Was ist mit der Post los? Bei mir, um die Ecke, wurde die Post zu McPaper&Co umgebaut. Ist es jetzt noch möglich ganz normal Briefe und Pakete zu verschicken? Immerhin, die gelben Briefkasten gibt es ja noch. Wer befördert jetzt aber deren Inhalt? Der grösste Schock aber. Die Mitarbeiter von McPaper&Co versuchen freundlich zu sein. Noch schlimmer. Die pochen nicht mehr nur auf Vorschriften. Diese Menschen versuchen für Probleme eine Lösung zu finden. Das war der grösste Schock für mich. Denkende „Quasibeamte“. Hat es da bei der Post evtl. eine Weiterbildung gegeben? Muss ich (und viele andere Bürger) meine schlechte Meinung über deutsche Behörden evtl. überdenken?
Muss ich jetzt evtl. mit freundlichen und denkenden Menschen auch bei anderen Behörden rechnen? Fragen über Fragen.
Sollte sich dieser „Virus“ auch auf andere deutsche Behörden verbreiten, mich würde es freuen.
Gruss Hauser
PS.: Ist klar. Die Post ist keine Behörde mehr. Hat sich aber immer so verhalten, verhält sich oft noch so.
Kaspar, ich verstehe Dein Entsetzen. Unfaßbar, was man Dir zumutet. Du wirst plötzlich nicht mehr als lästiger Antragsteller behandelt. Den Bediensteten kommt das Wort K-U-N-D-E über die Lippen, noch etwas unbeholfen und undeutlich, aber man glaubt schon, daß die es mit ein wenig Übung schaffen könnten. Aber ich kann Dich beruhigen. Du brauchst nicht zu befürchten, daß sich der Virus weiter verbreitet, der Dich Deine geliebte deutsche Behörde (Staub, hust) nicht mehr wiedererkennen läßt. Die Post hat (fast) keine Amtsstuben mehr, sie wurde privatisiert.
Ich bemerkte, daß etwas nicht stimmt, als es plötzlich keine Drucksachen und Briefdrucksdachen mit mehrseitigen Merkblättern mehr gab. Waren einfach weg. Vor ein paar Tagen verstand ich diese Welt nicht mehr. Ich war einfach sprachlos, weil alles Gewohnte aus den Fugen gerät. Ich hatte eine Quittung für Briefmarken auf dem Tresen liegen gelassen, schlicht vergessen. Gleichzeitig hatte ich mehrere Schriftstücke abgegeben, die meinen Absenderstempel trugen. Jetzt kommt’s: Die Dame am Schalter hatte KOMBINIERT (war früher unmöglich), daß die einsame Quittung etwas mit dem Menschen auf dem Absenderstempel zu tun hat. Dann ergriff sie die INITIATIVE (war füher undenkbar) und suchte meine Telefonnummer heraus und rief mich an. FREUNDLICH (kam früher nicht vor) wurde ich gefragt, ob sie mir die Quittung nach Hause senden soll.
Nach anfänglicher Fassungslosigkeit war ich begeistert.
Als noch Ordnung herrschte, saßen Beamte auf Lebenszeit hinter der Glaswand, verfassungsmäßig überprüft und in Uniform. Da war der Verkauf einer Briefmarke noch ein feierlicher hoheitlicher Akt.
Heute sitzen da bunt gekleidete junge Frauen und bedienen PC’s.
Wo soll das nur hinführen? Es geht eben bergab.
ist es wirklich schon so schlimm? Dein Posting lässt das schlimmste erahnen. Was soll nur aus unserer Gesellschaft werden. Mit einigen Neo-Nazis und Alt-Nazis können wir wohl noch fertig werden. Korrupte und unfähige Politiker sind wir eh gewöhnt. Auch der Begriff Bananenrepublik BRD schreckt uns nicht mehr besonders. Das alles können wir irgendwie in den Griff bekommen.
Wie sollen wir uns aber gegenüber freundlichen, kompetenten und höflichen Behördenangestellten gegenüber verhalten? Ich sehe tiefstes dunkelschwarz. Was sollen wir jetzt mit den dümmeren unser Kinder machen? Früher hat man die einfach zu einer Behörde in die „Lehre“ geschickt. Was jetzt? Ich sehe die Grundfesten unser Gesellschaft erschüttert. Fragen über Fragen.
Wie sollen wir uns aber gegenüber freundlichen, kompetenten
und höflichen Behördenangestellten gegenüber verhalten?
Hi Kaspar!
bitte klär mich auf, aber ich dachte, dass McPaper die Postdinge sozusagen als Dienstleistung übernommen hat.
Damit wären es keine Behördenangestellten, die da denken und handlen, sondern ganz normale Verkäuferinnen von McPaper.
… und damit wäre Dein Weltbild wieder in Ordnung.
Ayla, die sich fragt, was die ehemaligen Behördenangestellten jetzt machen…
Ayla, die sich fragt, was die ehemaligen Behördenangestellten
jetzt machen…
The same as every year. Sie beraten mit Personalräten, kümmern sich um Vorruhestandsregelungen, halten Personalversammlungen ab, beklagen zusammen mit der ÖTV den immensen Leistungsdruck…
Damit der ganze Thread nicht gelöscht wird, distanziere ich mich sicherheitshalber auch im Namen meiner Vorredner von allen pauschalen Herabsetzungen sowie jeglicher Kritik an öffentlich Bediensteten.
Was sollen wir jetzt mit den dümmeren unser Kinder machen? :Früher hat man die einfach zu einer Behörde in die „Lehre“ :geschickt. Was jetzt?
Immerhin hatte der öffentliche Dienst eine „Aufgabe als Sammelbecken für die weniger leistungsfähigen…“ (Aussage eines Ministers!!!). Dafür Ersatz zu schaffen, ist die wahre Zukunftsaufgabe. Ein völlig ungelöstes Problem. Was willst Du mit einem Sachbearbeiter vom Amt auch anfangen? Körperliche Arbeit? Außer Sitzen geht da nichts. Geistige Arbeit? Müssen wir wohl nicht drüber diskutieren. Tja, was gibt’s noch?
Meine Kritik an „Deutschen Behörden“ ist als konstruktiver Beitrag zu verstehen. Nichts habe ich gegen den „normalen Polizei oder Feuerwehrbeamten oder ähnliche Jobs“. Diese Menschen müssen für recht wenig Geld richtig arbeiten. Meine Kritik richtet sich an die überbezahlten „Sesselpfurzer“ im Öffentlichen Dienst. Leider haben diese Menschen bei einem minimalen IQ eine maximale Entscheidungsmacht. Das finde ich empörend.
Ansonsten distanziere ich mich von meinen „destruktiven“ Beiträgen, behaupte das Gegenteil, notfalls auch das Gegenteil vom Gegenteil.
bitte übertreib’ es nicht. Wir wissen doch alle, was wir an unseren hochgeschätzten Beamten und sonstigen öffentlich Bediensteten haben. Was wären wir nur ohne sie. Oder mit der Hälfte. Stelle Dir mal vor, was dann passieren würde: Die Staatsausgaben sinken drastisch, schnell würde aus der Verschuldung ein Überschuß. Keine Staatsverschuldung hieße dramatische Entlastung des Kapitalmarktes. Den Banken drohte die nackte Not. Die Steuern würden ins Bodenlose gesenkt. Du hättest plötzlich mehr Geld. Was willst Du damit. Das schafft nur Sorgen und Konsumterror pur.
ein bischen mehr Volkswirtschaft und etwas weniger betriebswirtschaftliche Optimierung!
Was wären wir nur ohne sie. Oder mit der
Hälfte.
Dann wären 50% arbeitslos… und würden überall im Weg sein!!
Schliesslich und endlich würde es auf 50% Bedienstete als Arbeitslose hinauslaufen… und die sind dann nur noch von der arbeitenden Bevölkerung zu finanzieren… statt wie jetzt über die von allen zu entrichtenden Steuergelder!
Stelle Dir mal vor, was dann passieren würde: Die
Staatsausgaben sinken drastisch,
falsch!!! leider muss für die Beamten und die Politiker auch bezahlt werden, wenn sie nicht mehr beschäftigt sind!
… und wenn du dann die wirklich teuren nach Hause schickst… *grummel* die wachsen doch nach!!!
Wird also immer teurer!!!
Fazit: nimm die Leute in den Staatsdienst!!! es kann nur billiger für alle werden!
Ayla, die sich selbstverständlich umgehend von der Berechnung distanziert!
Bei den Beamten geht die Post ab!
Soviel schlechtes über die Staatsdiener, ich glaub es nicht.
Wolfgang würd ich ja fragen, ob mit der kombinierenden, eigeninitiativeergreifenden Dame hinter dem Schalter etwa auch ein Personenwechsel innerhalb des Amtes stattgefunden hat, oder ob sie identisch ist mit der vorher dort gewesenen, nicht kombinierenden, nicht initiativen Schlaftablette, die alle Vorurteile gegenüber dem Amtsschimmel vollauf befriedigt.
Seit die Schneckenpost so „sympatische“ Werbeträger für den Börsengang bemüht (O-Ton meiner Tochter: Das ist ja der Gummibärchenfresser), möchte sie vielleicht auch Bürgernähe zeigen. Respekt…
Viel Spaß beim Briefeversenden , BeBro
die kombinierende, eigeninitiativeergreifenden Dame hinter dem Schalter ist tatsächlich ein neues Gesicht hinter dem ehemaligen Amtstresen.
Seit die Schneckenpost so „sympatische“ Werbeträger für den
Börsengang bemüht…
Der Börsengang ist ein ganz eigenes Thema. So richtig von der Leine gelassene Konkurrenz hat die Post auf breiter Front noch nicht gesehen.
Na ja, das ist ein endloses Thema. Ich finde das Beispiel der privatisierten Post so interessant, weil sie zuvor genau die Strukturen aller anderen staatlichen Stellen besaß. Die Post speckt massiv ab und wird trotzdem leistungsfähiger und kundenfreundlicher. Angesichts dieser Tatsache drängt sich der Gedanke auf, daß dem Rest aller staatlichen Dienststellen eine massive Verschlankung ähnlich gut täte.
Meine
Kritik richtet sich an die überbezahlten „Sesselpfurzer“ im
Öffentlichen Dienst. Leider haben diese Menschen bei einem
minimalen IQ eine maximale Entscheidungsmacht. Das finde ich
empörend.
Dein IQ scheint auch nicht besonders hoch zu sein, wenn du behauptest, dass ALLE Bediensteten im öffentlichen Dienst einen minimalen IQ haben.
Keine generellen Unterstellungen bitte …
Hallo Kaspar!
Der grösste Schock aber. Die Mitarbeiter von
McPaper&Co versuchen freundlich zu sein. Noch schlimmer. Die
pochen nicht mehr nur auf Vorschriften. Diese Menschen
versuchen für Probleme eine Lösung zu finden. Das war der
grösste Schock für mich. Denkende „Quasibeamte“. Hat es da bei
der Post evtl. eine Weiterbildung gegeben? Muss ich (und viele
andere Bürger) meine schlechte Meinung über deutsche Behörden
evtl. überdenken?
Muss ich jetzt evtl. mit freundlichen und denkenden Menschen
auch bei anderen Behörden rechnen? Fragen über Fragen.
Sollte sich dieser „Virus“ auch auf andere deutsche Behörden
verbreiten, mich würde es freuen.
Ich verstehe, dass du deinen Artikel pointiert verfassen wolltest, aber bitte bedenke, dass sich dadurch eine Menge Leute beleidigt fühlen, die Beamte sind und sich trotz recht viel Arbeit und Stress Mühe geben, freundlich zu ihren Kunden zu sein. Ich befürchte, dass sich bei dir eine gewisse Haltung gegenüber Beamten eingestellt hat, auf die natürlich deine beamteten Gesprächspartner auch nicht sonderlich positiv reagieren.
Ein guter Freund von mir bspw. arbeitet beim Finanzamt, und der muss sich eine Menge von seinen „Klienten“ anhören. Die öffnen manchmal aus Prinzip keine Briefe von Behörden oder machen aus reiner Ignoranz dumme Fehler, hacken aber dann auf ihm herum, als ob er die Vorschriften machen würde.
Außerdem wurde ich bei meiner Poststelle (und in allen Behörden, soweit ich mich erinnere) immer korrekt und freundlich behandelt, und zwar nicht nur von einzelnen Mitarbeitern, die da eine Ausnahme bilden könnten. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst versuche freundlich zu sein, selbst wenn ich mal ein paar Minuten vor dem Paketschalter in der Schlange stehe.
Nun muß ich mal eine Lanze brechen für unserer „Postler“.
Die Post bei mir um die Ecke (sie heißt wirklich noch Post) ist fast ausnahmslos mit freundlichen Mitarbeitern besetzt. Die Öffnungszeit bis 18 Uhr kommt mir sehr entgegen, genauso wie das Angebot an Paketen, vorfrankierten Briefen u.s.w.
Auch wenn nicht ale Beamten faule Säcke sind, hat es der Post doch gutgetan, sich auch im Bereich Mitarbeiter dem freien Marktwettbewerb zu stellen, denke ich.
Sicherlich geht nach Kaspars Artikel mal wieder ein Aufschrei durch die Beamtenfraktion hier im Forum.
Bevor Ihr ihn aber angreift, denkt mal darüber nach, wpher diese absolut landläufige Meinung kommt…
Gruß,
Mathias, der die Typen in der Kfz-Zulassungsstelle so was von satt hat, das könnt Ihr Euch gar nicht vorstellen.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Institutionen (Menschen) die nicht mit Kritik umgehen können, empfinden Kritik stets als „Majestätsbeleidigung“.
Gegen die „alltägliche Behördentätigkeit“ wären als Einstiegslektüre einige der Speyerer Arbeitshefte der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften, Freiherr-vom-Stein-Str. 2, 67346 Speyer, durchaus geeignet. Dazu auch diverse Publikationen von Dr.jur., Dipl.-Volkswirt, Herbert von Arnim, Professor für Öffentliches Recht.
Deutsche Behörden verstehen sich häufig als ein Kartell „gegen“ die restliche Bevölkerung. Verwaltungsvorschriften nutzen der Bevölkerung. Leider nur dem Teil der bei den Behörden beschäftigt ist. Für den restlichen Teil der Bevölkerung sind diese Vorschriften Sinn- und Nutzlos. Verwaltungsvorschriften tradieren „behördliche Arbeit“ auf den Bürger. Deutsche Behörden verhalten sich extrem Realitätsfern. Deutsche Politiker und Behörden werden sich erst dann vernünftig verhalten, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind. Von wem kommen solche Aussprüche? Natürlich von pensionierten Behördenangestellten oder unkündbaren Beamten die keine weitere Beamtenkarriere mehr machen können. Nun ja.
Solche Sprüche wären aber auch - nahezu endlos - von jedem „normalen“ Bürger fortzusetzen. Das kommt nicht von ungefähr. Diese Aussagen manifestieren Erfahrungen die der Mensch täglich macht. Positive Ausnahmen gibt es natürlich. Leider extremst selten. Vieleicht liegt dies ja auch in der deutschen Mentalität begründet. Sobald ein „kleiner Untertan“ einen Job in einer öffentlichen Verwaltung begonnen hat, mutiert er auf merkwürdige Weise zum „kleinen Obertan“. Hat bereits Mann sehr gut erkannt. Dagegen hilft wohl nur „Umerziehung“.
Unfähigkeit kostet mich meinem Job. Früher oder später fliege ich raus. Dies ist leider so in dieser kapitalistischen Gesellschaft. Dies muss dann aber auch für den Öffentlichen Dienst gelten. Eine spezielle „Nachtwächterordnung“ wie das Beamtenrecht oder ähnliche Schutzvorschriften darf es da nicht geben. Nach meinem Rechtsverständnis ist dies extrem asozial. Der historische Hintergrund für derartige „Schutzverordnungen“ existiert nicht mehr. Wenn schon die Regeln des „Raubtierkapitalismus“, dann für alle „arbeitenden/beschäftigten“ Menschen.
Hauser
PS.: Fast alle „aktiven“ Politiker (siehe http://www.bundestag.de) hatten einen Job im Öffentlichen Dienst.
Na ja, das ist ein endloses Thema. Ich finde das Beispiel der
privatisierten Post so interessant, weil sie zuvor genau die
Strukturen aller anderen staatlichen Stellen besaß. Die Post
speckt massiv ab und wird trotzdem leistungsfähiger und
kundenfreundlicher.
Gegenbeispiele:
Deutsche Telekom AG. Ein Kundenservice zum… z.B. extrem lange Wartezeiten im T-Punkt (wenn man keinen D1-Vertrag will), besetzte Hotlines (so hot sind die wohl nicht) und inkompetente Mitarbeiter. Es hat sich nichts gebessert und nichts verschlechtert.
Deutsche Bahn: Ich warte ja darauf, dass der zweite ICE verunglückt, weil Geld gespart werden muß. Diesmal vielleicht nicht der Radreifen, es gibt ja noch genügend Teile, die versagen können.
Zur Leistungsfähigkeit: Die Verspätungen wurden in den letzten Jahren nicht weniger, im Gegenteil. Die Schaffner sind zwar sehr freundlich, wenn man aber mehrere Stunden in der Pampa festsitzt nützt das wenig (Zugchefin: „Ach was, Fahrplan fahren kann jeder“). Auch hier ist die Privatisierungseuphorie wohl schon verflogen.
Angesichts dieser Tatsache drängt sich der
Gedanke auf, daß dem Rest aller staatlichen Dienststellen eine
massive Verschlankung ähnlich gut täte.
So einfach ist es leider nicht.
Es gibt noch weitere Gegenbeispiele, z.B. im Gesundheitswesen. Zunächst gab es bei einzelnen städt. Krankenhäusern in München den Zwang, wirtschaftlich zu arbeiten. Das hat auch funktioniert, die teuren Patienten wurden in die Uniklinik geschickt…
Hmm, und dann gab es da so ein paar Geschichten mit der Müllabfuhr. Letztlich waren halt die Anbieter mit illegalen Praktiken die billigsten. Da gab es doch illegale Grüne-Punkt-Transporte ins Ausland, oder?
Marktwirtschaft kann halt nur dort funktionieren, wo der Markt intakt ist. Wo nach der Pivatisierung Quasimonopole, Altlasten und nicht internalisierte externe Effekte ein „segensreiches Wirken der unsichtbaren Hand“ verhindern sind böse Überaschungen vorprogrammiert.