Es stimmt, dass nicht alle Therapeuten nach Heilpraktikergesetz Schmalspurkurs per DVD hinter sich haben. Es gibt darunter auch welche, die umfangreich geschult sind, sich ständig weiterbilden und in der Qualität einem Psychotherapeuten nicht nachstehen. Das ist aber eher die Ausnahme.
Es stimmt vor allem auch, dass es in der ersten Gruppe möglich ist, nur per Fernstudium / Hörbuch etc. „zum Schein“ zu kommen, der Psychotherapeut muss über lange Zeit überprüft an den Mann / an die Frau. Das ist eines der schlagkräftigsten Argumente gegen den Heilpraktiker!
Es stimmt, dass ein Psychotherapeut keine Garantie für eine solide, „angekommene“ Ausbildung und Befähigung bietet, mit selbiger auch adäquat umzugehen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber deutlich höher als in der ersten Gruppe.
Es stimmt leider auch, dass es in beiden Gruppen viel zu viele gibt, die ihre Grenzen nicht kennen, wieder in der ersten Gruppe deutlich mehr als in der ersteren.
Es leider ebenfalls so, dass man - übrigens auch grundsätzlich - weder der einen noch der anderen Gruppe so einfach ansieht, wie gut sie ist und vor allem: wie gut sie für einen selbst ist. Denn die „Güte“ des Therapeuten hängt auch maßgeblich davon ab, ob Patient / Klient zu einander passen. (Maßgeblich heißt allerdings nicht nur. Das Nichtzueinanderpasssen kann durchaus auch zur Ausrede werden.) Dafür gibt es die Probatorik.
Es gibt allerdings die Möglichkeit, bei Therapeuten mit Internetauftritt sich mal anzugucken, was die so u.a. an Ausbildung aufführen. (wenngleich das Mittel auch keine Garantie ist) Hat mal einen Kurs bei xy gemacht wäre für mich weder in der einen noch in der anderen Gruppe ein Qualitätsindikator.
Im vorliegenden Fall liegt allerdings eine Störung mit schon recht starken Ausmaßen vor. Den Gang über einen „Lebensberater“ halte ich da für wenig empfehlenswert bis gefährlich.
*Und da kann es dann auch mal passieren, dass ein hier kürzlich als Literatur empfohlener Psychotherapeut einerseits erzählt, dass Traumapatienten nicht wie 08/15 behandelt werden dürfen und es dafür besonders (zu erlernende) Verfahren gibt und zwei Absätze weiter heißt es, betroffene Patienten könnten sich an jeden Psychotherapeuten wenden. rolleyes