Hi nylon…,
um nur auf deine Frage zu antworten
sollt ich mal zum Psychologen gehn oder so;D
ich denke, nein, nur weil man ein sensibles (oder auch übersensibles) Gemüt hat, muss bzw. braucht man nicht gleich zum Psychologen.
Um jedoch tiefer in die Thematik einzusteigen, wären einige Infos mehr ganz sinnvoll.
Das, was du schreibst, erinnert mich an meine Jugend… allerdings fing ich nicht an loszuheulen, sondern verließ türenknallend den Raum…
Der Hintergrund war, dass ich mich angegriffen fühlte. Ständig. Von fast allem. Obwohl ich heute mit fast 100%iger Sicherheit behaupten würde, dass mich keiner angegriffen hat, zumindest nicht beabsichtigt.
Und so kommt mir die Frage:
Was ist es denn, was dich in Streitereien so bewegt/berührt, dass es dir die Tränen in die Augen treibt?
Wie gesagt, aus eigener Erfahrung kommt mir der Gedanke, dass du dich vielleicht angegriffen fühlst.
Aber es gibt noch etliche Möglichkeiten mehr.
Interessant wäre diesbezüglich auch, wie dein Umfeld auf deine Tränen reagiert.
Wird die Streitigkeit, wenn du weinst, sofort geschlichtet bzw. ad acta gelegt?
Dann könnte es sein, dass du dir im Laufe deines (noch recht jungen) Lebens angewöhnt hast schnell loszuheulen, um gewisse Dinge zu erreichen, die du auf der sachlichen Ebene (=im ernsthaften Gespräch) nicht in der Lage bist auszutragen.
Da du auch die Schule erwähnst:
Wie kannst du denn mit „scheitern“ umgehen?
Kommst du damit klar, wenn du das Gefühl hast, dass du etwas nicht schaffst?
Eine Möglichkeit, die eventuell deine Situation etwas verbessern könnte, wäre die Tränen zu akzeptieren.
Ich weiß, das ist schwer, man kommt sich wie eine Heulsuse vor. Aber sensibel zu sein ist ja auch was schönes, wenn es auch gesellschaftlich nicht so anerkannt ist.
Denn alles, was wir gewaltsam zu unterdrücken versuchen, lässt sich nicht verändern.
Veränderung tritt nur dann ein, wenn wir uns so akzeptieren, wie wir sind, wenn wir all die Macken, Unzulänglichkeiten, Schwächen etc. annehmen.
Und vielleicht tröstet es dich auch ein wenig, wenn ich dir schreibe, dass das mit zunehmendem Alter sicherlich weniger wird, weil man sich dann mehr im Griff hat.
(Ob das ein erstrebenswerter Zustand ist, seine Gefühle zu unterdrücken, sei dahingestellt…)
Sei lieb gegrüßt
jeanne