Hallo Stephan,
ich bin auf der Suche nach einer Definition für den Begriff
Mode.
Dabei möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass es mir
nicht um Mode im Sinne von Kleidung etc. geht.
Das verstehe ich ehrlich gesagt nicht ganz…
Viel wichtiger
ist mir eine allgemeingültige übertragbare Definition. Ideal
wäre, wenn jemand auch Literaturquellen (Buch,
Zeitschriftenartikel, Link o.ä.) nennen könnte.
Nun denn:
Mo|de [[] ] die; -, -n : 1. a) Brauch, Sitte zu einem bestimmten Zeitpunkt; b) Tages-, Zeitgeschmack. 2. die zu einem bestimmten Zeitpunkt bevorzugte Art, sich zu kleiden od. zu frisieren. 3. (meist Plur.) dem herrschenden Zeitgeschmack entsprechende od. ihn bestimmende Kleidung.
Quelle: DUDEN - Das große Fremdwörterbuch
Mode die, der sich wandelnde Geschmack (in den verschiedensten Lebensbereichen); Zeitgeschmack (besonders im Hinblick auf die Art, sich zu kleiden).
Quelle: Der Brockhaus in einem Band
1Mode, die; -, -n [frz. mode elegante Kleidungsstücke, die nach der herrschenden, neuesten Mode angefertigt sind: die neuesten -n tragen, vorführen. 2. etw., was dem gerade herrschenden, bevorzugten Geschmack, dem Zeitgeschmack entspricht; etw., was einem zeitbedingten verbreiteten Interesse, Gefallen, Verhalten entspricht: diese Sportarten sind jetzt [große] M.; was sind denn das für neue -n? (ugs.; was soll denn das auf einmal?); es ist zur M. (abwertend; zur neuerdings weit verbreiteten Gepflogenheit ) geworden, von Sparmaßnahmen zu sprechen.
Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch
- Was ist entscheidend dafür, dass irgendetwas (Einstellung,
Idee, Konzept, Gegenstand usw.) zu einer Mode wird.
Zeitgeistkonformität: Beispiel: In den 80ern war stromlinienförmiger Erfolg relativ bestimmend in der Gesellschaft (Yuppietum) => Es waren z.B. bei den Möbeln kühle, durchdesignte, schlichte schwarz/chrom Kombinationen à la mode…
- Sorgt die Nachfrage nach dem Neuen u. Besseren dafür, dass
es Modeerscheinungen überhaupt gibt?
Nach neuem ja (irgendwann wird alles langweilig) nach besserem nein (die neue Mode kann schließlich auch trashig sein)
- Warum wechseln sich Moden ab? Warum kommen sie wieder?
Weil die Designer einfallslos in der (ihrer) Vergangenheit plündern. Oder warum meinst Du, dass derzeit lauter 80er Musikcover im radio dudeln? Doch wohl hauptsächlich, weil die heute Musikbestimmenden Mittdreissiger die Musik in ihrer Jugend gut fanden…
Weil sich die Lebenseinstellungen wiederholen…
Weil die Kleiderschränke der Eltern geplündert werden…
- Ist es notwendig, dass ein Konzept oder ein Gegenstand nur
kurzzeitig das non plus ultra darstellt, damit man im
Nachhinein von einer Modeerscheinung sprechen kann?
Nein, Mode wird für mich das, was von einer progressiven Minderheit angefangen wird und sich zum Allgemeingeschmack auswächst. Das non plus ultra (was ist das überhaupt) wird nicht in jedem Falle zur Mode, da ja Mode einen gewissen Verbreitungsgrad erfordert.
Auch wird IMHO nicht alles, was die Modeindustrie zur Mode erklärt tatsächlich zur Mode…
- Was wäre, wenn es keine Moden gäbe?
Da Modeerscheinungen menschlich sind, ist das eine törichte Frage…
- Was passiert, wenn man keiner Mode folgt bzw. wenn man jeder
Mode folgt?
Ersteres: in meinen Augen ein Zeichen von Unaufgeschlossenheit, da jede Mode interessante Dinge mit sich bringt
Zweiteres: Alberner, stilloser fashion victim. Nicht jede Mode steht jedem, so dass das sehr schnell sehr lächerlich (und teuer) wird
Grüße
Jürgen