Was ist euer Maßstab für die Erziehung

Hi,

viele der letzten Artikel haben mich zu der Frage bewogen woran man seine Entscheidung zur Erziehung des/der eigenen Kinder festmacht?

Einige berufen sich auf Bücher, Studien und wissenschaftliche Abhandlungen, Ratschläger von Menschen die im Umgang mit Kindern ihr Geld verdienen (Erzieher im Kindergarten, Ärzte, Lehrer, etc.), andere auf ihre eigene Erziehung oder auch auf den normalen Menschenverstand.

Persönlich ist es für mich ein Mix aus allem wobei ich sicherlich Bücher oder Studien nur als Hilfsmittel sehe mir eine eigene Meinung zu bilden, Erzieher und Co. als gutgemeinte Ratschläge ansehe (Ausnahme vielleicht Ärzte, wobei ich den auch nicht alles bild folgend glaube) und weitestgehend auf mein soziales Umfeld achte.

Gerade letzteres ist für mich immer eine schöne Diskussionsgrundlage wenn ich mit meiner Frau über einzelne erzieherische Punkte spreche. Was machen andere, wo kann man sich etwas Gutes „abgucken“ und was möchte ich auf keinen Fall. Dabei dienen Familien zu denen man einen besonderen Bezug hat immer als „Vorführmodel“ speziell wenn man sich die Kinder und deren Entwicklung anschaut.

Wie ist es bei euch, wonach richtet ihr euch und was passiert wenn sich Vater und Mutter mal nicht einig sind, welche Argumente zählen dann mehr?

Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen

Viele Grüße
Siegmar

Hallo!

Einige berufen sich auf Bücher, Studien und wissenschaftliche
Abhandlungen, Ratschläger von Menschen die im Umgang mit
Kindern ihr Geld verdienen (Erzieher im Kindergarten, Ärzte,
Lehrer, etc.), andere auf ihre eigene Erziehung oder auch auf
den normalen Menschenverstand.

Eine Mischung aus allem. Wobei ich nur gerne übernehme, was ich logisch und gefühlsmäßig verstehe und nachvollziehen kann.

„Das haben wir schon immer so gemacht und mir hat es auch nicht geschadet“ ist für mich eher ein Aufhänger, die Sache kritisch zu hinterfragen :smile:

Eine große Rolle spielt bei uns auch, was wir eben nicht wollen.

Und unsere grundlegenden Moralvorstellungen: Absolute Ehrlichkeit, Respekt vor den Mitmenschen und der Natur, verantwortungsvolles Handeln abgewogen mit großer persönlicher Handlungsfreiheit (wenig Gruppenzwang u.ä.).

Andere Familien: schwierig, nur vereinzelt als Vorbild tauglich, oft auch einfach nicht übertragbar.

Wie ist es bei euch, wonach richtet ihr euch und was passiert
wenn sich Vater und Mutter mal nicht einig sind, welche
Argumente zählen dann mehr?

Meine natürlich :wink:. Meist sind wir uns da einig und ich diejenige, die sich auch theoretisch Gedanken darüber macht. Einmal haben wir gemeinsam einen TripleP-Kurs gemacht. Das was ganz gut, weil das eine gemeinsame Basis geschaffen hat.

Ich denke Erziehung ist immer auch ein großes Stück Versuch und Irrtum. Wichtig ist, dass man in Bewegung bleibt und nicht dogmatisch auf festen Vorstellungen um jeden Preis verharrt. Wenn man sieht, wie unterschiedlich Kinder sind, kann es keinen einzigen richtigen Weg geben. Ein paar Dinge gibt es, die sind immer falsch (Gewalt z.B.). Und genauso unterschiedlich können auch die Reaktionen eines Kindes in unterschiedlichen Phasen sein. Was heute funktioniert kann morgen schon versagen. Ein kreativer Prozess also, der uns immer wieder zwingt, den Kurz zu überprüfen und zu korrigieren, Fehler zuzugeben.

Schöne Grüße
kernig

Mahlzeit Siermar,

Persönlich ist es für mich ein Mix aus allem

das kommt bei mir auch in etwa hin.
Auch die Wichtung der von Dir genannten Quellen ist ähnlich.

Wir haben uns bzw. jetzt, ich habe mich stets bemüht, meine Kinder als vollwertige Persönlichkeiten zu sehen und zu behandeln und bin bisher auch ganz gut damit gefahren. Altersabhängig natürlich.

Es gibt möglichst wenige Regeln, die sind aber nicht verhandelbar, z.B. Tiere nicht zu quälen oder Schläge nicht als Diskussionselement zu betrachten.

und was passiert
wenn sich Vater und Mutter mal nicht einig sind, welche
Argumente zählen dann mehr?

Das war bisher noch nie ein Problem, selbst jetzt nach der Trennung nicht.
Es ist sogar so, daß wir (= Mutter und ich) uns immer noch so weit einig sind, daß die Kinder (auch wenn sie es natürlich probiert haben) uns nicht gegeneiander ausspielen können und Rosinen picken, will meinen, wenns bei mir Stress gibt, zur Mutter zu rennen und dort Unterstützung zu suchen (und umgekehrt). Damit sind sie einige male aufgelaufen und lassen es (momentan).

Die Kinder dürfen viel aber wenn sie es ausnutzen, werden die Zügel strammer genommen, dann aber wieder mit und mit gelockert.

Gandalf

Hallo MeToo,

Du hast es bereits so aufgefächert, dass ich lediglich einige Maxime ergänzen möchte (, die einzuhalten mir leider nicht immer gelungen sein dürfte):

  1. Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg´ auch keinem andern zu

  2. soviel Regeln wie (altersabhängig) nötig und so wenig wie möglich

  3. Erziehung heisst auch Grenzen erkennen und lernen, dass deren Überscheitung/Missachtung (mitunter recht unangenehme) Konsequenzen hat

4 Erziehung wird ad absurdum geführt, wenn man nicht vorlebt

Ansonsten fällt mir dazu noch das Sprichwort ein: Lehrers Kinder und Müllers Vieh gedeihen selten oder nie.

hi und natürlich danke aber was ist ein TripleP-Kurs ?

LG Siegmar

Hi,

das sehe ich auch als wichtigen Punkt an genauso wie auch die Punkte von kernig von wegen Natur, etc. Bestimmte Grundwerte habe ich selbst und bauch mich nicht von anderen inspirieren lassen. Wobei ich selbst diese von Zeit zu Zeit in frage stelle. Aktuelles Beispiel „schlagen“. Wir haben zwei Jungs die untereinander schon „probieren“ dürfen. Nach außen hin aber ein klares nein. Nun hat unser Kleiner im Kindergarten einen „Schläger“ und hält brav die andere Wange auch immer hin. Dadurch bin ich innerlich schon hier und da geneigt zu sagen, er solle ihm die Grenzen aufzeigen aber wie durch ein Wunder, machen Dinge regeln sich von selbst bzw. auch kleine Menschen können eigenständig handeln (in diesem Fall eine klare Distanz)

Viele Grüße
Siegmar

Hi,

woher weißt du aber welche Regeln du aufstellen musst? Wir zum Beispiel neigen dazu neben einigen Regeln (unten schon beschrieben, schlagen, Müll, etc, etc.) auch bei vielen Dingen mit uns reden zu lassen.

Da gibt es kein klares ja/nein sonder Platz für jain. Beispiel, wenn es heißt es ist Zeit zu Bett zu gehen. Da kommt fast immer ein noch nicht und dann einigen wir uns auf eine Zeit (ok, noch 10 Minuten oder so).

Unsere Kinder haben auch ein Gespür dafür entwickelt, was sozusagen nicht verhandelbare „Grundregeln“ sind wie Zähne müssen geputzt werden und was noch „verhandelbar“ ist wie oben beschrieben.

Viele Grüße
Siegmar

Hallo Siegmar,

viele der letzten Artikel haben mich zu der Frage bewogen
woran man seine Entscheidung zur Erziehung des/der eigenen
Kinder festmacht?

das Wichtigste für mich war immer, die Eigenverantwortung meiner Tochter zu stärken. Wo ich das her habe, weiß ich gar nicht mehr. Vielleicht war mir auch mein Leben als Jüngste einer großen Horde zu fremdbestimmt, so dass ich es unbedingt anders machen wollte.

Wie ist es bei euch, wonach richtet ihr euch und was passiert
wenn sich Vater und Mutter mal nicht einig sind, welche
Argumente zählen dann mehr?

Das hat es bei mir aus einem banalen Grund nicht gegeben: Ich war immer alleinerziehend, der Kontakt zum Vater hat sich auf eine monatliche Viertelstunde, wenn er seinen Unterhaltsscheck abgeliefert hat, beschränkt. Später, als er den Unterhalt auf Dauerauftrag umgestellt hat, dann nicht mal mehr dass.

Sein Desinteresse an dem zunächst so dringend gewünschten Kind war ja einer der wichtigsten Gründe, warum ich mich von ihm schnellstmöglich wieder getrennt habe.

Gruß, Karin

Genauso läufts
Hallo Siegmar,

woher weißt du aber welche Regeln du aufstellen musst? Wir zum
Beispiel neigen dazu neben einigen Regeln (unten schon
beschrieben, schlagen, Müll, etc, etc.) auch bei vielen Dingen
mit uns reden zu lassen.

genau - das ist auch eine „Regel“ bzw. Teil der Erziehung: Über vieles kann verhandelt werden. Der gefundene Kompromiss ist dann allerdings für alle Beteiligten bindend.

Da gibt es kein klares ja/nein sonder Platz für jain.
Beispiel, wenn es heißt es ist Zeit zu Bett zu gehen. Da kommt
fast immer ein noch nicht und dann einigen wir uns auf eine
Zeit (ok, noch 10 Minuten oder so).

Klar. Allerdings wirst Du einem 5-jährigen Kind kaum gestatten, allein aufbleiben zu dürfen . . .

Unsere Kinder haben auch ein Gespür dafür entwickelt, was
sozusagen nicht verhandelbare „Grundregeln“ sind wie Zähne
müssen geputzt werden und was noch „verhandelbar“ ist wie oben
beschrieben.

Dann ist m. E. ein wesentliches Ziel der Erziehung erfüllt: Die Kinder übernehmen quasi in immer mehr Fragen die Verantwortung für ihr Tun und Lassen (oder würdest Du bei einem 15-jährigen tatsächlich prüfen, wenn er Dir sagt, er habe seine Zähne geputzt? Beim Kleinkind sollte man das mitunter.)

Klar. Allerdings wirst Du einem 5-jährigen Kind kaum
gestatten, allein aufbleiben zu dürfen . . .

Ooch, Builder,
das kam bei uns genau einmal vor. Er hatte den dringenden Wunsch so lange aufbleiben zu dürfen, wie er wollte. Wir sind an dem Abend dann beide ziemlich früh „zu Bett gegangen“ und ließen ihn allein im Wohnzimmer zurück. Es dauerte kaum zehn Minuten, da kam er ins Schlafzimmer, (wo wir noch lasen), er wolle jetzt auch ins Bett.

Wir (als Eltern) haben uns bei solchen Dingen eigentlich immer schnell geeinigt, weil grundsätzlich Übereinstimmung in Zielen und Methode bestand.

Es gab (und gibt auch für den nunmehr Erwachsenen, wenn er bei uns ist) eine Handvoll unveränderlicher Regeln und Aufgaben, an die wir uns aber auch selbst gebunden fühlen (Beispiel: Wenn etwas unten an der Treppe steht, nimmt der nächste, der nach oben geht es dorthin mit). Ansonsten wird der Umgang miteinander durch Beispiel vermittelt.

Gruß
Eckard

Hallo Siegmar,

zuerst auf die eigene Erziehung und dessen Hinterfragen.
Das Abwehren vom Druck auf mich, wie man sein Kind zu erziehen hat. Den Versuchen meinen logischen Menschenverstand den Besserwissern der alten Schule entgegenzusetzen und der Freude, wenn ich meine Saat aufgehen sah und ein Umdenken erkennen konnte.
Zuerst meinen Mann überzeugen, das ging verhältnismäßig leicht und wurde immer leichter und dann gemeinsam den Rest der Meute. :smile:

Zwei Bücher gelesen, die mich bestätigen und unterstützen sollten,
vieles davon verworfen - weil in die andere Richtung für mich zu radikal oder unlogisch - und den Rest umgesetzt.
In problemlosen Zeiten sehr selbstbewusst fühlend, dafür bei jeder
neuen Hürde auch sehr verunsichert, denn da wurde ich mit Vorwürfen überhäuft.
Begleitung im Spital - das gab es zwar schon irgendwo - habe ich trotz Wutanfall des Arztes erkämpft.

Internet gab es nicht, leider. Kindergarten konnte ich mir aussuchen und da fand auch viel Austausch statt. Die Lehrer hatten es etwas schwerer mit mir, die kamen noch großteils von hinterm Mond.

Das wichtigste war, mit meinem Kind mitwachsen und nachdenken und umdenken.
Meine Grundlage war, ohne jeder Gewalt und besonders auch ohne psychischen Druck meine Kinder zu erziehen.
Manchmal habe ich mich gefragt was tue ich denn da; z.B. beim Thema zurück hauen oder nicht und war dann froh, wenn sie nicht gar zu folgsam waren. :wink:

Beim ersten Kind war es schwieriger, beim zweiten Kind waren die Fronten dann schon ruhiger.

Eine spannende Zeit. :smile:

Gruß
Reny

TripleP
Hallo!
Hier nachzulesen:
http://www.triplep.de/pages/startseite/willkommen.htm

Natürlich ist es immer die Frage, wie gut der konkrete Kurs gemacht ist, welche anderen Eltern teilnehmen.
Und dass man nicht denkt, das wären alles Patentrezepte.

Wir bekamen dort einfach ein gutes Gefühl vermittelt, ein Stück Sicherheit, ein paar Ideen, auf die wir auch später gern zurückgegriffen haben.

Nett war auch die Bekanntschaft einiger Eltern, die auch keine besonders ruhigen und angepassten Kinder haben. Man fühlt sich gleich „normaler“. :smile:

Schöne Grüße
kernig

Hallo MeToo,

wie viele andere Mütter hatte ich auch zu Beginn meiner Mutterschaft den Maßstab „Egal wie, Hauptsache besser als meine Eltern.“ Mein Mann war da viel cooler weil er nicht so viele Altlasten mit sich rumträgt. Recht bald ging mir auf, dass ich mit meiner (unbewußten!) Masche meine Geschichte mit der meines Kindes verquirle und dem Knirps, aber vor allem mir ganz schön was aufbürde. Erst als ich mit meiner eigenen Kindheit größtmöglich ins Reine gekommen bin, hat es dann richtig Spaß gemacht.

Heute lautet mein oberster Maßstab Respekt. Respekt vor mir, vor anderen, vor Tieren, der Umwelt. Ein hohes Ideal, gegen das ich oft genug verstoße aber im Umgang mit meinen Kindern bin ich da wirklich sehr auf der Hut. Das heißt für mich, wenn ich streng mit ihnen bin, die Einhaltung von Regeln einfordere und Kritik übe, dann immer am Verhalten - nicht an der Person. Vor allem im Umgang mit meinem Stiefsohn ist das eine ganz schöne Herausforderung, weil ein Pubertierender, na ja, Du weißt schon. Manchmal könnte ich ihn einfach…

Ich habe die große Hoffnung, dass sich unsere Kinder was davon abschauen, wie mein Mann und ich miteinander umgehen, denn mein Mann hat mich, egal wie lange ich drüber nachdenke, in acht Jahren noch nie respektlos behandelt. Schön wär’s wenn sie sich in Sachen Ordnungssinn andere Vorbilder nähmen :smile:

Schöne Grüße
A.

Hallo,

Natürlich ist es immer die Frage, wie gut der konkrete Kurs
gemacht ist, welche anderen Eltern teilnehmen.

Richtig.

Und dass man nicht denkt, das wären alles Patentrezepte.

Auch richtig.

Wir bekamen dort einfach ein gutes Gefühl vermittelt, ein
Stück Sicherheit, ein paar Ideen, auf die wir auch später gern
zurückgegriffen haben.

Es funktioniert bei „normalen“ bis „leicht stressigen“ Kindern. Ich wurde von der Erziehungshilfe dorthin vermittelt, wir waren alles Eltern mit Problemkindern/jugendlichen (wirklich tiefgreifende Probleme). Wir hatten zwar ein nettes Gemeinschaftserlebnis, aber wir konnten über die meisten „Tipps“ nur müde lächeln: been there, done that, und was jetzt?

Sehr nervig fand ich die australischen Filmchen, die nicht richtig synchronisiert waren, sondern mit Ton über den O-Ton gesprochen (und mein Ohr sich nie entscheiden konnte, ob es nun dem englischen O-Ton oder der deutschen Stimme folgen sollte).

Gruß
Elke

Hallo, ich habe meine Kinder allein großgezogen, hatte also keine Auseinandersetzungen mit dem Vater bezüglich der Erziehung.
Ich hatte klare Regeln, meine Kinder wußten aber, dass man alles besprechen kann, es auch Ausnahmen gibt.

Meine Grenzen kamen aus meiner eigenen Erziehung, von der ich schon als Kind immer wieder dachte, dass sie zu rigide und zu sehr voller Maßregelungen sei. Viele dieser Regeln habe ich mir genau angeschaut und bewußt durchbrochen, indem ich meinen Kindern vieles erlaubt habe, was mit früher sinnloserweise verboten war.
Da ich alleine war mit meinen Kindern habe ich immer wieder den Rat von Freunden (darunter sind viele Pädagogen) eingeholt oder mir eine Orientierung verschafft durch Gespräche.
Auch indem ich meinen Kindern selbst die Verantwortung übertragen habe für ein von ihnen gewünschtes „Experiment“, also Situationen, die ich nicht gerne erlaubt habe, es aber mit ihnen gemeinsam gewagt habe, zu sehen, wie sie damit zurecht kommen. Ist in dem meisten Fällen gutgegangen.
Oft habe ich geagt: ich verlasse mich auf das was ich ihnen vermittelt habe.
Es hat geklappt.

Gruß
Kosmokatze

Hallo,

in den letzten Tagen meiner Schwangerschaft (vermutlich wegen völlig durcheinandergeratener Hormone :smiley: ) überkamen mich urplötzlich für ein paar Tage riesengroße Zweifel…so nach dem Motto:" Ich bin doch überhaupt noch nicht so weit, ein Kind zu erziehen… ich bin doch selber noch gar nicht soooo erwachsen…Und was, wenn ich alles falsch mache ?1! Das arme Kind! " usw.

Meine Mutter hat mir damals grinsend den schmerzenden Rücken eingerieben und gesagt: „Wir wussten damals nichts von dem ganzen pädagogischen Kram,den Ihr heute in Büchern und Zeitschriften lest…wir hatten ja damals auch nicht diese ganzen Medien zur Verfügung wie ihr, und über Erziehung wurde nicht geredet oder groß nachgedacht.ICH habe versucht, EUCH so zu erziehen, wie MEINE Mutter UNS damals versucht hat zu erziehen. Und MEINE Mutter hat mir damals beim ersten Kind dasselbe gesagt, was ich DIR jetzt sage…mehr kann ich dir da auch nicht wirklich als Rat mit auf den Weg geben:
Erziehung heisst nichts anderes, als deinen Kindern ein möglichst gutes Beispiel zu geben - und sie ohne Wenn und Aber und ohne Bedingungen zu lieben…mehr kannst du nicht tun. Dein Bestes säen und vorleben- und sie lieben, egal wie die Ernte dann letztlich ausfällt.
Und in schwierigen Momenten mit ihnen frage dich innerlich:„Welche Erinnerung an diesen Moment soll mein Kind in 20, 30 Jahren rückblickend haben ?“ Das hilft einem oft ganz schön, sich selbst „von aussen“ zu betrachten und bewusster zu reagieren…und den frechen Blagen in dem Moment dann nicht den Hals umzudrehen,weil sie aus deiner teuersten Seidenbluse ein Barbiekleid ausgeschnitten haben !“ :smiley:

LG

Internet gab es nicht, leider. Kindergarten konnte ich mir
aussuchen und da fand auch viel Austausch statt. Die Lehrer
hatten es etwas schwerer mit mir, die kamen noch großteils von
hinterm Mond.

Hi,

danke für diene Antwort. Mit dem Internet sprichst du ein wichtiges Thema aus meiner Sicht an. Wie haben es die Menschen früher entschieden was für Ihre Kinder gut oder ungut ist, welche Karre passt oder auch nicht, wann geht man zum Artz oder oder oder.

Aber groß sind wir ja doch geworden und selbst einen Namen haben unsere Eltern gefunden :wink:

Viele Grüße
Siegmar

Hi,

ich finde diesen Punkt des Abguckens sehr wichtig und auch diesen Spruch „Bloß nicht wie meine Eltern“. Dabei stelle ich aber für mich fest, dass ich sehr gut beim abgucken bin, egal ob es die guten Seiten sind oder die Schlechten.

Wenn für dich Respekt ganz oben steht ist es wohl für mich eher Vertrauen. Vertrauen darauf das meine Kinder zu mir halten (auch in meinen Fehlentscheidungen) wie sie auch auf mich vertrauen können und das nahezu uneingeschränkt.

LG Siegmar

Hi,

wir tauschen von Zeit zu Zeit mal die Rollen und so dürfen unsere beiden Rocker uns alle paar Wochen am Wochenende zu Bett bringen. Dann sind sie die Eltern und wir die Kinder. Es ist witzig zu sehen wie sie im diesem Experiment umgehen, wie sie die Dinge reflektieren und wie sie mit der Zeit umgehen wenn wir „schlafend“ im Bett liegen :wink:

Viele Grüße
Siegmar