Servus,
leider einmal wieder eine leere ViKa…
Betreffend Weinstraße kann ich Dir erzählen, daß mir häufig Gäste begegnen, die aus geschäftlichem Anlass in die Pfalz kommen und begeistert wären, wenn es zwischen dem letzten Meeting und dem Flugzeug heimwärts eine Möglichkeit gäbe, sich von Einselthum bis zum Weintor oder besser noch über Cleebourg bis Dambach-la-Ville durchzuprobieren, ohne die ganze Tour realiter machen zu müssen, und das Ganze in der hemdsärmeligen Atmosphäre eines Gutsauschankes. Und sich am besten zum Abschluss einige Zwölferkartons nach Singapur, Linz, Sevilla oder Neustadt an der Rübe schicken zu lassen.
Mir ist hier herum kein Ort bekannt, an dem das so ginge. Das kann freilich auch damit zu tun haben, dass Gutsausschänke und Probierstuben von Weingütern in einiger Hinsicht (angefangen mit den Anforderungen an Toiletten…) anders behandelt werden als Gaststätten ohne eigenen An- und Ausbau.
Wenn es aber gelingt, hier den gestrengen Behörden gerecht zu werden, hätte so ein Platz sicher die gleiche Existenzberechtigung wie ein „Haus des deutschen Weines“ oder wieauchimmer die entsprechenden „gehobenen“ Lokalitäten heißen, und ich wage zu vermuten, dass hier auch mit einigem Zulauf gerechnet werden dürfte: Es müssen nicht immer Spargelspitzen an Feigenparfait sein, Weißkäs und ein paar ordentliche Brezgen tun es auch, und sie können unerwartet und unvermutet gut mit diesem oder jenem Hochgewächs harmonieren.
Freilich müsste man bei so einer Institution Obacht geben, dass möglichst das gesamte Personal, das mit der Kundschaft in Kontakt kommt, die Materie kennt - und es ist richtig Arbeit, sich einmal die Weinstraße rauf und runter zu trinken - gilt mutatis mutandis natürlich auch für den Rheingau, das Nahetal, das Remstal, das Taubertal etc. etc.
Und bis man sich die ganzen Schätze auf Kommission herlegen kann, muss man mit vielen Winzern getrunken haben; anderenfalls ist da richtig Geld im Spiel.
Schöne Grüße
MM