder Nachteile?
Auf den Beitrag wird nicht deine Steuerstufe angewendet sonden ein pauschaler Satz. Dieser gilt bis 2008. Weiterhin werden über den AG begünstige Rahmenverträge angeschlossen. Daher haben diese eine höhere Leistung als wenn du eine einzelne abschließen würdest.
Was ist, wenn ich die Firma einmal verlassen sollte?
Dann nimmst du den Vertrag mit und kannst diesen bei deinem neuen AG weiterführen lassen. Dazu ist dieser verpflichtet. Wenn der neue AG aber einen eigenen Haus und Hof Versicherer hat, wird dein Kapital komplett auf den neuen Versicherer übertragen (Deckungskapital).
Danke für Eure Infos.
Gruß Trinity
Bitte, gern geschehen.
Gruß
Martin
P.S.: Wende dich bitte auch an einen Versicherungsonkel oder Finanzmenschen deines Vertrauens. Die Materie ist zu vielschichtig und es muß erst eine grundlegende Analyse durchgeführt werden, bevor du dich entscheidest.