Hallo Axel
duden (bd. 7, 2. aufl.) spricht bei moral von:
„der zur regel gewordene wille“.
Damit ist aber eine „Verinnerlichung“ eines externen
Zwanges gemeint, dessen Ursache nicht unmittelbar
selbst erfahren worden sein muss.
die inhalte der moral wurden/werden demnach
von willensstarken, mutigen festgelegt.
nicht mehr und nicht weniger.
Nein, das halte ich für falsch. Die „Inhalte“
der „Moral“ werden niemals von „Willensstarken“
festgelegt. Man könnte sogar deine Argumentation
umdrehen und sagen „Moral ist der schmale Pfad,
auf dem der Schwache überleben konnte“ und
würde eine plausiblere Hypothese haben 
Man könnte eher den Vorgang des „unbedingten Gehorsams“
gegenüber dem „Willensstarken“ selbst als eine „Moral“
betrachten - „Obrigkeitsgläubigkeit“.
Den „Willensstarken“ gibt es schon lange nicht mehr,
an seine Stelle ist die Institution getreten. Der
„Willensstarke“ kennt Gnade gegenüber dem Schicksal
der Durchschnittsexistenz, die Institution nicht.
Eine vorherrschende „Moral“ ist also nur, wie vielfach
in diesem Thread schon angeführt, die zufällige
Zusammensetzung von geglaubten Erhaltungsbedingungen
einer Gemeinschaft, egal ob „richtig“ oder nicht.
Die Unfähigkeit der menschlichen Psyche, die
Komplexität und Bedeutung seines Umfeldes und des
menschlichen Wesens selbst völlig zu erfassen;
könnte daher ein „Moral-Motor“ sein: "Wir haben
es immer schon so und so gemacht und wir haben
bis heute durchgehalten " könnte eine Trieb-
feder lauten.
Dann könnte man noch Fragen, ob Moral etwas anderes
sein kann, als das, was ein Kind/Jugendlicher in
seiner Entwicklung (sprich: bei der „Verdrahtung“
seines Gehirns) an Rezepten über das Funktionieren
seiner sozialen Beziehungen mitbekommt.
Hypothese: „Moral“ wird in der Kindheit „verdrahtet“
oder sie ist keine „Moral“.
Euer CMБ