Was ist Glasperlenbeton ?

Hallo

Wir haben uns einige Häuser angeschaut,darunter auch Fertighäuser.
Unteranderem haben wir auch ein Fertigteil Haus angeschaut was aus Glasperlenbeton besteht .Der Verkäufer hat es uns wärmstens empfohlen,es braucht keine Klinker ,keinen extra Putz,sehr gute Schall eigenschaften und ein sehr gutes Raumklima.
Kann mir einer sagen was das für ein Beton ist ,sind angaben vom Verkäufer richtig?
danke

Hallo,
unter der Bezeichnung Glasperlbeton kann ich jetzt so nicht unbedingt erkennen, was damit gemeint sein könnte. Jeder Hersteller lässt sich irgend eine andere Bezeichnung einfallen, um sich irgendwie von anderen Herstellern abzugrenzen.
Welcher Hersteller ist es denn ? Evtl. lässt sich über die Angaben auf Ihrer Homepage erkennen, was sich nun genau dahinter verbirgt.
Also bitte einmal die entsprechende Internetadresse einstellen, dann kann ich wohl mehr dazu sagen.

Mit freundlichen Grüßen,
Frank Scholtysek
***********************************************************************
http://www.immo-X-pert.de
Immobilien NEUTRAL unter die Lupe genommen
***********************************************************************

Re: hallo,
Glasperlenbeton gibt es nicht, wäre auch zu unlogisch, da sich „Glasperlen“ nur äußerst ungern mit dem Zementleim des Betons verbinden würden. Was es gibt ist bspw. Gasbeton, der entweder durch Zusatz von Aluminiumpulver, oder durch Beigabe von Polystyrolkügelechen, die bei der Herstellung der Betonfertigteile, hier meist Betonsteine, ausgasen und somit kleine Hohlräume im Beton schaffen.
Fragen Sie doch Ihren Bauträger, bzw. Verkäufer, was dies für ein Beton sein soll. Dazu müsste er dann aber auch eine bauaufsichtliche Zulassung vorlegen können.
M.f.G.
Ralph Kaiser
Architekt
BHK-Beratung

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Martin,

vermutlich sind die Wände aus Stahlbeton mit dem (relativ neuen) Zuschlag von „Perlglas“ als Porenbildner. Hierdurch wird eine dicke Betonwand (die eigentlich furchtbar schlechte Wärmedämmeigenschaften besitzt) durch einen hohen Luftporenanteil „in die Lage versetzt“, Wärmedämmung zu vollbringen.

Die Aussage, dass damit keine zusätzliche Wärmedämmung erforderlich ist und daher ein monolithischer (also: einschaliger) Aufbau ohne Putz, Klinker, Holzschalung o.ä. erforderlich ist, ist prinzipiell richtig. Man man hat also auf beiden Seiten der Wand eine gestalterisch anspruchsvolle „Sichtbeton“-oberfläche.
So überragend „toll“ ist die Wärmedämmung allerdings nicht - um z.B. ein Passivhaus machen zu wollen bräuchtest Du doch wieder zusätzliche Dämmung oder eben eine unverhältnismäßig dicke Wand.

Der Schallschutz ist nicht schlechter als bei anderen Wänden mit identischer Massse (also besser als eine Holzwand oder mancher Mauerziegel). Das „Raumklima“ ist immer ein bißchen eine Philosophiefrage - es ist aber durchaus zu bestätigen, dass die offenporige Betonwand hinsichtlich der Wasserdampfaufnahme wesentlich besser ist als z.B. eine geflieste Wand, eine Trockenbau-Vorsatzschale oder ähnliche Oberflächen, die keinen „Dampf speichern“. Ob die Wand allerdings mehr „atmet“ als man durch kurzes Fensteröffnen erreicht, sollte jeder selbst bewerten.

Allerdings: keine Wirkung ohne Nebenwirkung - die (unfachmännisch ausgedrückt) „Trageigenschaften“ sind nur ein Bruchteil dessen, was der traditionelle Stahlbeton (B25 o.ä.) vermag. Viel Reserven haben die Perlglas-Wände oft nicht - wenn Du also mal aufstocken willst, zusätzliche Fenster einbauen, einen Deckendurchbruch machen möchtest o.ä., könnte das u.U. wegen der Trageigenschaften NICHT funktionieren.

Wenn Du allerdings kein Fan von Sichtbeton bist, solltest Du zudem berücksichtigen, dass die Wände (z.B. im Vergleich mit einer Wand „Kalksandstein/WDVS“) dicker sind und somit Deine Innenräume rundum fünf / zehn / … cm kleiner sind. `Kannst ja ausrechnen, wieviel das in Quadratmetern Nutzfläche ausmacht.

Gruß

Tim

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]