Hallo nochmal!
Ja, aber dann hättest Du doch einfach hier schreiben können,
Nein, weil es mir nicht darum ging, mit den Fähigkeiten meines Kindes zu prahlen! Sowas liegt mir nicht, ich habe mich allerdings dazu hinreissen lassen, in meinen Antworten genauer darauf einzugehen, warum ich das wissen will.
Die
ohne Kind hätten komisch geschaut und die mit Kind, hätten
sich gedacht, die traut sich was, aber ich versteh’s ja, da
kommt halt der Mutterstolz durch.
Den ich aber eben nicht hier demonstrieren wollte…weil es einfach keine Rolle spielt. Ich hatte eine konkrete Frage und habe auch Antworten darauf bekommen. Der Rest ist im Grunde ja Plauderei, und hätte ich die gewollt, wäre ich in eins der zahlreichen Eltern-Plauder-Foren gegangen und hätte dort in epischer Breite kundgetan was mein Sohn so alles draufhat 
Ja, aber genau darum geht’s doch, oder? Wer bestimmt denn die
Norm, wer sagt denn er ist wirklich „zu wenig weit“? Und
Hilfestellung? Na, ich würd mir einfach denken, das Kind
braucht halt auf dem Gebiet mehr Zeit als meinetwegen das
Nachbarskind. Das kommt alles von alleine. (Das Thema „Wie
förder ich mein Kind bestmöglich“ ist ja auch wieder so’n
heißes Eisen:wink:))
Das sehe ich eben ganz anders. Natürlich kann ich mich immer darauf verlassen, dass das Kind das alles alleine irgendwie meistern wird. Ich finde aber, dass man sich dadurch darauf ausruhen würde, dass es Sache des Kindes ist. In meinen Augen gibt man dadurch einen Teil der Verantwortung an das Kind ab, und dafür ist es nicht da.
Und WENN es alles ganz von alleine kommen würde, bräuchte man soooo vieles nicht. Die ganzen U-Untersuchungen zum Beispiel, die ja nicht nur medizinisches abklappern, sondern vor allem Entwicklungsschritte. Die Fördermassnahmen für Kinder, die auf bestimmten Gebieten Bedarf haben.
Und was nicht noch alles! Das wäre doch alles unnötig, wenn man davon ausgeht, dass das Kind das schon hinkriegt?
Übrigens finde ich es auch durchaus wichtig, ein Kind zu fördern. Es hat nur für viele einen schlechten Beigeschmack in Richtung Überforderung oder gar Drill. Dabei kann fördern auch ganz anders aussehen!
Das paßt überhaupt nicht zum Thema. Das ist ein medizinisches
Thema und da hast Du alles Recht der Welt alles zu machen, was
Du meinst, daß richtig ist. In so etwas dürfte Dir auch keiner
reinreden.
Ja, aber was ist denn an der körperlichen Entwicklung anders als an der psychischen, motorischen, sprachlichen etc.?
Für fällt das alles unter „Entwicklung meines Kindes“, und kein Punkt ist weniger wichtig als andere. Probleme äussern sich nur unterschiedlich und lassen sich anders „messen“.
O.K. in Bezug auf körperliche und geistige Gesundheit - ja,
das versteh ich. Aber den Vergleich mit dem Nachbarskind
nicht.
Wer redet denn von Vergleichen mit Nachbarskindern? Ich habe mehrmals geschrieben, dass genau sowas eben nicht geht!
Und, geistige Gesundheit ist ein gutes Stichwort. Um nochmal beim Sprachbeispiel zu bleiben, ein Kind, das sich nicht ausdrücken kann, hat möglicherweise auch mit der Psyche irgendwann Probleme, weil es frustriert ist, vielleicht überfordert, vielleicht wird es auch im Kindergarten von anderen Kindern gemobbt. Das ist doch auch „Geist“.
Vertrauen, einfach nur Vertrauen.
Das ist mir zu wenig. Ich habe ein, meiner Meinung nach, ausgesprochen gutes Gefühl für Dinge, die mein Kind betreffen. Das liegt aber auch daran, dass ich mich informiere.
Vertrauen muss ja auf etwas aufbauen. Darauf, dass „die Natur“ es schon richtet? Darauf, dass „schon nichts sein wird“?
Das ist für mich ein Augen verschliessen und dem Kind eine Chance nehmen.
Genau. Ein weiteres Argument, daß man so lange nicht
vergleicht bis es eben sagen wir mal gesellschaftsmäßig
notwendig ist
Sehe ich anders. Man selbst hat einen Erfahrungsschatz, und den gleicht man laufend mit dem ab, was um einen herum vorgeht. Dadurch checkt man ab, was ins Konzept passt und was nicht. Das ist aber deswegen nichts negatives, sondern einfach Notwendigkeit.
Ist jetzt natürlich sehr plump und einfach ausgedrückt, aber ich bin auch kein Wissenschaftler, der das gekonnt in Worte fassen kann.
Nur weil ich vergleiche heisst es doch nicht automatisch, dass ich das, was mein Kind mir „anbietet“, schlechter finde oder es dahin drängen will, so zu werden wie andere! Vergleichen zeigt mir doch auch erst in vollem Ausmaß die Individualität meines Kindes! Dass er z.B. ein wunderschönes Lächeln hat, weiss ich doch nur, weil ich weiss, wie es bei anderen aussieht.
Ich zweifel halt, ob man jetzt die natürliche Entwicklung
eines jeden Kindes an so Normen festmachen kann. Empfinde
gerade so Entwicklungsvergleiche als sehr kontraproduktiv.
Wie Du so schön sagst, es sind Normen. Nicht alles, was ausserhalb der Norm ist, ist gleich negativ. Aber ignorieren sollte man es in bestimmten Fällen doch trotzdem nicht.
Wenn jemand schlechter sieht als die Norm, setzt er eine Brille auf. Wenn jemand schlechter spricht als die Norm, wird dafür eben auch nach Hilfen gesucht.
Wenn jemand schlechter läuft, kommt vielleicht Krankengymnastik zum Tragen.
Wenn ein Kind in einer Gruppe etwas nicht versteht, der Rest aber schon, dann erklärt man es eben nochmal auf andere Art und Weise. Deswegen ist das Kind ja kein schlechtes, es braucht nur eben einen anderen Zugang zu dieser Sache als der Rest der Gruppe.
Sind alles nur so kleine Beispiele, die mir spontan beim Schreiben einfallen.
Beispiel: Nachbarskind läuft mit 8 Monaten, das eigene Kind
immer noch nicht mit 12 Monaten. Mit 15 immer noch nicht, auch
nicht mit 17, aber irgendwann laufen sie doch alle. Den Stress
kann man sich sparen als Eltern, nein? Auch mit 20 Monaten
laufen würd ich als „normal“ empfinden.
Nein, sie laufen eben nicht alle! Sie hören nicht alle, sie sehen nicht alle!
Genau da hakt der Vergleich (den jetzt übrigens Du angestellt hast „alle tun es“). Bestimmte Kinder tun es eben nicht. Und es gibt soooo viele Dinge, die man frühzeitig in den Griff bekommen kann, wenn man die Chance dazu ergreift. Aber dazu muss man eben erstmal wissen, was anders ist als es sein könnte oder sollte.
Vor allem ist’s ja meist so, daß wenn ein Kind „besonders
hinterher“ in einem Bereich ist, dann ist es in einem anderen
Bereich „besonders weit“. Na, ich find die Wortwahl schon
doof.
Auch das ist nicht immer so. Es kann so sein, es kann aber auch ganz anders sein.
Und was hilft es einem Kind, das besonders gut sprechen kann, wenn es beim Rechnen so hinterherhinkt, dass es sitzenbleibt? Da bringt alle Sprache nicht weiter.
Genauso gibt es Kinder, die überall Überflieger sind und welche, die in allen kognitiven Bereichen hinterherhinken. Keine besseren oder schlechteren Kinder, aber sie müssen eben ganz anders behandelt werden, damit sie sich wohl fühlen und glücklich sein können. Und DAS ist es, worauf es mir letztendlich eben ankommt. Dass das Kind alle Chancen hat, die es bekommen kann, damit es ihm gut geht, damit es glücklich ist.
Ich hab da mal ein Kind mit absolut wahnsinnigen,
feinmotorischen Fähigkeiten in einer Gruppe beobachtet und die
Mutter hat die ganze Zeit davon geredet, daß es im Gegensatz
zu allen anderen (in der Gruppe:wink: immer noch nicht krabbelt.
So etwas bekommt übrigens auch das Kind mit.
Das liegt aber nicht an den Fähigkeiten vom Kind, sondern an dem, was die Mutter daran wahrnehmen möchte. Vielleicht macht sich diese Mutter auch einfach Sorgen darüber, warum ihr Kind nicht krabbelt. Man steckt nicht drin, und genau deswegen finde ich es schade, wenn so pauschal gesagt wird, dass Normen und Vergleiche ein „tut man nicht“ sind.
Jeder schlägt irgendwo aus der Norm, dafür sind wir Individuen. Nur mit dem Unterschied, dass wir Erwachsenen unser Leben selbst in der Hand haben und selbst dafür verantwortlich sind, was wir aus uns machen.
Lange Rede, kurzer Sinn, ich seh es anders als Du 
Da ist eben das Problem, dass man in Schriftform so viel weniger sagen kann, als man eigentlich möchte. Dazu kommt, dass man sich eben nicht kennt, man kann dem anderen nur vor den Kopf schauen und Vermutungen anstellen, wie er etwas meint.
Ausserdem gibt es zig Meinungen zu ein und demselben Thema, das machts oft auch nicht leichter. Aber ich habe viele Antworten bekommen, und dabei war ein ganzer Stapel, der mir weitergeholfen hat.
Was ich jetzt daraus machen werde? Mich weiter darüber freuen, was für ein toller Mensch mein Sohn ist, und mehr nicht!
Liebe Grüsse
Bine 