Was ist zuviel?

Liebe/-r Experte/-in,
ich stelle mir momentan eine Frage im Zusammenhang mit meinen Bewerbungsunterlagen.
Grundsätzlich bin ich der Meinung, man solle in eine Bewerbung alle Zeugnisse einfügen, die man vorzuweisen hat. Mein Freund allerdings ist der Meinung, dass man da unterscheiden soll. Im konkreten Fall geht es bei mir um 3 Zertifikate von unterschiedlichen Seminaren die ich besucht habe. Diese gingen mal 1, mal 2, mal 3 Tage lang. Mein Freund ist nun der Meinung, dass solche
Zertifikate keinen Eindruck machen und in einer Bewerbung eher stören. Er ist der Meinung, dass ich mich durch das sehr gute Arbeitszeugnis
meines letzten Arbeitgebers schon genug auszeichne.

Was sagen Sie dazu?

Ich wäre für eine kurze Antwort sehr dankbar!

Sie sollten die Nachweise Ihrer Weiterbildungen der Bewerbungsmappe beilegen.
Grundsätzlich muss alles, was im Lebenslauf erwähnt wird, auch belegt werden. Eventuell kann jemand mit einer sehr langen Berufsbiographie auf weit zurückliegende Zeugnisse verzichten, sofern sie keine Relevanz für die neue Stelle haben. Aber das scheint mir bei Ihnen nicht der Fall zu sein. Deshalb rate ich Ihnen, eine vollständige Bewerbungsmappe abzugeben und nicht zur das Zeugnis Ihres letzten Arbeitgebers.

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Natürlich müssen die Angaben stimmig sein.
Ich habe 7 jahre im Veranstaltungsbereich gearbeitet und will auf keinen Fall mehr in diesem Bereich tätig sein. Ich habe 2 Seminare im Bereich Veranstaltungen besucht und eines im Bereich Rhetorik. Ich würde nun meinen, dass ich dann die Seminarzertikate über 1-2 Tage im Eventbereich 'rauslasse. Oder zeigen die mein Engagement zur Weiterbildung, egal ob die Branche relevant ist?

Sie möchten durch das Weglassen der beiden Weiterbildungen Ihre Profil im Bereich Eventmangement abschwächen, damit Ihnen der Wechsel in einen anderen Beruf gelingt. Ich halte das für statthaft, aber nicht unbedingt sinnvoll. Nehmen Sie die Weiterbildungen lieber als Argument für Ihren Fleiss und die Bereitschaft, beruflich Bestleistungen erbringen zu wollen. Vielleicht haben Sie bei den Seminaren aber auch etwas gelernt, das Sie in der neuen Tätigkeit auch einsetzen könnten? Dann sollten Sie das ebenfalls kommunizieren.

Vielen dank!
Sie haben mir weitergeholfen.

Viele Grüße, Emma

Hallo Emma,

ich teile die Meinung Deines Freundes…bei meinen eigenen Bewerbungen (und auch ich habe schon viiiiele geschrieben in meinem Berufsleben) schicke ich auch nur Arbeitszeugnisse, MBA-Zeugnis und Staatsexamen mit, seit einigen Jahren nicht mal mehr Abizeugnis oder Fachanwaltskurs-Zertifikat.
Ganz einfach, weil ich weiß, dass das eh keiner liest (ich weiß auch, dass mein Staatsexamen keiner anschaut, aber so was muss man natürlich trotzdem mitschicken).

Ich selber halte meine Anhänge also relativ knapp, würde aber auch nicht erwarten, dass da jeder meine Ansicht teilt. Also Abizeugnis und Fachanwaltszeugnis könnte man durchaus mitschicken. Wenn Du aber Dein ganzes Berufsleben lang jedes Zertifikat eines eintätigen Seminars mitschicken wolltest, würde im Laufe der Zeit so einiges zusammenkommen :smile:
Das Problem dabei ist, dass sich die Anhänge halt immer langsamer öffnen lassen, ja mehr drinnen ist…das nervt dann den „Öffner“.

Ausnahme: Du hast z.B. irgendein ganz ungewöhnliches PC-Programm erlernt und im Ausschreibungstext wird ganz explizit dieses Programm gefordert - dann würde ich es als Beweis vielleicht mitschicken. Ist also immer so ein wenig Abwägungsache, wie relevant das Ganze für die jeweilige Stelle ist…

Liebe Grüße und viel Gück bei Deiner Bewerbung,

Heike

Hallo Heike,

vielen Dank schonmal!
was Du schreibst finde ich super interessant.
Wenn Du Dein Fachanwaltskurs-Zertifikat nicht mehr mitsendest, müsse ich auch die Zertikikate von Seminaren im Event Bereich nichtmitsenden.

Ich habe 7 Jahre im Veranstaltungsbereich gearbeitet und will nicht wieder in diesem Bereich tätig sein. Ich habe 2 Seminare im Bereich Veranstaltungen besucht und eines im Bereich Rhetorik. Ich würde nun meinen, dass ich dann die Seminarzertikate über 1-2 Tage im Eventbereich 'rauslasse. Das Rhetorik Seminar könnte mir auch zum Verhängnis werden, weil dann bei einem Vorstellungsgespräch vielleicht andere Erwarungen an mich gestellt werden?

Wäre es also Deiner Meinung nicht mein Verhängnis, wenn ich gar keine Seminar Zertifikate mitsende?
Dann würde ich nämlich gerne ganz darauf verzichten, um meine Bewerbung knapp einheitlich zu gestalten.

Vielen Dank!
Emma

HAllo Emma,

wenn Du in dem Bereich ohnehin nicht mehr arbeiten willst, dann brauchst Du die Dinge auf keinen Fall mitzusenden.
Und was die Rhetorik anbelangt: Ich denke nicht, dass Dir das Probleme bereiten würde - weil man nach einem Seminar nicht viel besser redet als vorher und weil das auch jeder weiß und es deshalb auch keiner erwartet. Praktische Übung über Jahre hinweg macht hier den Meister…und nicht zuletzt deshalb sind so kurze Seminare meistens ohnehin nicht besonders weiterführend (und genau deswegen schaut auch keiner solche Zertifikate an).
Aber wie Du schon sagst: Wenn Du die Bewerbung einheitlich knapp gestalten willst, dann würde es wenig sinnvoll sein, gerade dieses Zertifikat mitzusenden…

Liebe Grüße
Heike

Liebe Heike,

VIELEN Dank und ein schönes Wochenende!

Vivien

Hallo Emma,

es tut mir leid, dass ich erst jetzt auf Ihre Frage antworten kann, aber ich bin erst gestern aus dem Urlaub zurückgekehrt.

Grundsätzlich sollte man bei einer Bewerbung Nachweise für die letzten 10 Jahre erbringen. Bei Bescheinigungen über Seminare, Weiterbildungsmaßnahmen und Schulungen sollten jedoch nur die beigefügt werden, die relevant zur derzeitigen oder zur angestrebten Position sind und auch etwas über die Inhalte der Maßnahmen aussagen. Alle übrigen besuchten relevanten Maßnahmen sollten im Lebenslauf unter der entsprechenden Übersicht aufgeführt werden.

Ich hoffe, meine Antwort kommt nicht zu spät!

Beste Grüße

Linni