Was ist Lichtschnäuzen?

Hallo,
ich muss mich gerade durch allerlei Literatur aus dem ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert arbeiten. Gerade ist „Siebenkäs“ von Jean Paul dran. Darin kommt der Begriff des „Lichtschnäuzen“ immer wieder vor. Ich hab keine Ahnung was das ist. Einschlägige Suchmaschinen spucken auch nichts zufriedenstellendes aus.
Wer kann mir weiterhelfen?

Vielen Dank
Bianca

Hallo, Bianca,

Darin kommt der Begriff
des „Lichtschnäuzen“ immer wieder vor. Ich hab keine Ahnung
was das ist.

beim Schnäuzen/Schneuzen wurde vom Kerzendocht das verkohlte Ende abgeschnitten, damit die Kerze weniger rußte. Dazu benutzte man spezielle Scheren, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Dochtschere

Gruß
Kreszenz

Hallo Bianca,
schneuzen /Vb./

  1. bes. süddt. österr. sich s., (sich /Dat./) die Nase s. die Nase durch heftiges Ausstoßen der Luft reinigen: sich ausgiebig, geräuschvoll, laut, umständlich s.; Mehrere der Frauen schluchzten und schneuzten sich in das Kopftuch Traven General 88; sich ins, mit dem Taschentuch s.; er hat sich /Dat./ die Nase geschneuzt; der Kutscher schneuzte die Nase mit den Fingern; jmdm. die Nase s.: die Mutter schneuzte dem Kleinen die Nase; sie heulte, schneuzte (zog den Schleim in der Nase hörbar hoch) und schluchzte vor Rührung

2. veralt. den Docht einer Lampe oder Kerze putzen, beschneiden: die Kerzen s.
http://www.dwds.de/?woerterbuch=1&kompakt=1&sh=1&qu=…

Die Rächtschraibunk wahr dahmals noch nicht genau normiert …
In der Hoffnung, zu deiner Erleuchtung beigetragen zu haben

Grüße
Pit

Hm, danke. So ungefähr kann ich es mir nun vorstellen. Mich hat etwas verwirrt, dass das als ungebührliche Handlung bezeichnet wurde. Aber gut, andere Zeiten, andere ungebührliche Handlungen :smile:

LG
Bianca

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Hallo, Bianca,

Hm, danke. So ungefähr kann ich es mir nun vorstellen. Mich
hat etwas verwirrt, dass das als ungebührliche Handlung
bezeichnet wurde.

ich nehme an, Du beziehst Dich auf das 5. Kapitel? Darin werden der Frau ständig Anweisungen gegeben, wie das Licht richtig zu schneuzen sei, z.B.
In der Tat hielt er jetzo häufig an sich, harrte, ellenlange Buchstaben hinreißend, auf eine wohltätige Hand, die ihn vom schwarzen Dorne der Lichtrose befreiete, bis er endlich in die Worte ausbrach: »Schneuz!« - Er griff zur Mannigfaltigkeit in Zeitwörtern und sagte bald: »lichte!« - bald: »köpfe!« - bald: »kneip ab!«

Meinst Du mit „ungebührlich“, dass sie es ihm nicht recht machen kann?
Könntest Du die Textstelle(n) mal zitieren? (Text auf http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=12&xid=1332… )

Gruß
Kreszenz

ich nehme an, Du beziehst Dich auf das 5. Kapitel?

Nein es ging nicht ums 5. Kapitel. Hätte ich mal schon bis dahin gelesen gehabt, dann hätte ichs auch so verstehen können:wink: Die Ungeduld…
Es ging um Kapitel 1 (während der Hochzeitsfeierlichkeiten): ‚In der Begeisterung machte Stiefel sich an Dinge, die fast unmöglich waren- er stellte seinen Linken Arm (…) und schneuzte damit öffentlich das Licht, jedoch nicht ungelenk…‘ Jetzt beim zweiten Lesen denke ich aber, dass es dabei um das Lichtschneuzen ohne die Schere ging!?!
Komme mit dem Buch und seinem Inhalt gar nicht gut voran:frowning: Wird leider eventuell Examensthema. Liegt mir so gar nicht, was eigentlich nicht oft vorkommt, dass ich so überhaupt keine Freude an einem Werk finden kann.

Naja, danke auf alle Fälle nochmal
LG
Bianca

MOD: Vollzitat gekürzt.