Was ist eine Spinalanaesthesie?

Hallo liebe Experten!
Ich werde in der kommenden Woche operiert und mir stehen mehrere Narkoseverfahren zur Auswahl. Bevorzugt wird vom Arzt die Spinalanaesthesie. Was ist eine Spinalanaesthesie? danke für ihre Hilfe.

Bei einer Spinalanästhesie wird Betäubungsmittel in den Nervensack der Wirbelsäule gespritzt - nicht in den Nerven!!!
Dadurch wird die untere Körperhälfte komplett betäubt, der Patient bleibt wach und ist viel schneller wieder fit.
In der Hand eines geübten Anästhesisten ist das ein sehr sicheres und gut verträgliches Verfahren.
Die Nebenwirkungen sind wie überall in der Medizin grausam zu lesen, treten aber extrem selten auf und die Nebenwirkungen einer alternativen Vollnarkose sind ebenfalls heftig.
Aufklären sollte der Anästhesist über Mißlingen der Methode, was bei einer kaputten Wirbelsäule vorkommen kann. Standardaufklärung sind Nervenschäden bis hin zur Querschnittslähmung (letzteres noch nie erlebt), Infektion der Einstichstelle (selten daß diese in die Tiefe geht) und am unangenehmsten für den Patienten treten manchmal heftige Kopfschmerzen nach der Narkose auf.
Wenn der Anästhesist gut ist und das Operationsgebiet stimmt, würde ich die Spinalanästhesie einer Vollnarkose vorziehen. Wenn ich dem Anästhesisten nicht traue, würde ich mir auf keinen Fall eine Vollnarkose geben lassen.
(-:

Hallo,
bei den meisten Menschen kann man die Dornfortsätze der Wirbelkörper tasten: das sind die harten Beulen entlang der Wirbelsäule. Zwischen zweien dieser Fortsätze setzt der Anästhesist im Bereich der Lendenwirbelsäule zunächst eine kleine Lokalanästhesie in die Haut (die Haut ist an unserem Körper das schmerzempfindlichste, darunter tut es kaum weh). Dann wird mit einer kurzen Nadel der Weg einige Zentimeter vorgestochen und durch diese Nadel wiederum eine lange, extrem dünne Nadel vorgeschoben. Diese wird bis durch die harte Rückenmarkshaut gestochen (Verlängerung der Hirnhaut), so dass man Rückenmarkswasser (Liquor) mit einer Spritze ansaugen kann. Jetzt wird eine geringe Menge Lokalanästhestikum eingespritzt, die sich mit dem Liquor vermischt und die unteren Rückenmarkswurzeln betäubt. Daraus resultiert eine vorübergehende Lähmung und Gefühllosigkeit der unteren Körperhälfte (je nach verwendetem Medikament ca. 30 Min bis 2 Std.).
Die Spinalanästhesie ist ein millionenfach angewandtes, sehr risikoarmes Verfahren, das ich persönlich einer Vollnarkose vorziehen würde. Natürlich gibt es für alle Verfahren Vor- und Nachteile, die auf jeden Patienten hin gründlich überprüft werden müssen. Wenn aber der Anästhesist bereits eine Spinalanästhesie empfiehlt, würde ich diesem Vorschlag folgen.
Herzliche Grüße und gute Besserung
otto1965
P.S. Eigentlich ein Armutszeugnis für den Anästhesisten, dass er die Spuinalanästhesie nicht bei der Aufklärung ausreichend erklärt hat, das ist sein Job!

Hallo

Hier ist das ganz gut erklärt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Spinalan%C3%A4sthesie

Hallo!

Eine Spinalanästhesie ist eine Regionalanästhesie, eine Teilnarkose bei der der untere Teil des Körpers betäubt wird während man bei Bewusstsein bleibt. Eine Sedierung ist während des Eingriffs jedoch möglich.
Über eine Nadel wird im Bereich der Lendenwirbelsäule lokales Betäubungsmittel in den sog. Spinalkanal eingebracht. Dort werden die aus dem Rückemark kommenden Nervenfasern betäubt und das Schmerzempfinden sowie die Bewegungsfähigkeit wird i.d.R. bis auf Höhe des Bauchnabels, ggf. auch höher, aufgehoben. Der Eingriff kann dann schmerzfrei durchgeführt werden. Je nach Dosierung des Lokalanästhetikums ist die Wirkung nach einigen Stunden abgeklungen.
Wie jedes Verfahren hat die Spinalanästhesie auch Risiken. Über diese wird der Anästhesist auch vorher aufklären.
Es kann zu Gefäß- oder Nervenschäden kommen, es können sich Blutergüsse bilden oder es kann eine Infektion entstehen. Daher besteht das sehr geringe Risiko von bleibenden neurologischen Schäden bis hin zu einer Querschnittslähmung. Des Weiteren kann es zu Blasenentleerungssörungen kommen. Weiterhin können nach Spinalanästhesien sog. postpunktionelle Kopfschmerzen entstehen. Die Ursachen liegt in dem durch die Punktion verursachten Loch in der harten Hirnhaut und dem daraus resultierenden Verlust von Nervenwasser. Diese Kopfschmerzen verschwinden i.d.R. spontan nach einigen Tagen und sind mit den heute verwendeten Punktionsnadeln sehr selten.
Da aber auch eine Vollnarkose mit Risiken behaftet ist kann kein Verfahren als besser oder schlechter betrachtet werden, so dass man die Entscheidung ob man eine Spinalanästhesie oder eine Vollnarkose erhalten will selbst nach eigener Vorliebe treffen muss.

Ich hoffe diese Angaben sind hilfreich.

Mfg

Moin Shutterfly!
Die Spinalanästhesie ( SPA ) ist eine vorübergehende Unterbrechung der Nervenleitung durch Injektion eines Lokalanästhetikums in den lumbalen Subarachnoidalraum. Sie führt zu einer spezifischen sensorischen und motorischen Blockade und ermöglicht hierdurch eine Vielzahl chirurgischer Eingriffe an den unteren Extremitäten, im Becken, Perineum und Unterbauch, sowie bei geburtshilflichen Eingriffen!
Bei der SPA wird eine Spinalnadel durch eine Führungskanüle bis in den Subarachnoidalraum vorgeschoben, soweit bis Liquor ( im Volksmund Hirnwasser )zurückfließt. Über diesen Zugang wird dann ein Lokalanästhetikum gespritzt, dessen Wirkung auch sehr schnell einsetzt.Manche Anästhesisten spritzen zusätzlich noch ein Opiat mit hinein, dadurch wird die Schmerzfreiheit nach dem Eingriff noch über viele Stunden aufrechterhalten. Der Punktionsort ist der Lendenwirbelbereich und dieser wird vor der eigentlichen Punktion lokal betäubt. Zur Punktion setzt sich der Patient in der Regel aufrecht mit gekrümmten Rücken hin, sollte dies nicht machbar sein, kann auch in Seitenlage punktiert werden.
Die SPA ist eine sehr gute und bewährte Form der Anästhesie. Die allermeisten Patienten die ich erlebe sind damit sehr gut zufrieden!
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und einen guten Heilungsverlauf!
Hubert Temmen

Hallo,
leider habe ich Ihre Anfrage erst heute gelesen.

Eine Spinalanästhesie gehört im Gegensatz zur Allgemeinnarkose zur regionalen Anästhesie, daß heißt, daß nur bestimmte Teile des Körpers betäubt werden, damit man operiert werden kann. Bei der Spinalanästhesie werden die Nerven, die dem Rückenmark entspringen örtlich betäubt, so daß man meistens so ungefähr ab dem Bauchnabel abwärts nichts mehr spürt und sich auch ab da nicht mehr bewegen kann. Dieser Zusand hält ca. 3-4 Stunden an, danach ist der „Spuk“ vorbei. Selbst bleibt man dabei wach,bekommt aber meist eine Tablette, damit man etwas müde ist. Auch kann man während der OP. z.B Radio hören oder seinen MP3 Player mitnehmen. Der Vorteil ist, daß man bei dieser Methode nicht beatmet werden muß wie bei der Vollnarkose, da während der Vollnarkose die eigene Atmung aufhört. Wenn man diverse Erkrankungen hat z.B. an der Lunge oder am Herzen, wird eine Spinalanästhesie als sicherer angesehen. Bei jungen gesunden Menschen ist es mehr oder weniger Geschmackssache. Die Anlage der Spinalanästhesie dauert ungefähr 15 min und tut nicht weh. Verletzungen des Rückenmarkes sind sehr sehr sehr selten. Ich selber habe noch keine Komplikation gesehen. Der Arzt muß aber immer darauf hinweisen, daß man eine Querschnittslähmung erleiden kann. Davon soll man sich keine Angst machen lassen - ich kenne keinen Fall in dem das vorgekommen ist und wir machen Spinalanästhesien seit Jahrzehnten mehrfach täglich.

Viel Glück bei der OP - wenn Sie noch fragen habem können Sie mich gern kontaktieren

Hallo, ich hoffe, es ist noch nicht zu spät, habe nämlich seit längerem nicht in mein fach geschaut. die spinalanästhesie ist eine traditionsreiche, bewährte betäubungsmethode für die regionen unterhalb des nabels. man ist wach, es fallen also einige nachteile der vollnarkose weg, man hat auch nach der OP eine gute schmerzbetäubung ( dies ist bei vollnarkose nicht gegeben ), vorteile insbesondere bei vorbestehenden lungenerkrankungen, weil die atmung erhalten bleibt. sehr zu empfehlen! aber niemand kann garantieren, dass diese empfehlung in jedem fall DIE richtige ist. grundsatz, sich den empfehlungen des behandelnden anvertrauen, weil er die behandlung durchführen soll - und jeder weiss, was er am besten kann. gruss rainer kuhnt

Grundsätzlich gibt es 2 Möglichkeiten für eine Operation eine Betäubung durchzuführen: Eine Allgemeinanästhesie und ein Regionalanästhesieverfahren.
Die Spinalanästhesie ist ein Regionalanästhesieverfahren, d.h. es werden durch Gabe von Medikamenten Nervenbahnen „betäubt“ und dadurch kann eine Operation schmerzfrei durchgeführt werden.
Bei der Spinalanästhesie (SpA) werden am Rücken in Höhe der Lendenwirbelsäule Anästhetika in den Spinalraum (da wo das Nervenwasser=Liquor ist) eingespritzt und es kann eine Betäubung vom Bauchnabel bis zu den Zehenspitzeen erreicht werden. Die Einstichstelle wird so gewählt dass keine Verletzung des Rückenmarkes mehr stattfinden kann, auf dieser Höhe verlaufen nur einzelne Nerven welche durch die Spinalnadel nicht verletzt werden. Bei der Anlage der SpA macht der Patient einen runden Rücken, nach einer kleinen Lokalanästhesie (Hautquaddel) wird mit einer dünnen Spinalnadel das medikament eingespritzt. Nach 15 Minuten hat die Betäubung ihr Ausmass erreicht und hält bis zu 6 Stunden an.

Vom allgemeinen Narkoserisiko unterscheiden sich SpA und Allgemeinanästhesie her nicht. Bei der SpA ist der Pat. wach, kann jedoch bei Bedarf etwas bekommen um ein wenig zu dösen.

Ich hoffe das hilft weiter.