Hallo,
hi wolfgang!
gestatte, dass ich einfach kommentiere.
prinzipiell hast du mit den ‚horden‘ wohl recht.
nur - wirst du es nicht aendern koennen.
du wirst damit leben MUESSEN.
wie kommt sowas zustande?
langeweile, gruppendrang, gemeinschaftsdrang, …
ich bin der mit der groessten fresse - und dem kleinsten hirn…
usw. usw usw…
zudem kommt der deutschen hang (drang), ALLES aber auch ALLES
genauestens per gesetz zu regeln.
der buerger ‚ist satt‘ davon.
hat er eine wahl? hast DU eine wahl? wer ueberhaupt?
laeuft ‚das nicht schon wieder alles‘?
welche chance hatte die generation vor uns?
heute kannst du wenigstens ‚die schnauze aufmachen‘,
obwohl’s nicht (mehr) hilft. aber damals hats du sie
SOFORT (fuer immer) gestopft gekriegt.
waren das bedingungen, zu denen DU bereit gewesen
waerest, kopf & kragen zu riskieren?
das ‚lief ganz von selbst‘, nachdem die lawine mal
losgetreten wurde.
manch einer behauptet, das sei heute nicht (mehr)
moeglich - ich bin mir da nicht so sicher,
obwohl ich es niemandem unterstelle.
aber wie war die situation 1930 ff.?
der mensch vergisst - zu schnell.
nimm jetzt die hunde-hetzerei:
es ist nicht schoen, dass einige biester derart artfremd sind;
da bin ich auch nicht fuer zu haben.
aber muss da die gesamte nation im aufstand versinken?
haben wir keine anderen sorgen?
selbst wenn wir sie haben
-und die HABEN wir (immer noch nicht zur gaenze)!-,
wer TUT etwas dafuer (oder dagegen)?
wer KANN etwas tun?
20.000 inder? wozu das bei 4mio arbeitslosen?
(ich bin informatiker der ersten stunde).
der ‚liebe‘ nachbar passt schon fein auf,
dass niemand ueber die straenge haut.
DAS ist des deutschen beduerfnis.
denk mal darueber nach.
sicher - auch andere laender haben andere sitten,
und es stinkt sicher auch woanders (irland),
aber es ist EXTREM, was hier in d an neid aufgebaut wird -
oder besser: in deutschsprachigen laendern.
damit musst du leben - oder dich woanders niederlassen.
dazu werden wir gehoeren.
was kann man fuer/gegen die ‚horden‘ tun?
ganz einfach. es moegen mittelalter-methoden sein.
aber dennoch: auf dem marktplatz mittwochs oeffentlich den
arsch dermassen polieren, dass da nie wieder wiederholungs-
bedarf bestehen wird.
was sind schon 40 stunden gemeinwohl-arbeit?
niemand macht sich auch (vorher) eine vorstellung
daruber, was es heisst, ein jahr hinter gardinen zu
verschwinden. das ist so unvorstellbar und unrealistisch,
dass man das genau so wenig abschaetzen kann, wie man sich
eine zahl von ueber 100 platisch in allen einzelheiten
vorstellen kann. es ist ein total abstrakter begriff.
aber die schwielen auf den batzen sind nicht abstrakt,
und sie graben sich nicht nur in den hintern.
aber man muesste frueher angefangen haben.
wie ist denn die situation?
speziell nach der wende?
endlich frei!
jetzt geht’s an den konsum, ist ja alles da.
da wird geheiratet. dann wird die wohnung eingerichtet -
natuerlich auf ‚lucki‘. die banken sind ja bereit.
dann - oh sh… wir muessen beide arbeiten gehen,
um die raten zahlen zu koennen/muessen.
na ja - auch noch ok. wenns denn arbeit gibt.
dann kommt der hammer: uups, das erste kind.
muttern geht nicht mehr arbeiten. da wirds eng.
einige zeit springt ja das gesetz in die bresche.
aber das endet bald. dann ist muttern wieder beschaeftigt.
der dotz ist zu hause oder bei oma wenns gut geht.
da langweilt es bald. und groesser werden die jungs auch.
dann wollen sie umgang haben. auch weil beide eltern
‚keine zeit‘ haben - die kohle muss her. und das fernsehen
ist ja sooo interessant.
dann schliesst sich der spross halt mit seinesgleichen
zusammen - und -here we are-!
horden, rauschgift, pruegeleien, …
du wirst auch recht haben damit,
dass sich viele wieder abwenden.
das hat aber auch den grund der buerokratie.
vielleicht tut’s bei dir der bayerische wald auch?
aber scheinbar bist du ein ‚wassermensch‘.
ernsthaft: versuchs doch mal in nl.
excellente bedingungen.
schottland / irland - nichts fuer dich?
…espana…mein alter kollege mit unheilbarem lungenkrebs
ist dort. er verkauft jetzt seine finta (650)
(und ich bin SEHR traurig, das war heute/gestern schon
nicht mein tag.)
wir haben die eg, mein lieber, was haelt dich?
etwa die deutschen gerechten steuergesetze?
du glaubst an rotkaeppchen und den wolf?
das ginge ja noch - aber du bist doch kein weihnachtsmann.
so, was nun, wolfgang?
war ne lange predigt, gelle?
aber was anderes, was machst’n nun.
und eigentlich ueberhaupt?
ich entnahm deinem schreibstil gehobene intelligenz.
vielleicht habe ich ne idee oder kann ich dir
irgendwie anders einen stein in den garten schmeissen.
'n rat jedenfalls noch: lass dich nicht in ch nieder.
das macht auch keinen spass.
und - du brauchst dich nicht zu schaemen.
jeder kann eine horde idioten von einem
vernuenftigen menschen unterscheiden.
trage dein teil dazu bei, ein bescheidener
und umgaenglicher mensch zu sein,
dann kannst du jeden abend und morgen in den
spiegel schauen ohne dich zu schaemen.
vielleicht ist das auch eine erklaerung dafuer,
dass sich ‚niemand einmischt‘ wenns ans kesseltreiben
geht - die situation ist dermassen absurd, dass
niemand dazu gehoeren MOECHTE.
und mal hand aufs herz: was wuerden WIR machen?
wenn 10 idioten auf uns zukommen? was koennte man machen?
siehe auch ganz oben: es laeuft alles seinen gang,
und es gibt nichts neues unter der sonne.
bin gern zu weiterem chat bereit
gruss - digi aus der heide
kaum ein Tag vergeht ohne neue Horrormeldungen über Taten
rechtsradikaler Dummköpfe. Da wird ein Mensch durch eine Stadt
getrieben. Das grausame Treiben ist keineswegs nach ein paar
Metern vorbei, weil niemand einschreitet. Alle gaffen nur oder
finden das Treiben insgeheim angebracht. Dieser Pöbel, der
stolz ist, Deutsch zu sein, veranlaßt mich, daß ich mich als
Deutscher schäme. Gerade war ich ein Wochenende in Dänemark.
An Nord- und Ostseeküste kann man auf Schritt und Tritt
„bestaunen“, was unsere Großväter zwischen Frankreich und
Norwegen anrichteten. Ich meine die Bunker und
Befestigungsanlagen. Nimmt denn dieser Wahn des Deutschtums
nie ein Ende?
Die Gefahr sind nicht nur die paar grölenden,
Knobelbecher-tragenden Glatzköpfe. Die Gefahr ist das Umfeld.
Dieses Pack braucht einen Nährboden, der ihnen Arbeit und
Unterkunft gibt. Und/oder Eltern, die natürlich nichts wissen
(nichts gewußt und gesehen zu haben, hat auch eine lange
Tradition).
Es ist erst wenige Monate her, daß ich mich bemühte, mein
Unternehmen in die neuen Bundesländer, genauer nach
Mecklenburg-Vorpommern, zu verlegen. Ich brauche neue, größere
Räume, meine Firma ist Standort-unabhängig, die Gegend gefällt
mir und das Land bietet Unternehmern gute Bedingungen.
Insbesondere, wenn eine Reihe qualifizierter Arbeitsplätze zu
besetzen sind. Der braune Mob und das Umfeld, das diesen
ermöglicht und fördert, hat mich aber endgültig von meinem
Vorhaben abgebracht.
Wenn es so weiter geht, dauert es nicht lange, bis die ersten
Unternehmen dort dem Land wieder den Rücken kehren. Was kann
man gegen diesen Dreck in der Bevölkerung tun? Strafen nützen
ja wohl nur begrenzt etwas, denn die schweigende Billigung
läßt sich kaum packen.
Beschämt und entsetzt
Wolfgang