Hallo,
eine fast identische Geschichte (Ausnahme Rauchen und die Einstellung deiner Mutter hinsichtlich Alkohol, Zigaretten und DVDs) hätte ich auch schreiben können, aus einer anderen Perspektive. Etwa drei Jahre hat es gebraucht, von den ersten Anfängen bis zum guten Ende.
Was ich dir raten würde:
Keine Besorgnis, schon gar kein Mitleid gegenüber deinem Bruder zeigen. Darin stimme ich deiner Mutter zu.
Dafür bei Gelegenheit dein Interesse an euren „gemeinsamen“ Interessen zeigen, z.B. Musik, PC oder sonstiges. Ihn fragen, ob er dir behilflich sein kann, ob er von diesem oder jenem schon mal was gehört hat. Er sucht Anerkennung, die er momentan nur in PC-Spielen findet (wird aber fad irgendwann). Er kann sie aber z.Bsp. auch in deinen Fragen und seinen Antworten dir gegenüber finden. Er braucht keine Ratschläge und Belehrungen, davon hat er genug.
Lade deine Freunde häufiger ein, lass ihn so nebenbei erleben, was ihm an Spaß entgeht. Er wird neugierig werden und über und mit seinem Freund irgendwie den Kontakt nach draußen von alleine finden. In seinem Kreis, nicht in oder mit der Familie.
Es geht sicherlich nicht um Manieren, die ihm bei der Bundeswehr beigebracht werden könnten. Die Bundeswehr spielt keine wirkliche Rolle für ihn. Er wollte euch eher zeigen, dass er alleine zurecht kommt. Lass das Thema einfach auf sich beruhen. Angenommen, er wird untauglich geschrieben? Also, Ball flach halten.
Du bist ehrlich besorgt, übernimmst schon ein wenig eine Mutterrolle. Er braucht das nicht, im Gegenteil, er wird es dir zu deinen Ungunsten auslegen. Er möchte in erster Linie sich beweisen, dass er selbständig ist, auf eigenen Füßen stehen kann. Du bist momentan kein Vorbild für ihn. Er hat, wie du schreibst, das Zeugs zu mehr als „Waldorfschule und Hauptschulabschluss“. Und du lässt es ihn unbewusst sicherlich spüren, sein „Versagen“, den Versager im Vergleich zu seinen Geschwistern.
Ein letztes noch: Lass deine Mutter mal den gesamten Artikelbaum lesen. Gelegentlich sind Korrekturen der eigenen Verhaltensweise durch Anstöße von außen ganz hilfreich. Und hier betrachte ich die Versorgung mit Zigaretten, Alkohol und DVDs äußerst bedenklich, in jeder Hinsicht. Ansonsten ist es zuerst ihre Rolle und Aufgabe sich um deinen Bruder zu sorgen, nicht deine. Du solltest dich eher in Richtung Kumpel/Freund orientieren.
Und bleib geduldig.
Gruß
Der Franke
warst/bist du gelegentlich nicht auch mal wütend und zornig auf deinen Bruder? Dann lass es dir ohne Wenn und Aber anmerken.