Was ist eine Wiek?

Hallo,
Klar weiß ich, was eine Wiek ist! Eben so 'ne kleine Bucht an der Küste. (Gristower Wiek, Dänische Wiek, Wieker Bodden, Pötenitzer Wiek etc…)
Aber wo kommt der Begriff eigentlich her und wie ist er korrekt definiert.

Das ist ein Doppelposting (Schande über mich!). Falls jemand helfen kann, Antworten bitte im Geographie-Brett.

Besten Dank im Voraus! (Seit gestern schreib ich Voraus groß…)
Manfred

Hallo Manfred,

die zwei ganz verschiedenen Wieken, nämlich die von Dir beschriebenen Buchten einerseits und die wendischen Wallaufschüttungen andererseits, klingen gleich, aber „vik“ = Bucht, Hafen ist Altnordisch und „wich“ = Dorf ist Althochdeutsch.

Weiter zurück bin ich nicht gekommen, aber das Gemeinsame zwischen einer zum Hafen vertieften Bucht und einem Schutzwall für ein Dorf ist das Buddeln. Alldieweil Aldnordisch und Althochdeutsch nicht so furchtbar weit voneinander entfernt sind, täte ich spekulativ in diese Richtung weitergraben.

Schöne Grüße

MM

Hallo !

Man weiß es nicht genau.

Vielleicht entlehnt aus „vik“ = Bucht. 16. Jahrhundert.

Gruß Max

„wich“ = Dorf ist Althochdeutsch.

Hallo Martin,
dieses „wich“ ist ja offenbar auch noch in dem schönen Begiff „Weichbild“ enthalten?
Grüße
Eckard.

Dankeschööön! (o.w.T.)
Danke!

Hallo Eckard,

dieses sagt auch Kluge. Dabei das Bild ganz wörtlich zu nehmen als aus Holz geschnitztes oder aus Stein gehauenes Zeichen für den lizensierten Handelsplatz, so wie die Rolandsfiguren der Hanse.

Kluge reiht auch Ipswich und Norwich zu Braunschweig und Osterwiek, bleibt offen: Was ist jetzt Wyk auf Föhr? Der Hafen, die Bucht oder die Wurt mit dem Ort drauf?

Schöne Grüße

MM

Kluge reiht auch Ipswich und Norwich zu Braunschweig und
Osterwiek, bleibt offen: Was ist jetzt Wyk auf Föhr? Der
Hafen, die Bucht oder die Wurt mit dem Ort drauf?

Hallo Martin,
Da ich gerade im Pfeifer rumblätterte (hat mir nicht leid getan :smile:
konnte ich die Finger nicht vom „Weichbild“ lassen.
Er führt aus:
„Der seit der 2. Hälfte des 12.Jhs. von Westfalen aus sich im Bereich des Nieder- und Mitteldeutschen ausbreitende Rechtsausdruck weist in seinem zweiten Glied wahrscheinlich auf ein Substantiv mit der Bedeutung ‚Recht‘ auf, das vom germ. Stamm *bil- ‚angemessen, gerecht‘ (s. billig und Unbill’ abgeleitet ist, während das erste Glied wohl mit ahd. wih m. 'Ortschaft […] übereinstimmt, einer westgerm. Entlehnung aus dem lat. vicus ‚Stadtviertel, Dorf, Gehöft‘, das seinerseits mit griech οικος ‚Haus, Wohnung‘ und got. weihs ‚Flecken‘ verwandt ist.>“

Fand ich spannend!
Gruß
Eckard.

Hallo Eckard,

und wer schlichtet jetzt zwischen Kluge und Pfeifer? In dem vicus-oikos-weihs etc. gehen sie einig, im -bild überhaupt nicht.

Und der einzige hier im Brett mehr oder weniger fließend Indogermanisch Sprechende ist nicht mehr unter uns…

Schöne Grüße

MM