Was ist wirklich los mit mir?

Hallo zusammen,

empfinde Leere, hasse und liebe die selben Menschen zu unterschiedlichen Zeiten. Bin oft depressiv. Manchmal aber auch himmelhochjauchzend. Werde therapiert: Soziale Phobie. Fühle mich aber nicht ganz richtig verstanden dabei. Hasse mich manchmal selbst. Liebe mich manchmal aber auch selbst. Manchmal finde ich mich schön, manchmal finde ich mich hässlich. Manchmal habe ich gute Kontakte zu Menschen, mit denen ich am nächsten Tag nichts mehr anfangen kann. Vor allem mit dem Chef ist es schwierig. Manchmal bin ich versteinert, kann nichts mehr tun, würde am liebsten wegrennen, manchmal geht es mir aber gut, kann mit ihm sprechen, mit ihm Scherze machen. Würd gerne wissen, was mit mir los ist! Habe oft schon rumgelesen, nichts ttifft aber genau zu. Soziale Phobie schon, die ist dabei, aber sonst?

Hallo Sonja

Wie wärs, wenn Du Deinen Therapeuten darauf ansprichst? Wenn die
Diagnose nach Deinem Gefühl nicht richtig ist, kann Dir die
Behandlung nicht besonders viel helfen.
Versuche mit Deinem Therapeuten über Deine Unsicherheit zu reden,
wenn Du mal einen guten Tag hast.

Nachdem was Du schreibst, könntest Du auch manisch-depressiv sein.
Dies ist mein Eindruck und keinesfalls eine professionelle
Diagnose.

Viel Glück und Gruss
Heinz

hallo sonja,

zum einen würde ich in der tat auch mit dem thera sprechen.
zum anderen fällt mir eine formulierung auf: du wirst therapiert…
ähm… das klingt sehr passiv - geradezu über sich ergehen lassen.
nun kann ich nat. nicht sagen warum du gerade diese formulierung gewählt hast und damit bleibt nat auch unklar, ob die der formulierung zuviel
gewicht beimesse, aber nun, es ist ein gefühl von mir…

vielleicht bist du ja noch nicht lange in therapie, vielleicht hast du auch noch keine ziele gesteckt oder diese verloren, evtl hast du noch nicht richtig vertrauen gefasst oder was auch immer - weiter unten kannst du etwas über therapien nachlesen - was wichtig ist. -
ob dein/e thera für dich richtig ist, die art und weise passt, die kommunikation und sprache gut stimmt, all das hat aus meiner sicht einen wichtigen stellenwert.

was nun deine diagnose betrifft, so würde ich wirklich mit dem thera sprechen, ihm z.b auch genau das berichten was du hier schreibst - oder ihm den ausdruck in die hand drücken, das kann sehr hilfreich sein für dich - übrig bleibt derzeit für mich: hat er dir seine mitgeteilt und hier alles oder hast du ihm ggfs. seiten vorenthalten, so dass er kein „vollständiges“ bild bekommt? - das sind nun nur auszüge aus den möglichkeiten die es geben kann.

LG
nina

Hallo!

Was Du schreibst, zeigt, dass Du vermutest, manisch depressiv zu sein, denn die Wortwahl deutet wohl stark darauf hin, dass Du mal was über eine manisch-depressive-Störung durchgelesen hast.

Wie bereits von den anderen beschrieben solltest Du mit deinem Therapeuten darüber sprechen.

VG, Stefan

Hi Sonja,

sowas wie ein konfliktfreies Leben gibt es nicht. Jeder Mensch hat mal Angst oder schlechte Tage; Arbeit kann schlauchen; man streitet mit einem Freund.
Gibt es irgendwen, von dem Du den Eindruck hast, er/sie hätte solche Probleme nicht? Glaubst du irgendwer erwartet von dir perfekt zu sein?
Möchtest du zeigen, dass du dir Mühe gibst und es richtig machst?

Vielleicht solltest du dem Ganzen etwas Zeit geben und abwarten, ob sich aus deiner Therapie etwas gutes entwickelt. Ich vermute, das ein Moment der Einsamkeit mitspielt, das dir das Gefühl gibt, dass du etwas falsch machst und du deshalb nicht liebenswert bist. Vielleicht gibt es aber ja sogar jemanden, der gar niemanden möchte, der alles alleine kann. Übe dich in Geduld und berede es mit deinem Therapeuten.
Beitragsposter hier leisten bestimmt gerne Hilfe, aber sie sind keine Moderatoren zwischen dir und deinem Therapeuten. Vielleicht täte es dir sogar besser hiermit auf Distanz zu gehen.

Bleib’ am Ball, und viel Erfolg,

Hilmar

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Heinz,

ich schätze deine Beiträge generell, aber auch wenn du sagst, dass es sich um keine professionelle Diagnose handele, ist es fahrlässig es anzusprechen. Ich könnte mir persönlich nicht mal vorstellen ihr das zu sagen, wenn ich sie flüchtig (in real-life) kennengelernt hätte. Sie ist ein Mensch, den du nicht kennst und ihr wie einem Kreuzworträtsel zu begegenen könnte fatale Folgen haben. Ich glaube nicht, dass du einschätzen kannst, wie eine solche Antwort bei ihr ankommt. De facto weiß hier niemand, was sie gerde durchmacht. Deshalb ist das Anraten sich ihrem Therapeuten auzuvertrauen die einzige Variante, die für mich sinnvoll erscheint. Wenn man ratlos ist, ist das ja kein Zeichen für Unwissen.
Auf sachlicher Ebene kann man sich über solche Dinge hier bestimmt unterhalten - ganz bestimmt sogar it dir- , aber in diesem konkreten Kontext geht das meines Erachtens nicht.

Sonnige Grüsse aus Balkonien,

Hilmar

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

2 „Gefällt mir“

Ich schließe mich meinen Vorrednern an: Es ist schlicht und ergreifend völlig unmöglich über das Internet eine Diagnose zu stellen. Wenn du aber die Diagnose für nicht zutreffend hälst und du der Therapeutin deshalb nicht über den Weg traust - befrag noch einen anderen Therapeuten.

Hmm. Das was mir noch als ganz was Entferntes eingefallen ist, ist das Borderline-Syndrom (F60.31). Dazu gibt es hier einen Screening-Test. Wie gut der ist, vermag ich aber nicht einzuschätzen. Aber auf jeden Fall nen realen Pschotherapeuten befragen! Das Internet kann das auf keinen Fall ersetzen.

Viel Glück und Erfolg dir!

Hallo Hilmar

ich schätze deine Beiträge generell, aber auch wenn du sagst,
dass es sich um keine professionelle Diagnose handele, ist es
fahrlässig es anzusprechen.

Danke einerseits für die Blumen. Andererseits spricht Sonja ihr
Problem so an, dass ich vermute, sie hat selber schon recherchiert.

Es stellt sich schon die Frage, wie weit man in einem Forum
Vermutungen anstellen darf. Wenn es sich um einen offensichtlichen
Fall von Selbstgefährdung handelt, würde ich auch von Fahrlässigkeit
sprechen, wenn jemand „Hausmittelchen“ vermittelt.

In diesem Fall sehe ich nicht, dass ich Sonja einen Ratschlag gegeben
hätte, der ihre Situation verschlimmern könnte. Du schreibst, sie
könne noch abwarten und schauen, ob die aktuelle Therapie anschlägt.
Das könnte bei einer allfälligen Fehlbehandlung auch falsch sein.

Wir wissen es nicht und sind uns einig, dass Sonja das Gespräch mit
ihrem Therapeuten suchen muss.

Leicht bewölkte Grüsse (das liegt am Wetter, nicht an Dir :wink:)
Heinz

1 „Gefällt mir“

Hallo zusammen,
für die jenigen von euch denen es ähnlich ergeht,oder die andersweitig Probleme mit sich haben,geht`s hier zur Seite vom Berliner Krisendienst.
http://www.berliner-krisendienst.de/web/index.html
Auf der Seite gibt es hilfreiche Links zu bundesweiten Anlaufstellen,alles kostenlos und garantiert hilfreich für den ersten Schritt.
M.f.G. Justus

Das klingt mir doch sehr bekannt.

Meine Frau ist auch so ein Borderliner :frowning:
Es gibt immer nur lieben oder hassen auch auf sich selbst bezogen, Selbstmordgedanken und manchmal sogar selbstverletzung.

Eine wirkliche Heilung oder Therapie gibt es so weit ich weiß nicht, aber man kann lernen die Symptome einer schlechten Phase frühzeitig zu erkennen und dann gegenzuwirken. Bei ihr hat das zumindest gut geklappt und wir haben seit etwa einem halben Jahr Frieden :smile:

Viel Glück und gute Gedanken!!

und v.a.: optimistisch bleiben :smile:

Hallo,

du magst ja vielleicht recht haben, aber für mich ist das beste Heilmittel bei Selbstwertproblemen, borderline, depression etc, immernoch der placebo Effekt. Und gerade desshalb sollte man den nicht zerstören. Beim kleinsten Anzeichen das eines Kritikpunkts an derzeitigen Stützen des eigenen Lebens - und ein Therapolt sollte auf jeden Fall eine Stütze sein - kann man wieder in eine depressive Phase rutschen. Und jede könnte die Letzte sein.

Ich denke nicht daß man eine solche Störung mit agressiven Medikamenten in den Griff bekommt. Damit kann man nur aktuelle Gefahren für das eigene Leben bekämpfen bzw. aufschieben.

Das eigendliche Langzeitmedikament ist ein positives Selbstbild. Um das zu bekommen braucht man gute Gespräche, Ausdauer und einen klaren Kopf, kein vernebeltes Hirn.

Grüße

Hallo Andres

habe ich irgendwas verpasst?

Gruss
Heinz

Tach!

Also, ich werde nicht therapiert, halte das im Moment auch nicht für nötig, aber ich habe mich in deiner Beschreibung wiedererkannt, so geht es mir auch oft.

(Inklusive der Depressionen.)

Ich habe seid es mir wirklich richtig schlecht ging (also, komplett mit selbstverletzendem Verhalten, Esstörung, Messietum und saufendem Vater) riesenfortschritte gemacht, aber das es mir mal gut geht, und ich sozial aktiv bin, und es mir mal schlechter (oder auch nur geselschaftsunfähig) geht, und ich nicht sozial aktiv bin, daran hat sich nix geändert.

Das einzige was sich ein bischen geändert hat, ist das ich mich mal massiv darüber geärgert habe bzw. ein schlechtes Gewissen hatte, wenn ich einfach nicht zu sozialem Leben in der Lage war, und ich es heute akzeptieren kann.

Also, falls du eine Lösung hast, melde dich mal … ich habe keine, und wollte nur sagen, das ich das kenne.

Viele Grüße und viel Glück!
Philipp aka Scrabz (aka Drache).