Was ist nur mit meinem kleinen Bruder los?

Nein, schlecht machen tue ich ihn ja auch nicht - nichts läge mir ferner als das! :smile:

Der Tipp mit den Bundeswehr-Unterlagen finde ich ganz gut, aber das Ding ist ja, dass er anscheinend von meinen Eltern - die nicht wollen, dass eines ihrer Kinder zum Bund geht - wieder von dieser Sache abgebracht wurde. Ohne jetzt vulgär oder ordinär klingen zu wollen, ich ihn mir echt nicht im Altersheim vorstellen, wo er „anderen Menschen den Hintern abwischt“. Ich meine er ist ein ganz anderer Typ als ich. Neulich hatte ich meine Eltern schon geschockt, als ich zu ihnen gesagt habe bzw. ihnen vorgeworfen habe, sie hätten ihn gebrochen indem sie ihn von seinem Plan abgebracht haben. Das hat meinen Eltern auch überhaupt nicht gut gefallen.

Den Freund meines Bruder schätze ich eher so ein, dass er in jedem Fall zu meinem Bruder steht. Und da mein Bruder ein richtig dickköpfiger Widder-Typus ist, der nur macht, was ihm gefällt, hätte ich fast Angst er würde auch noch diese Freundschaft sausen lassen, nur um sein bequemes Leben weiterführen zu können.

Ich selbst hatte als Jugendlicher auch schlechte Phasen wo ich nicht wusst, was ich machen sollte, aber da bin ich dann fast immer zum Arbeitsamt gegangen und habe mich um kleinere Zeitjobs bemüht, auch weil meine Eltern das so wollten. Bei meinem kleinen Bruder ist das total anders, sie verhätscheln ihn regelrecht.

Nein, obwohl ich wußte, dass der gestern im Fernsehen lief - hatte leider keine Zeit, mir den anzuschauen. :wink:

Pubertät schön und gut, aber ich mache mir richtige Sorgen, dass er aus dem, was er da gerade veranstaltet, nicht wieder raus kommt. Er kapselt sich wirklich von so ziemlich allem ab. Anfang dieses Jahres waren wir in Österreich zum Skilaufen, und mein kleiner Bruder hatte keinen Bock mit uns mitzukommen, deshalb ist er einfach alleine Zuhause geblieben. Neulich als ich Geburtstag hatte, da waren wir beim Griechen essen und anschließend im Kino den neuen Bond-Film anschauen, und obwohl mein Bruder beides sehr gerne mag, ist er einfach zuhause geblieben. Ich stand fast eine halbe Stunde vor seiner Zimmertür und versuchte ihn zu überreden, mit zu kommen. Aber je weiter man bei ihm geht und je mehr Kompromisse man macht, desto mehr verschließt er sich… *seufz*

Hallo Tobi,

Den Freund meines Bruder schätze ich eher so ein, dass er in
jedem Fall zu meinem Bruder steht.

Ich habe es fast befürchtet…

Ich selbst hatte als Jugendlicher auch schlechte Phasen wo ich
nicht wusst, was ich machen sollte

Ich glaube die hat jeder und das gehört in gewisser Weise wohl auch zur Pubertät dazu.
Ich habe früher mit Kindern/Jugendlichen gearbeitet, da gab es fast keinen, der nicht irgendwann eine Null-Bock-Phase hatte.
Aber was du über deinen Bruder schreibst klingt, als wäre es mehr als die übliche Phase.

Bei
meinem kleinen Bruder ist das total anders, sie verhätscheln
ihn regelrecht.

Das ist meiner Meinung nach auch das Problem, ich wiederhole mich: Warum sollte er arbeiten oder sich bewegen, wenn er alles geliefert bekommt, was er will und keine Verantwortung übernehmen braucht?
Deswegen wären deine Eltern (v.A. deine Mutter) in der Pflicht, ihm eben nicht alles zu geben, was er will. Du kannst wahrscheinlich nichts machen.

Eine andere Frage: Hast du schon einmal mit deiner Mutter geredet, wie die sich die Zukunft vorstellt? So kann es ja nicht bis zum Ende eures Lebens weitergehen.

Viele Grüße
Kati

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Tja, meine Mutter meint, man solle auf jeden Fall erstmal den Musterungsbescheid abwarten, gucken wie mein kleiner Bruder darauf reagiert (also ob er nun wirklich zum Bund will oder eher lieber doch Zivi) und dann alles weitere regeln. Um Bundeswehr oder Zivildienst kommt er nämlich nicht rum (hoffentlich).

Nur hoffentlich vergessen die ihn da nicht. Einer meiner Freunde wollte auch unbedingt zum Bund, hatte aber einfach keinen Musterungsbescheid bekommen, war quasi vergessen worden und brauchte danach so einige Zeit, um für sich etwas anderes zu finden.

Fragesteller = dessen Eltern?
Hallo Anja

Ja, Du hoffst auf erzwungene „Hilfe“ von Außen - aber selbst ändern willst Du/wollt ihr - nichts.

Was ich Dir sagen wollte: Ihr müsst Euren Bruder „in die Pflicht“ nehmen, um ihm zu helfen

Kannst du mal versuchen, den Unterschied zwischen dem Fragesteller und seinen Eltern wahrzunehmen? Das sind doch unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Ansichten.

Viele Grüße
Simsy

OT: vom Bund vergessen

Einer meiner Freunde wollte auch unbedingt zum Bund, hatte aber einfach keinen Musterungsbescheid bekommen, war quasi vergessen worden und brauchte danach so einige Zeit, um für sich etwas anderes zu finden.

Kann man sich da nicht freiwillig melden, wenn man da unbedingt hin will?

VG Simsy

Hallo,

Kann man sich da nicht freiwillig melden, wenn man da
unbedingt hin will?

Ich habe das so verstanden, dass er freiwillig schonmal wollte, aber von den Eltern dann davon abgebracht wurde.

Gruß
Kati

Hallo Tobi,

Also das aus Japan stammende Phänomen mit den Hikikomori kenne ich auch schon, nur da ist es ja meistens der Älteste, der sich zurückzieht. Aber hier handelt es sich ja um meinen >kleinen

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Hi

Ich habe das so verstanden, dass er freiwillig schonmal wollte, aber von den Eltern dann davon abgebracht wurde.

Der Bruder ja, aber nicht derjenige, der da vom Bund vergessen wurde.

VG

Nein, schlecht machen tue ich ihn ja auch nicht - nichts läge
mir ferner als das! :smile:

Dann motiviere ihn.

Der Tipp mit den Bundeswehr-Unterlagen finde ich ganz gut,
aber das Ding ist ja, dass er anscheinend von meinen Eltern -
die nicht wollen, dass eines ihrer Kinder zum Bund geht -
wieder von dieser Sache abgebracht wurde. Ohne jetzt vulgär
oder ordinär klingen zu wollen, ich ihn mir echt nicht im
Altersheim vorstellen, wo er „anderen Menschen den Hintern
abwischt“. Ich meine er ist ein ganz anderer Typ als ich.
Neulich hatte ich meine Eltern schon geschockt, als ich zu
ihnen gesagt habe bzw. ihnen vorgeworfen habe, sie hätten ihn
gebrochen indem sie ihn von seinem Plan abgebracht haben. Das
hat meinen Eltern auch überhaupt nicht gut gefallen.

Was haben Deine Eltern dann gesagt?
das Problem das Ihr habt ist hausgemacht und es ist nicht die Schuld Deines Bruders.
Nur wird Dein Bruder aus diesem Schneckenhaus nicht mehr herauskommen, wenn er die Notwendigkeit dazu nicht sieht.
Gut zureden alleine hilft jetzt leider nicht mehr.
Er muß anfangen seine Bedürfnisse selbst zu befriedigen, also keinen hauseigenen Lakeien mehr…und er muß selbst eine Veränderung herbeiführen wollen.

Wie wäre es denn, wenn Du Deinen Eltern alle Beiträge mal ausdruckst und zum Lesen gibst…zur Not lässt Du sie eben „zufällig“ in erreichbarer Nähe liegen…
Oder Du machst das Mal mit dem Kummertelefon.

Gruß
Maja

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Hallo,

schön, dass du dich um deinen Bruder sorgst - das ist normal, also gesund.

Forsche vielleicht mal in Richtung .

M.E. sind aber die diesbezüglichen schulmedizinischen Ansätze für die Tonne, schon deshalb, weil die Nebenwirkung vieler Antidepressiva Depressionen sind - möchte man ja nicht meinen, ist aber so - Blick in die rote Liste genügt (leider nicht für jeden verfügbar, soweit ich weiß).

Viele verunglimpfte Therapien können aber durchaus hilfreich sein - ich wünsche euch von Herzen, dass Ihr die passende finden möget!

LG
sine

Liebe Grüße und gute Besserung
sine

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hmm, ich bin mir nicht sicher, ob er Depressionen hat. Ich meine, ich sehe ihn nie traurig, ihm scheint eher alles gleichgültig zu sein. Und wenn ihm jemand (aus seiner Sicht) krumm kommt, dann reagiert er eher aggressiv als devot oder melancholisch, indem er zurückpflaumt und sowas von sich gibt wie „Halt’s Maul!“ oder „Lass mich doch in Ruh’, blöde Kuh!“ oder Ähnliches.

Also was nun? Ich meine, zu einer Therapie kann man ja doch niemanden zwingen, oder?

Hallo,

eine fast identische Geschichte (Ausnahme Rauchen und die Einstellung deiner Mutter hinsichtlich Alkohol, Zigaretten und DVDs) hätte ich auch schreiben können, aus einer anderen Perspektive. Etwa drei Jahre hat es gebraucht, von den ersten Anfängen bis zum guten Ende.

Was ich dir raten würde:

Keine Besorgnis, schon gar kein Mitleid gegenüber deinem Bruder zeigen. Darin stimme ich deiner Mutter zu.
Dafür bei Gelegenheit dein Interesse an euren „gemeinsamen“ Interessen zeigen, z.B. Musik, PC oder sonstiges. Ihn fragen, ob er dir behilflich sein kann, ob er von diesem oder jenem schon mal was gehört hat. Er sucht Anerkennung, die er momentan nur in PC-Spielen findet (wird aber fad irgendwann). Er kann sie aber z.Bsp. auch in deinen Fragen und seinen Antworten dir gegenüber finden. Er braucht keine Ratschläge und Belehrungen, davon hat er genug.

Lade deine Freunde häufiger ein, lass ihn so nebenbei erleben, was ihm an Spaß entgeht. Er wird neugierig werden und über und mit seinem Freund irgendwie den Kontakt nach draußen von alleine finden. In seinem Kreis, nicht in oder mit der Familie.

Es geht sicherlich nicht um Manieren, die ihm bei der Bundeswehr beigebracht werden könnten. Die Bundeswehr spielt keine wirkliche Rolle für ihn. Er wollte euch eher zeigen, dass er alleine zurecht kommt. Lass das Thema einfach auf sich beruhen. Angenommen, er wird untauglich geschrieben? Also, Ball flach halten.

Du bist ehrlich besorgt, übernimmst schon ein wenig eine Mutterrolle. Er braucht das nicht, im Gegenteil, er wird es dir zu deinen Ungunsten auslegen. Er möchte in erster Linie sich beweisen, dass er selbständig ist, auf eigenen Füßen stehen kann. Du bist momentan kein Vorbild für ihn. Er hat, wie du schreibst, das Zeugs zu mehr als „Waldorfschule und Hauptschulabschluss“. Und du lässt es ihn unbewusst sicherlich spüren, sein „Versagen“, den Versager im Vergleich zu seinen Geschwistern.

Ein letztes noch: Lass deine Mutter mal den gesamten Artikelbaum lesen. Gelegentlich sind Korrekturen der eigenen Verhaltensweise durch Anstöße von außen ganz hilfreich. Und hier betrachte ich die Versorgung mit Zigaretten, Alkohol und DVDs äußerst bedenklich, in jeder Hinsicht. Ansonsten ist es zuerst ihre Rolle und Aufgabe sich um deinen Bruder zu sorgen, nicht deine. Du solltest dich eher in Richtung Kumpel/Freund orientieren.

Und bleib geduldig.

Gruß
Der Franke
warst/bist du gelegentlich nicht auch mal wütend und zornig auf deinen Bruder? Dann lass es dir ohne Wenn und Aber anmerken.

Hallo Tobi,

der beste Rat den man dir geben kann ist der sofort professionelle Hilfe zu suchen und in Anspruch zu nehmen. Zuerst einmal muß man deinen Eltern beibringen das sie nicht mehr über das Leben deines Bruders zu bestimmen haben und das sie damit aufhören müssen ihm weiterhin alles hinterher zu tragen.

Sobald deine Eltern das endlich erkannt haben kann man daran gehen deinem Bruder zu helfen…sofern er selbst einsieht das er Hilfe braucht.

Gruß
Michael

Hey,

vielen Dank für Deine guten Ratschläge, ich glaube langsam auch das ich mich da vielleicht zu sehr reingesteigert habe und mir zu viele Sorgen mache. :smile:

Der Franke
warst/bist du gelegentlich nicht auch mal wütend
und zornig auf deinen Bruder? Dann lass es dir ohne Wenn und
Aber anmerken.

Hmm, aber wenn ich danach ein blaues Auge habe, dann zahlst Du für mich die Krankenhauskosten. :wink: Nee, aber mal im Ernst, ich werde das einfach mal machen und ihm sagen, dass er sich nicht so hengen lassen soll, weil er doch wirklich was auf dem Kasten hat!

Hi,

ich werde das einfach mal machen und ihm sagen, dass er sich
nicht so hängen lassen soll, weil er doch wirklich was auf dem
Kasten hat!

Mmmhhh, so habe ich es nicht gemeint. Lass einfach Schule, Bundeswehr und seine „Fähigkeiten“ außen vor (es nervt ihn). Er muss sich seine Bestätigungen und Anerkennung erarbeiten. Unterhalte dich mit ihm über Dinge, die dich und ihn interessieren könnten, am besten fragend. Wenn er interessiert ist, dann kommt irgendwannn schon was zurück. Wenn nicht sofort, geduldig bleiben.

Gruß
Der Franke

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Hmm, ich bin mir nicht sicher, ob er Depressionen hat. Ich meine, ich sehe ihn nie traurig, ihm scheint eher alles gleichgültig zu sein.

Depressionen äußern sich hauptsächlich darin, dass man zu nichts Lust und sehr geringen Antrieb hat.

Also was nun? Ich meine, zu einer Therapie kann man ja doch niemanden zwingen, oder?

Nein, das stimmt allerdings.

Man lässt sich ja aber eher therapieren, wenn man weiß, wie sich eine Depression äußert, und dass es da normalerweise gute Erfolge durch die Behandlung gibt.

Aber mehr als mal so eine Information rüberwachsen zu lassen kann man da wohl nicht tun.

VG.

Hi Simsy,

Kannst du mal versuchen, den Unterschied zwischen dem
Fragesteller und seinen Eltern wahrzunehmen? Das sind doch
unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Ansichten.

Ja, aber das Problem ist das gleiche.

Gruß,

Anja