Was ist los mit mir

Guten Tag,

mein Problem ist kompliziert, denn es ist mehr als 1 .
Ich habe das Gefühl mein Leben verläuft im Sand. Als ob ich in einer Sackgasse festsitze. Nichts bereitet mir mehr Freude zurzeit. Ich fühle mich einfach leer und würde am liebsten die Zeit vorraus drehen bis die Phase vorbei is.
Ich bin 18 Jahre alt und Schülerin eines Gymnasiums und stehe kurz vorm Abitur. Grundsätzlich läuft es gut- nur 2 Fächer bereiten mir Kummer.
Es ist so, dass ich mich nie gut mit meiner Mutter verstanden habe und auch nicht mit ihrem Lebensgefährten. Nach jahrelagen streiten , sind sie jetzt wieder neu verliebt und das frustriert mich, wenn sie am wo rummachen. Ich mag ihn noch viel weniger, weil ich finde sie gehört mit meinem vater zusamm , aber der is schon früh gestorben. ich weiß es ist dumm, aber ich habe das gefühl sie betrügt ihn und gehe ihr zurzeit aus dem weg, weil ich eh nur das falsche sagen würde.
Ich will ausziehen, weil sie mich runter zieht und weil ich glaube einfach nur mal einen Ortswechsel zu brauchen und mich hier einfach alles deprimiert. Teilweise fühle ich mich von meinem kleinen Zimmer mit den großen Schränken einfach erschlagen und eingeengt. Hier treffen mich alle schlechten erinnerungen, die ich je mit meinen Eltern gemacht habe und das sind viele, da sie mich auch oft geschlagen haben. Das Gefühl der Angst und das ich so wehrlos war kommt hier immer wieder hoch. Deswegen will ich mein Zimmer und diese Wohnung und meine Eltern hinter mir lassen und iwo neu anfangen.

Vor kurzem habe ich meinen Freund verlassen, weil ich mit einer Fernbeziehung nicht mehr glücklich war. Damals wollte ich Freiheit und daten wen ich will, aber jetzt kann ich iwie niemanden an mich ranlassen und neue bekanntschaften langweilen mich.Ich habe nicht mal die Motivation weg zu gehen:frowning: Ihn zurück zu nehmen, bringt mir auch keine lösung , weil ich eh kaum zeit hab und das problem des lange nicht sehens sich dadurch nicht löst. Er hat die Trennung nur hingenommen, weil er wollte das ich glücklich bin- aba jetzt bin ich mit meinem ganzen Leben nicht mehr zufrieden. Ich flüchte mich in die Arbeit ,um mich abzulenken- 2 Nebenjobs, aber das stresst mich nur zusätzlich (8 kilo abgenommen).
In meinem Freundeskreis finde ich niemanden, der mein Problem nachvollziehen kann. Einige sind glücklich vergeben und es deprimert mich von ihnen mitleidig angesehen zu werden, wenn wir zusamm weggehen und ich allein mitkomme.(Sie hat ihren ex- freund nur zurück genommen, weil sie einsam war, aber ich glaube nicht das mich das glücklich macht.) Da tue ich dann immer so, als wäre alles in ordnung und ich glücklich, aber in wirklichkeit ist alles aus dem ruder gelaufen. Die anderen sind single, aber sie vermissen nichts und gehen auch nicht oft weg und verkriechen sich zuhause. Wieder eine schleppt ständig typen ab. Das is alles keine Lösung für mich. Eine andere Freundin meinte, dass ich mich zu sehr auf meinen Freund gestützt habe und mich jetzt unfähig fühle ohne ihn weiter zu machen- egal wie stark ich tue:smile: hat sie iwie recht. Hab das Gefühl danach is alles wie ein kartenhaus zusamm gebrochen und danach hatte ich eine Pechsträhne in der vieles kaputt gegangen ist. Ich bin es leid so zu tun, als hätte ich kein problem und allen jeden Tag der Optimist zu sein (ich bin die älteste in meinem Freundeskreis und daher immer das Vorbild und die Motivation gewesen, weil ich die meisten erfahrungen schon vor ihnen gemacht habe), wenn ich selbst denke, dass mein leben scheiße is und ich am liebsten bei meinem vater wäre und damit tot , weil der mich verstehen würde und mich nicht dauernd noch mehr runter machen würde wie meine Mutter es jetzt noch zusätzlich tut. Sie meinte gestern ich soll aufhören rumzugammeln und mein leben wieder in den griff bekommen. Jetzt sitze ich hier im dunkelnund hab meine „leuchtende Flamme“ - also Kraft Freude und Motivation verloren und versuche sie wieder zu finden. Vllt könnt ihr mir ja helfen:smile:

Hallo,

ich denke, du hast mehrere Optionen:

  1. Du kannst dir weiterhin selbst Leid tun und anderen die Schuld an deiner Misere geben. Das ist - gerade nach einer Enttäuschung - ein durchaus wichtiger Prozess. Die Kunst ist aber, aus dieser Denke irgendwann wieder rauszukommen. Je länger man darin verharrt, desto schwieriger wird es. Und diejenige, die dabei am Meisten leidet, bist du selbst. Wenn du da nicht alleine rausfindest, gibt es Möglichkeiten, sich Hilfe zu suchen, bevor sich das Ganze zu einer Depression auswächst.

  2. Du kannst dir eine Strategie zurechtlegen, wie du dein Leben verändern kannst. Ausziehen ist grundsätzlich eine gute Idee, denn alt genug, um selbstständig zu sein, bist du. Bliebe also zu klären, ob du dir das finanziell leisten kannst oder eine entsprechende Wohnform findest, die dir einen Wegzug von deiner Mutter ermöglicht.

  3. Das Leben deiner Mutter kannst du nicht verändern. Es ist ihre Entscheidung, wie und mit wem sie leben möchte, ob dir das gefällt oder nicht. Wenn du dich also für’s Zuhausebleiben entscheiden solltest, musst du irgendwie damit zurecht kommen, dass die Dinge sind, wie sie sind. Alles andere macht dich nur unglücklich. Anderen mit Trotz und Stress das Leben schwer machen, macht es dir selbst am Allerschwersten.

Du hast soviele Möglichkeiten, allen voran eine gute Schulbildung. Das ist eine ganze Menge mehr als viele andere junge Frauen in deinem Alter haben. Deinen schulischen Erfolg hast du dir allein zu verdanken. Das ist die Kraftquelle, an der du andocken könntest.

Schöne Grüße,
Jule

Liebe Sara*,

es ist viel im Auf- und im Umbruch bei dir.
Du hast recht, es ist sehr schade drum, wenn du deine Kraft verlierst und resignierst statt deine Ziele weiter zu verfolgen.

Ich denke, das ist die eine Seite: zu schauen, wie kann ich diese Situation verändern:

Das Gefühl der Angst und das ich so wehrlos war kommt hier immer
wieder hoch. Deswegen will ich mein Zimmer und diese Wohnung
und meine Eltern hinter mir lassen und iwo neu anfangen.

= Kann ich eine eigene Wohnung finanzieren?
Wenn nein, auf welchen Stellen kann ich mir Hilfe holen?
Gibt es eine Jugendberatungsstelle bei dir in der Gegend?
Kannst du vielleicht Unterstützung/ Beratung vom Jugendamt erhalten?
Sicher weiß ich es nicht, aber ich gehe davon aus, dass es da Mittel und Wege geben muss, dass du unter diesen Bedingungen auch in der Ausbildung noch ausziehen kannst!

Die andere Seite ist die emotionale.
Wichtig erscheint mir in erster Linie einen Weg aus der Stagnation zu finden.
Hier schließe ich mich meiner Vorrednerin an, dass du für dich nach den Bereichen schauen solltest, die dir gut gelingen oder auch, die du an dir gut findest, aus denen du letztendlich wieder Kraft schöpfen kannst.

Nicht nur langfristig gesehen würde ich dir zu einer Therapie raten, um für deine aktuellen Gefühle von Schmerz und Angst einen guten Umgang oder ein Ventil zu finden,
und auch, um die Verletzungen,
die diese Erlebnisse/ Gefühle auslös(t)en:

Es ist so, dass ich mich nie gut mit meiner Mutter verstanden
habe und auch nicht mit ihrem Lebensgefährten.

Ich mag ihn noch viel weniger, weil ich finde sie gehört mit meinem vater zusamm en (scnr *g*)

aber der is schon früh gestorben.

wenn ich selbst denke, dass mein leben scheiße is und ich am liebsten bei meinem vater wäre und damit tot

treffen mich alle schlechten erinnerungen, die ich je mit meinen Eltern gemacht habe und das sind viele, da sie mich auch oft geschlagen haben.

zu verarbeiten.
Ansonsten wirst du wahrscheinlich dein Leben lang nicht frei von den Erlebnissen deiner Kindheit sein.

Ich finde in deinen Zeilen intensive Gefühle, kraftvolle Gefühle, entschlossen und zielgerichtet.
Du machst mit deinem Freund Schluss, weil dir eure Beziehung nicht gut tut, du machst neben den Abivorbereitungen noch 2 Jobs,
du bist klar in dem, was du willst.
Ich finde, mit dem Zulassen und auch Zeigen deiner negativen Gefühle bist du auch bereits einen riesigen Schritt nach vorne gegangen!:

Ich bin es leid so zu tun, als hätte ich
kein problem und allen jeden Tag der Optimist zu sein

Soo dunkel sehe ich deine momentane Situation nicht.

Und lass dir nicht einreden, dass du dein Leben nicht in den Griff bekämst! Du bist derzeit in einer schwierigen angespannten Situation, aus der du momentan keinen Ausweg siehst, keine Freunde hast, mit denen du darüber reden könntest, keine Orientierung, ja noch nicht mal ein gemütliches kuscheliges Zimmer zum Zurückziehen hast.

Nur wenige Menschen besitzen in solch einer Situation die Fähigkeit, lösungsorientiert zu handeln. Dass du dich momentan festgefahren fühlst, ist genauso ok wie normal. Dass du in einem Forum um Hilfe bittest, ist bereits ein Schritt aus der Verharrung!

Und stelle dich darauf ein, dass diejenigen, die dich verstehen werden, nur einige sein werden, aber sei sicher, dass du diesen eines Tages begegnen wirst.

Ich schicke dir ganz viel Mut und Kraft, Lebenswillen und innere Wärme

jeanne

P.S. Als allererstes vielleicht den Schrank aus dem Zimmer werfen?! - für mehr Platz und als Symbol für die kommende Befreiung :smile:)

Ich hab’s nur so aus Neugier gelesen, aber:

Jetzt die Antwort von medizinischer Seite: Was Sie hier erzählen sind die klassischen Symptome einer Depression.

Schon mal was von Torwart Enke gehört? Also ich würde dringend zum Facharztbesuch raten!

So einfach ist das eben nicht!
Hallo!

  1. Du kannst dir weiterhin selbst Leid tun und anderen die
    Schuld an deiner Misere geben. Das ist - gerade nach einer
    Enttäuschung - ein durchaus wichtiger Prozess.

Ich denke, du hast etwas falsch verstanden. Es geht nicht um eine Enttäuschung. Die Trennung war für sie keine Enttäuschung, sondern eine Konsequenz. Und die Geschichte mit den Eltern besteht wohl aus zig ‚Enttäuschungen‘, wenn man das so nennen will.

Wenn
du da nicht alleine rausfindest, gibt es Möglichkeiten, sich
Hilfe zu suchen, bevor sich das Ganze zu einer Depression
auswächst.

Und wie würdest du ihren jetzigen Zustand nennen?
Das Mädchen befindet sich mitten in einer Depression!

Du hast soviele Möglichkeiten, allen voran eine gute
Schulbildung. Das ist eine ganze Menge mehr als viele andere
junge Frauen in deinem Alter haben. Deinen schulischen Erfolg
hast du dir allein zu verdanken. Das ist die Kraftquelle, an
der du andocken könntest.

Wenn du wüsstest, wie sich eine Depression anfühlt, dann hättest du das nicht gesagt.
Es nützt nichts, sein Leben mit den armen hungernden Kindern in Afrika zu vergleichen, um sich dann glücklich zu fühlen.

Die UP hat Anzeichen und Ursachen genug für eine Depression aufgezeigt. Da hilft es weder, ihr eine schlechtes Gewissen zu machen, noch Selbstmitleid oder Trotz zu unterstellen. Das Mädchen braucht professionelle therapeutische Hilfe.

Schade, dass Menschen mit beginnender Depression immer wieder dem Vorwurf des Selbstmitleids ausgesetzt werden und sich deshalb oft scheuen, sich richtige Hilfe zu suchen.

Wenn derjenige dann irgendwann eine schwere Depression entwickelt und sich umbringt tut’s dann plötzlich allen leid.

LG Flaschenpost

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Hallo!

Du stehst also kurz vor dem Abi? O.k., dann ist deine Situation eigentlich zeitlich überschaubar.

An deiner Stelle würde ich vor allem drei Dinge tun:

  1. In erster Linie ein gutes Abi hinlegen. Denn danach kannst du dir einen interessanten Studienplatz oder eine Ausbildung suchen und unabhängig werden. Besonders ein auswärtiger Studienplatz ist eine gute Gelegenheit auszuziehen.

  2. Geh raus ins Licht. Bewege dich! Lichtmangel macht trübsinnig, Bewegung sorgt für gute Gefühle. Selbst an einem bedeckten Tag bekommst du draussen viel mehr Licht ab, als unter der schönsten Zimmerlampe. Wenn dir das zu langweilig ist, nehme ein Hörbuch auf einem MP3-Player mit.

  3. Miste aus, bau den Schrank ab und lagere ihn woanders (Keller, Sperrmüll). Mach das Zimmer heller und geräumiger. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Beleuchtung: Diverse Lichterketten, Lichtschläuche… Wenn dir etwas davon gefällt, besorg es dir. Ich persönlich empfinde diese Lichtobjekte mit den weißblauen Dioden als stimmungsaufhellend. Vielleicht sind die auch etwas für dich?

Und sonst? Lass es dir gutgehen! Sitze in deiner Freizeit nicht trübsinnig zuhause herum, sondern gehe raus. Auch wenn es dunkel ist. Weihnachtsmärkte, Eisbahn, Schwimmbad, Bücherei, bilde Lerngruppen… Auch der Winter hat einiges zu bieten. Ich selbst favorisiere ja die Eisbahn. Die hat mir schon zahlreiche Winter versüßt :smile:. Als Eisläufer kann man wirklich jedem Winter etwas Gutes abgewinnen.

Viele Grüße

Anne

Ja. da hast du insgesamt betrachtet wohl Recht. Es fällt mir als „geht-nicht-gibt’s-nicht“-Typ schwer, Zustände zu begreifen, die sich der Steuerung durch den eigenen Willen entziehen. Nichtsdestotrotz weiß ich, dass es sie gibt.

Danke fürs Kopfzurechtrücken.

Schöne Grüße,
Jule

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Hallo,

Das was Du schilderst kenne ich zu gut. Ich war vor dem Abi stimmungsmäßig ebenfalls down und habe dieselben Vorwürfe und Ratschläge erhalten mich „selber aus dem Sumpf ziehen zu müssen“.

Ich bin gleich nach dem Abi ausgezogen, und es ging mir dann besser, aber die Depression war latent immer da.

Also würde ich Dir raten fachärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, um der jetzigen Situation besser entgegentreten zu können, ev. mit einer begleitenden Gesprächstherapie, wo Du alle deine Sorgen mal besprechen kannst und Strategien erarbeitest wie Du in Zukunft damit umgehst.

Wenn Du dann das Abi geschafft hast, und die finanziellen Mittel reichen, kannst Du Deinen Traum vom eigenen Leben ja dann in Angriff nehmen.

Wichtig ist wie gesagt, dass Du Dir echte Hilfe holst für die schwere Zeit, die Du jetzt durchmachst, und nicht nur gutgemeinte, aber unwissend dahingesagte Ratschläge.

Ich wünsche Dir, dass es Dir bald besser geht

morrighan.