Was ist euch eine Privatschule wert?

Hallo zusammen,

Ich habe mich vor kurzem für eine Privatschule weltweit interessiert. Ich wollte dadurch einen Überblick bekommen, welche Möglichkeiten ich meinen Kind anbieten könnte.
Ich habe meinen Fokus jetzt auf ein paar Schulen in Europa gelegt.

Allerdings sind die Preisunterschiede sehr enorm!

Daher wollte ich noch mal bei euch nachfragen, welche Erfahrungen ihr den mit Schulgeldern an Privatschulen gemacht, bzw. bezahlt habt. Welche „versteckten“ Kosten noch auf einen zukommen, und wie viel Schulgeld ihr als akzeptabel empfindet.

Auf der einen Seite ist dies die beste Investition für die Zukunft eines Kindes, die eine Mutter machen kann, aber ich muss auch schauen, dass ich mich nicht total finanziell übernehme.

Freue mich auf eure Erfahrungen, Meinungen, Anregungen.

Sonnige Grüsse aus Süd Afrika
Tanja

Auf der einen Seite ist dies die beste Investition für die
Zukunft eines Kindes, die eine Mutter machen kann,

Hallo Tanja,
nichts für ungut, aber da bin ich ganz anderer Meinung.
Es wäre eine bessere Investition für dein Kind, wenn du dich selbst um seine Erziehung kümmern würdest.
So hast du doch keine Kontrolle - was meinst du, was an den Privatschulen gerade im Internat so alles abgeht.

Gerade unsere Gesellschaft krankt doch daran, dass viele Eltern ihre Kinder abschieben.

Warum sollten die Pädagogen an Privatschulen besser sein?
Ich war an zwei Privatschulen tätig - da unterrichteten Lehrer, die noch nicht einmal Abitur hatten!

Achte deshalb auf jeden Fall darauf, dass sie staatlich anerkannt ist!

MFG
HG

Hi Tanja,

nix für Ungut, aber genau wie deine frühere Frage nach
der besten Schule halte ich deine Frage auch hier für
pure Gedankenwichserei, einem Schwimm-Trockenkurs vergleich-
bar.

Meine Aussage damals lautete: es kommt auf die Umstände
und das Kind an. Die ideale Schule für das eine Kind,
kann die falsche für das nächste sein (zudem man zwar
vieles im Vorfeld abklären kann, aber richtig beurteilen
kann man eine Schule erst, wenn man selbst dort ist oder
vielleicht, wenn man Kinder dort hat - ganz abgesehen davon,
dass die beste Schule nichts taugt, wenn man den einen
„doofen“ Lehrer erwischt, was im Übrigen auch umgekehrt
gilt).

Und deine Frage jetzt ist genauso. Du wolltest unter Umständen
sogar das Land für eine gute Schule wechseln - ihr müsst
aber beide (bzw. die ganze Familie) dort leben, einen Job
finden, ein Whg. von finden etc. Das Gesamtpaket muss
stimmen. (kleines Beispiel: die beste Schule, die wir
bisher für unsere Schule hatte, war die amerikanische
Schule in Al Khobar, Saudi Arabien, das Umfeld war
für uns aber nicht mehr tragbar).

Das spielt dann ganz konkret in den Aspekt „das Beste,
was man für die Zukunft der Kinder tun kann“. Zum einen
(jetzt wiederhole ich mich gewissermaßen), kann man
eine Entscheidung mit den besten Gründen der Welt treffen
und trotzdem hinterher feststellen, dass das Ergebnis nicht
das erwartete ist. Wenn dann auch die anderen Faktoren
nicht stimmen, hat man wesentlich mehr Kummer. Zum
anderen ist zwar eine gute Schulbildung eine gute Investition,
aber sie ist nicht mit Abstand das Allerwichtigste. Ganz
andere Faktoren spielen mit hinein, ob aus einem Kind ein
erfolgreicher und auch glücklicher Erwachsener wird.

Zu deiner Frage an sich: kommt drauf an, was man sich
leisten kann - und zwar in ganz weitem Sinn. Ich glaube
nicht, dass es einem Kind auf einer sauteuren Schule so
gut tut, wenn es nie mit den anderen (höchstwahrscheinlich
begüterten) Kindern mithalten kann, weil die Eltern sich
an den Rand der finanziellen Belastbarkeit bringen. Oder
dass es den Eltern gut tut, wenn sie auf nahezu alles
verzichten, nur um dem Kind die Schule zu ermöglichen.
Es kommt auf eine Balance an.

Gruß
Elke

Hallo Tanja!

Die wesentliche Prägung im Umgang mit Menschen, mit der Umwelt, mit Konflikten und Streit, in seinen Ausdrucksmöglichkeiten, seinem Verhältnis zu Bildung, Wissen und Glauben, im Verhältnis zu materiellen Dingen u. v. m. erhält Dein Kind von DIR. Die Chancen, die sich Deinem Kind eröffnen lassen und die es sich selbst eröffnet, hängen stark an der elterlichen Prägung und - falls überhaupt - nur nachrangig daran, ob eine Schule privat oder öffentlich getragen wird.

Mit der Auswahl einer bestimmten Schule hast Du Einfluß auf das Umfeld, in dem Dein Kind einen großen Teil seiner Zeit verbringen wird. Du hast damit Einfluß, aus welchen Schichten sich das Umfeld rekrutiert, aber es hängt stark an der durch Dich vorgenommenen Prägung, welchen Einfluß das Umfeld auf Dein Kind haben wird. Sicher gibt es schulische Umfelder, in denen Freude am Lernen und an Leistung mit Mobbing quittiert wird - das wirst Du vermeiden wollen. Es gibt Umgebungen, in denen elterliches Geld, Statussymbole oder religiöse Autoritäten den Ton angeben. Bei Licht betrachtet, wird solcher Einfluß auch nicht unbedingt wünschenswert sein. Dein Kind wird sein Leben lang in einer dem Bevölkerungsquerschnitt entsprechenden Umgebung klar kommen müssen - warum nicht auch in der Schule? Besondere Neigungen und Begabungen lassen sich dennoch besonders fördern.

Die Vorstellung, in einer nach Elite riechenden Umgebung irgendetwas Besonderes heranzüchten zu können, halte ich für irrig. Das werden einseitige und im Ergebnis ähnlich fragwürdige Umfelder sein, wie das Umfeld in einem sozialen Problemgebiet mit hoher Gewaltbereitschaft.

Die Erziehung Deines Kindes ist Deine Aufgabe. Pädagogen und Fachlehrer werden ihren Beitrag leisten, aber entscheidend bleibt DEIN Beitrag. Die schulischen Extreme würde ich meiden. Mit einer teuren Privatschule hast Du beste Chancen, Dein Kind in der Nähe so eines in meinen Augen untauglichen Extrems unterzubringen.

Gruß
Wolfgang

Hi Tanja,

a) eine Privatschule muss man sich leisten können
b) man muss sich auch die Nebenkosten einer Privatschule leisten können
c) eine Kostennutzenanalyse von Privatschulen gibt es nicht
d) wer sein Kind derart unter Druck setzt „du musst möglichst billig ganz schlau werden“ der hätte bei der Kostennutzenanalyse des Kind-Bekommens besser rechnen sollen.

Hallo,

ich verstehe gar nicht, warum hier alle so auf Tanja draufhauen.

Die wesentliche Prägung im Umgang mit Menschen, mit der
Umwelt, mit Konflikten und Streit, in seinen
Ausdrucksmöglichkeiten, seinem Verhältnis zu Bildung, Wissen
und Glauben, im Verhältnis zu materiellen Dingen u. v. m.
erhält Dein Kind von DIR. Die Chancen, die sich Deinem Kind
eröffnen lassen und die es sich selbst eröffnet, hängen stark
an der elterlichen Prägung und - falls überhaupt - nur
nachrangig daran, ob eine Schule privat oder öffentlich
getragen wird.

Klar. Aber häufig gibt es an Privatschulen bessere zusätzliche Förderungsangebote (ob Musikinstrumente, Garten-AG oder Sport). Außerdem spielt das Umfeld sehr wohl eine Rolle. Ich würde mein Kind lieber auf eine Privatschule als auf eine Schule mit 90% Ausländeranteil schicken. Allerdings stimme ich darin zu, dass eine superteure Nobelschule auch nicht das Richtige ist.

Die Erziehung Deines Kindes ist Deine Aufgabe. Pädagogen und
Fachlehrer werden ihren Beitrag leisten, aber entscheidend
bleibt DEIN Beitrag. Die schulischen Extreme würde ich meiden.
Mit einer teuren Privatschule hast Du beste Chancen, Dein Kind
in der Nähe so eines in meinen Augen untauglichen Extrems
unterzubringen.

Extreme meiden - ja. Aber was spricht generell gegen eine Privatschule, sofern Tanja sich diese leisten kann, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten?

Grüße,
Anja

Hi Tanja

Daher wollte ich noch mal bei euch nachfragen, welche
Erfahrungen ihr den mit Schulgeldern an Privatschulen gemacht,
bzw. bezahlt habt. Welche „versteckten“ Kosten noch auf einen
zukommen, und wie viel Schulgeld ihr als akzeptabel empfindet.

Das kommt eben immer darauf an, was man sich leisten kann. Einige Privatschulen staffeln die Gebühren nach dem Einkommen der Eltern, andere verlagen den gleichen Betrag von allen.
Es bringt ja nichts, wenn man seine Kinder an die teuerste Privatschule schickt und dann kein Geld übrig hat um die Kleinen mit auf Ausflüge zu schicken, Musikunterricht oder andere Zusatzprogramme zu finanzieren. Genauso ist es recht sinnlos Kindern stundenlange Anfahrtswege zuzumuten, weil man sich in der näheren Umgebung kein(e) Haus/Wohnung leisten kann.

Die Kosten unserer hiesigen Privatschule liegen bei 5,100 bis 6,600 Pfund pro Schuljahr. (Ich hab dort Praktikum gemacht und die Unterschiede zu den staatlichen Schulen in der Gegend sind schon auffällig.) Die Deutsche Schule in London will hingegen 3,600 Pfund pro Schuljahr und ist mein Favorit. Persönlich würde ich mich also für die DSL entscheiden und das nicht nur wegen dem Geld. Ich wohne aber ca. 3 Autostunden von London entfernt. Selbst wenn ich also Kinder hätte und das Geld sie auf eine Privatschule zu schicken, kann ich sie ja nun wirklich nicht die drei Stunden hin und zurück kutschen. Da wäre ich ja total bekloppt.
Nach London kann ich auch nicht umziehen, weil es da 1. zu teuer ist und 2. man dort wohnen sollte, wo man nen Job hat (sonst hat man nämlich auch kein Geld für ne Privatschule) und 3. bekomm ich meinen Freund nicht nach London, er will dort einfach nicht hin.

Von daher sollte man bei Privatschulen nicht nach dem Geld gehen. Natürlich muss man es sich leisten können, aber vom Mund absparen müssen sollte man sich die Gebühren nun wirklich nicht (da kann man sich lieber ne GUTE staatliche Schule suchen und den Kleinen private Zusatzprogramme finanzieren). Die Rechnung sollte vielleicht besser in die andere Richtung laufen -> wo bekomme ich nen guten Job -> wo kann ich wohnen, wenn ich diesen Job habe -> wo schicke ich meine Kinder zur Schule.

Viel Erfolg bei der Suche,
Kel

Hallo Anja!

Klar. Aber häufig gibt es an Privatschulen bessere zusätzliche
Förderungsangebote (ob Musikinstrumente, Garten-AG oder
Sport).

Gibt es doch auch an vielen öffentlichen Schulen!

Außerdem spielt das Umfeld sehr wohl eine Rolle. Ich
würde mein Kind lieber auf eine Privatschule als auf eine
Schule mit 90% Ausländeranteil schicken.

*lol* Tanja sucht nach einer Privatschule - weltweit… Dann ist ihr Kind ja auch fast überall Ausländer!
Zudem kann es auch Vorteile haben, denn verschiedene Kulturen können voneinander sicher ne Menge lernen. Aber ich weiß schon was Du meinst…

Die Frage ist doch eigentlich, was hat eine Privatschule, was eine öffentliche nicht hat?! Und da fällt mir nicht viel ein. Es gibt gute und schlechte Schulen - aber ich denke nicht, dass dies zwangsläufig vom Träger abhängt.

xxx
Nic

Hallo Nic,

Klar. Aber häufig gibt es an Privatschulen bessere zusätzliche
Förderungsangebote (ob Musikinstrumente, Garten-AG oder
Sport).

Gibt es doch auch an vielen öffentlichen Schulen!

sagen wir’s mal so: Die Chance, dass du eine Privatschule mit vielfältigen Förderungsmöglichkeiten und motivierten Schülern/Eltern findest, ist größer, als so eine staatliche Schule zu finden. Obwohl ich zugeben muss, dass ich an eben so einer staatlichen Schule gewesen bin.

Außerdem spielt das Umfeld sehr wohl eine Rolle. Ich
würde mein Kind lieber auf eine Privatschule als auf eine
Schule mit 90% Ausländeranteil schicken.

*lol* Tanja sucht nach einer Privatschule - weltweit… Dann
ist ihr Kind ja auch fast überall Ausländer!
Zudem kann es auch Vorteile haben, denn verschiedene Kulturen
können voneinander sicher ne Menge lernen. Aber ich weiß schon
was Du meinst…

Ja, ich meine z.B. Kreuzberger Schulen. Kulturelle Vielfalt kann man das dort häufig auch nicht mehr nennen. Ghettoschulen entsprechen imho jedenfalls nicht diesem Verständnis.

Die Frage ist doch eigentlich, was hat eine Privatschule, was
eine öffentliche nicht hat?! Und da fällt mir nicht viel ein.
Es gibt gute und schlechte Schulen - aber ich denke nicht,
dass dies zwangsläufig vom Träger abhängt.

Nee, sicher nicht zwangsläufig. Und sicher ist auch bei weitem nicht jede Privatschule gut. Nur, wie oben gesagt, es ist leichter, eine gute Privatschule zu finden.

Grüße,
Anja

Hallo Wolfgang,

Die wesentliche Prägung im Umgang mit Menschen, mit der
Umwelt, mit Konflikten und Streit, in seinen
Ausdrucksmöglichkeiten, seinem Verhältnis zu Bildung, Wissen
und Glauben, im Verhältnis zu materiellen Dingen u. v. m.
erhält Dein Kind von DIR.

aber nur bis zu einem gewissen Alter.

Die Chancen, die sich Deinem Kind
eröffnen lassen und die es sich selbst eröffnet, hängen stark
an der elterlichen Prägung und - falls überhaupt - nur
nachrangig daran, ob eine Schule privat oder öffentlich
getragen wird.

Das kann ich zwar bestätigen, aber es hängt auch stark vom persönlichen Engagement der Lehrer an dieser Schule ab. Meine Tochter hatte damals viel Glück mit der ersten Lehrerin, so hat Schule (bis auf die unvermeidlichen Widerwärtigkeiten wie frühes Aufstehen usw.) immer Spaß gemacht.

Mit der Auswahl einer bestimmten Schule hast Du Einfluß auf
das Umfeld, in dem Dein Kind einen großen Teil seiner Zeit
verbringen wird. Du hast damit Einfluß, aus welchen Schichten
sich das Umfeld rekrutiert,

und auch Einfluss darauf, woher das Kind seine Freunde sich aussucht.

Es gibt Umgebungen, in
denen elterliches Geld, Statussymbole oder religiöse
Autoritäten den Ton angeben.

Das ist aber nicht auf eine Schulart beschränkt.

Dein Kind wird sein Leben lang in einer dem Bevölkerungsquerschnitt
entsprechenden Umgebung klar kommen müssen - warum nicht auch
in der Schule? Besondere Neigungen und Begabungen lassen sich
dennoch besonders fördern.

Dem kann ich wiederum uneingeschränkt zustimmen.

Die Erziehung Deines Kindes ist Deine Aufgabe.

Hm, was machen eigentlich Eltern, die dieser Aufgabe nicht gewachsen sind?

Pädagogen und
Fachlehrer werden ihren Beitrag leisten, aber entscheidend
bleibt DEIN Beitrag.

Und dieser Satz ist schuld daran, dass ich mich diesmal nicht zu einem Sternchen durchringen konnte. Ich kannte aus dem Freundeskreis meiner Tochter zuviele Eltern, die ihre Kinder eben nicht optimal fördern konnten. Und diese Kinder fallen leider beim deutschen Schulsytem hinten runter.

Unvergessen die beste Freundin meiner Tochter, die als Kindergartenkind die Spiele, die ich mit meiner Tochter und meinem Neffen machte (Wortkette usw.) mühelos mitgemacht hat, aber mangels elterlicher Förderung den Sprung auf keine Art von weiterführender Schule geschafft hat.

Gruß, Karin

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