Was ist eine Immunantwort?

Hallo,
Im Rahmen der Prüfungsvorbereitung würde ich gerne wissen, was eine Immunantwort (Immunreaktion) ist.

Das was ich bisher dazu im Internet gefunden habe erschien mir für meine Verhältnisse zu kompliziert.
Mich interessiert eigentlich nur was allgemein bei der humorale und zelluläre Immunantwort passiert, wenn möglich ohne viele Fremdwörter.

Ich würde mich freuen wenn mir jemand helfen könnte bei dem Thema durchzusehen.

Danke für jede brauchbare Antwort.

Im Rahmen der Prüfungsvorbereitung würde ich gerne wissen, was
eine Immunantwort (Immunreaktion) ist.
Mich interessiert eigentlich nur was allgemein bei der
humorale und zelluläre Immunantwort passiert, wenn möglich
ohne viele Fremdwörter.

Es gibt zwei Arten von Immunzellen: T-Zellen und B-Zellen. Die T-Zellen sind die Gedächtniszellen. Sie haben auf ihrer Oberfläche Rezeptoren für fremde Strukturen (Bakterien, Viren, fremde, nicht zum eigenen Körper gehörige Proteine). Wenn diese Rezeptorproteine auf der Oberfläche mit so einer fremden Struktur (Antigen) reagieren, alarmieren sie das übrige Immunsystem durch die Ausschüttung von Botenstoffen (Cytokine). Diese Botenstoffe locken andere Immunzellen ( Makrophagen= Fresszellen) an, die das Antigen attackieren. Die T-Zellen präsentieren das gebundene Antigen auch den B-Zellen: Wenn eine B-Zelle einen passenden Rezeptor (natürlich auch ein Protein) für dieses Antigen auf der Oberfläche hat (ob einer vorhanden ist und wie gut er zufällig „passt“, ist genetisch festgelegt), wird sie zur Produktion von passenden Antikörpern angeregt und, wichtig, zur eigenen Zellteilung veranlasst, damit in kurzer Zeit Millionen identischer B- Zellen gebildet werden, die mit diesem Antigen reagieren. Diese Antikörper sind Proteine die in das Blut abgegeben werden und mit dem eingedrungenen Antigen (z.B. Virus) reagieren, es verklumpen (also buchstäblich aus dem Verkehr ziehen). Gleichzeitig wird das Komplementsystem aktiviert, das z.B. in Bakterien und andere Zellen Löcher schweißt.
T-Zellen, die einmal mit einem Antigen reagiert haben, teilen sich auch. Sie sind sehr langlebig und können noch nach vielen Jahren das gleiche Virus sofort erkennen und sich teilen etc etc. Das ist die z.T. lebenslange Immunität.
Die Beschreibung des Immunsystems lässt sich beliebig komplex gestalten. Ich habe hier nur einige Grundprinzipien dargestellt.
Udo Becker

Hallo!

Eine Immunantwort ist die Reaktion eines Immunsystems auf immunogene Entitäten.
Tja, total oberflächlich, aber so isses halt :wink:
OK, eine typische Immunreaktion läuft etwa so ab:
Pathogene treten irgendwo in die Haut ein, werden dort von residenten Makrophagen erkannt über keimbahnkodierte Antigenrezeptoren und teilweise gefressen.
Die Makrophagen schütten nach Aktivierung Cytokine (Hormone des Immunsystems) aus und locken oft schnell viele Neutrophile Granulozyten in den Infektionsherd.
Diese Zellen machen dann mit den Makrophagen zusammen mit dem Großteil der Pathogene Schluss. Hierbei spielen natürlich noch viele andere Zellen wichtige Rollen.
WICHTIG: Das erworbene/adaptive Immunsystem mit Lymphozyten, die NICHT keimbahnkodierte Antigenrezeptoren tragen (also T- und B-Zellen), das ist LUXUS.
Das angeborene Immunsystem ist unbedingt notwendig, sonst ist man schneller tod als man hopp sagen kann. Die Mehrzahl der Immunantworten läuft ohne eine starke adaptive, wenn überhaupt, ab.
In die adaptive Immunantwort wird übergeleitet v.a. durch dendritischen Zellen, die Antigene aufnehmen und zusammen mit kostimulierenden Molekülen naiven T-Zellen präsentieren. Diese reifen darauf in Memoryzellen und v.a. in vier verschiedene große Sets von Effektor T-Zellen aus: regulatorische T-Zellen, TH1-CD4-Zellen, TH2-CD4-Zellen und CD8-Zytotoxische T Zellen aus.
Die TH1-Zellen stimulieren Makrophagen, effizient gegen intrazelluläre Bakterien, z.B. Tuberkelbakterien vorzugehen.
Die CD8-Zytotoxischen T Zellen töten v.a. vireninfizierte Zellen und töten wohl auch in vivo teilweise entartende Zellen.
TH2-Zellen stimulieren nach Antigenpräsentation durch B-Zellen diese zur klonalen Expansion und zur Differenzierung zu Effektorzellen und Memoryzellen.
Regulatorische T-Zellen unterdrücken Immunreaktionen auf verschiedene Arten.
Man beachte: Es gibt keine professionell antigenpräsentierenden T-Zellen.
Professionell wird den T-Zellen nur präsentiert.
T-Zell-Aktivierung „lizensiert“ eine adaptive Immunantwort, denn die T-Zellaktivierung ist an Kostimulation und weitere Signale gebunden. Autoreaktive T-Zellen werden zum Großteil bereits während der Entwicklung im Thymus getötet.
(„Lizensiert“ steht hier in Anführungszeichen, da der Begriff eigentlich einer speziellere T-Zellfunktion vorbehalten ist)

Gruß, Stefan

Gruß, Stefan

Was sollte das?
Frust über Nachtschicht?

Hallo,
Hier hast du aber eine teilweise rekordverdächtige Fremdwortdichte erreicht.
Gruß
Werner

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Hallo Werner!

Da wo es einen nicht interessiert, könnte man vielleicht, dachte ich mir, einfach drüber wegschauen und da wo es einen interessiert, da steht dann der korrekte Ausdruck. Einfach ein anderes Wort zu benutzen, macht die Immunologie eigentlich nicht einfacher, sondern verschleiert die Aussage noch mehr.
Statt CD8-positiver-T-Lymphozyt könnte man auch spezieller Lymphozyt sagen. An der Sache ändert es nichts, nur dass mehr Information enthalten ist.
Dass ein CD8-positiver T-Lymphozyt ein Spezieller T-Lymphozyt ist oder auch ein spezieller Lymphozyt, dass ergibt sich ja.

Gruß, Stefan

Hallo Stefan,
ich habe mit Interesse gelesen was du schriebst. Aber der dem du antwortetest hatte ausdrücklich darum gebeten, ihn nicht mir Fachwörtern zu überfrachten. Nur darum habe ich das hier angemerkt.

Gruß
Werner

PS: Das „Drüberweglesen“ ist übrigens gar nicht so einfach, wenn man nicht in der Materie drin steckt, weil man ja nicht erkennen kann, ob das unverständliche Wort nun zum Verständnis notwendig ist. Das erkennt man erst, wenn man die wesentlichen Begriffe zuordnen kann. Ein kleiner Teufelskreis.

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