Was ist Liebe?

Hat jemand die Antwort auf die Frage der Fragen? Was ist Liebe? Weiß jemand rat?
Ist Liebe ein Gefühl, oder nicht?

Gruß Adrian

Hallo Adrian,

darüber kann man Bücher schreiben … - und lesen!

Meine Favoriten:

C. S. Lewis, Die vier Arten der Liebe
Josef Pieper, Über die Liebe
Erich Fromm, Die Kunst des Liebens
Peter Lauster, Die Liebe (aus meiner Sicht sehr empfehlenswert!)

und natürlich
Platon, Das Gastmahl (Symposion)

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Adrian,

ob es für diese Frage Experten gibt - und ob ich einer bin, weiß ich nicht. Trotzdem, da du hier fragst, hier mein Antwortversuch:

Liebe ist für mich das Verlangen, mit jemandem (oder etwas) eins zu werden, ohne den Unterschied (das Anderssein) aufzuheben.

Logisch gesehen wäre sie demnach etwas Paradoxes - darum so wunderbar und so schmerzhaft…

Übrigens schließt das für mich auch die Selbstliebe ein - insofern ich mir selbst fremd werden und mich als „Fremden“ (anders als ich vielleicht gerne wäre) lieben kann (im Unterschied zum Narzissmus).

Naja, schlaf trotzdem gut :wink:
Peter

Eine Antwort, Adrian, habe ich nicht, aber ein Zitat:

nec sine te nec tecum vivere possum (von einem lat. Dichter):

Ich kann weder ohne dich noch mit dir leben.

Schöne Grüße: Zerni

Hat jemand die Antwort auf die Frage der Fragen? Was ist
Liebe? Weiß jemand rat?
Ist Liebe ein Gefühl, oder nicht?

Gruß Adrian

hallo adrian,
hier vielleicht ein buchtipp:
adam jackson: die zehn geheimnisse der liebe.

eine antwort aus feng shui sicht: man erlebt sich als ergänzung auf der seelisch-körperlichen ebene ohne forderung erwartung an den partner, es ist eine form der zugehörigkeit allein um der ergänzung willen und um daraus momente der ganzheit zu erleben. der mann ist yang, also von aktiver, schaffender energie, die frau yin, also von umsorgender und gebährender energie. beide energien werden benötigt um „ganz“ zu sein. um zu sagen „ich bin“. beide energien stehen aber im widerspruch zu einander, da so unterschiedlich im verhalten. daraus resultiert, wenn der zustand der ergänzung um der ergänzung willen erreicht wird, man „einen moment“ der „ganzheit“ erlebt, um dann wieder in die widersprüchlichkeit zurück zu kehren. liebe kann also nur von momenten und nicht von lang andauernden gleichbleibenden „phasen der liebe“ bestimmt sein. es ist ein zustand der „endlichkeit“, genauso wie unser menschsein ein zustand der endlichkeit ist. wir leben in einem körper, um endlichkeit zu erfahren und danach wieder in den ursprünglichen zustand von energie zurückzukehren. wir erleben die endlichkeit im leben selbst, quasi als mikrokosmos unseres irdischen lebens, in den unzähligen „momenten der ganzheit der liebe“.
was lernen wir daraus: lebe im hier und jetzt, genieße den moment (der liebe) und grüble nicht über „sein und mögliches werden“ nach. damit ist liebe ein gefühl in einem selbst, das ausdruck eines tiefen inneren wissens und verstehens der gegensätze und widersprüchlichkeiten bzw. der endlichkeit darstellt. werden diese endlichkeiten nicht akzeptiert, scheitert man an der liebe, die quasi die eigene mitte darstellt, das herzchakra des menschen. man scheitert im grunde an der eigenen mitte. beobachte doch mal die unglücklich verliebten. sie sind unglücklich in sich selbst verliebt!

„liebe“ grüße
angelika

Hat jemand die Antwort auf die Frage der Fragen? Was ist
Liebe? Weiß jemand rat?
Ist Liebe ein Gefühl, oder nicht?

Gruß Adrian

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.

Sie erträgt alles, sie glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk.

Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind; als ich aber Mann wurde, legte ich ab, was kindisch an mir war.

Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie auch ich durch und durch erkannt worden bin.

Jetzt aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die grösste unter ihnen.

(1.Korinther 13, 4-8)

Hallo Adrian !

Hat jemand die Antwort auf die Frage der Fragen? Was ist
Liebe? Weiß jemand rat?
Ist Liebe ein Gefühl, oder nicht?

L - u s t v o l l
I - n t e r e s s a n t
E - r o t i s c h
B - e z a u b e r n d
E - i n m a l i g

Gruß Adrian

Grüße retour
Wolkenstein

Gesülze…
Hallo Infotalk

Halte dein Wort zum Sonntag wo du willst, nur nicht hier…

Peter

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Warum so beleidigend? Bitte ein bißchen freundlicher, lieber Peter!

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Warum so genervt?
Hallo Peter,

warum soll dieser Text denn nicht hier erscheinen? Immerhin gehört er zum Thema. Ich finde ihn außerdem gut. Er zeigt Liebe als Lebenshaltung, mit der man ganz schön lange Mühe haben kann. Aber das ist doch naheliegend. Wenn Du Cello oder Trompete lernst, übst Du ja auch jahrelang, bevor man Dich in einem Orchester mitspielen läßt. Wenn Du Fußballprofi werden willst, dauert es auch Jahre, bevor Du bei einer wichtigen Mannschaft auch nur auf der Bank sitzen darfst. Bei einer, ja der Lebensqualifikation schlechthin kann das doch kaum anders aussehen.

Würde ich Dich kennen, könnte ich ja Vermutungen darüber anstellen, warum der Text Dich aggressiv macht statt Dich einfach kalt zu lassen. Der Text will Dich ja nicht in Rage bringen, sondern eher ein Hinweis sein auf etwas, was in Deinem Leben eventuell noch entwickelt werden will, um es kompletter zu machen und damit befriedigender. Und es sind ja nicht nur Frau-und-Mann-Konstellationen betroffen und dort beileibe nicht nur der körperliche Aspekt. Liebe als fast food, Ex-und-hopp-Beziehungen, das ist die message der Yellow-Press. Also wie gesagt, ich finde es sehr gut, daß es auch andere Darstellungen gibt.

Viele Grüße
Bernd

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Hallo, Adrian,
Welche Liebe meinst Du denn?
Nächstenliebe?
Elternliebe?
Mutterliebe?
erotische Liebe?
Liebe zu einer Sache?
Liebe zur Weisheit?
Nazißmus?
Egoismus?
Liebe hat so viele Facetten, es bedarf schon einer näheren Erläuterung worauf sich diese Zuneigung erstreckt.
Grüße
Eckard.

Ich versuch’s mal provokativ:

Liebe ist unsere Interpretation bestimmter komplexer biochemischer Vorgänge in unserem Zentralnervensystem.

Gruß
Jochen

Vermutlich muß jeder selbst die Definition finden, mit der er etwas anfangen kann.
Ich habe gute Erfahrungen mit folgender: Liebe bedeutet, den Anderen in seinen jeweils höchsten Möglichkeiten zu sehen.

Gruß
Bernd

Hi Bernd,
da bin ich gar nicht damit einverstanden.

Wenn ich den anderen in seinen „höchsten Möglichkeiten“ sehe, dann habe ich doch eine Vorstellung davon, was seine höchsten Möglichkeiten sind bzw. sein könnten. Und dann wird’s gefährlich, weil das schon ein „Bild“ vom anderen voraussetzt. Er ist also nicht mehr frei in seiner Entwicklung.

Ich zähle mich weder zu den Philosophen noch zu den Dichtern oder Schriftstellern. Mein unvollkommener Versuch einer Beschreibung dauerhafter Liebe (die sich auch nach einer vollzogenen Trennnung, einem Loslassen, nicht in Gleichgültigkeit oder Abneigung kehrt) ginge eher in folgender Richtung:

Eine nicht irritierbare Zuneigung
ermöglicht das Annehmen eines Menschen
in seinem jetzigen und künftigen Wesen.

(Das schliesst nicht aus, dass ich zwischendurch auf ihn/sie wütend bin!!)

Arnica

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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…darf Liebe nicht irritierbar sein?

Warum muß Liebe absolut sein und unvergänglich?

Ich würde sogar weiter gehen und behaupten: Es gibt keine un(zer)störbare Liebe und auch keine absolute und ewige Liebe. Dieses Bild von der Liebe ist ein Idealbild, eine Wunschvorstellung - oder eine religiöse Vorstellung. Aber eine Vorstellung.

Gruß
Jochen

hallo,

Ich versuch’s mal provokativ:

Liebe ist unsere Interpretation bestimmter komplexer
biochemischer Vorgänge in unserem Zentralnervensystem.

Genauer: „Liebe“ ist die Innenansicht eines bewußten (beseelten) Wesens auf Teile seiner biochemisch-körperlichen Vorgänge. Was ist daran provokant? Solange du nicht behauptest, daß diese Innenansicht nicht existiert, finde ich das gar nicht provokant.

gruß
datafox

oft Worthülse, aber auch Zustand
Neben allen möglichen Verwendungen als Worthülse, die oft mehr verschleiern als beschreiben sollen und sich sehr suggestiv einsetzen lassen, kann man Liebe auch als einen Zustand ansehen, wo man ohne allzu genaue Spezifizierung und Ordnung etwas oder jemanden als sehr positiv empfindet und man bereit ist, für eine Beziehung viel Energie einzusetzen, weil man davon zu Recht viel erwartet und große Hoffnungen hat, die auch sehr unbestimmt sein können, wenn man sich auf das Gute oder eine gewisse Zuverlässigkeit nur verlassen kann.

Gerald

Hi Bernd,
da bin ich gar nicht damit einverstanden.

Wenn ich den anderen in seinen „höchsten Möglichkeiten“ sehe,
dann habe ich doch eine Vorstellung davon, was seine höchsten
Möglichkeiten sind bzw. sein könnten. Und dann wird’s
gefährlich, weil das schon ein „Bild“ vom anderen voraussetzt.
Er ist also nicht mehr frei in seiner Entwicklung.

Sorry, aber das stimmt nicht.
Darum heißt es ja „die jeweils höchsten Möglichkeiten“. Es ist also eine Sichtweise, die auf die Entwicklung des anderen eingeht, sich somit immer wieder überraschen läßt, nur die Entwicklungslinien bis zum jeweils höchsten denkbaren Stand weiterdenkt. Tritt eine neue Entwicklungslinie beim anderen auf, ändert sich auch die Sicht vom jeweils höchsten Stand.
Was Du meinst, ist ein Kommunikationsproblem. Die Frage, ob ich den anderen mit meinen Gedanken über ihn bekanntmache. Er könnte sich manipuliert fühlen. Aber das läßt sich nicht generell festlegen, sondern hängt von der Art und Qualität der Beziehung ab, wieviel Vertrauen schon entstanden ist, daß es gerade nicht um Manipulation geht, sondern um Unterstützung.
Da könnte man ewig weiterschreiben. Ich möchte aber zu bedenken geben, daß die gängige Version von Liebe für viele die ist, die sich und den anderen möglichst in der Entwicklung bremst, damit die Beziehung erhalten bleibt. Man opfert sich quasi für die Beziehung (hier sind bei weitem nicht nur Paarbeziehungen gemeint) und will das selbe vom anderen auch. Hierzu wünsche ich mir eine Alternative.

Naja, da kann ich ja auch mal meine Version auf den Prüfstand legen:

Für mich ist „Liebe“ im weitesten Sinne „Arbeit für das geliebte Objekt, ohne eine direkte Gegenleistung zu erwarten“.
Dabei kommt „Arbeit“ für mich aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „Not, Mühsal, Pein“.

Dabei bleibt immer noch offen, warum welche Peptide mich zu diesem Gefühl veranlassen…

salü
f

Hat jemand die Antwort auf die Frage der Fragen? Was ist
Liebe? Weiß jemand rat?
Ist Liebe ein Gefühl, oder nicht?

Gruß Adrian